Der Mastercode von Scott McBain

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel Final Solution, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Droemer Knaur.

  • --: --, 2005 unter dem Titel Final Solution. bisher nicht in Originalsprache erschienen. 560 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2005. Übersetzt von Michael Benthack. ISBN: 3-426-62902-X. 560 Seiten.

'Der Mastercode' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der Kampf gegen das Böse ist nie zu Ende! »Mother«, ein globales Computernetz, sammelt die Daten aller Bürger und stuft sie nach einem festgelegten Ranking-System ein. Überall herrschen Korruption und nackte Geldgier. Als »Mother« in die Hände einer Verschwörergruppe um den britischen Außenminister und den CIA-Chef fällt, scheint die totale Kontrolle über die Welt zum Greifen nahe. Nur Pia, eine junge Finnin, kann die Menschheit noch retten. Sie kennt den Mastercode für die Selbstvernichtung des Systems …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Schmalspurspannung« 35°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Irgendwo in Finnland ist die Schaltzentrale eines gigantischen Computernetzwerkes, genannt »Mother«. Ausgehend von einer Vernetzung von Kommunikations-, Bank- und Kreditkartendaten ist mittlerweile fast jeder Mensch auf der Welt mit all seinen privaten und beruflichen Geheimnissen zentral gespeichert. Im Jahre des Herrn, anno domini 2020, brauchen wir weder Münzen, noch Geldscheine, keine Kreditkarten, nur einen Abdruck der menschlichen Iris auf einem Augenscanner und schon wird uns jeder Wunsch buchstäblich an den Augen abgelesen. Vorausgesetzt, wir haben das richtige Kreditrating, gehören wir also entweder zu den Superreichen, die alles und noch viel mehr ergattern oder zu den Superarmen, die nichts haben und auch nichts bekommen werden, wenn nicht einer der oberen Zehntausend finanzielle Bürgschaft leistet.

Wir sind in einer Zeit, in der es in den Unterschichten brodelt. Viele wollen diese Zwangsrekrutierung in ein Globalnetzwerk nicht. Viele haben es satt, einfach nur der letzte Dreck zu sein und nur als Sklaven der Reichen auf den Tod zu warten. Sie begehren auf. Egal ob in den USA, in Europa, in Asien oder sonst wo, überall streben Staatsmänner nach Macht, Geld und immer mehr davon und verkaufen dafür ihr Volk an die Globalmultis, hinter denen wiederum »Mother« steht. Mother, gegründet von Mr. Oswald Plevy, einem windigen, aber erfinderischen Berater, steht zur Zeit unter Aufsicht eines Kuratoriums geleitet vom Finnen Lars Pedersen. Plevy hat sich als reichster Mann der Welt zur Ruhe gesetzt und an Pedersen und seinen Vertrauten klebt eine Gruppe mörderischer Verschwörer unter Führung des britischen Außenministers und des CIA-Chefs.

Pedersen erkennt, dass »Mother« manipuliert werden soll. So manipuliert, dass es praktisch kein Entrinnen aus dem machtgeilen Spiel der Globalmultis mehr gibt. Nur ein einziges Manöver kann der geplagten Menschheit noch helfen. »Mother« muss abgedreht werden, aber wenn Pedersen stirbt, ist die Abschaffung des Status Quo kaum mehr möglich, denn nur drei Menschen besitzen den Schlüssel zur Deaktivierung. Die amerikanische Präsidentin, der britische Regierungschef und eine unbekannte Finnin namens Pia, die in Amerika lebt und ihr Leben als bezahlte Gespielin vermögender Männer fristet und von ihrer Bedeutung nichts weiß. Und Pedersen liegt in den letzten Zügen …

36 Jahre nach Orwell

Der Schreiber, der sich hinter dem Pseudonym Scott McBain versteckt und »Der Mastercode« im Knaur Taschenbuch Verlag auf den Thrillermarkt geworfen hat, tut gut daran, sich für dieses 550 Seite dicke Taschenbuch nicht seiner eigentlichen schriftstellerischen Fähigkeiten zu rühmen. Was einstens bei George Orwell »1984« noch Big Brother hieß, hat sechsunddreißig Jahre später zwar keine Schwester, aber eine Mutter bekommen, deren Grundidee als Ausgangspunkt für eine spannende Story besser nicht sein könnte.

