Blacklist von Sara Paretsky

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Blacklist, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Illinois / Chicago, 1990 - 2009.

  • New York: G. P. Putnam’s Sons, 2003 unter dem Titel Blacklist. 415 Seiten.
  • München: Goldmann, 2004. Übersetzt von Sibylle Schmidt. ISBN: 3-442-31000-8. 512 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Sibylle Schmidt. ISBN: 978-3-442-46198-1. 543 Seiten.

'Blacklist' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Eines Tages erhält Privatdetektivin Vic Warshawski einen ungewöhnlichen Auftrag: Sie soll ein altes, verlassenes Herrenhaus in einem noblen Vorort von Chicago observieren. Denn die betagte Geraldine Graham, ehemalige Besitzerin des Anwesens und Oberhaupt einer hoch angesehenen Familie, will dort nachts ungebetene Gäste beobachtet haben. Tatsächlich stößt Vic bei ihrer Erkundung auf einen mysteriösen Eindringling – und wenig später auf die Leiche eines Mannes, die im Gartenteich versenkt wurde. Wie sich herausstellt, handelt es sich bei dem Toten um den Journalisten Marc Whitby, und Vic ahnt, dass sie in ein Wespennest gestochen hat. Welcher Spur ist Whitby gefolgt, die so brisant war, dass er dafür mit dem Leben bezahlen musste? Doch ehe sie sich versieht, gerät Vic selbst in die dunklen Machenschaften, die sich hinter der glänzenden Fassade der feinen Chicagoer Gesellschaft verbergen. Und es scheint, als habe der Täter sein nächstes Opfer bereits im Visier …

Das meint Krimi-Couch.de: »Unterhaltung auf hohem Niveau« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Privatdetektivin V.I. Warshawski erhält von ihrem langjährigen Kunden Darraugh Graham den Auftrag, dem Hinweis seiner Mutter nachzugehen, dass in dem verlassenen Haus in ihrer Nachbarschaft nachts Licht zu sehen sei. Die Polizei von New Solway, 70 km außerhalb Chicagos, hat die Anrufe der alten Dame nicht ernst genommen. Vic legt sich nachts im Park des alten Herrenhauses auf die Lauer und trifft dort auf ein junges Mädchen, das sich anscheinend gerade Zugang zum Haus verschaffen wollte. Die Kleine reißt sich los und bei der Verfolgung fällt Vic in den Teich des Anwesens. Dort bekommt sie etwas zu fassen, mit dem sie nicht gerechnet hat: den Körper eines jungen Schwarzen. Ihre Wiederbelebungsversuche scheitern, er scheint schon einige Zeit tot zu sein. Der Tote wird als Marcus Whitby identifiziert, von Beruf Journalist. Für den ortsansässigen Sheriff in dieser Enklave der Reichen scheint die Sache klar: Whitby beging Selbstmord. Wo ist aber sein Wagen geblieben und warum hat er sich gerade diesen Ort für seinen vermeintlichen Selbstmord ausgesucht? Die Ermittlungen der Polizei verlaufen mehr als schlampig. V.I. will diese Sache nicht auf sich beruhen lassen und die Familie des Opfers beauftragt sie mit den Untersuchen.

Sie setzt bei dem jungen Mädchen an, das den Täter gesehen haben könnte. Es handelt sich dabei um Catherine Bayard, Enkelin des reichen und berühmten Verlegers Calvin Bayard, der in der Nachbarschaft von Larchmont Hall wohnt und der in den fünfziger Jahren für sein linkslastiges politisches Engagement vor einem Untersuchungsausschuss stand und nur knapp einer Gefängnisstrafe entkommen ist. Der damaligen Regierung waren Vereinigungen wie das Committee for Social Thought and Justice ein Dorn im Auge. Marcus Whitby schrieb ein Buch über eine afroamerikanische Tänzerin, die scheinbar diesem Komitee angehörte.

