Das Amokspiel von Sebastian Fitzek

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Knaur.

  • München: Knaur, 2007. ISBN: 978-3-426-63718-0. 416 Seiten.

'Das Amokspiel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Dieser Tag soll ihr letzter sein. Die renommierte Kriminalpsychologin Ira Samin hat ihren Selbstmord sorgfältig vorbereitet – zu schwer lastet der Tod ihrer ältesten Tochter auf ihrem Gewissen. Doch dann wird sie zu einem brutalen Geiseldrama in einem Radiosender gerufen. Ein Psychopath spielt ein makaberes Spiel: Bei laufender Sendung ruft er wahllos Menschen an. Melden die sich am Telefon mit einer bestimmten Parole, wird eine Geisel freigelassen. Wenn nicht, wird eine erschossen. Der Mann droht, so lange weiterzuspielen, bis seine Verlobte zu ihm ins Studio kommt. Doch die ist seit einem halben Jahr tot. Ira beginnt mit einer aussichtslosen Verhandlung, bei der ihr Millionen Menschen zuhören ... 

Das meint Krimi-Couch.de: »In einem Strudel aus Gefühlen und falschen Fährten«

Krimi-Rezension von Thorsten Wirth

»Der Anruf, der sein Leben zerstörte, erreichte ihn exakt um 18.49 Uhr.« Mit diesem Satz beginnt der zweite Psychothriller aus der Feder des Berliner Krimi-Shootingstars Sebastian Fitzek. Und es geht Schlag auf Schlag weiter. In kurzen, prägnanten Kapiteln jagt der Autor den Leser (und die Leserin) durch eine Handlung, die nie überschaubar erscheint, die immer neue Wendungen bereithält, die statt zunehmender Sicherheit und Aufklärung immer mehr
Unsicherheit und Angst bringt. Und die trotz der argen Strapazierung des Zufalls (auf den ich hier nicht eingehen kann, um die Auflösung nicht vorweg zu nehmen) schlüssig zu Ende erzählt wird. 

Worum geht es? Die bekannte Kriminalpsychologin Ira Samin beschließt, ihrem Leben mit Giftkapseln ein Ende zu setzen; ihr Leben ist ein einziger Scherbenhaufen, ein Kind verstorben, das zweite ohne Kontakt zur Mutter, die das Leben nur noch mit Alkohol erträgt. Da wird sie zu einem Einsatz geholt, ja genötigt, der alles Frühere in den Schatten stellt: ein Geiselnehmer hat im sich im Studio eines privaten Radiosenders in der Berliner City mit Geiseln verschanzt und droht, jede Stunde eine Geisel zu erschießen, bis er seine Verlobte zu sehen bekommt, die verschwunden ist und nach Polizeiangaben bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein soll.

Da der Geiselnehmer nur mit Ira Samin verhandeln will, muß Polizeidirektor Steuer in den Einsatz einwilligen, obwohl er Ira nicht leiden kann und dies stets überdeutlich herausstellt. Nur SEK-Gruppenleiter Götz, mit Ira Samin auch privat bekannt, steht der Psychologin gegen alle Widerstände zur Seite …Mehr von der Handlung erzählen hieße, zuviel zu verraten, deshalb bleiben alle weiteren Ausführungen wohl oder übel in der Schwebe.

Während sich Fitzeks Erstling Die Therapie als ein klaustrophobisches Kammerspiel darstellte, mutiert Amokspiel vom Psycho- zum Politthriller und dann wieder zurück. Erstaunlich ist, wie mühelos und glaubhaft dies dem Autor gelingt. Das Seelenleben seiner Heldin wird in Bruchstücken vor dem Leser ausgebreitet, der stets en passent von Dingen erfährt, die zu der Lebenstragödie dieser an sich fähigen Psychologin geführt haben. Gleichzeitig treibt der Autor die Handlung in die eine und andere unerwartete Richtung, wenn z.B. Polizeichef und Oberstaatsanwalt scheinbar konspirieren, wenn die russische Mafia ins Spiel kommt, wenn BND und Zeugenschutzprogramm zu wesentlichen Handlungssträngen werden und dann doch wieder alles anders ist als gedacht – oder nicht?

