Die Stadt der Toten von Sara Gran

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 unter dem Titel City of the dead, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New Orleans, 2010 - heute.

  • Boston: Houghton Mifflin, 2011 unter dem Titel City of the dead. 273 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2012. Übersetzt von Eva Bonné. ISBN: 978-3-426-22609-4. 360 Seiten.

'Die Stadt der Toten' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Hurrikan Katrina hat New Orleans verwüstet. Claire DeWitt soll in diesem Chaos den verschollenen Bezirksanwalt Vic Willing finden. Ist der Anwalt in der Naturkatastrophe umgekommen oder hat er sich einfach davongestohlen? Ein Fall für die beste Ermittlerin der Welt! Ihr Beruf ist ihre Berufung und ihre Ermittlungsmethoden sind so einzigartig wie genial. Mit Hilfe ihres französischen Detektivhandbuchs, ihrer Qigong-Münzen und ihrer drogendurchsetzten Träume wird Claire der Spur des Anwalts folgen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Keine Dankeskarten, keine Blumen, keine Musiktelegramme...« 92°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

Es waren einmal drei Freundinnen in Brooklyn. Claire, Kelly und Tracy. Die wollten gerne Detektivinnen sein. Sie teilten sich ihr Leben und ein Buch. Jacques Silettes Détection. Das Kompendium für Detektive aus Berufung, das Necronomicon der Suchenden, welches in entscheidenden Momenten alles in Frage stellt oder die Antwort auf diese Frage gibt. Eine der Freundinnen verschwand eines Tages spurlos, die andere ermittelte in ihrem Andenken, Namen und erträumtem Angesicht weiter. Claire DeWitt verließ die Stadt ihrer Kindheit und Jugend und wurde – in eigenen Worten – die beste Detektivin der Welt.

I know I know I know I know I know I know I knowI know

»Ain’t no sunshine when she’s gone”. Eines der Rätsel, das nicht gelöst wird, während Claires Suche nach dem verschwundenen Staatsanwalt Vic Willing. Al Green, wie Claire vermutet, wird oft damit in Verbindung gebracht, aber der wahre Interpret und Autor wird nicht genannt. Aaron Neville ist es auch nicht. Dabei wäre es ein Leichtes für Claire die Antwort herauszufinden, doch sie überlässt die kleine Ungewissheit sich selbst. Irgendwann wird sie zurückkehren und sich (er)klären.*

So funktioniert Die Stadt der Toten. Nicht der Ermittler löst den Fall. Der Fall bietet seine Entschlüsselung an. Er ist das Rätsel, das Geheimnis an dem Claires Existenz hängt und doch immer nur ein Bruchstück davon. Zwischen I Ging, Träumen, Drogen und Straßenarbeit geht Claire DeWitt ihren Weg konsequent Schritt für Schritt.

Eine der eigenwilligsten Protagonist(inn)en der jüngeren Literaturgeschichte. Die beste Detektivin der Welt oder gerne «die irre Lady mit der man besser nicht spricht». Verziert mit Tattoos («zehn bis zwanzig»), ohne Skrupel auch mit Jugendlichen an ihrer Seite bis zum Umfallen Drogen zu konsumieren – was den Sittenwächtern unter den Amazon-Kommentatoren natürlich nicht gefällt -, die ihre Mitmenschen rechtschaffen hasst, aber voller Liebe und Hilfsbereitschaft ist. Was sie natürlich nie zugeben würde. Ein modernes Pendant zu Sherlock Holmes, mit diversen Watsons an ihrer Seite. Mit einem großen Unterschied: Jack Kerouacs Traumtagebücher sind ihr näher als Holmes deduktive Logik, die konstatiert: «Wenn alle Möglichkeiten ausgeschlossen wurden, dann muss das Verbleibende die Lösung sein, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist.»

