Stiefkind von S. K. Tremayne

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2016 unter dem Titel The Fire Child, deutsche Ausgabe erstmals 2016 bei Knaur.

  • London: HarperCollins, 2016 unter dem Titel The Fire Child. 400 Seiten.
  • München: Knaur, 2016. Übersetzt von Susanne Wallbaum. ISBN: 978-3-426-51662-1. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2016. Gesprochen von Hans Jürgen Stockerl Vera Teltz. gekürzte Ausgabe. ISBN: 3839815169. 400 CDs.

'Stiefkind' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Rachel hat es endlich gut getroffen. Nach langen Single-Jahren hat sie den Anwalt David Kerthen kennengelernt und zieht mit ihm in sein Herrenhaus auf den Klippen von Cornwall. Mit den besten Absichten, auch für Davids Sohn aus erster Ehe, den 9-jährigen Jamie, eine gute Mutter zu sein. Denn Davids erste Frau kam auf tragische Weise in einer der überfluteten Zinngruben an Cornwalls Küste ums Leben.
Doch Jamie verändert sich, scheint von düsteren Visionen geplagt – und platzt schließlich mit einem Satz heraus, den Rachel nicht mehr vergessen kann: An Weihnachten wirst du sterben …und meine Mummy kommt zurück."

Das meint Krimi-Couch.de: Ist die Welt so klein – oder gibt es doch unglaubliche Zufälle? 70°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Sie kennen sich noch nicht lange, aber Rachel, eine Frau aus der britischen Unterschicht, und der wohlhabende Jurist und Grundbesitzer David Kerthen haben geheiratet. 178 Tage vor Weihnachten zieht Rachel in den mondänen Landsitz der Familie, Carnhallow House, ein. Aber über den großen Hallen liegt noch der Schatten von Davids erster Frau. Eine düstere Aura geht auch von den Minen aus, die viele Generationen lang für den Wohlstand der Kerthens gesorgt haben. Dort ist Davids erste Frau Nina ums Leben gekommen – und ihr Sohn Jamie spricht jetzt gegenüber seiner Stiefmutter düstere Prophezeiungen aus. Rachel wächst der Junge sofort ans Herz, und sein Verhalten führt sie darauf zurück, dass er vom Tod seiner Mutter traumatisiert ist. Als Jamie vorher sagt, sie werde Weihnachten tot sein, schwankt Rachel zwischen Mitgefühl, Wut und Angst. Das Verhältnis zwischen David und seiner Ehefrau wird dadurch enorm belastet, und die Lage spitzt sich weiter zu, je näher das durch die Prophezeiung unheilvoll belastete Weihnachtsfest rückt.

Psychologischer Tiefgang ist da, beim Thrill hapert es etwas

»Stiefkind« ist der zweite Psycho-Thriller von S.K. Tremayne, und immerhin wird das Buch dem ersten Teil der Bezeichnung gerecht, psychologische Tiefe hat die Handlung – beim Thrill hätte ich mir etwas mehr Dynamik gewünscht. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Rachel, und ihre ständig wachsende Angst, den Verstand zu verlieren. Das wird vom Autor gut erzählt, der Leser kann mitfühlen und -leiden. Wenn Rachel zuweilen Stimmen hört, bewegt sich der Plot am Rande zum Mystery-Roman, aber nach meiner Auffassung bleibt das in akzeptablen Grenzen.
Die Spannung wird erhöht, indem mehrfach angedeutet wird, dass auch Rachel ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit verschweigt. Die junge Frau ist insofern eine Protagonistin mit verschiedenen Gesichtern – mehr sei hier aus dramaturgischen Gründen nicht verraten. Im anschwellenden Konflikt zwischen den Ehepartnern ist der Leser geneigt, sich gegen David zu entscheiden, zumal etliche seiner Charakterzüge nach und nach enthüllt werden – nicht zu seinem Vorteil.

Zu viele und zu lange Ausflüge in die Geschichte des Bergbaus

Die Nebenfiguren wie Davids Sohn Jamie und seine Mutter Juliet bleiben leider etwas blass. Das ist bei der Seniorin des Hauses nicht weiter schlimm, denn sie ist tatsächlich nur eine Randfigur. Jamie hat für den Fortgang der Geschichte eine Funktion zu erfüllen, das ist auch in Ordnung, aber darüber hinaus bleibt er als Figur doch eher blass. Die Psyche dieses zutiefst traumatisierten Kindes zu schildern hätte in meinen Augen – anstelle der ausufernden Beschreibung der Verhältnisse im Bergbau der Region – für zusätzliche Spannung gesorgt.

