Blutleer von Silvia Kaffke

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei KBV.
Folge 4 der Barbara-Pross-Serie.

  • Hillesheim: KBV, 2006. ISBN: 978-3937001746. 330 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2009. Gesprochen von Elga Schütz. ISBN: 3836804468. 9 CDs.

'Blutleer' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Serienmörder, der sich freiwillig stellt. Ein Geständnis, das sechs Morde erst zur Serie macht. Hat der Frührentner Rudi Hirschfeld wirklich sechs Morde begangen? Entlang der S-Bahn-Linie 1 quer durchs Ruhrgebiet von Dortmund über Bochum, Essen, Mülheim, Duisburg und Düsseldorf an völlig unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Methoden? Barbara Pross, Ex-BKA-Profilerin und Polizeiberaterin, und Ruben Jakubian, der »Neue« beim LKA, stehen mit ihrer Soko vor der undankbaren Aufgabe, Hirschfelds Geständnis für die Staatsanwaltschaft mit Beweisen zu untermauern. Da bleibt Barbara wenig Zeit, sich um ihre handfeste Ehekrise zu kümmern. Gerade, als ihr Zweifel an Hirschfelds Angaben kommen, geschieht das Unfassbare …

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Krimi-Rezension von Frank A. Dudley

Beziehungsprobleme machen jedem zu schaffen, auch den ausgebufftesten Fallanalytikern. Von Berufs wegen dauernd mit den dunklen Seiten der menschlichen Seele beschäftigt, trifft es sie deshalb nicht weniger hart, wenn sie plötzlich das eigene Privatleben analysieren müssen. Der Einstieg in »Blutleer« macht ziemlich schnell klar, dass Frau Dr. Hielmann-Pross ein gewaltiges Privatproblem mit Mann Nr. 1 hat: Ihr Gatte betrügt sie mit einer Studentin.

Aber Psychologen sind eben auch nur Menschen. Frau Dr. Hielmann-Pross verdrängt die Beziehungskrise und stürzt sich in die Arbeit. Ein Frührentner bezichtigt sich des sechsfachen Serienmordes. Mann Nr. 2? Das will Pross herausfinden, und zwar mithilfe von Ruben Jakubian, neuer Ermittler beim Landeskriminalamt und Mann Nr. 3. Zwischen zwei Vernehmungen findet Pross schnell heraus, dass auch Jakubians Beziehungsleben nicht ohne Altlasten an seiner früheren Wirkungsstätte zurückgeblieben ist. Dann ist da mit Heinz Wersten, Mann Nr. 4, der Ex-Ermittler und väterliche Freund, derPross und Jakubian mit Rat und Tat sowie Unterkunft und Verpflegung zur Seite steht.

Während der Vernehmungen des Frührentners stellt Pross fest, das der vermeintliche Serienkiller ein Spanner mit Hang zur Selbstdarstellung ist. Er will sich seine Opfer auf diversen S-Bahnfahrten zwischen Düsseldorf, Dortmund und Duisburg ausgeguckt und dann an verschiedenen Stellen verscharrt haben. Seine Spezialiät: Erst würgen, dann ausbluten lassen, denn das habe ihn sexuell erregt. Der Staatsanwalt möchte den Fall so schnell wie möglich abschließen, denn die Volksseele im Ruhrpott ist kurz vorm Überkochen.

LKA-Ermittler Jakubian und sein Team stoßen jedoch im Zuge ihrer Ermittlungen auf ein paar Ungereimtheiten, die den Fall nicht ganz so eindeutig aussehen lassen, wie anfangs vermutet. Als die Überstellung des Hauptverdächtigen in ein anderes Gefängnis an die Presse durchsickert und das ganze in einem unerwarteten Fiasko endet, ist Pross und Jakubian klar, dass die Untersuchungen erst beginnen.

Silvia Kaffke hat mit »Blutleer« einen rechtschaffen spannenden und zuweilen sehr Beziehungsproblem-lastigen Krimi geschrieben. Wenn ihre Hauptfigur Frau Dr. Hielmann-Pross sich im Verlauf der Handlung dahinarbeitet, dass ihr Eheleben schon seit geraumer Zeit nicht mehr das ist, was es mal war, taucht die Frage beim Leser auf: Will ich das so detailliert hier lesen, während mich doch viel mehr interessiert, was mit Mann Nr. 2, dem irren Killer, ist? Die Antwort lautet ganz klar nein. Frau Dr. Hielmann-Pross und Mann Nr. 1 haben es hinter sich, der Leser kann es sich bald denken. Auf der Beziehungsebene ist dann auch ist die zart aufkeimende Affäre mit Mann Nr. 3, Jakubian, viel prickelnder. Liebesleid langweilt hier, Liebeslust hingegen nicht. Wenn schon von Mord und Totschlag die Rede ist, dann bitte mit dampfendem Polizistensex als Gegenpol.

Zwar ist »Blutleer« mit zahlreichen Szenen des Hielmann-Pross´schen Ehekrachs gespickt. Silvia Kaffke animiert dennoch zum Weiterlesen, weil sie es schafft, die Spannung aufrechtzuerhalten. Die Handlung nimmt unvorhersehbare Wendungen, die Ermittlungen nehmen an Komplexität zu und das Finale bringt dem Leser Erlösung – nachts um zwei.

Also, Frau Dr. Hielmann-Pross: Doppelnamen ablegen und mit Ruben Jakubian eine heiße Affäre beginnen. Dann wird´s beim nächsten Mal bestimmt noch spannender.

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Rebecca Brostek zu »Silvia Kaffke: Blutleer« 24.04.2007
Ich finde das Buch richtig gut,
aber was sollte man auch anderes von Frau Kaffke erwahrten?
Aber auch hier hat sie es wieder geschafft , einen guten Krimi zu schreiben, aber auch das private Leben der Frau Hielmann-Pross nicht zu vergessen.
Ich freue mich jetzt schon auf dem nächsten Teil,weil ich doch auch gerne wissen würde wie das weiter geht.
Aber das ist ja nach jedem Teil so gewesen..
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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