Claire DeWitt schließt keine Möglichkeit aus. Sie lässt sie wirken. Alle. Denn ihr Umkehrschluss aller Detektivarbeit lautet: «Eigentlich ist niemand daran interessiert, dass Geheimnisse offen gelegt, Rätsel gelöst und (unangenehme) Wahrheiten ans Tageslicht gebracht werden." Denn die Dunkelheit davor schützt die Involvierten. Und so wird auch der Fall des verschwundenen und vermutlich ermordeten Staatsanwalts Willing zu einem Geschoss, dem der Auftraggeber, Neffe Leon, nur allzu gerne ausweicht. Doch Claire ermittelt natürlich weiter. Frisst sich hinein in die Stadt New Orleans, in der der Hurrikan Katrina längst keine Naturkatastrophe mehr ist, sondern ein Zustand, der alle Bewohner prägt.

Eine hohe Mord- und niedrige Aufklärungsrate, willen- und tatenlose Polizei, latente Bedrohungen an fast jeder Straßenecke – Sara Grans New-Orleans-Bilder haben mit der romantisierenden und faszinierenden Naturmystik eines James Lee Burke auf den ersten Blick wenig gemein. Doch wenn man genau hinschaut, beschreibt Gran nur die Schatten, die Burkes in Herbstfarben getauchtes vielschichtiges Blattwerk wirft. Die Gewalt auf den Straßen ist ein gesellschaftliches Problem, Hautfarbe und finanzieller Status zeichnen den Weg vor, den man nimmt, nehmen kann. Chancenlos, angewiesen auf individuelle Freundlichkeit, versagt das System naturgemäß bereits dort, wo hinter der hilfsbereit dargereichten Hand eine Obsession lauert, deren düstere Bestimmung erfüllt werden will. Wenn dann noch Paranoia nach Nine Eleven und der Naturkatastrophe eines flächenzerstörenden Sturms kommt, treffen sich Lebensretter mit schlechtem Gewissen und voller Angst. Miese Aussichten.

New Orleans ist keine Stadt für ein Happy End

Und doch wird es am Ende so etwas geben. Zumindest in bescheidenem Rahmen. Claire DeWitt sorgt sich um Opfer und Täter. Eine höchst schillernde, faszinierende Hauptfigur. Nicht ganz so misanthropisch und aggressiv wie Carol O’Connells Mallory, aber ziemlich dicht dran. Sie bezweifelt dass ihre Auftraggeber wirklich an, oft unerfreulichen Ermittlungsergebnissen interessiert sind. Denn sie weiß genau, nicht nur dank ihrer Lehrer und Ratgeber: es lebt sich leichter mit einer bequemen Lüge als mit einer unangenehmen Wahrheit.

Die Stadt der Toten ist ein außergewöhnlicher Kriminalroman. Er erfordert von seinen Lesern die Fähigkeit loslassen zu können. Von erlernten Regeln, Vorgaben, Verhaltensweisen abzusehen. Er führt hinein in eine Welt drogengeschwängerter Träume, in ein New Orleans, in dem Mardi Grass ein fröhlicher Trauerzug ist, eine Veranstaltung im Schatten einer Katastrophe, bei der sich Sehnsucht und Verlangen treffen und Trauer herrscht angesichts des Verlusts. Sara Gran schweift ab, die Vergangenheit Claires ist immer im Zentrum ihrer Gegenwart, füllt Leerräume aus und schafft so die Möglichkeit dem Ungefähren auf die Spur zu kommen. Wie einem verschwundenen und vermutlich ermordeten Staatsanwalt.

Der Fall der grünen Papageien

In einer Welt, in der nichts eindeutig ist und in der jede beantwortete Frage eine neue aufwirft, ist Jacques Silettes Détection der Fixpunkt, an dem sich Claire und ihre Freunde orientieren. Doch ein Anker in stürmischer See ist das Buch nicht. Eher ein Leuchtfeuer, das sich auch als Irrlicht entpuppen kann. Sara Gran unterstützt ihn gekonnt dabei. Kaum eines der im Buch erwähnten Bücher existiert wirklich, keiner der Autor(inn)en hat je gelebt. Es sind erträumte Werke, voller Sätze, die einem I Ging-Orakel entstammen könnten. Nicht nur Zen-Freund Dale B. Cooper hätte seine Freude an Claire DeWitt. Manchmal wirkt New Orleans so, als hätte es Twin Peaks nach Louisiana verweht.