Scott McBain hat daraus einen reichlich faden Durchschnittsschmöker gemacht, bei dem Kapitel für Kapitel die Sorgen und Ängste der lebenden Bevölkerung heruntergebetet werden, zum wiederholten Male die Stufen der acht Kreditratings dem scheinbar für dumm verkauften Leser gepredigt werden, und dazwischen auf Teufel komm raus politische Intrigen zu inszenieren waren, die heute schon keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor locken könnten.

Die Handlung kommt im gesamten Leseverlauf nie so recht auf Touren, es gibt praktisch keine Sympathieträger und die wenigen Figuren, die sich als solche eignen würden, sind nur für kurze Sequenzen eingebaut, bevor sie das Zeitliche segnen. Hätte »Der Mastercode« gerade mal 200 Seiten, hätte das mit Sicherheit gereicht und der Leser müsste sich nicht mit stereotypen Worthülsen und -wiederholungen herum schlagen, die schlichtweg nerven und nur als Wortgerüst für ideenlose Action dienen.

Beim Lesen kam permanent das Gefühl auf, hier habe eine Gruppe Autoren konkrete Vorgaben bekommen und jeder davon hat ein Kapitel geschrieben und sämtliche Vorgaben nochmals wiederholt, damit zumindest in jedem Kapitel irgendwo dasselbe an Hintergrundinformationen steht und einen Zusammenhang bildet. Die Schmalspurspannung ist ein stetiges Auf und Ab, ohne jemals wirklich zu zünden und auch der Schluss ist unoriginell und vorhersehbar. Letztendlich bleibt durch schreiberische Mängel eine originelle Idee auf der Strecke, um die es wirklich schade ist.

Ihre Meinung zu »Scott McBain: Der Mastercode«

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Klaus Heukelbach zu »Scott McBain: Der Mastercode« 10.01.2010
Eigentlich wollte ich das Buch nach ca. 100 Seiten beiseite legen. Aber dann denkt man ja: ein hochspannender Thriller; da muss doch noch was kommen. Aber Pustekuchen! 550 Seiten voller Wiederholungen, Belehrungen, Scharz/Weißmalerei. Gähn! Selbstgefällig immer die gleiche Leier, so, als hätte der Autor nur für Absolventen der Klötzkes-schule geschrieben. Da muss man ja alles zehnmal wiederholen, damit der letzte Hirni etwas begreift. Schade um die Tinte, die verschrieben wurde. Dabei hätte das Grundthema so viel hergege-ben. Schade. Da denkt man wehmütig an eine Geschichte, die 36 Jahre früher spielt: 1984!
Tempe zu »Scott McBain: Der Mastercode« 15.10.2009
Das Buch erscheint zu Anfang sehr durchdacht und bekommt auch gehörig fahrt, doch leider wird es in der Mitte bis fast zum Schluss eher langatmig.
Scott McBain versucht zwar mit seiner Liebesgeschichte ein bisschen pepp zu streuen, doch leider mislingt es ihm.
Der Schluss ist für mich etwas zu Prophetisch! Alles in allem 65 Punkte.
Nico zu »Scott McBain: Der Mastercode« 24.08.2009
Ich habe das Buch ebenfalls gelesen. Auf der einen Seite ist es ziemlich langathmig und es gibt viele Wiederholungen. Aber wie eine Vorrednerin schon geschrieben hat, endweder man mag den Author oder nicht. Mir hat es gefallen, die Story fand ich Klasse und die schon erwähnt wurde; manchmal hat man das Gefühl dass wir von dieser Story garnicht allzu weit entfernt sind.
Ich denke dass die Leute es einfach lesen sollten.
Krimi-Tina zu »Scott McBain: Der Mastercode« 03.04.2008
Schrecklich! Die Story hätte so viel Potential gehabt. Und bewegt sich sprachlich und vom Aufbau her auf Heftroman Niveau. Stereotype Charaktere die stereotyp und vorhersehbar handeln. Nicht zu vergessen das endlose Breittreten von Klischees. Und dann noch die ewigen Wiederholungen der Randbedingungen ( Globaler Konzern, Kredit-Ratings etc etc). Als würde der Leser von Kapitel zu Kapitel wieder alles vergessen. Was andererseits auch kein Schaden wäre.
30° für die Grundidee
tara zu »Scott McBain: Der Mastercode« 12.02.2008
ich finde, dass das das uninteressanteste buch war, dass ich seit langem gelesen habe. am anfang war ich noch von scott mcbains zukunftsvisionen ueberrascht, danach war es nur noch langweilig. fuer dieses buch braucht man viel geduld und zeit und ob es sich wirklich lohnt muss schlussendlich jeder fuer sich selber entscheiden.
unista zu »Scott McBain: Der Mastercode« 18.01.2008
Wie weit sind wir eigentlich noch entfernt von dem, was der Autor beschreibt?
Ich meine, garnicht mal soo weit..
Ich fand das Buch sehr interessant, die Charaktere sehr unterschiedlich, und super beschrieben.
Die Story an sich, ich bin noch nicht so alt, malsehen, ob die nicht bald Realistisch wird und ich das noch erlebe..
Ein tolles Buch !
Holger zu »Scott McBain: Der Mastercode« 16.01.2008
was macht dieses Buch in der Krimiecke?
Das ist ein SF-Roman! auch wenn die technischen Möglichkeiten nicht allzu überzogen sind. Das gezeichnete Szenario möchte ich mal als "glaubhaft" bezeichnen. Dieser Level an Authentizität lässt die Geschichte wahrscheinlich bei den Krimi Lesern durchfallen.

