Sidney Courtier

Sidney Hobson Courtier wurde 1904 in einem Nest namens Kangaroo Flat im australischen Bundesstaat Victoria geboren. Die meiste Zeit seines Lebens arbeitete er als Lehrer, wobei er in viele Schulen des genannten Staates versetzt wurde. Aus diesen Tapetenwechseln resultierten Ortskenntnisse, die Courtier später in seine Romane einfließen ließ.

Courtier begann bereits früh aber nebenberuflich zu schreiben. Als er 1933 heiratete, war er als Autor für Kurzgeschichten und Artikel längst etabliert. Unter verschiedenen Pseudonymen verfasste Courtier mehr als 200 Beiträge für Zeitungen und Magazine auch außerhalb Australiens.

Zwischen 1942 und 1944 leistete Courtier Kriegsdienst im Northern Territory. 1950 erschien ein erster Kriminalroman. »The Glass Spear« war gleichzeitig Start einer (sechsteiligen) Serie, die als Ermittler Superintendent Ambrose Mahon in den Mittelpunkt stellte aber erst 1956 fortgesetzt wurde. Im folgenden Jahr stellte Courtier seinen Lesern Inspector C. J. Haig, genannt »Digger«, vor, der bis 1970 sieben Verbrechen aufklärte. Daneben entstanden vor allem in den 1960er Jahren zahlreiche serienunabhängige Romane: Courtier ging 61-jährig in den Ruhestand, und seine Veröffentlichungsrate stieg deutlich an.

1967 erlitt Courtier einen schweren Schlaganfall, der ihn zeitweise der Sprache beraubte und lähmte. Zwar überwand er diese Folgen und setzte seine Karriere fort, dort seine Gesundheit blieb angeschlagen. 1974 starb Courtier im Alter von 69 Jahren in Safety Beach, Victoria.

In Deutschland nahm sich der Goldmann-Verlag seines Werkes an. Hier erschienen mit großem Publikumserfolg die »Bony«-Romane des australischen Krimi-Autoren Arthur W. Upfield (1880-1964). Der exotische Hintergrund des fernen Kontinents und das Talent dieses Schriftstellers bereitete das Feld für weitere Kriminalromane aus Australien vor. Bis zu Courtiers Tod erschienen die meisten seiner Romane in deutscher Übersetzung, wobei auf die Serien oder Entstehungsdaten keine Rücksicht genommen wurde. Als neue Romane ausblieben, geriet Courtier anders als Upfield in Vergessenheit; ein Schicksal, das ihn auch in seiner australischen Heimat ereilte. [Michael Drewniok]

Krimis von Sidney H. Courtier

  • Superintendent/Inspektor-Ambrose-Mahon-Serie
    • (1950) The Glass Spear
    • (1956) One Cried Murder
    • (1957) Das Gesicht am Fenster
      Come Back to Murder
    • (1958) A Shroud for Unlac
    • (1961) Drei rote Rosen
      Let the Man Die
    • (1964) A Corpse Won’t Sing
    • (1964) Der Vogelmord
      Mimic a Murderer
  • Inspektor-C.-J.-»Digger«-Haig-Serie
    • (1957) Now Seek My Bones
    • (1959) Träume zu verkaufen Rezension
      Death in Dream Time
    • (1962) Die Strohpuppe
      Swing High Sweet Murder
    • (1965) Ein Gast zuviel
      The Ringnecker
    • (1966) Haus ohne Menschen
      A Corpse at Least
    • (1967) Überlebenschance null
      See Who’s Dying
    • (1970) Kein Denkmal für Emily
      No Obelisk for Emily
  • (1960) Die Maske am Sarg
    Softly Dust the Corpse
  • (1962) Who Dies for Me?
  • (1967) Gefallen wie Luzifer
    Murder’s Burning
  • (1971) Falsche Signale
    Ligny’s Lake
  • (1971) Schwarze Vögel über Chickowee
    Some Village Borgia
  • (1972) Zurück in die Falle
    Dead If I Remember
  • (1973) Into the Silence
  • (1974) Verbrechen handgewebt
    Listen to the Mocking Bird
  • (1975) Die Sekunde vor dem Tod
    Window in Chungking
  • (1975) The Smiling Trip

über Sidney H. Courtier:

  • (2009) Derham Groves: Victims & Villains – Barbie and Ken Meet Sherlock Holmes, in: Ders. (Hg.), Victims & Villains, S. 13-36; hier S. 27-32

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