So schafft Die Stadt der Toten eigene Strukturen und mäandert zwischen all den großen und kleinen Fragen, Rätseln und Geheimnissen hin und her. Und erlaubt sich keine konsequente Auflösung anzustreben. Was die Vorfreude auf weitere Abenteuer, mit der besten Detektivin der Welt, erhöht.

Der Lama schwieg.

»Sie werden alle auf den Kopf stellen, Verbrechen aufklären und Geheimnisse ans Licht zerren, und dafür wird man sie hassen. Sollten Sie dumm genug sein zu heiraten, wird Ihr Mann Ihnen nie ganz vertrauen. Ihre Freunde werden sich in ihrer Gegenwart nie entspannen. Ihre Familie wird sich von Ihnen abwenden. Die Polizei wird sie natürlich verachten. Ihre Klienten werden Ihnen die Wahrheit nie verzeihen. Alle tun so, als wollten sie die Wahrheit wissen, aber tatsächlich stimmt das nicht. […] Niemand außer uns will die Wahrheit wirklich wissen.« […]

Denn die Wahrheit liegt, ob es uns gefällt oder nicht, genau dort, wo sich das Verdrängte und das Vernachlässigte begegnen, in Nachbarschaft zu all dem, was wir vergessen machen wollten." (Jacques Sillette, Détection)

Die Stadt der Toten und Claire DeWitt wird man nicht vergessen.

*: Bill Withers

Jochen König, Juni 2012

Ihre Meinung zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten«

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Anfangsverdacht zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 26.08.2015
Allen Kritikern dieses Romans empfehle ich über Erwarungshaltungen, ihren Festsetzungen wie ein Kriminalroman zu sein hat und ihren Verkalkungen nachzudenken.
Mir scheint, sie sind nicht in der Lage ein Meisterwerk mehr zu erkennnen.
Wer hat je New Orleans in seiner Gewaltstruktur so wirklichkeitsnah geschildert?
Wer war dennoch in der Lage diese waffenstrotzenden Jugendlichen als Verlorene darzustellen?
Wer hat es denn geschafft diese Stadt in ihrer Zerstörung abzubilden?
Ferner, wem ist es bisher gelungen die Geschichte einer Kindheit, der Dedektivin, so mit der Gegenwart zu verbinden?
Und wem ist es je gelungen ein erfundenes Buch über Dedektivsein als Grundlage zu installieren?
Leute, die ihr dieses Buch kritisch vernichten wollt: Ihr schreibt über euer eigenes Totsein.
uknig zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 15.08.2015
Die „beste Ermittlerin der Welt“ (siehe Titel) sucht im Hurrikan verwüsteten New Orleans nach einem verschollenen Staatsanwalt. Das klang vielversprechend, doch die Geschichte entpuppt sich als ein eher laues Lüftchen. Es ist ein ziemlich dünner Plot, der wenigstens zum Ende ein wenig Fahrt aufnimmt. Da kommt dann doch mal so etwas Spannung und Sprachgewalt auf. Aber sonst dümpelt die Geschichte meist so vor sich und die Rückblicke auf das Buch des detektivischen Vorbilds Silette nerven zunehmend. Die Lobeshymnen des Feuilletons auf der Rückseite des Buches täuschen – ein paar bizarre Szenen machen noch keinen guten Krimi.
salbei60 zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 13.02.2014
nach der rezension hatte ich eine gewissen erwartungshaltung bezüglich der autorin sara grand und ihres romans.

