Das falsche Spiel des Fischers von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2001
unter dem Titel Non crescere troppo,
deutsche Ausgabe erstmals 2006
bei Edition Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: Sizilien, 1990 - 2009.
Folge 1 der Maresciallo-Bonanno-Serie.
- Caltanissetta: Terzo millennio, 2001 unter dem Titel Non crescere troppo. 269 Seiten.
-
Bergisch Gladbach: Edition Lübbe, 2006.
Übersetzt von Katharina Schmidt.
ISBN:
978-3-7857-1575-8. 269 Seiten. -
Bergisch Gladbach: BLT, 2007.
Übersetzt von Katharina Schmidt.
ISBN:
978-3-404-92249-9. 269 Seiten.
'Das falsche Spiel des Fischers' ist erschienen als
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In Kürze:
Eigentlich hatte Maresciallo Bonanno sich auf einen erholsamen Urlaub mit Tochter Vanessa gefreut, doch dann macht ihm ein mysteriöser Mordfall einen Strich durch die Rechnung. Auf der Müllkippe im sizilianischen Villabosco hat man einen Toten gefunden, der – wie sich schon nach kurzer Zeit herausstellt – in verschiedener Hinsicht ordentlich Dreck am Stecken hatte. Für Bonanno ist Schwitzen angesagt: Nicht nur seine verwöhnte Tochter macht ihm die Hölle heiß, auch sein Vorgesetzter, der aufgrund einer kräftezehrenden Liebesaffäre derzeit nur bedingt einsatzfähig ist, sorgt dafür, dass Bonanno schließlich im Alleingang einem grausamen Spiel auf die Spur kommt, bei dem im mehr als ein Mal die Luft wegbleibt …
Das meint Krimi-Couch.de: »Ständig rauchend, Espresso trinkend und fluchend, was das Zeug hält«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Villabosco, Sizilien. Drei Arbeiter der städtischen Müllabfuhr finden auf einer Mülldeponie die Leiche von Pietro Cannata, der mit einem schweren Gegenstand erschlagen wurde. Maresciallo Saverio Bonanno wird der Fall übertragen, da sein Capitano Basilio Colombo derweil anderweitig beschäftigt ist, nämlich mit einer liebeshungrigen Witwe, die seinen ganzen Einsatz fordert. Bonanno übernimmt nur höchst widerwillig die Ermittlungen, da er seiner jungen Tochter Vanessa versprochen hatte, mit dieser für ein paar Tage in Urlaub zu fahren.
Prompt hängt der Haussegen schief und auch sonst ist Bonanno alles andere als zufrieden. Seine selbstverordnete Diät schlägt nicht an, das tägliche Horoskop ist ein einziger Alptraum, die Kollegen bereiten mitunter mehr Probleme wie sie selber welche lösen und zum Schluss gibt es auch noch Stress mit dem Bürgermeister, da Bonanno kurzerhand die Mülldeponie schließen lies.
Die Ermittlungen laufen nur langsam und mühsam voran. Der Wagen des Toten ist zunächst nicht auffindbar und eher durch Zufall findet sich eine erste Spur. Diese führt geradewegs in einen elitären Spielclub. Verdächtige gibt es bald reichlich und Bonanno läuft lange diversen Blindspuren hinterher …
Roberto Mistretta hat mit Das falsche Spiel des Fischers einen zunächst recht gewöhnungsbedürftigen Helden in die italienische Krimilandschaft eingeführt. Ständig rauchend und Espresso trinkend, flucht er was das Zeug hält und neigt zu cholerischen Anfällen gegenüber seinen Kollegen. Auch seine Ermittlungsmethoden sowie die Art und Reihenfolge der Zeugenbefragungen sind nicht unbedingt alltäglich und irritieren zunächst den Leser. Neben diesem etwas ungewohnten Protagonisten, der einem im Laufe der Handlung aber mehr und mehr auf seine Art ans Herz wächst, garniert Mistretta den Fall mit einem humorvollen Erzählstil, an den man sich ebenfalls erst einige Seiten lang gewöhnen muss.
»Sie heißt Giuseppina Malacasa, genannt Rosina, vierunddreißig Jahre, Beruf Friseuse, ledig.«
»Donnerwetter!«
»Wie Sie meinen, Maresciallo!«
Der Spannungsaufbau ist ordentlich und bleibt bis zum überraschenden Finale erhalten. Nebenbei wird noch eine zweite Geschichte erzählt, die natürlich zum Ende des Plots aufgelöst bzw. mit dem Mordfall in Verbindung gebracht wird. Dies gelingt überzeugend, was man von den aktuellen Ermittlungen nicht immer behaupten kann. So werden beispielsweise die Familienangehörigen des Toten nicht wie üblich als Erste befragt, sondern zu einem recht späten Zeitpunkt.
Die beruflichen und privaten Probleme von Bonanno werden sauber getrennt und liegen einem dank des plauderhaften Erzählstils nicht so schwermütig im Magen, wie man dies von skandinavischen Autoren kennt. Allerdings sind die Darstellungen der Nebenfiguren (Tochter, Kollegen, Zeugen) nicht besonders gelungen, da sie in keinem Fall greifbar werden.
Wer sich für Krimis interessiert, die in Italien spielen, sollte diesem unbefangen auftretenden Romanautor durchaus eine Chance geben. Bonanno hat das Zeug zum Serienhelden und der Leser erlebt einmal mehr, dass in Sizilien noch immer die »Omerta« gilt, das Gesetz des Schweigens.
Jörg Kijanski, Juni 2007
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| tedesca zu »Roberto Mistretta: Das falsche Spiel des Fischers« | 06.11.2010 |
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| HerrHansen zu »Roberto Mistretta: Das falsche Spiel des Fischers« | 09.01.2008 |
| A-bella zu »Roberto Mistretta: Das falsche Spiel des Fischers« | 26.08.2007 |