Der Schlüssel liegt in der Vergangenheit

Nebenbei erfährt V.I., dass Larchmont Hall einst Geraldine Graham gehörte, also das Elternhaus ihres Auftraggebers Darraugh ist – und dieser will sie von weiteren Ermittlungen abhalten. An Bayard und seine Freunde von damals, unter anderem den Chef des toten Journalisten, ist schwer heranzukommen und Olin Taverner, Leiter der damaligen Untersuchungskommission, ist gerade verstorben.

In der Geschichte werden die Geschichten zweier Familien über mehrere Generationen miteinander verwoben, die so eng miteinander verbunden sind, wie es in der Gesellschaft der Reichen oftmals der Fall ist. Aus diesem Grund wird man mit einer Unmenge von Namen konfrontiert, die man anfangs schwer einordnen kann. Hier hätte mir eine Übersicht zu Beginn so manch verzweifeltes Zurückblättern erspart. Aber nicht nur deshalb ist der Roman äußerst vielschichtig und komplex und erfordert hohe Aufmerksamkeit.

Patriots Act im Dienste der Terrorbekämpfung

Wie in den ihren anderen Romanen auch, bindet Sara Paretsky in ihren Krimi ein aktuelles Thema ein, was ihr hier meines Erachtens sehr gut gelungen ist. Ihre Schilderungen sind realitätsnah und packend. Vic sieht sich während ihrer Ermittlungen mit einer Hysterie konfrontiert, die das amerikanische Volk und die Regierung nach dem 11. September befallen hat. Dem Patriots Act, eine Gesetzgebung, die es den Behörden erlaubt, dem Bürger im Dienste der Terrorbekämpfung jegliche Rechte zu versagen, muss auch sie sich unterordnen, als FBI und Polizei sich ohne Durchsuchungsbefehl Zutritt zu ihrer Wohnung und zu ihrem Büro verschaffen und sie sich damit konfrontiert sieht, dass nicht nur ihre Telefongespräche mitgeschnitten werden, sondern auch, dass ihr Büro möglicherweise abgehört wird. Sandra Paretsky zieht hier mit ihrem Roman deutliche Parallelen zu den Geschehnissen in der Ära McCarthy, in der aufgrund der Verschwörungstheorie die Bekämpfung der allgegenwärtigen kommunistischen Bedrohung im Vordergrund stand.

Wie Marcia Muller in ihren Romanen lässt auch sie ihre Protagonistin selbst erzählen, so dass man immer mit den Ermittlungen Schritt halten kann und die Spannung auf relativ hohem Niveau bleibt. Der elfte Roman um Sara Paretskys Heldin mag vielleicht aufgrund seines Umfangs einige wenige Längen aufweisen, ist aber dennoch äußerst lesenswert und packend und bietet einen interessanten Einblick in die feine Gesellschaft. Ihre Romane sind all denjenigen zu empfehlen, die etwas für amerikanische Privatdetektivinnen übrig haben.

Ihre Meinung zu »Sara Paretsky: Blacklist«

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TomTom zu »Sara Paretsky: Blacklist« 13.09.2014
Sicherlich hat die Geschichte ein paar Längen (welche ich zugegebenermaßen auch "quer" gelesen habe), insgesamt ist es aber eine sehr spannende Geschichte, welche damals wie heute politische Seitehiebe auf das doppelmoralische US System wirft.

Da es mein erster Paretsky-Krimi war, bin ich jetzt "heiß" auf weitere Geschichten rund um V.I.