'The reason why truth
is so much stranger than fiction
is that there is no requirement
for it to be consistent.'

Mark Twain
Holger zu »Scott McBain: Der Mastercode« 16.01.2008
was macht dieses Buch in der Krimiecke?
Das ist ein SF-Roman! auch wenn die technischen Möglichkeiten nicht allzu überzogen sind. Das gezeichnete Szenario möchte ich mal als "glaubhaft" bezeichnen. Dieser Level an Authentizität lässt die Geschichte wahrscheinlich bei den Krimi Lesern durchfallen.

'The reason why truth
is so much stranger than fiction
is that there is no requirement
for it to be consistent.'

Mark Twain
Mirjam zu »Scott McBain: Der Mastercode« 18.09.2007
Ich habe mir das Buch gekauft, weil sich die Grundidee wirklich gut anhörte, und der Anfang las sich auch wirklich spannend. Dann aber erstickte die Handlung mehr und mehr in Stereotypen, die Bösen waren einfach nur böse, die Heldin natürlich wunderschön und aus einem Männertraum entstammend. Mich beschlich mehr und mehr der Eindruck, dass den Autor mehr das Leben der Superreichen faszinierte als die Konsequenzen der Einführung des Kreditratings für die Normalbevölkerung, jedenfalls ergeht er sich seitenweise über deren Luxusleben. Im Laufe des Buches wird es einfach nur noch langweilig, von immer den selben Intrigen zu lesen und der Heldin ins Einkaufszentrum zu folgen.schade um die gute Grundidee!
Leo zu »Scott McBain: Der Mastercode« 17.03.2007
Inhalt: unwichtig, wahrlich unwichtig

Der Schreibstil des Autors ist grauenhaft und dürfte noch unter dem Niveau von Groschenheften liegen. Der Sprachschatz ist sehr beschränkt, die Formulierungen trivial. Es schmerzt jeden, der sprechen kann und mehr als 400 Worte beherrscht.

Dieses Buch - nein der Autor! verkauft einen für blöd. Die Wiederholungen finden kein Ende. Auf den ersten 200 Seiten passiert immer das ein und selbe. In jedem Kapitel steht quasi das gleiche, nur umschrieben, die Handlung kommt gar nicht in die Gänge.

Der ganze Handlungsverlauf ist von Anfang an durchschaubar. Wesentliche Elemente des Buches sind zum Teil an den Haaren herbeigezogen und das Buch strotzt nur so von sachlichen aber auch logischen Fehlern.

Ich habe viele Bücher gelesen, auch sehr viel Mist, doch nur dieses ist nachhaltig in Gedächnis geblieben ob seiner Grausamkeit!

Wer immer dieses Buch gelesen hat, wird Kafka lieben, dankbar für Goethes Faust sein, den Fänger im Roggen für spannend und John Grisham für geistreich halten.

Scott McBain hat es geschafft, dass ich das Lesen - den Akt an sich - aufgeben wollte, ja sogar die Lust an der Sprache verlor! Dieser Autor gehört erschossen! Das schlimmste ist, er hat noch mehr Bücher in diesem Stil geschrieben. Und es gibt Menschen die ihn freiwillig lesen... Arme Welt

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 39.
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