Der Fluch des Florentiners von Rolf Ackermann

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: Österreich / Wien, 1990 - 2009.

  • München: Droemer, 2006. ISBN: 978-3-426-19708-0. 411 Seiten.
  • München: Knaur, 2007. ISBN: 978-3-426-63500-1. 445 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2007. ISBN: 978-3828987494. 441 Seiten.

'Der Fluch des Florentiners' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Wien 2005. Als ein wertvoller Diamant unbekannter Herkunft im Auktionshaus Christie’s auftaucht, wittert dieses ein Jahrhundertgeschäft. Experten halten ihn für den geheimnisumwitterten ›Florentiner‹, und das renommierte Haus betraut seine beste Expertin, die junge Marie-Claire, mit den Recherchen. Ihre Nachforschungen führen Marie-Claire nicht nur zu den Schauplätzen, an denen der Diamant seine geschichtsträchtige Rolle spielte, sondern auch zu drei geheimnisvollen Männern, die allesamt Interesse zeigen, den ›Florentiner‹ ihr Eigen zu nennen. Doch was sind ihre wahren Beweggründe? Ist einer von ihnen gar Mitglied des Ordens der Ritter vom Goldenen Vlies, dem seit jeher die mächtigsten Persönlichkeiten Europas angehören? Marie-Claire erliegt dem Charme und den selbstlosen Bekundungen der Männer, bis sie erkennen muss, dass sie sich damit in höchste Gefahr begibt. Hat der sagenumwobene Diamant erneut begonnen, seine fatale Macht zu entfalten?

Das meint Krimi-Couch.de: »Geld und Macht, Leidenschaft und Leichen« 82°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

137,27 Karat und ein einzigartiges Feuer zeichnen den in Form eines Brioletts geschliffenen, gelblichen Diamanten aus, der auf seltsamen Wegen von Indien nach Europa kam, wo er 1477 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Alle großen, herrschaftlichen Häuser hatten den Edelstein irgendwann mal in Besitz, seien es Bourbonen, Medici oder Habsburger gewesen, dem Kaiserin Maria Theresia den Namen »Florentiner« zu verdanken hat und der auch ihr kein Glück gebracht hat, denn auf diesem Juwel lastet ein Fluch.

Das ist den Experten des Londoner Auktionshaus Christie’s allerdings ziemlich egal, denn als ein unbekannter Diamant auftaucht, der dieser Florentiner sein könnte, setzen sie alle ihre Kräfte ein, um mehr über den sagenumwobenen Stein zu erfahren. Marie-Claire de Vries, gelernte Goldschmiedin und Edelsteinexpertin, übernimmt vom Sicherheitschef des Auktionshauses die Aufgabe in Wien Nachforschungen über das geheimnisvolle Kleinod anzustellen, denn in der Schatzkammer der österreichischen Bundeshauptstadt verliert sich seine Spur. Haben die Habsburger beim Zerfall der Monarchie den Stein in die Schweiz geschmuggelt und wurde er dort zerteilt und neu geschliffen oder hat er einen neuen Besitzer gefunden?

Während Marie-Claire ihre Recherchen aufnimmt, wird in Bayern ein Adeliger überfallen, seine Frau vergewaltigt und ein weiterer Diamant entwendet. Täter waren vermutlich Araber und in Florenz explodiert eine Sprengladung im Museum, fordert Tote und Verletzte und auch hier ist der Verlust eines wertvollen Edelsteins zu beklagen. Der Kleine und der Große Sancy, so die Namen dieser Preziosen, sollen einstmals gemeinsam mit dem Florentiner eine indische Götterstatue geziert haben. Und es besteht kein Zweifel, dass irgendjemand mit allen Mitteln die drei Steine wieder vereinen möchte, die ihm Macht und Reichtum verheißen. Sind es die Mitglieder des Ordens der Ritter vom Goldenen Vlies, die in Wien ihre geheimen Sitzungen abhalten oder sind es die indischen Brüder Kasliwal, die nicht nur ein finanzielles Interesse an der Rückführung der Edelsteine haben? Oder gibt es eine dritte Gruppe? Terroristen, die mit den Diamanten ihre Aktivitäten finanzieren wollen? Allen gemein ist, dass sie Marie-Claire in den Mittelpunkt ihrer Aktionen ziehen und das ist lebensgefährlich, wie der Fluch des Florentiners.

Der in Wien lebende Duisburger Autor Rolf Ackermann hat im Droemer Verlag seinen Actionthriller »Der Fluch des Florentiners« veröffentlicht, der nach seinem ersten Bestsellerroman »Die weiße Jägerin« wieder die Hitlisten des Buchhandels anführen soll.

