Dickicht von Scott Smith

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Ruins, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Fischer.

  • London: Bantam, 2006 unter dem Titel The Ruins. 478 Seiten.
  • New York: Alfred A. Knopf, 2006. 478 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2007. Übersetzt von Christine Strüh. ISBN: 978-3-596-17616-8. 478 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2009. Übersetzt von Christine Strüh. ISBN: 978-3-596-51090-0. 478 Seiten.

'Dickicht' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mexiko: Sonne, Strand, Meer, Sex und ...Tequila,. Nichts anderes haben sich Jeff und Amy,Eric und Stacy für ihren Urlaub erträumt. Die vier Amerikaner faulenzen am Strand von Cancun, als sich ein junger Deutscher zu ihnen gesellt. Dessen Bruder ist einer Archäologin zu einer Ausgrabungsstätte in den Dschungel gefolgt, hat aber seitdem nichts mehr von sich hören lassen. Die Gruppe beschließt spontan, Matthias in den Urwald zu begleiten. Doch dieser Ausflug wird für die jungen Leute ein Weg in die Hölle …

Das meint Krimi-Couch.de: »Kampf gegen die Killerliane« 32°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Wenn Scott Smith so redet wie er schreibt, dann kann er quasseln wie ein Wasserfall. Zumindest ist das der wesentliche Eindruck, der nach den ersten Kapiteln des Romans Dickicht hängen bleibt. Ohne Umschweife erzählt er von den vier naiven, jungen Amerikanern Amy und Jeff, sowie Stacey und Eric, die im Urlaub in Cancun den deutschen Touristen Matthias kennen lernen. Stacey hat außerdem eine kurze Knutscherei mit einem von drei Griechen, weswegen ihnen im Urlaubsort auch die drei Südeuropäer ständig folgen. Eine Woche lang sind die acht jungen Leute unzertrennbar – und dann geschieht das Unfassbare.

Zwei Tage vor seinem Rückflugtermin macht sich Matthias Sorgen um seinen Bruder Henrich, der einer Urlaubsbekanntschaft ins Landesinnere gefolgt war. Die junge Frau wollte an einer archäologischen Expedition teilnehmen und hatte eine handgemalte Karte hinterlassen, die Henrich vor Abreise für Matthias abgemalt hatte. Matthias fragt die Amerikaner, ob sie ihn begleiten wollen und Jeff sagt kurzerhand für alle zu. Kurz vor Abfahrt treffen sie auch noch einen der Griechen, der sie ebenfalls spontan begleiten will und für seine beiden Freunde noch einmal die Karte abmalt. Zu sechst also brechen sie auf ins Hinterland, in den Dschungel, ins Dickicht.

Filmrechte schon gesichert

Tatsächlich finden sie das Ziel der Karte: einen von einer wunderschönen Ranke überwucherten Hügel mitten auf einer Lichtung im Urwald. Doch bevor sie auf den Hügel gehen, erscheinen aufgeregte Maya, die sie heftigst zu vertreiben versuchen. Als Amy sich von der Gruppe davonstiehlt und die wundersame Ranke berührt, schwingt die Stimmung um. Nun werden die jungen Leute von den Eingeborenen auf den Hügel getrieben. Der Hügel wird umstellt und die Touristen werden mit Waffengewalt am Verlassen des Hügels gehindert. Auf dem Plateau an der Spitze des Hügels finden die Sechs zwei verlassene Zelte und einen tiefen Ausgrabungsschacht – das Lager der Archäologen. Aber weder von den Forschern noch von Henrich ist eine Spur zu sehen. Die Ranke hingegen erwacht zum Leben.

Scott Smith ist Drehbuchautor und die Absicht, diese Vorlage möglichst schnell zu verfilmen, trieft quasi aus jeder Zeile des Romans. Das amerikanische Original mit dem Titel The Ruins war jenseits des großen Teichs 2006 ein Bestseller und die Filmrechte hat sich niemand geringeres als Ben Stiller mit seiner Produktionsfirma gesichert. 2008 werden wir also mit der Verfilmung beglückt. Aber muss das wirklich sein? Oder ist vielmehr zu befürchten, dass aus der dürftigen Andeutung einer Handlung nicht mehr als ein trashiges B-Movie entspringen wird?

