Das Kind von Sebastian Fitzek

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 bei Droemer.

  • München: Droemer, 2008. 400 Seiten.
  • München: Knaur, 2009. 393 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2012. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2007. Gesprochen von Simon Jäger. 6 CDs.

'Das Kind' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

»Als Robert Stern diesem ungewöhnlichen Treffen zugestimmt hatte, wusste er nicht, dass er damit eine Verabredung mit dem Tod einging. Noch weniger ahnte er, dass der Tod etwa 1,43 m messen, Turnschuhe tragen und lächelnd auf einem gottverlassenen Industriegelände in sein Leben treten würde.« Strafverteidiger Robert Stern ist wie vor den Kopf geschlagen, als er sieht, wer der geheimnisvolle Mandant ist, mit dem er sich auf einem abgelegenen und heruntergekommenen Industriegelände treffen soll: Simon, ein zehnjähriger Junge, zerbrechlich, todkrank – und fest überzeugt, in einem früheren Leben ein Mörder gewesen zu sein. Doch Robert Sterns Verblüffung wandelt sich in Entsetzen und Verwirrung, als er in jenem Keller, den Simon beschrieben hat, tatsächlich menschliche Überreste findet: ein Skelett, der Schädel mit einer Axt gespalten. Und dies ist erst der Anfang. Denn nicht nur berichtet Simon von weiteren, vor Jahren hingerichteten Opfern, schon bald wird auch die Gegenwart mörderisch …

Das meint Krimi-Couch.de: »Sind aller guten Dinge wirklich immer drei?« 69°

Krimi-Rezension von Bernd Neumann

Deutschlands Shootingstar am Psychothriller-Himmel heißt Sebastian Fitzek: Seine ersten beiden Werke (2006: Die Therapie, 2007: Das Amokspiel) wurden hoch über den grünen Klee gelobt, von Rezensenten ebenso wie von seiner mittlerweile großen Krimifangemeinde. Für beide Psychothriller sind die Filmrechte schon unter Dach und Fach, ja, Fitzeks Bücher werden im krimitraditionellen England erfolgreich verkauft. An Sebastian Fitzek (und seiner sehr sympathischen, ja fast familiären Homepage) geht kein Weg mehr dran vorbei. In seinem dritten Psychothriller, in der Erstauflage bei Droemer erstmals nicht als Taschenbuch, sondern mutig fest gebunden erscheinend, geht es gleich am Start rasant zur Sache:

»Als Robert Stern vor wenigen Stunden diesem ungewöhnlichen Treffen zugestimmt hatte, wusste er nicht, dass er damit eine Verabredung mit dem Tod einging.«

Ein erster Satz, der es durchaus verdient hat, für die Zweitauflage von Thomas Wiekes »Der schönste erste Satz« berücksichtigt zu werden!

Und nahtlos weiter:

»Noch weniger ahnte er, dass der Tod etwa hundertdreiundvierzig Zentimeter messen, Turnschuhe tragen und lächelnd auf einem gottverlassenen Industriegelände in sein Leben treten würde.«

Noch so ein Hammerding! Da spielt jemand mit der deutschen Sprache, und das auf verdammt hohem Niveau! Die Spannung ist in kürzester Zeit aufgebaut, der hoch geschätzte Leser kann sich ins Berliner Getümmel stürzen.

Robert Stern – erfolgreich unglücklich

Robert Stern ist ein angesehener Berliner Strafverteidiger. Als Seniorpartner von Langendorf, Stern und Dankwitz, den führenden Strafverteidigern Berlins, hat er – sehr zum Leidwesen von Polizei und Staatsanwaltschaft – schon so manchen Angeklagten erfolgreich vor dem sicheren Knast bewahrt.

Robert Stern ist erfolgreich im Job, familiär jedoch ist er traumatisiert, nachdem er seinen einzigen Sohn wenige Tage nach der Geburt durch plötzlichen Kindstod verloren hat. Seine damalige Frau ist wieder verheiratet und glückliche Mutter von Zwillingen, Stern jedoch lebt seitdem völlig zurückgezogen in einer noblen, aber spartanisch und unpersönlich eingerichteten Wohnung. Hinter einer sorgfältig aufgebauten Fassade teurer Anzüge aus edlem Zwirn und hochglanzpolierten Dienstwagen hat er sich abgeschottet. Stern ist mit seinen 45 Jahren ein vereinsamter, beziehungsloser Wolf, der seine ganze Energie auf den beruflichen Erfolg fokussiert hat.