wahrscheinlich muss man drogensüchtig sein, um der Rezension folgen und zustimmen zu können.
ich kann mich nur der meinung von heinrich und nerozuechtetkeineorchideenmehr anschliessen - schade um die zeit und das investierte geld.
Speedy zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 21.08.2013
New Orleans nach der Flut, ohne erkennbare Ordnung, taumelnd und bizarr, liefert den perfekten Hintergrund für eine wie im Rausch erzählte Nicht-Geschichte, die außer einigen skurrilen Momenten nicht viel zu bieten hat außer einer ganz offensichtlich aus kommerziellen Gründen als Gegenentwurf zu allem komponierten Protagonistin. Kurzum: als (einmalige) Lese-Erfahrung ganz interessant, wenn man es liebt, in Trance von Unscharfem zu Unklarem zu gelangen, als soziale Momentaufnahme durchaus reizvoll, als Krimi ein (intelligenter?) Witz.
heinrich zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 26.07.2013
Sara Gran hat sie alle rangekriegt, die großen deutschen Berufskritiker wie Gohlis, Wörtche und alle anderen und das gläubige Leserpublikum ist ihnen gefolgt, als Belohnung gab es den deutschen Krimipreis 2013, Herzlichen Glückwunsch Sara Gran – Mission erfüllt!
Das Buch ist bemerkenswert, aber meines Erachtens unter völlig anderen Aspekten.
Zitat aus der Zeit: „Kühn stellt sie Realitäts- und Erfahrungsebenen gegeneinander: Traum und philosophische Reflexion, Wachheit und Abschlaffung, Heute und Gestern. Ein grüner Papagei und ein obdachloser Ex-Detektiv – die Wahrheit ist überall und bei jedem zu finden und entzieht sich doch ständig“.
Genau da liegt die große Täuschung. Wenn sich die Lobpreisenden mal die Mühe gemacht hätten, dass Buch zu aufmerksam zu lesen statt von einander abzuschreiben, hätten sie schnell feststellen können, dass die Wahrheit dieses Romans wohl eher die Rache der Autorin an ihren Kritikern ist, denn das Buch ist eine astreine Persiflage auf den Detektivroman.
Das ergibt sich schon daraus, dass sich fast jede Person aus dem Dunstkreis Clair DeWitts Detektiv nennt, weil sie das verschollene Buch Détection von Jacques Silette gelesen hat, und deshalb im Leben gescheitert ist, weil sich der Sinn der Worte nur jedem tausendsten Detektiv(=Claire DeWitt) offenbart. Das fiktive Buch aus esoterischem Geschwurbel über das Handeln de großen Meisters und diese tolle, neue, bekiffte Heldin waren offensichtlich die Köder, die die Kritiker mit Freuden geschluckt haben. Dabei ist völlig untergegangen, dass die Autorin ein revolutionäres Fünf-Münzen-I-Ging erfunden hat, mit „wunderschönen“ Beschreibungen zu den Zeichen, z. B. „Hexagramm 62: Furchtsamer Reis. Der verbrannte Reis fürchtet sich vor der Frau, die ihn kocht... Verdorbener Reis verbittert den König. Der verbitterte König verdirbt das Land. Behandle den Reis gut, dann ist der König wohlgenährt“.
Die Handlung des Romans, geschweige denndie angekündigte Spannung, findet nur subsidiär statt: Die beste Detektivin, nach eigenen Angaben für Senatorinnen und große Anwaltskanzleien tätig, und gerade aus der Irrenanstalt entlassen, reist zwei Jahre nach dem großen Sturm nach New Orleans, um für einen Nullachtfünfzehn-Klienten einen vermissten Onkel zu suchen. Dafür fährt sie hunderte von Seiten lang bekifft und betrunken durch die Stadt, um mit irgendwelchen Obdachlosen zu sprechen, die sich erinnern sollen, den Vermissten nach der Katastrophe noch gesehen zu haben. Sie fraternisiert mit schwarzen Gangs, raucht denen die Giftvorräte weg und wird fast von ihnen getötet. Auf den letzten Seiten wird es dann noch rührselig, als sich endlich die banale Lösung abzeichnet, weil die „wir sind doch alle Opfer“-Masche herhalten muss, um das Buch zu Ende zu bringen – möglicherweise wird mein Kommentar gelöscht, weil ich hiermit die ganze Handlung verraten habe.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