Flache und austauschbare Charaktere

Die Ranke ist die eigentliche Protagonistin dieses Romans. Die Killerliane sticht alle aus, ist an Schönheit, Anmut, Eleganz und Hinterlist nicht zu überbieten. Ihr Seminar in Psychologischer Kriegsführung dürfte sie vor kurzem erst aufgefrischt haben, denn eines ist klar: niemand, der ihren Hügel betreten hat, konnte je wieder entkommen. Jeff und Amy bleiben genauso blass wie Stacey und Eric. Jeder Charakter ist stellvertretend für eine Grundeinstellung zum Leben Und während die Frauen – Romantikerin und süßes Naivchen – sogar beinahe gegeneinander austauschbar wären, bekommt Pragmatiker Jeff wenigstens den Anstrich eines vermeintlichen Helden, während der verwöhnte und verhätschelte Eric der in den Wahn abdriftende Psychopath ist. Matthias und der Grieche …sind halt auch irgendwie anwesend, finden aber sonst nicht statt.

Fünfzig Seiten Vorgeplänkel im Urlaubsparadies, dann rund 400 Seiten Psycho-Horror-Thriller auf dem Hügel. Jede Menge trübe Gedanken bislang gänzlich unbekümmert lebender Menschen werden da dem Leser präsentiert, Menschen, die sich plötzlich mit dem Tod konfrontiert sehen, die aus einer verwöhnten und verweichlichten Spaßgesellschaft aufgebrochen sind und plötzlich dem Tod Aug in Aug gegenüber stehen. Irgendwann werden diese quer- und schiefgedachten Hirnströme einfach nur noch langweilig. Irgendwann scheint sich der Autor sogar über seine Leser lustig machen zu wollen, als er nämlich die jungen Amerikaner bei der Nachtwache darüber spekulieren lässt, wie man ihre Geschichte verfilmen kann. Vor lauter unausgesprochenen Schuldfragen hat diese Szene dann sogar halbwegs unterhaltsamen Charakter.

Aus der Idee hätte mancher Autor so viel mehr machen können. Dickicht bleibt jedoch ein simpel strukturiertes, trashiges Thrillerchen. Wir können uns auf einen Film mit sicherlich hübschen Schauspielern freuen, viel Schweiß, viel nackter Haut und natürlich einer gehörigen Portion Special Effects, Horror und Thrill. In Buchform wirkt diese Mischung aus The Beach, einer winzigen Prise Herr der Fliegen und einer Überdosis Der kleine Horrorladen (wir erinnern uns an die fleischfressende Pflanze Audrey II) einfach nur überdreht und hilflos.

Thomas Kürten, September 2007

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Heike zu »Scott Smith: Dickicht« 23.05.2012
Hätte ich gewusst, dass dieses Buch kein Thriller/Krimi ist, sondern eher unter SciFi angesiedelt ist, hätte ich ihn nicht aus der Biblio ausgeliehen. SciFi ist schon mal, dass von 6 jungen Menschen keiner ein Handy bei sich hat, wenn ein "Ausflug" ansteht. So'n Quatsch!!! Die Szenen auf dem Berg fand ich dann einfach nur ermüdend und habe oft ganze Abschnitte übersprungen. Scott Smith ist wahrscheinlich Fan von Steven King und David Baldacchi - hat es aber nicht drauf! Ich habe mich gezwungen, bis zum Ende zu lesen - bei den Längen ist das aber sehr schwer gefallen.
Carsten zu »Scott Smith: Dickicht« 13.02.2012
Ich kann nur sagen "Dickicht" ist einer der besten Thriller die ich je gelesen habe.
Scott Smith war mir vorher noch nicht bekannt, steht bei mir in der Bestsellerliste aber jetzt ganz weit oben.
"Dickicht" überzeugt durch seine Handlung, aber auch durch die Art wie es geschrieben wurde, auch wenn teilweise sadistische Ansätze in der Handlung erkennbar sind, ist es doch ein packender Thriller von der ersten bis zur letzten Seite.
Der Leguan zu »Scott Smith: Dickicht« 19.05.2011
Ich fand die ersten 50 Seiten auch eher schwer zu lesen, aber das wrd ein eigenes Problem sein. Brauche bei jedem Buch eine Zeit um rein zu kommen... :-)

Aber letzendlich mußte ich mich, als "kurz vor dem Einschlafen scnell noch mal ein paar Seiten lesen" Leser doch immer wieder zwingen, das Buch aus der Hand zu legen und Licht auszumachen. Irgendwie wollte ich immer wissen, wie es denn nun weitergeht, die Richtung war ja klar, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntllich zuletzt.