Von der Thematik her hat der 442 Seiten lange Spannungsroman auf jeden Fall das Zeug zu einem Kassenschlager und die umfangreichen geschichtlichen und geographischen Recherchen, die der Autor betrieben hat, sind rundum stimmig und nicht zu überladen in die Story eingebaut. Gelegentliche thematische Ortswechsel zwischen Wien, Marrakesch und der Schweiz sind anschaulich präsentiert und für mich zumindest im Bereich Wien korrekt nachvollziehbar.

Die gesamte Handlung ist durchgehend logisch und auch spannend inszeniert ohne zwischendurch abzuflachen. Das Lesegefühl bleibt von Anfang an konstant auf ansprechendem Niveau, lediglich die nicht zu knapp eingestreuten Tippfehler fallen zwischendurch auf, werden aber durch den guten Satz und das gewählte Schriftbild wieder gut gemacht, die auch Lesern mit Brillen nicht zur Überanstrengung ihrer Augen zwingen.

Bei den Charakteren, die in diesem Thriller den Ton angeben, fällt auf, dass sie samt und sonders exquisit ausgebildete Spezialisten sind, die mindestens fünf Sprachen sprechen, darunter wenigstens einen arabischen Dialekt beherrschen, Umgangsformen par excellence aufweisen, so sie nicht gerade mit der Armbrust auf eine Männerbrust zielen, und, so weit es sich um Männer handelt, alle auf einem Podest stehen und der Schwarm der gebildeten Frauenwelt sind. Umgekehrt sind die Damen, angeführt von Marie-Claire de Vries, immens abgefahren auf alles was Geld hat und nach Mann aussieht und wenn die Haut dazu noch dunkel und erotisch ist oder ein Adelstitel den Träger ziert, dann kriegen sie sich fast in die Wolle. Desperate Housewives auf Wienerisch?

Aber das muss wohl so sein, wenn man seine Geschichte unter Edelleuten, indischen Prinzen und Geldmagnaten spielen lässt. Bei aller Kritik ist »Der Fluch des Florentiners« eine spannende Lektüre, die sich gut im oberen Drittel der veröffentlichten Spannungsliteratur ansiedeln lässt. Wer sich für historischen Background, Geld, Macht, Leidenschaft und Leichen interessiert, der findet in diesem Roman durchwegs gute Unterhaltung.

Ihre Meinung zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners«

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Kom_Ombo zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners« 13.09.2011
"Der Fluch des Diamanten" - unter diesem Titel habe ich es gelesen -, ist ein sehr geschichtsträchtigtes Buch und hat mir unter diesem Punkt sehr gut gefallen.

Was mich genervt hat war, dass der Name der Hauptprotagonistin Marie-Claire de Vries andauernd ausgeschrieben wurde ... - anscheinend gefiel der Name :) -.

Zudem fand ich es schade, dass Personen, die doch eine tragende Rolle spielten, in der Versenkung verschwanden und nicht wieder aufgegriffen wurden. Auch weitere Details über den"Orden der Ritter des Goldenen Vlies" fehlen ab ca. der Hälfte gänzlich ... warum wurden diese erst so hervorgehoben und verschwanden dann aus dem Buch?

Dieses Buch hinterlässt einige Fragen. Diese jetzt alle aufzuschlüsseln würde den Rahmen sprengen ... Fazit: Wenn man mehr über Kulturen, Diamanten und Königshäuser erfahren möchte - die gut recherchiert sind - das Ganze dann auch noch mit ein paar Morden gespickt, sollte man dieses Buch lesen!
Nina zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners« 20.09.2009
Das Buch hat einen sehr großen geschichtlichen Hintergrund worauf die Handlung aufgebaut ist. Wer von einem Krimi keine andauernde Spannung erwartet, dem empfehle ich dieses Buch. Und trotzdem fand ich sehr spannend und wollte immer wissen wie es denn nun weiter geht. Ich war sehr überrascht von diesem Buch und würde es eher als geschichtlichen Krimi bezeichnen.
Leser zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners« 25.11.2007
Wäre nicht die ordinäre Ausdrucksweise, die mich etwas abgestoßen hat beim lesen im Bezug auf Sexuelle Handlungen und das etwas phantasievolle Ende das ganz plötzlich und in Kurzform kommt,
würde ich das Buch zufrieden in den Bücherschrank legen.
So bleibt ein etwas bitterer Nachgeschmack.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
K.-G.Beck-Ewe zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners« 01.05.2007
Dies ist nach „Die weiße Jägerin“ der zweite Roman des in Wien lebenden gebürtigen Duisburgers und er beginnt sofort mit diversen Knallern, als zunächst ein Adliger in Deutschland in seiner Villa überfallen wird und wenig später im Palazzo Pitti ein paar Sprengsätze hochgehen. In beiden Fällen wird jeweils nur ein einzelner Edelstein entwendet. Aber einige Leben zerstört.