Simon Sachs – ein Mandant im Turnschuhformat

So ist es eben nur allzu verständlich, dass er den per Telefon geäußerten Wunsch seiner ehemaligen Freundin, der Krankenschwester Carina Freitag, nicht abschlägt, die Mandantschaft für einen ihrer Bekannten zu übernehmen. Dieser Bekannte entpuppt sich beim Treffen auf einem gottverlassenen Platz in der Nähe einer verwahrlosten Bauruine als der Turnschuhe tragende zehnjährige Junge aus oben zitiertem zweitem Satz. Dieser aufgeweckte und sympathische Simon Sachs wird gequält durch einen inoperablen Hirntumor und durch Erinnerungen an ein früheres Leben, in dem er mehrere ausgewachsene Männer ermordet hat. Gesundheitlich dem Tode geweiht, belastet ihn diese Endschuld. Deshalb soll Starverteidiger Robert Stern sein Anwalt sein, um ihn nach geplanter Selbstanzeige bei der Polizei im Gerichtsprozess zu verteidigen und zugleich von der Last seiner Taten im vorherigen Leben zu befreien.Stern misst dem ganzen Hokuspokus des Simon Sachs keine Bedeutung bei.

Als dieser sie dann aber im moderigen Keller der Bauruine tatsächlich wie vorausgesagt zu einer schon halbverwesten Männerleiche mit gespaltenem Schädel führt, wird er nervös. Diese Verunsicherung steigert sich ins unerträgliche, als er am Abend im Postkasten ein Video entdeckt, was seinen Sohn Felix lebend zeigt, obwohl er damals vor zehn Jahren knapp 48 Stunden nach der Geburt starb. Was passierte damals in der Kinderklinik wirklich, woher stammte das Video?

Eine entstellte Männerstimme befiehlt dem erfolgreichen Strafverteidiger, innerhalb einer Woche den Mordhinweisen von Simon Sachs nachzugehen, aber keinesfalls die Polizei einzuschalten, wenn er sein tot geglaubtes Kind jemals wieder sehen möchte.Diese Woche wird für Stern zu einem Höllentrip: grausige Dinge kommen ans Tageslicht, extreme Dinge, die er bei aller Berufserfahrung nicht für möglich gehalten hätte …

Mangel: Protagonisten nur mit blasser Ausstrahlung

Sebastian Fitzek ist ein grundsolider und spannender Krimi gelungen, der uns in den morbiden Untergrund Berlins führt. Jedes Kapitel seines dritten Krimis endet anfänglich mit einem Cliffhanger, ohne danach die ursprünglich vorhandene Erzähl- und Handlungsebene zu wechseln. Das ist flott lesbar, das Aufspüren der Mordopfer ist spannend und mitunter sehr skurril. Die Hauptkapitel beginnen jeweils mit Zitaten von Persönlichkeiten der Weltgeschichte und regen den Leser an, über die Wiedergeburt, über ein mögliches Leben nach dem Tode nachzudenken. Gut recherchiert und clever gemacht.

Bei allem Positiven ist eine gewisse Leblosigkeit der positiven Protagonisten des dritten Fitzek-Krimis nicht von der Hand zu weisen. Irgendwie gelingt es einfach nicht, sich in deren Haut zu versetzen, mitzuleben, mitzuleiden, mitzulieben.

Das passt wesentlich besser bei der Schilderung des knarzigen, nörgeligen und sich selbst bemitleidenden Vater von Strafverteidiger Robert Stern und mehr noch bei Sterns einstigen Mandanten und mittlerweile Kumpel namens Borchert, der nicht nur das »Kreuz im Format eines Breitbandflachbildschirmes«, sondern als Besitzer mehrer Großraumdiskotheken und Pornoläden bestes Insiderwissen über die Machenschaften im Berliner Underground hat. Gewisse Ähnlichkeiten mit Bubba, dem ungestümen Helfer und Draufhauer des Ermittlerduos P.Kenzie/A.Gennaro von Dennis Lehane drängen sich auf.

Und noch etwas Bemerkenswertes: Die Milieuschilderung des Treffens von Borchert mit dem asozialen Penner Harry unter einer Berliner Autobahnbrücke in dessen verkeimtem Wohnwagen (»Der Handel«, S. 209-214) ist ein an die Nieren gehendes Kapitel und ein Highlight nicht nur des vorliegenden Krimis, sondern der deutschsprachigen Kriminalliteratur überhaupt. Hier stellt Sebastian Fitzek seine journalistischen Wurzeln und seine Beobachtungsphantasie eindrucksvoll unter Beweis.