Wie auch schon Die Therapie läßt sich auch Amokspiel nur schwer rezensieren, weil jede Äußerung zur Handlung eine Äußerung zuviel sein kann. Allerdings muss ich feststellen, dass Sebastian Fitzek auch in seinem zweiten Buch alles dafür tut, den Leser schnell in einen Strudel aus Gefühlen und falschen Fährten hineinzuziehen und so schnell nicht daraus entkommen zu lassen. Immerhin ca. 100 Kapitel, unterteilt in drei große Handlungsteile bietet der Autor auf, um in harten kurzen Schnitten – filmreif – die Geschichte eines großangelegten Schwindels zu erzählen, der viele Menschen in den Tod oder ins seelische Verderben stürzen sollte, ehe es zu einem Showdown (nur einem?) und der auch psychologisch wieder sehr stimmigen Aufklärung der Geschehnisse kommt, die weit vor der Geiselnahme ihren Anfang nahmen.

Das Buch hinterläßt einen Leser, der einerseits erleichtert ist, andererseits voller Mitgefühl für Ira Samin und ihre Lebensgeschichte. Und es hinterlässt eine Leere. Nämlich die Frage, welches Buch man nach solch einem Thriller
noch lesen sollte? Wahrscheinlich nur einen neuen Fitzek!

Thorsten Wirth, Mai 2007

Ihre Meinung zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Jule zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 18.03.2010
Hallo:)
Ich habe von Fitzek "das Kind","Amokspiel","der Seelenbrecher","Splitter" und "die Therapie" gelesen und finde alle einfach nur genial geschrieben :)...man fiebert von dem ersten bis zum letzten Satz mit!
Zum Glück bin ich letzten Sommer am Flughafen durch Zufall auf den "Seelenbrecher" gestoßen sonst wär ich sicher nie drauf gekommen mir die Bücher von Fitzek alle zu kaufen ;)

Ich freue mich jetzt schon auf den Augensammler ;)

LG Jule
Marc zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 18.12.2009
Eins vorweg: Ich habe mir den Roman zugelegt, weil mir der Erstling des Autors sagenhaft gut gefallen hat. Von dessen Nachfolger kann ich das nicht uneingeschränkt behaupten. Der Roman ist durchaus spannend und das Tempo wird konstant hoch gehalten. Was den Schreibstil und die Charaktere angeht, muss ich mich leider Luise anschließen. Die Figuren sind leblos, das Szenario überkonstruiert - und leider auch ziemlich unoriginell.

Okay, das Buch ist schnell und actionreich geschrieben, unter einem "guten" Schreibstil verstehe ich trotzdem etwas anders. Stilistisch erinnert mich das Ganze mehr an einen überlangen Groschenroman - der ja durchaus seinen Unterhaltungswert haben kann. Ein netter kleiner Happen für zwischendurch, aber leider nicht der nächste große Wurf, den ich erwartet habe.

Mit Fitzek habe ich trotzdem nicht abgeschlossen, sondern hoffe einfach, dass mir seine anderen "unheimlicheren" Romane besser gefallen.
Poisengirl666 zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 14.11.2009
Fitzeks volksnaher Schreibstil begeistert aufs Neue, nur die Spannung, die er mit "Die Therapie" so grandios erschaffen hat, ist dezent auf der Strecke geblieben.
So schafft er es zwar, mal wieder in die Psyche seiner Hauptprotagonistin einzutauchen, jedoch wird dies dem Leser nicht so tiefgründig und mitreißend vermittelt, wie man es von seinem Debut gewohnt ist.
Nichts desto trotz, "Amokspiel" spielt ganz oben in der Bücher-Liga mit, es ist absolut lesenswert und so kurzweilig, dass man die ganze Nacht mit der Taschenlampe unter der Bettdecke durchlesen möchte!
Paola29 zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 30.10.2009
Habe es gestern zu Ende gelesen und bin einfach nur begeistert. Man fiebert richtig mit, ich finde die Personen und die Handlung überhaupt nicht überzogen oder den Schreibtstil gar schlecht.
Selbst die letzten Seiten dienen noch um das ein oder andere zu erklären, ich wollte keine Seite "überfliegen" weil sich die Spannung durchgehend hält.
Die ganze Zeit überlegt man wer nun gut und wer böse ist, wird immer wieder überrascht von den Handlungswendungen, mein liebster Fitzek.
Luise zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 08.10.2009
Ich kann mich den ganzen Lobeshymnen nicht anschließen. Ich möchte den Fitzek-Freunden aber auch nicht den Spaß verderben, darum hier nur kurz meine Kritikpunkte:
1)
Keine einzige der Personen lebt, sie sind alle durch und durch konstruiert und bei jeder Bewegung dieser Puppen knirschen die Gelenke.
2)
Fitzeks Stil ist unterirdisch. Jedes zweite Sprachbild ist so schief, dass man Zahnschmerzen beim Lesen bekommt.
3)
Die Handlungsführung ist völlig überdreht, entbehrt jeder, aber auch jeder Wahrscheinlichkeit und nimmt mir als Leserin damit vollständig die Möglichkeit, Spannung zu empfinden, weil ein solcher unterirdischer Plot einfach nicht zum Nachvollziehen einlädt.