landmanne zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 18.01.2013
Ich lese das Buch gerade auf Englisch und ich bin begeistert. Ungewöhnliche "Heldin", ungewöhnliche Ort, ungewöhnliche Sprache bzw. Slang. Besonders mag ich die unerwarteten Reaktionen und Antworten von DeWitt. Die Schilderung der traumatisierten Jugendlichen finde ich sehr zutreffend und packend. Wie manche Personen im Buch, z. B. Jack, angelegt sind, wie sie sich verhalten, gefällt mir einfach. Nochmals, ich finde das Buch suuper.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
zettl zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 19.08.2012
Hier wurde ein Thema verschenkt ! Die Zutaten, die Personen, die sozialen Spannungen und persönliche Geschichten hätten die Basis für einen genialen Roman sein können. Zwar wird eine gute Detektivin mit ausserordentlichen Methoden aufgebaut. Die Andeutungen auf weitere Bände sind ausgebreitet, aber New Orleans und ihre Menschen haben mehr verdient als diesen komponierten Krimi. Ich habe das Buch aufgrund der guten Kritiken gekauft, mich darauf gefreut und bin leider enttäuscht worden.
ready zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 14.08.2012
Gran hat hier eine neue 'ankaputtisierte' Figur erschaffen, die in ihrem ersten Fall viel von ihrer Vergangenheit einbringt. - "Beste Ermittlerin der Welt" als ständig betonte Selbsteinschätzung zeigt mir auch die Angeschlagenheit der Figur DeWitt (ein wenig erinnert sie mich an die Hauptfigur von Oliver Bottini).
Faszinierend ist ihre Beschreibung der Situation in New Orleans, sowohl was die allgemeine Sozialstruktur betrifft als auch die konkrete Situation nach Katrina.Ich bin gespannt, ob sie (Gran) es schafft, ohne Redundanzen die Serie fortzusetzen.
Zumindest den nächsten Roman der Serie (?) werde ich lesen!
Vreni zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 10.08.2012
Claire DeWitt mag gerne mit all den anderen gebrochenen, grenzwertigen, psychisch kaputten und sonst-noch-was Protagonisten (natürlich mit düsterer Vergangenheit!) einiger einschlägiger Thriller verglichen werden. Ich hingegen finde sie äußerst erfrischend, mag allerdings auch an Sara Grans Stil liegen. Dieser Krimi hat mich endlich einmal wieder gepackt und ich muss zugeben, dass ich auf eine Fortsetzung gespannt bin. Einen winzig-kleinen, hintergündigen Cliffhanger gibt es ja schließlich.
Hat mir sehr gefallen, irgendwie ein kleines bisschen wie ein Don Winslow für Frauen.
nerozuechtetkeineorchideenmehr zu »Sara Gran: Die Stadt der Toten« 08.08.2012
Ich hoffe sehr, Claire DeWitt bald zu vergessen! Und ich denke, es wird mir auch schnell gelingen.
Von Beginn des Buches an merkt man die verzweifelten Versuche der Autorin, eine Antiheldin zu erschaffen. Dazu werden mal wieder Dogenexzesse bemüht und-gähn-
die Protagonistin trägt Tattoos. Wahrlich! Sehr, sehr düster! Kennt man ja nun auch schon von Frau Salander.
Die Handlung schleppt sich, aufklärungsunwillige Polizisten sind auch nichts Neues und auch das Ende des Buches (ich habe es nach 2/3 abgebrochen, was ich höchst selten tue, mir aber habe erzählen lassen) hat auch nichts originelles zu bieten.
Für mich: Definitiv überbewertet.
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