Trügerischer Spiegel von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1990 unter dem Titel Mirror image, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Goldmann.
- New York: Warner, 1990 unter dem Titel Mirror image. 442 Seiten.
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München: Goldmann, 1993.
Übersetzt von Sabine Ivanovas.
ISBN:
3-442-42209-4. 380 Seiten. -
Wien: Tosa, 1997.
Übersetzt von Sabine Ivanovas.
ISBN:
3850017621. 380 Seiten. -
München: Goldmann, 2003.
Übersetzt von Sabine Ivanovas.
ISBN:
3-442-35192-8. 380 Seiten.
'Trügerischer Spiegel' ist erschienen als
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In Kürze:
Wie durch ein Wunder überlebt Avery Daniels ein tragisches Flugzeugunglück. Doch ist sie nicht mehr sie selbst: Irrtümlicherweise hat man sie als Carole Rutledge, die Frau eines texanischen Senators, identifiziert und ihr bei einer plastischen Operation deren Gesichtszüge verliehen. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, aber es gibt kein zurück mehr. Denn Avery verstrickt sich immer tiefer in einem Netz aus Lügen und findet sich inmitten einer tödlichen Intrige wieder. Als ihr plötzlich klar wird, wie sehr sie ihren »Ehemann« liebt, begreift sie auch, dass sie sich beide am Rande eines Abgrunds bewegen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Handwerklich solide ohne Höhen und Tiefen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Die Fernsehjournalistin Avery Daniels ist unterwegs mit Flug 398 auf dem Weg nach Dallas. Doch gleich nach dem Start stürzt das Flugzeug ab, geht in Flammen auf und nur wenige Menschen entkommen dem Inferno. Avery, die bei der Flucht aus der Feuerhölle noch die Tochter des texanischen Politikers Tate Rutledge rettet, wird als dessen Frau indentifiziert. Unfähig sich wegen ihrer Verletzungen zu artikulieren, verpassen ihr die Ärzte gegen ihren Willen das Aussehen der verstorbenen Senatorsgattin. Und in ihrem Unterbewusstsein bekommt sie mit, dass jemand dem Senator auf seiner Wahlkampftournee nach dem Leben trachtet.
Avery wittert eine Sensationsstory und beschließt, auch nach ihrer Genesung die Rolle der Politikerfrau zu spielen, um zum Einen das geplante Attentat zu vereiteln und zum Anderen einen Bericht abzuliefern, der reif für den Pulitzerpreis wäre. Aber sie hat nicht mit ihren Gefühlen und denen von Tate Rutledge gerechnet. Avery verliebt sich zusehends mehr in den charmanten Politiker und sein Töchterchen, dem sie versucht eine gute Mutter zu sein. Doch Carole Rutledge war ein berechnendes Biest, von dem sich Tate nach der Wahl scheiden lassen wollte. Er straft Avery mit Missachtung und auch der Rest der Familie lässt sie spüren, dass sie nicht willkommen ist. Doch Avery ist stur und auch der Killer, der offensichtlich gemeinsame Sache mit der verstorbenen Carole gemacht hatte, ist mit der neuen Frau des Senators plötzlich nicht mehr einverstanden …
Die Texanerin Sandra Brown hat schon mehr als fünfzig Romane veröffentlicht, zum großen Teil Liebesromane, aber auch zwanzig Spannungsromane, von denen der 1993 in deutscher Sprache erschienene Thriller »Trügerischer Spiegel« in der Übersetzung von Sabine Ivanovas bei Goldmann erschienen ist, und 2003 bei Blanvalet in der Übersetzung von Sabine Beckmann auf den Markt kam.
Ihr Faible zum Liebesroman kann die Autorin allerdings auf den 380 Seiten nie verbergen. Trotz tödlicher Bedrohung dreht sich alles um Gefühle und Sexualität. Und je länger Sandra Brown die spannende Ausgangsidee vertieft, umso intensiver werden auch die Beschreibungen der zumeist gepeinigten Seelenzustände im Gleichklang mit der zum Großteil unerfüllten körperlichen Be(s)tätigung.
Der Spannungsaufbau ist durchaus gelungen. Die Personen, die sich im texanischen Wahlkampf rund um Avery Daniels bewegen, sind durch die Bank zielorientierte Menschen, denen Gefühle absolut nichts bedeuten und die politischen Emporkömmlinge ordnen den Wahlsieg allem Anderen unter, allerdings aus den unterschiedlichsten Motiven. So bleiben dem Leser fast alle Charaktere reichlich unsympathisch und er muss mit der falschen Carole Rutledge mitbangen und hoffen, dass sich alles zu einem gefühlsduseligen Happy End ausgeht.
Da sich die investigative Tätigkeit der Journalistin im Wesentlichen auf die Beobachtung der vermeintlichen Familie und deren nicht immer ganz astreinem Liebesleben besteht und schlussendlich auch die Präsentation der eigenen Gefühlswelt überhand nimmt, kann man »Trügerischer Spiegel« im weitesten Sinn zwar als brauchbaren Spannungsroman verkaufen, richtig glücklich werden mit dieser Lektüre aber eher Leser, die Gefallen an leichter Kost aus der Beziehungskiste finden, bei der die Logik gelegentlich unerheblich ist und die dennoch vor einigen Leichen nicht zurückschrecken. Wer nicht immer nur beinharte Krimikost lesen will, darf sich hier an einem handwerklich solide produzierten Suspense-Thriller versuchen, der ohne große Höhen und Tiefen auskommt.
Wolfgang Weninger, April 2007
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