Dies ist der Fluch des Florentiners und der soll im neuen Roman von Rolf Ackermann seit 1477 all jene ereilen, die ihn unrechtmäßig besitzen - ein Schicksal, das bereits viele historische Persönlichkeiten – die Bourbonen, die Medici und die Habsburger - ereilt hat. Nun be-ginnen in Berlin, Florenz und Wien Aktionen, die darauf abzielen, drei weltbekannte Edelsteine - die einst zusammen gehörten und von denen einer der Florentiner ist - wieder in ihre Heimatländer zurück zu führen. Aktionen, bei denen die Beteiligten, eine Gruppe undurch-sichtiger aber gut finanzierter Araber, im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen. Und auch vor anderen menschenverachtenden Akten nicht zurück schrecken, so dass sich bald auch europäische Terrorismusexperten für die Vorgänge zu interessieren beginnen.

Marie Claire de Vries, Schmuckexpertin des Auktionshauses Christie beginnt von Wien aus auf Anregung des Sicherheitsbeauftragten Francis Rondell den Ereignissen nachzuspüren und gerät - zum Teil weil sie eher ihrer verwirrten Libido als ihrem Verstand folgt - von einer haarsträubenden Situation in die Nächste. Und von einem geheimnisvollen schönen Mann zum Nächsten, denn gleich drei davon – die noch dazu überaus vermögend sind – interessieren sich gleichfalls direkt oder indirekt für den Fall und damit auch für Marie Claire, von der sie sich nutzbringende Informationen und anderes erhoffen – und Beides in der Regel auch bekommen.

Action im Sinne von „Die Jagd auf den grünen Diamanten“, Verschwörungstheorie im Stile von Dan Brown, Sex und Gewalt (und gewalttätiger Sex) mit viel Kunstgeschichte. Dabei sind die Erläuterungen zum Teil zu ausführlich und wiederholen sich auch gelegentlich, was den Lesefluss schon etwas hemmt. Insgesamt wurde fast alles in diesen Roman gepackt, was in den letzten fünf Jahren zu Bestsellern geführt hat und miteinander verknüpft. Aber nicht alle diese Elemente haben für die Geschichte wirklich Relevanz und verlängern damit das Lesen unnötig und lassen immer wieder lose Fäden zurück, was ein wenig unbefriedigend ist. Außerdem erscheint die Hauptfigur doch gelegentlich geradezu unvorstellbar naiv. Sehr in-formativ, aber dadurch gegen Ende nur mäßig spannend. Doch bei Interesse für Schmuck, Geschichte von Edelsteinen und des Diamantenhandels ist der Roman sicherlich interessanter als ein Sachbuch.
baerwurz zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners« 04.04.2006
Die Ausnahme bestätigt die Regel ...

Die Geschmäcker sind verschieden und so liegen dem Einen die Rezensionen schwer im Magen und der Andere stimmt zu ... und ich nehme solches üblicher Weise ebenfalls kommentarlos zur Kenntnis.

Im gegebenen Fall freut es mich jedoch, dass auch ein Autor seinen "Senf" zu meiner Meinung gibt, die allerdings weder unantastbar, noch übertrieben fachlich versiert ist und dies auch nicht sein soll, weil ich mich nicht als professionellen Kritiker , sondern als privaten Testleser für den zu oft von Marketingexperten irregeführten Buchkäufer sehe.

Nach diesem Buch ist auf jeden Fall die Latte für den Nachfolger schon ziemlich hoch gelegt. Und ich bin gespannt ....

Auch von mir ein Gruß aus Wien

Wolfgang Weninger
Rolf Ackermann zu »Rolf Ackermann: Der Fluch des Florentiners« 04.04.2006
Dank, wem Dank gebührt...

Als Autor des Buches "Der Fluch des Florentiners" neige ich grundsätzlich nicht dazu, Kritiken zu kommentieren. Weder positive noch negative.
Die Ausnahme bestätigt die Regel:
Dank an Wolfgang Weninger dafür, dass er sich beim Schreiben dieser Kririk für "Crimi-Couch" ganz offensichtlich sehr intensiv mit meinem Buch beschäftigt hat. Das ist leider, nicht bei allen Kritikern der Fall.Umsomehr erfreut mich sein Fazit! Zumal seine Einschätzung inhaltlich-strukturell erahnen läßt, dass er als Krimi-Kritiker eine offensichtlich unantastbare fachliche Kompetenz besitzt.
Dem Team dieser Website wünsche ich weiterhin viel Erfolg. Steht zu hoffen, dass es nicht mein letztes Werk ist, das hier zu Ruhm und Ehr kommt.

Gruß aus Wien

Rolf Ackermann
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