Aber, wie gesagt, so geht es mir, ich kann gut damit leben, dass andere das anders sehen und gönne dem Autor seinen Erfolg.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Doro zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 11.09.2009
Also ich schließe mich den anderen Meinungen an - das Buch ist einfach HAMMER! Es ist nach mehreren Thrillen das erste von Fritzek, das ich gelesen habe und ich muss sagen es hat sich echt gelohnt dieses Buch zu lesen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen und habe mein ganzes Wochenende an diesem Buch gehangen - einfach toll - vorallem das Ende hat nochmal alles übertroffen. ich freue mich jetzt schon die anderen Bücher von Fritzek zu lesen (nebenbei: der 50/50-Killer von Steve Mosby ist auch ein tolles Buch!)
Biene20 zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 07.06.2009
Spannend von der ersten Seite an.
Das war mein zweites Buch von Fitzek,ich muss sagen,es war nicht ganz so spannend wie "Der Seelenbrecher" aber auch dieses Buch fesselt bis zum Ende.
man kann sich in die Geschichte richtig hineinversetzen und sie reißt einen richtig mit.
Und wie es bei einem Buch sein sollte,man hat nach einer gewissen Seitenzahl eine Vermutung und die bestätigt sich immer mehr und am Ende, ist es ganz anders als man gedacht hat.

Einfach genial dieses Buch. Werde mich jetzt an den anderen Büchern vergreifen...
adam zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 04.04.2009
ich liebe die krimiromane von S.Fitzek,da sie irrsinnig gut geschrieben sind und ziehen den leser mit power gleich in die action hinein...sodass man kaum aufhören kann weiter zu lesen...hochwertig,sehr gut und voll coolll.!:-).Das Buch "Amokspiel"ist das 4 von den S.Fitzeks krimis,die ich bisher gekauf habe..sobald ich "Das Kind"fertig gelesen habe,fange ich mit dem "Amokspiel"an...und bin echt scharf drauf.:-)))die spannung,klima,sehr hohes literarisches niveau.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kai80 zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 30.03.2009
Einfach Spannend vom anfang bis zum ende.
Das Buch ist toll geschrieben, ein muss für jeden Fan eines guten Psychothrillers.
Einmal angefangen, kann man das Buch nicht mehr zur seite legen und man versucht sich Nachts krampfhaft wach zu halten um weiter zu lesen. So ging es mir zumindest, tolle Charaktere man kann sich in sie hineinversetzen.
Ausserdem was sehr spannend ist das man bis zum schluß kaum ahnt wer was ist, es halt also einige Überraschungen, was die Charaktere angeht parat.
Ich freue mich jetzt auf das nächste Buch von Sebastian Fitzek, ich lese jetzt der Seelenbrecher.
Mariahsjack zu »Sebastian Fitzek: Das Amokspiel« 01.03.2009
Super Spannend!
Tolle Charaktere, Atemberaubende Spannung und interessante Kulisse.
Es ist mir doch oft sehr sehr schwer gefallen das Buch zwischendurch weglegen zu müssen. Aber umso größer war die Freude endlich weiter lesen zu können. Schade das es nun zu Ende ist. Aber Herr Fitzek hat ja noch mehr auf Lager und ich hoffe die sind genau so Spannend!

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 66.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Das Amokspiel

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: