Urteil in Stein von Ruth Rendell

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1977 unter dem Titel A Judgment In Stone, deutsche Ausgabe erstmals 1982 bei Ullstein.

  • London: Hutchinson, 1977 unter dem Titel A Judgment In Stone. 191 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1982. Übersetzt von Edith Walter. 173 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1992. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 3-499-43042-8. 187 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 3-442-44225-7. 253 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 3-442-44770-4. 253 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2004. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 3-442-36004-8. 253 Seiten.
  • München: Bertelsmann, 2006. Übersetzt von Edith Walter. ISBN: 978-3-570-06821-2. 252 Seiten.

'Urteil in Stein' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Der großbürgerlichen Familie Coverdale fehlt eigentlich nur noch eine Haushaltshilfe zu ihrem Glück. Als sie die etwas unsympatische, aber tüchtige Eunice engagieren, sind sie begeistert von ihrer Perle. Sie ahnen nicht, dass das Schicksal der Familie bereits besiegelt ist, denn mit Eunice haben sie sich den Tod ins Haus geholt.

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jürgen.weber zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 23.01.2010
Mein erster Buch von Ruth Rendel, 1982 gelesen, und bis jetzt, wenn ich den Kommentar schreibe, zieht es mir noch alle Nerven zusammen. ( nach 28 Jahren). Bitte keine Vergleiche mit dem Film oder Kommminismus, dass hat die RR nicht verdient.
Der Beginn einer wunderbaren Freudschaft, ich habe alle Bücher von Ihr gelesen, und, wie das Geburtsdatum zeigt, wird RR 70 Jahre alt. Glückwunsch und bitte weitere Bücher.
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 09.09.2009
Ist überhaupt nicht mein Fall... Mit Kommunismus hat die Geschichte nichts zu tun (den Chabrol-Film kenne ich nichts), aber durchaus mit der britischen Klassengesellschaft, die der Familie Coverdale ein hohes Maß an Blidung ermöglicht, die Haushaltshilfe aber als Analphabetin aus der Schule entlassen hat.
Deutlich wird auch, dass die Haushaltshilfe und ihre Arbeitgeber in völlig verschiedenen Welten leben und sich nicht verständigen können. Das unausgesprochen Aufgestaute entläd sich in einem Massaker á la Truman Capotes "Kaltblütig". Aber wirlich psychologisch schlüssig findee ich das trotzdem nicht. Von mir nur 72 Grad.
Thorge zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 16.11.2008
Ich bin durch das Hörspiel "Blutschrift" auf das Buch "Urteil in Stein" aufmerksam geworden. Es diente dem Hörspiel als Vorlage. Ich saß vor dem Radio und lauschte dem Geschehen, nicht zuletzt durch die großartige Leistung von Hannelore Hoger, völlig gebannt. Und fassungslos erlebte ich, wie das Schicksal der Coverdales unabwendbar in eine Katastrophe steuert. Und einige Zeit später hielt ich das Buch in der Hand. Ich kaufte es mir. Und obwohl mir klar, wer wen aus welchen Gründen umbrachte, verschlang ich es in einem durch. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen. Für mich das mit Abstand beste Werk von Ruth Rendell
detno zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 06.11.2008
Der Vorkommentator Thomas beschreibt einen Film, aber keinesfalls das Buch "Urteil in Stein". Mir ist an keiner Stelle die Idee gekommen, die Story hätte etwas mit kommunistischer Ideologie oder mit stalinistischem Terror zu tun.
Schon die erste Seite des Buches nennt das Haupttatmotiv von Eunice: Ihre "Behinderung", nicht Lesen und Schreiben zu können. Ihr persönliches Unvermögen, das sie mit Entschlossenheit und Cleverness tarnt, führt unweigerlich in ein Massaker. Sie ist ein lebender Stein.

