Schatten der Macht von Sidney Sheldon

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1990 unter dem Titel Memories of Midnight, deutsche Ausgabe erstmals 1990 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: Griechenland, 1990 - 2009.

  • New York: Morrow, 1990 unter dem Titel Memories of Midnight. 399 Seiten.
  • München: Blanvalet, 1990. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-7645-2498-7. 344 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-442-42002-4. 344 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-442-42511-5. 344 Seiten.
  • München: Goldmann, 1997. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-442-43852-7. 344 Seiten.
  • München: Goldmann, 1997. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-442-43888-8. 344 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-442-45198-1. 344 Seiten.
  • München: Goldmann, 2004. Übersetzt von Wulf Burgner. ISBN: 3-442-55396-2. 344 Seiten.

'Schatten der Macht' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die junge Amerikanerin Catherine Alexander hat bei einem Unfall ihr Gedächtnis verloren. In einem griechischen Kloster hat sie Zuflucht gefunden. Eines Tages taucht Constantin Demiris bei ihr auf, ein Multimillionär, Kunstsammler und Verehrer des weiblichen Geschlechts. Er hilft der schönen jungen Frau, ein neues Leben zu beginnen, macht ihr teure Geschenke und vermittelt ihr schließlich einen Job in London. Catherine, die sich von dem charmanten Fremden angezogen fühlt, ist von seiner Großzügigkeit überrascht …

Das meint Krimi-Couch.de: »Anspruchsloser Bestseller mit klischeehafter Handlung«

Eine junge Frau befindet sich in einem Kloster in Griechenland. Sie weiß nicht, wer sie ist und wie sie hierher gekommen ist. Erst nach und nach tauchen einzelne Erinnerungsfetzen auf. Ihr Name Catherine Alexander fällt ihr wieder ein. Als sie sich entschließt, das Kloster zu verlassen, um über sich selbst nachzuforschen, informiert die Klosteroberin den reichen Griechen Constantin Demiris, denn dieser hat dafür gesorgt, dass Catherine in jenem Kloster untergebracht wurde und dort unter Beobachtung blieb:

Demiris ist ein rücksichtsloser Multi-Millionär. Aus ärmsten Verhältnissen hat er sich nicht immer mit fairen Mitteln hochgearbeitet und auf den Ölfeldern in Saudi-Arabien begonnen, seinen Reichtum zu scheffeln. Dort nutzte er Informationen, die seine Geliebte von ihrem Mann erhielt, um zu eigenen Ölquellen zu gelangen.

Wer seinen Plänen in die Quere kommt, muß dafür büßen. So zum Beispiel seine Geliebte Noelle Page, die ihn mit seinem eigenen Piloten Larry Douglas betrogen hatte.

Demiris besucht Catherine im Kloster, um sie weiterhin unter Kontrolle zu halten. Dort informiert er sie, dass sie Catherine Douglas heißt und mit Larry Douglas, seinem Piloten, verheiratet war. Er erzählt ihr eine nette Lügengeschichte, dass ihr Mann und dessen Geliebte versucht hätten, sie zu ermorden und dafür zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Sie erfährt jedoch nicht, dass sowohl der Mordversuch als auch diese Verhandlung von Demiris nur inszeniert waren und Catherine für die Öffentlichkeit als tot galt, damit Demiris Rache an seiner untreuen Geliebten und deren Liebhaber nehmen konnte. So darf auf keinen Fall bekannt werden, dass Catherine noch lebt.

Demiris bietet Catherine eine gute Stellung in seiner Firma in London an und verwöhnt sie mit einer luxuriösen Wohnung samt Haushälterin und Chaffeur, die jedoch nichts anderes als ihre Aufpasser sind. Denn es gehört zu seinem Racheplan, Catherine zu seiner Geliebten zu machen und sie anschließend zu töten.

Sein Gegenspieler ist dabei sein Schwager Spyros Lambrou, ebenfalls Multi-Millionär und wie Demiris Besitzer einer Tankerflotte. Obwohl beide sich in der Öffentlichkeit als Freunde darstellen, brennen sie darauf, sich gegenseitig zu vernichten. Lambrou hasst seinen Schwager, seitdem dieser seine Frau, Lambrous Schwester, schlecht behandelt und schlägt. Doch Demiris entdeckt jede Falle, in die Lambrou ihn locken will. Alle, die Demiris belasten könnten, sterben durch mysteriöse Unfälle.

Daß sich das Buch trotz 320 Seiten sehr flott und schnell liest, hat mich nicht überrascht. Nicht umsonst gilt Sheldon als Bestsellerautor. Sein Schreibstil ist dabei sehr einfach und anspruchslos. Durch sehr viel direkte Rede fliegt man gelegentlich geradezu über den Text hinweg. Auch die oft sehr kurzen Szenen, teilweise recht unmotiviert und oft nur über wenige Absätze oder sogar nur über einen einzigen sorgen dafür, dass man immer noch ein Stückchen weiter liest als man beabsichtigt und noch eines und noch eines, bevor man das Buch aus der Hand legt.

Was mich sehr positiv überrascht hat, sind die mitunter sehr detaillierten oft etwa 20 Seiten langen Episoden, die mit der Rahmenhandlung nicht direkt etwas zu tun haben. So wird zum Beispiel in allen Einzelheiten geschildert, wie ein Drogenhändler durch ein fingiertes Pokerspiel einen Mann reinlegt, um dessen Fähigkeiten für seine Verbrechen ausnutzen zu können. Dies hätte man zugunsten des Hauptplots auch in einem kurzen Abschnitt erzählen können oder sogar nur kurz erwähnen können. Ich sehe diese Abschweifungen jedoch nicht als Seitenschinderei, sondern als nette Anekdoten im Kontrast zur eigentlichen Handlung.