Über den angekitschten Schluss des vorliegenden Psychothrillers werden sich bei den Leserkommentaren sicherlich die Geister scheiden. Vielleicht hätte hier Sebastian Fitzek bei seiner gewaltigen Armada der Freunde, Partner, Helfer und Berater vor Veröffentlichung Rücksprache halten sollen …

Sehr lobenswert ist auch die in der deutschen Krimiliteratur beachtliche PR-Neuerung, dass jedem Buch der ersten Auflage ein Gratis-Downloadgutschein für das ungekürzte Hörbuch beigefügt ist. Das könnte Nachfolger finden und irgendwann zur Tradition werden.

Bernd Neumann, März 2008

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Sacomo zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 13.01.2012
"Das Kind" war das zweite Buch welches ich gelesen hatte von Fitzek.

Mir ging es stellenweise sehr unter die Haut. Ich konnte mich sehr gut in all möglichen Situationen hinhein versetzen und hatte das Buch in wenigen Stunden komplett durchgelesen.

Ich bin mittlerweile eine Liebhaberin von Fitzek´s Büchern.

Sehr gut beschrieben, non Stop spannung ohne irgendeinen Super Helden etc.

Das Kind ist nahtlos zu empfehlen !
Tafkadasom zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 19.12.2011
Nachdem ich alle anderen Bücher vor dem Kind gelesen hatte, war ich etwas enttäuscht, aber dennoch ist das Buch einmalig!
Es ist einfach innovativ und absolut mitreißend. Nur Herr Fitzeck hat es bisher geschafft, mich so schnell ein Buch fertig zu lesen, weil es einfach super spannend ist.
Nur der abrupte Schreibstil könnte das Gesamtbild trüben, aber nicht genug, um dieses Buch nicht zu genießen.
Wer einen guten Thriller lesen will, der muss Fitzeck lesen.
Psychologische Struktur zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 17.12.2011
Vile besser als SPLITTER, da realistischer und nachvollziehbarer. Die Kapitel sind sehr spannend geschrieben, ich dachte mir, im Gegensatz zu SPLITTER selten "also das gibt es auf der ganzen Welt niemlas".In der Tat sind vor allem die Milieuschilderungen der Pädophilen Szene sehr ergreifend und erschütternd geschrieben, man möchte als Leser fast noch mehr davon erfahren und überlegt sich, ob das wohl der Wahrheit entspricht. Sehr gut ausgedacht.
Trotzdem gibt es doch die ein-oder andere Stelle, die unglaublich konstruiert wirkt und etwas schwer nachzuvollziehen. Z.B. eine DVD die nach einaligem ansehen plötzlich iheren Inhalt verliert, oder die Schilderung des Filmes auf der DVD, wie es zum Austausch des Kindes kam inder Klinik. Ehrlichgesagt, das hab ich nicht verstanden, das war mir zu verwirrend. Auf der einen Seite hat die Kinderklappe keine Videoeinrichtung zur Wahrung der Anonymität und auf der anderen Seite wurde eine Aufzeichnung geschickt umgangen als das Kind aus der Klapee genommen wurde (wenn doch gar keine Videokamera dort ist) aber vielleicht ahb ich das auch ich nur nicht verstanden.
Der Schluß ist in der tat etwas kitschig, aber es lohnt sich das Buch zu lesen, sehr spannender Verlauf.
Frostkoeddel zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 22.10.2011
Ein tolles Buch, bei anderen Autoren hat man Angst, das die kommenden Bücher nicht mehr so gut sein könnten. Dies ist das dritte Buch, und ich bin mehr denn je begeistert von Fitzek. In manchen Passagen habe ich bedauert, nicht noch schneller lesen zu können, da sie so spannend geschrieben waren. Ich habe es in 10 Std verschlungen.
Von Anfang an hat mich der Autor mit deiner Geschichte gefesselt.
Von mir deshalb 90° und nicht das letzte Buch von Fitzek!
Raphaela zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 03.10.2011
Am Anfang dachte ich nur
"Hä wie kann das gehen? Gibt es ein Leben vor dem eigentlichen Leben"
Aber am Ende ist es doch recht logisch und auch nachvollziebar.