Der Autor nutzt einige dramaturgische Kniffe, um seinen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, immer gerade rechtzeitig, wenn es zu langatmig zu werden droht. Tremayne ist ein guter Geschichten-Erzähler, aber seine Ortskenntnisse haben ihn zu einigen Abschweifungen verleitet, die er besser vermieden hätte. Aber das kann man sicherlich auch ganz anders sehen.
Träume und Visionen der Hauptperson sollen hier Nervenkitzel erzeugen, das gelingt auch hier und da. Die hauptsächliche Spannung entsteht jedoch durch das Näherrücken des Weihnachtsfestes, weil man als Leser wissen will, wie das Finale dieser an sich interessanten Geschichte ausgeht. Wie schon festgestellt, da hätte ich mir etwas mehr Thrill gewünscht, aber Stiefkind ist dennoch ein lesenswerter Roman, auch wenn er mit den Spitzen-Produkten des Genres nicht mithalten kann.

Andreas Kurth, Juli 2017

Ihre Meinung zu »S. K. Tremayne: Stiefkind«

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rosipul zu »S. K. Tremayne: Stiefkind« 21.10.2017
T.K. Tremayne ist wie ein belehrender Lehrer, vermittelt wie in einem Köln- oder Eifelkrimi Ortsnamen und deren Geschichte, ohne dass ein Gefühl für diese Orte entsteht. Selbst dem Leser, der diese Orte kennt, werden sie nicht lebendig.Die Geschichte ist sehr unwahrscheinlich, funktioniert nur auf dem Hintergrund einerCornwall nicht gerechr werdenden - Interpretation seiner Geschichte - Unheimlichkeit.Bis in die 1980er Jahre arbeiteten Zinn-Minen in Cornwall noch und man konnte noch untertage fahren und das Grollen des Meeres hören und das Salz des herunterrinnenden Wassers schmecken.Der Plot erinnert an Rebeckka von Daphne du Maurier - das unbedarfte Mädchen, das in die Hifh Society verbracht wird. Am Kleid bleibt die Geschichte hängen. Was sollen die Kleider der Verstorbenen ? Am Ende gibt es eine Auflösung, aber wenn ein Großteil psychishischer Natur ist, ist das tralala. Unbefriedigend, nur bedingt spannend.
Evelyn zu »S. K. Tremayne: Stiefkind« 27.07.2017
Ein dunkler, verwirrender Thriller. Während des Lesens überkam mich immer wieder das Gefühl in eine hochpsychotische Welt einzutauchen. Und dieses Gefühl der Dunkelheit wsr allgegenwärtig. Man muss dem Autor eines lassen: er versteht es, Stimmungen zu kreieren. Die Story fand ich zweitklassig, zuviel wurde über den Bergbau geschrieben.
Carolina zu »S. K. Tremayne: Stiefkind« 16.07.2017
Es ist kein Thriller, sondern ein schwülstiger Roman mit Fantasy-Elementen. Außerdem ist die weibliche Hauptfigur so wie in den "eisigen schwestern" so eine Art Sexsüchtig, der Autor hält offensichtlich nicht viel von Frauen. Ich habe die zwei Bücher des Autors günstig bei Ebay erstanden, so war nicht viel Geld verschwendet. Jedenfalls sicher kein weiteres Buch des Aztors wird von mir gekauft werden.
Scatterheart zu »S. K. Tremayne: Stiefkind« 12.07.2017
Leider trifft das Buch überhaupt nicht meinem Geschmack, da ich auf einen Thriller gehofft habe und ein Roman bekam. Für Leute, die auf Spannung stehen, ist das Buch nicht zu empfehlen. Die meiste Zeit wird die Umgebung beschrieben und die Legenden zum Ort erzählt. Das Ende ist ziemlich ernüchternd.
Lesemaus zu »S. K. Tremayne: Stiefkind« 13.03.2017
Die Beschreibung klang vielversprechend, aber ich war mehr als enttäuscht. Leider viel zu atmosphärisch, zu viele Erläuterungen über den Zinnabbau und vor allem die Auflösung war für mich mehr als weithergeholt. Nein. Ich kann das Buch nicht empfehlen, war gelangweilt, genervt und Spannung kam bei mir gar keine auf. von mir nur 30 Grad
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