Erschütternd, spannend und sehr unterhaltsam.
Thomas zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 04.01.2008
Ich habe jetzt die Verfilmung des Romans angeschaut "La Cérémonie". Sehr gut gemachter Film, aber die Hauptidee ist erschreckend. Die bösen Bürgerlichen müssen sterben, nur weil sie die Bürgerlichen sind. Das ist einfach die verharmlosung des stalinistischen Terrorismus. Und die beiden Frauen scheinen mir sehr primitiv. Also mich hat gerade der Mord durch das Primitive ins Schock gesetzt. Vielleicht ist das Buch etwas anderes als der Film... Ja, Ruth Rendell und Claude Chabrol wissen vielleicht nichts über das Kommunismus.
hippilein zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 11.10.2007
Die Geschichte ist superspannend. Nach den ersten Sätzen kam bei mir leichte Enttäuschung auf, da ich ja nun wußte ,wer der Mörder ist. Durch die Art der Darstellung des Geschehens wird man so in den Bann gezogen, dass man nicht wieder aufhören kann. Es stellt sich immer wieder die Frage, hätte die Familie diese teuflische Tat verhindern können ? Ich denke nein, es waren alles kleine Teilchen , die sich unheilvoll zusammengefügt haben. Auch die Mörderin als solche, wirkt nicht unbedingt wirklich unsympathisch. Man kennt ja ihre Geschichte. Lesenswert !
Daniela L. zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 02.04.2007
Oh je, die Übersetzung war gar nicht gut, das stimmt. Aber die Geschichte ist superspannend. Man weiß zwar von Anfang an, wer wen ermorden wird, das steht gleich im ersten Satz, aber trotzdem fiebert man mit und will wissen, wie es dazu kommt. Ganz großes Buch!
Jennifer zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 05.01.2007
Mit dem ersten Teil des Buches hatte ich leichte Probleme. Der Erzählstil sagte mir so gar nicht zu. Der Erzähler mischt sich immer wieder ein, z.B.: "Warum rufst du nicht noch einmal an, Jacqueline? Wähl jetzt, in diesem Augenblick, die Nummer. ..." und das mitten in einem Dialog. Da wird dann, recht reißerisch, wie man sieht, gesagt, welche Wendung der Geschichte dieser besagte Anruf bewirken würde, aber so etwas finde ich unsinnig, denn schon am Anfang wird verraten, wie die Geschichte endet, wozu dann ständig "hätte" und "wenn nur" einstreuen? Dann kommt vom Erzähler ein Einwurf, auf einen Dialog reagierend: "Bescheiden? Eunice Parchman?" Na ja, solche Erzählweise sagt mir eben nicht zu, aber ich habe weitergelesen und war schließlich doch richtig in der Geschichte. Sie gefiel mir immer mehr und ich wollte wissen, wie es weiterging. Schließlich kam es zum großen Finale, aber die Autorin war noch nicht fertig. Sie braucht noch gute 30 Seiten, um zu beschreiben, wie die Tat schließlich aufgedeckt wird. Eine absolut uninteressante Nebenhandlung, die für die Polizei scheinbar mit dem Fall verbunden ist, schleust sie da auch noch ein und erklärt sie auch bis ins letzte, als klar wird, dass es eben doch nichts mit dem Fall zu tun hat (was der Leser ja ohnehin weiß, nur die Polizei wusste es eben nicht). Hier wurde meines Erachtens zu sehr auf Korrektheit geachtet. Ich habe mich auf den letzten Seiten eher gelangweilt und wollte nur noch zum Ende kommen. Die Schlussworte sind dann ganz schwach und regelrecht billig, wie ich finde.
Trotz aller Kritik möchte ich von dem Roman nicht abraten, denn er hat mich doch unterhalten; Anfangsschwierigkeiten hat man ja öfter, außerdem ist der Erzählstil Geschmackssache. Das "Schlussrede", na gut, aber bis dahin ist es doch ein guter Krimi und vor allem ein ungewöhnlicher, da man ja weiß, was passieren wird, nur nicht, warum und wie genau es dazu kommen wird.
Hinweis: ich habe einige Barbara Vine-Romane gelesen und bin überrascht, dass sie als Ruth Rendell tatsächlich sehr anders schreibt. Man kann also nicht sagen, wenn man Vine mag, mag man Rendell. Mir sagt Barbara Vine deutlich mehr zu.
Torsten Janssen zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 21.03.2006
Habe mir das faszinierenden Buch in der Stern Krimi Bibliothek erworben und war begeistert. Obwohl ich den nach dem Buch entstanden Film "Biester" von Claude Chabrol kannte ( mit Sandrine Bonnaire und Isabelle Huppert als tödliches Couple, Jaqueline Bisset und Jean Pierre Cassel spielen das reiche Ehepaar), war es, als würde ich eine völlig neue Geschichte lesen. Es ist nachzuempfinden, wie die Perle im Haushalt sich fühlt, nur weil sie etwas nicht beherrscht was doch eigentlich jeder kann, nämlich lesen und schreiben. Uns so wirken sie und ihre Freundin, die Ladeninhaberin, als "ausgleichende Gerechtigkeit" bzw. als das Schicksal hobelt alle Gleich. Die reiche privilegierte Familie muß sterben, da sie etwas besitzen, was ihre Feindinnen nicht hatten: Die Gunst des Schicksals. Grüße
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
milla zu »Ruth Rendell: Urteil in Stein« 02.09.2005
da war doch noch was...
Das Buch beginnt mit dem Tod der überaus sympathischen Familie Coverdale. Stück für Stück enthüllt die Autorin wie es zu dieser Tragödie kam. Sie beschreibt dies als einen Weg, auf dem es an jeder Stelle die Möglichkeit gegeben hätte, das Schicksal der Familie abzuwenden, doch scheinbar belanglose Entscheidungen der Beteiligten und der Zufall führen unabwendbar zum grausigen Ende. Überaus nüchtern erzählt, erschafft Ruth Rendell eine beängstigend realistische Szenerie über Unterschiede zwischen Gesellschaftsschichten und wie ein harmlos wirkendes Handicap Menschen zu wahnsinnigen Taten treiben kann. Absolut empfehlenswert!

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