Mord am Polterabend von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1969 unter dem Titel The Best Man To Die, deutsche Ausgabe erstmals 1975 bei Ullstein.
- London: John Long, 1969 unter dem Titel The Best Man To Die. 127 Seiten.
-
Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1975.
Übersetzt von Renate Steinbach.
ISBN:
3-548-01681-2. 127 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1987.
Übersetzt von Ilse Bezzenberger.
ISBN:
3-499-42848-2. 201 Seiten. -
München: Goldmann, 1995.
Übersetzt von Ilse Bezzenberger.
ISBN:
3-442-42581-6. 242 Seiten. -
München: Goldmann, 2000.
Übersetzt von Ilse Bezzenberger.
ISBN:
3-442-05382-X. 252 Seiten. -
München: Goldmann, 2002.
Übersetzt von Renate Steinbach.
ISBN:
3-442-35782-9. 242 Seiten.
'Mord am Polterabend' ist erschienen als
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In Kürze:
Während eines morgendlichen Spaziergangs entdeckt Chefinspektor Wexford in einem Fluss die Leiche des Fernfahrers Charlie Hatton. Der Tathergang lässt sich rasch rekonstruieren: Der Mann wurde am Polterabend seines besten Freundes brutal erschlagen. Doch warum begann der bisher mittellose Charlie kurz vor seinem Tod plötzlich mit Geld nur so um sich zu werfen? Wexford will dem auf den Grund gehen – und greift mitten in ein tödliches Netz aus Intrigen …
Ich mag sie einfach, die Serienhelden. Ob es die Klassiker von Typ eines Sherlock Holmes, Hercule Poirot oder Maigret sind oder die moderneren Antihelden von der Art eines Wallander, Brunetti oder Montalbano. Mit Ruth Rendell bringt man automatisch die Figur des Inspector Wexford in Verbindung. Doch welcher Typ ist dieser britische Kriminalbeamte?
Alles, was ihm fehlt, wäre ein Rüssel, damit er vollends wie ein Elefant aussieht. Mit seinem mächtigen schweren Körper und seiner faltigen grauen Haut sowie seinen abstehenden dreieckigen Ohren kommt er dem Bild schon sehr nahe. Auch seine dickhäutige, aber dennoch gemütliche Art erinnert ein wenig an das Rüsseltier.
Detective Chief Inspector Reg Wexford fehlt jedoch das Charisma eines Inspector Lynley oder die menschlichen Schwächen eines Kommissar Wallander. So bleibt er ein wenig der steife unnahbare Brite, mit dem sich der Leser kaum identifizieren kann, obwohl dieser auch einiges über sein Privatleben erfährt.
Seine Frau und seine beiden Töchter spielen im Gegensatz zu einer Familie Brunetti eine sehr untergeordnete Rolle in den Romanen von Ruth Rendell.
Wexford ist bei seinen Kollegen sehr geschätzt, seine Untergebenen ihm gegenüber loyal. Seine Geistesblitze und logischen Schlußfolgerungen, auf die der Leser gar nicht kommen kann, sind es, die ihn eher zu einer Überfigur wie Poirot machen als zu einem Menschen, der einen glaubhaften Kriminalisten abgibt.
Es ist der Abend vor der Hochzeit von Jack Pertwee. Dieser feiert mit seinen Freunden in ihrer Stammkneipe seinen Junggesellenabschied. Dabei ist auch sein bester Freund, der auch sein Trauzeuge sein soll: der Lastwagenfahrer Charlie Hatton. Mit seiner arroganten und angeberischen Art ist dieser ansonsten nicht gerade beliebt und macht sich dadurch auch einige Feinde.
Ausgerechnet Inspector Wexford selber stolpert am nächsten morgen über dessen Leiche. Charlie Hatton liegt mit einem Stein erschlagen am Flußufer. Das viele Bargeld, mit dem er noch am Vorabend geprahlt hat, fehlt.
Seit einigen Wochen hatte Charlie verdächtig viel Geld. Mehr, als er durch seinen Beruf verdienen konnte. Seine Frau und seinen Freund Jack bedachte er mit großzügigen Geschenken und er selbst leistete sich eine sehr teure Zahnprothese. Woher kam dieser plötzliche Reichtum?
Wexfords Kollegen untersuchen derweil einen Unfall, bei dem ein Mann und seine Tochter im Wagen verbrannten. Seine Ehefrau erwacht nach sechs Wochen aus dem Koma.
Das Schema, nach dem dieser Roman aufgebaut ist, sieht ungefähr so aus: Es gibt einen Mordfall und es gibt einen Unfall. Beide Fälle haben absolut keine Verbindung. Allein durch eine zeitliche Übereinstimmung wird ein Zusammenhang konstruiert, für den es vorab keine logische Erklärung geben kann.
Dann wird sehr viel theoretisiert. Jeder Polizeibeamte gibt sein Statement ab: so könnte es sich abgespielt haben. Das beliebte Krimi-Stilmittel »Den Leser auf die falsche Fährte locken« wird dann auch noch angewandt, aber so recht überzeugend ist nichts davon.
Schließlich hat Inspektor Wexford den Geistesblitz und es ist alles klar.
»Raffiniert, literarisch anspruchsvoll und unheimlich spannend« steht als Aufmacher auf der Buch-Rückseite. »Raffiniert« kann vieles sein, das ist nicht zu entkräften. Die Auflösung kann man durchaus als raffiniert bezeichnen, nicht aber den Weg zur Lösung. »Literarisch anspuchsvoll« ist für mich etwas anderes, dieses Buch ist absolut anspruchslos. »Unheimlich spannend« ist ebenso maßlos übertrieben.
Von »gesellschaftskritsch« ist auch etwas zu lesen. Auf der einen Seite der reiche Zahnarzt mit luxuriös ausgesttatetem Haus, auf der anderen Seite die armen einfachen Arbeiter. Und wenn einer dieser Arbeiter dann plötzlich mehr Geld besitzt als er seinem Lohn nach eigentlich haben dürfte, dann wird er gleich von der Polizei eines Verbrechens verdächtigt. Als besonders »gesellschaftskritisch« kann ich diese Thesen nicht gerade bezeichnen.
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| Dr.Dieter Rohnfelder zu »Ruth Rendell: Mord am Polterabend« | 06.09.2009 |
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| Olivia Kroth zu »Ruth Rendell: Mord am Polterabend« | 29.05.2007 |
| LilyDahl zu »Ruth Rendell: Mord am Polterabend« | 28.03.2006 |
| Taennsche zu »Ruth Rendell: Mord am Polterabend« | 26.02.2005 |
| Marion zu »Ruth Rendell: Mord am Polterabend« | 06.10.2004 |
| Elena zu »Ruth Rendell: Mord am Polterabend« | 27.01.2004 |