Für mich war das ein gutes Buch, endlich mal was ohne Happy End, gibt es ja auch nicht so viel von. Mal gucken, was der Autor sonst noch so hat...
Tobias zu »Scott Smith: Dickicht« 15.02.2011
ich kann mich meinen vorkritikern nicht anschließen.. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten seite gepackt.. besonders weil das ende nicht so gekommen ist wie in den miesten büchern (sprich: happy end)

Ich hab das Buch in drei tagen verschlungen und bei manchen stellen hab ich mich echt geekelt ( gebe ich gerne zu) wollte aber sofort wissen wie das grauen weiter geht...

Also ganz ehrlich, wer das buch nicht mag hat entweder keinen geschmak an guten horror oder ka^^
Michael zu »Scott Smith: Dickicht« 20.01.2011
ich fand das buch auch ziemlich langatmig und schon phasenweise sehr anstrengend zu lesen. besonders die teilweise sehr abgehackte schreibweise, die möglicherweise auch durch eine schlechte übersetzung entstanden sein könnte, macht einem zu schaffen. kann das buch nicht wirklich weiterempfehlen, muss mich aber auch nicht ärgern, weil ich es als zerfledderten gebrauchtschinken auf einem bücherbasar gekauft habe. wer auf splatter-abenteuer steht, sollte sich lieber die verfilmung "ruinen" anschauen, die recht amüsant und deutlich kurzweiliger daherkommt. also meiner meinung nach ein seltener fall von film besser als buch!
silvio rühl zu »Scott Smith: Dickicht« 04.09.2010
ein ausgesprochen langweiliges buch. ich bedauer es mir überhaupt gekauft zu haben. langweilig und langatmig. das buch ist verfilmt wurden und der heißt "ruinen" . ich hab mir mal die paar zeilen der zusammenfassung auf der dvd-hülle durchgelesen.also die war spannender als das ganze buch. mein fazit:wie wieder ein buch von scott smith.
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Nadl zu »Scott Smith: Dickicht« 02.07.2010
Ich kann mich der Mehrheit nur anschließen. Das Buch ist nicht wirklich spannend. Die Handlung hätte man auch gut in einer Zusammenfassung runterschreiben können. Es liest sich zwar leicht, aber lädt dank der zähen Handlung nicht dazu ein das man zu dem Buch greift. Leider verspricht der Klappentext mehr, als das Buch hält. Schade, man hätte hieraus echt mehr machen können.
Tina zu »Scott Smith: Dickicht« 26.04.2010
Oh man, die meisten hier haben wohl noch kein richtig gutes Buch gelesen... es war total langweilig... es passiert rein gar nichts, bis zum Ende... [nicht spoilern, Schätzeken! Anm. des Obacht gebenden Redakteurs], der Rest ist total langweilig.
Da hab ich schon 1.000 besser Bücher gelesen. Sehr enttäuschend!!
Liz zu »Scott Smith: Dickicht« 22.02.2010
In dem Moment als Amy den Hügel betritt und sie Henrich finden, ist das Ende des Buches klar.
Trotzdem beeindruckt mich dieses Buch schon sehr.
Der Thriller unterhällt super und auch wenn die Idee mit der Kliller Ranke etwas übertriebenscheint, war die vorstellung für mich Horror Pur!
Die letzten Szenen nehmen einen sehr mit und lassen einen noch lange über dieses durchaus tolle Buch nachdenken.
Mark (Bedburg Erft) zu »Scott Smith: Dickicht« 24.01.2010
Ich bin zweigeteilt.
Die Teilung begann als es es auf den letzten 200 Seiten so langsam dem Ende des Buches zuging.
Die ersten paar Hundert Seiten waren durchaus fesselnd ob der langsamen Beschreibung des Verfalls der Protagonisten.
Als dann immer klarer wurde, dass die Story keine Wendung nimmt und eigentlich bis zum Ende nix passiert, muss ich sagen: eine große Enttäuschung.
Ehrlich gesagt: Dieser Romann hätte durchaus Potenzial gehabt. Leider ist nix draus geworden.

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