ich kann dieFitzek bücher nur weiterempfehlen und wurde bisher von keinem Enttäuscht.
Weiß einer ob es wirklich so abgeht wie dort beschrieben. ob es einen babymarkt gibt? Ich finde es gut mal schattenseiten zu zeigen.
marc zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 15.09.2011
So, nachdem ich von der "Therapie" sehr angetan und vom "Amokspiel" eher enttäuscht war, nun mein dritter Anlauf eines Fitzek. Und so allmählich kann ich mir wirklich keinen Reim mehr darauf machen, warum seine Bücher so viel Anklang finden. Dieselben Probleme wie beim Amokspiel: Der Autor peitscht seine flachen, klischeebeladenen Charaktere effekthascherisch von einem Höhepunkt zum nächsten, ohne wirklich ein Gefühl für seine Geschichte und für seine Figuren zu entwickeln.

Die Charaktere werden mit derart groben Pinselstrichen gezeichnet, dass eine Identifikation schwer fällt. Polizisten reden grundsätzlich wie Cops aus zweitklassigen Hollywood-Streifen und auch bei den meisten anderen Dialogen sieht man keine echten Menschen vor sich, höchstens den vor seinem PC sitzenden Autor.

Vielleicht bin ich zu streng, aber ich bin einfach der Ansicht, dass ein Schriftsteller nicht nur ein guter "Konstrukteur" sein darf, sondern v.a. Einfühlungsvermögen besitzen muss. Fitzek versteht sich auf vertrackte und unterm Strich durchaus stimmige Szenarien, das will ich ihm nicht absprechen. Leider berührt es zu keinem Zeitpunkt.
Thrillerfan zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 11.09.2011
Ich habe das Buch gestern gelesen und kann mir keinen Reim auf das Ende machen :( Kann jemand mir erklären, was der Schluss in dem Motel (bedeuten) soll?

;-) mein Sicherheitscode für den Eintrag hier lautete NEBEL - wie überaus passend, denn in selbigem stocher(t)e ich (gestern).

Ich war zwar nicht ganz so enttäuscht wie bei "Die Therapie" (da fühlte ich mich regelrecht vergackeiert von der finalen Wahnsinn-Konstruktion) oder "Splitter". Dennoch ärgere ich mich, wenn ich einen Schluss nicht nachvollziehen kann.

Meine Frage ist also ernst gemeint. Kann mich jemand aufklären? Wäre sehr lieb
Sandra
Stonewalker zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 09.09.2011
Ich bin eine Krimileserin seit Sjöwall/ Wahlöö-Zeiten. Bei den Skandinaviern bin ich grundsätzlich hängengeblieben (Mankell, Dahl, Adler-Olsen), habe aber auch mit Begeisterung Petra Hammesfahr gelesen.
Bei diesem Buch vom neuen "Krimi"-Wunderautor ist mir etwas passiert, was so noch nicht beim Krimi- Lesen vorgekommen ist - nach der Hälfte habe ich das Buch weggelegt. Ich konnte nicht weiterlesen, weil die Gesamtgesichte mir zu hanebüchen war. Wie viele Pleiten, Pech und Pannen, welch erfolgreicher Anwalt, der sich zerfleischt, weil sein Kind nach 3 Tagen starb - wie realistisch ist das? Als ich hörte, dieses Buch wird verfilmt, dachte ich, das passt nach Hollywood. So nach dem Motto "Das Auto springt nicht an, das Monster kommt immer näher, der Held samt weiblicher Begleitung in Panik."
Nun, es ist immer eine Geschmackssache - aber mir hat das "halbe" Buch nicht gefallen. Und Fitzek wird nicht zu meinen Lieblingsautoren gehören.
Michelle Monique Steitz zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 23.07.2011
Das war das erste Buch,
dass ich von Sebastian Fitzek
gelesen habe und mir hat sein
schreibstil sofort gefallen!!

Ein sehr interessantes und
fesselndes Buch mit sehr
überraschenden Wandlungen.

Sehr zu empfehlen (:
Mimo

(Danach ging es weitere mit,
Der Seelenbrecher und Das Kind)
Die Meinungen dazu jeweils unter
dem Buch :D
jadzia_dax zu »Sebastian Fitzek: Das Kind« 16.06.2011
ein spannendes und interessantes Buch mit einer überraschenden Auflösung des Rätsels um das Wissen des Kindes ...

normalerweise mache ich eher einen grossen Bogen um deutsche Krimis aber dieser hier hat mir gut gefallen und ich hab mir schon ein weiteres Buch von Sebastian Fitzek zugelegt ;o)

absolut empfehlenswert

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