Mich hat die Story gefesselt.
Racki zu »Sara Paretsky: Blacklist« 03.02.2008
In meinen Augen war das sicherlich einer der unspektakulärsten Krimis, die ich je gelesen habe. Musste mich direkt quälen, dass ich das Ende miterleben durfte. Es kam (in meinen Augen) nie so richtig überhaupt Stimmung bzw. Spannung auf. Sehr langatmig ... Das einzige, das mich wundert, ist die gute "Allgemeinkritik" an diesem Buch. Mit hat es nicht gefallen. Punkt.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
kissace zu »Sara Paretsky: Blacklist« 27.06.2007
Also ich hatte mit diesem Buch so meine Probleme.
Irgendwie fesselte mich der Plot kaum. Erst nach der Hälfte des Buches begann die Sache interessanter zu werden. Bis dahin hatte ich mich echt durch die Seiten gequält.
Zudem gibt es in der Geschichte sehr viele Protagonisten und manche noch mit zu ähnlich klingenden Namen , was etwas verwirrend ist.
Ich werde der Autorin abwer nochmal eine Chance geben zumal mir die unterschwellige Kritik an der US-Politik sehr gut an diesem Roman gefallen hat.
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Jessica zu »Sara Paretsky: Blacklist« 20.06.2007
Mein zweiter Eintrag:
Sara Paretsky ist grandios.
Vic Warshawski ist grandios.
Witzig,spannend und mit Kopf.
Zusammen einfach unschlagbar.
Kann ich nur jedem empfehlen.
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Girl in Green zu »Sara Paretsky: Blacklist« 15.03.2007
Ein Puzzlekrimi, der mit leisem Humor sowohl auf die Kommunistenverfolgung in den 50ern als auch auf die aktuellen politischen Konflikte der USA eingeht. Vor allem aber die Detektivin V.I. Warshawski sorgt für Spannung und Biss. Die Kopfarbeit lohnt sich! Ein sehr gutes Buch!
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Jessica zu »Sara Paretsky: Blacklist« 16.01.2007
Balcklist war mein erster Sara Paretsky. Es war einfach nur grandios. Jeder der etwas auf den guten modernen Krimi setz sollte dieses Buch lesen. Es hat alles in einem Paket Spannung, Action, Spaß und ntürlich jede Menge Kopfarbeit. Wie Charlotte war ich erst 14 als ich es las.
Meiner Meinung eines der besten Bücher überhaupt.
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Charlotte zu »Sara Paretsky: Blacklist« 19.11.2006
Blacklist war mein erster Roman von Sara Paretsky. Ich war total begeistert. Ich bin erst 14, trotzdem habe ich das Buch geradezu verschlungen. Auf jedenfall werde ich mir weitere V.I Warshawski-Romane kaufen, da diese Person mir unglaublich gut gefällt!!
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mobicat zu »Sara Paretsky: Blacklist« 21.11.2005
mein erster krimi von sara paretsky. hat mich nicht ganz überzeugt. erstens ist die anzahl der personen und deren verbindungen schon sehr verwirrend. dann scheint mir einiges an der geschichte (arabischer junge) zu sehr konstruiert um parallelen zwischen der mccarthy-ära und der zeit nach dem 11.9. herstellen zu können. hier wurde nach der methode holzhammer vorgegangen, ein wenig subtilere vergleiche hättens auch getan. werde der autorin wohl noch eine chance geben ...
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Silke Schröder zu »Sara Paretsky: Blacklist« 19.05.2005
Ihre Ermittlungen führen sie dieses Mal in die reichen Vororte Chicagos. Hinter den Fassaden der gehobenen Gesellschaft entdeckt sie viele kleine und große Geheimnisse, die gerne unter dem Deckmäntelchen der Vornehmheit geblieben wären.
Die Autorin setzt sich mit dem Verfolgungswahn der Amerikaner nach dem 11.9. auseinander und führt uns die Unreflektiertheit der amerikanischen Gesellschaft vor Augen. Auch Parallelen zu der Kommunistenverfolgung und den Berufsverboten in den 50er Jahre scheinen auf.
Der Roman ist unglaublich spannend und beschreibt in vielen Details, die manchmal auch mühsame Puzzle-Arbeit der Heldin auf. Der Roman gibt uns einen Einblick in die Zeit der McCarthy Ära, und zeigt uns, wozu auch heute eine Regierung fähig ist, wenn man sie lässt. silke.schroeder@unterhaltung-themenguide.de
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Eveline zu »Sara Paretsky: Blacklist« 05.03.2005
Also ich bin zwar erst 15 Jahre alt, aber ich finde den Roman Klasse.
Der Schreibstill usw.
Sicherlich ist für juge Leute manches ein wenig verwirrend, aber das klärt sich dan in der nächsten Seiten wieder acuh. V.I kommt einfach Klasse bei mir an....
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