Auch die Figur des Strafverteidigers Napoleon Chotas wird durch ein langes Kapitel eingeführt, in dem eine Gerichtsverhandlung geschildert wird, bei der Chotas durch einen tollen Trick in einem sicher als verloren geglaubten Verfahren noch als Sieger hervorgeht. Diese Episode ist zwar, wie einiges andere in dem Roman sehr konstruiert und nicht überaus glaubhaft, doch vom Ansatz ausgehend durchaus logisch durchdacht und unterhaltsam.

Überhaupt lebt die Handlung von Sheldons ausgeklügelten Schachzügen seiner Figuren. Immer, wenn man als Leser meint, jetzt wird die Handlung unlogisch, nimmt das ganze eine überraschende Wende, mit der man nicht gerechnet hat. Dabei bleibt alles in sich schlüssig. Selbst der Schluß bietet noch mal eine grandiose und ebenso gut durchdachte Überraschung, obwohl man als Leser bereits mit dem Buch abgeschlossen hat.

Die Charaktere werden von Sidney Sheldon zwar überaus genau dargestellt und meist sehr ausführlich eingeführt, dennoch wirken sie konturlos, sehr oberflächlich und klischeehaft. Man wird als Leser nie wirklich in die Handlung hineinversetzt, sondern betrachtet quasi das Geschehen eher aus der Ferne. Daß die Romanfigur Constantin Demiris an Aristoteles Onassis erinnert und daß die Romanfigur Spyros Lambrou Ähnlichkeiten mit Stavros Niarchos aufweist, dürfte natürlich wie immer »nicht beabsichtigt und rein zufällig« sein.

Mag mag mir Voreingenommenheit vorwerfen, doch »Schatten der Macht« ist ein typischer amerikanischer Bestseller. Er bietet dem Leser zwar spannende, doch weitgehend anspruchslose Unterhaltung. Die klischeehafte Handlung ist zwar nicht besonders realististisch, doch in sich schlüssig dargestellt. Das Positivste am Buch waren für mich die kleinen Geschichten abseits der Rahmenhandlung.

Wie ich erst nach dem Lesen erfahren habe, ist »Schatten der Macht« die Fortsetzung des Romans »Jenseits von Mitternacht«, der bereits 16 Jahre vorher entstand. Beim Lesen ist jedoch nichts davon zu merken, dass das Buch auf bereits Geschriebenem aufbaut. Man kann es durchaus als eigenständigen und in sich abgeschlossenen Roman lesen.

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Rolf.P zu »Sidney Sheldon: Schatten der Macht« 09.03.2008
Das Buch ist typisch für den amerikanischen Erfolgsautor: Es ist spannend geschrieben und man weiß nicht, wie es auf der nächsten Seite weitergeht, da werden feine Handlungsfäden gesponnen, in denen der Leser sich schnell verfängt.
Keine "hohe" Literatur, aber unterhaltsam und fesselnd; man kann mit dem Lesen nur schwer wieder aufhören und ist ziemlich schnell fertig mit dem Buch.
dino zu »Sidney Sheldon: Schatten der Macht« 03.01.2006
Auf jeden Fall ein absolut spannendes Buch bis zur letzten Seite. Wie ich mitbekommen habe, ist das quasi die Fortsetzung von "Jenseits von Mitternacht", mir ist das aber auch erst hinterher aufgefallen, weil mir die Personen irgendwie bekannt vorkamen.
Auf alle Fälle ein sehr lesenswertes Buch.
Siggi zu »Sidney Sheldon: Schatten der Macht« 14.07.2005
Ich muss wirklich sagen: Das Buch ist eines der besten und spannendsten Bücher die ich gelesen habe! Sidney Sheldon ist wirklich zu meinem Lieblingsautor geworden, habe schon ein paar Bücher von ihm gelesen. Wer ein Typ ist wie ich, der unbedingt einen spannenden Anfang braucht, um das Buch auch bis zum Ende zu lesen, der muss sich nach den Büchern von Sidney umschauen!
ken zu »Sidney Sheldon: Schatten der Macht« 03.12.2003
wunderschöner kitschroman & spannend bis zum schluss - nur leider viel zu kurz.
Torsten Janssen zu »Sidney Sheldon: Schatten der Macht« 02.10.2003
In sich abgeschlossene Fortsetzung von dem Bestseller "Jenseits von Mitternacht", dem ich als Voraussetzung für dieses Buch, trotzdem zu Lesen empfehle. Das Buch wurde 1990 als TV - Serie verfilmt und lief erst kürzlich als Wh. Jane Seymour spielt darin bravourös die Catherine Alexander - Douglas und Omar Sharif als gelungene Besetzung den Constantin Demires. Sowohl die Serie als das Buch haben den Typischen Sidney Sheldon Touch. Leicht zu verkosten und trotzdem spannend. Kritikern mag ich vorhalten, daß ich natürlich auch schon gehobenere Kriminalliteratur wie Dorothy L. Sayers und Georges Simenon gelesen habe, aber so spannend und so gut unterhalten zu werden wie z.B. von Arthur Hailey ( Airport) oder Frederik Forsyth ( Der Schakal) oder Sidney Sheldon, daß lasse ich mir auch gerne gefallen. Wer sich nun gerne von Günter Grass quälen lassen möchte, dessen Obzönitäten übrigens weitaus drastischer sind, als die Sheldons, bitte. Das ausgrechnet dieser Autor den Literaturnobelpreis bekommen ist mir nicht so ganz schlüssig, den andere große dt. Autoren wie Christa Wolf, Siegfried Lenz und Walter Kempowski hatten es nicht nötig, Schweinerein in Ihren Bücher darzubringen. Also, ein Prosit auf Sidney Sheldon?!
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