Ghost von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel The Ghost,
deutsche Ausgabe erstmals 2007
bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Massachusetts, 1990 - 2009.
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New York: Simon & Schuster, 2007 unter dem Titel The Ghost.
ISBN:
978-1416551812. 335 Seiten. -
London: Hutchinson, 2007.
ISBN:
978-0091796266. 310 Seiten.
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München: Heyne, 2007.
Übersetzt von Wolfgang Müller.
ISBN:
978-3-453-26575-2. 398 Seiten. -
München: Heyne, 2010 Der Ghostwriter.
Übersetzt von Wolfgang Müller.
ISBN:
978-3-453-50380-9. 398 Seiten.
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[Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2007.
Gesprochen von Hannes Jaenicke.
ISBN:
3866047061. 6 CDs.
'Ghost' ist erschienen als
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In Kürze:
Niemand zuvor hat Großbritannien so lange regiert wie Premierminister Adam Lang. Nun ist er aus dem Amt geschieden, und alle Welt erwartet sehnsüchtig die Memoiren des charismatischen Machtmenschen. Sensationelle zehn Millionen Dollar Vorschuss hat ihm sein amerikanischer Verleger geboten. Unter zwei Bedingungen: Das Buch muss binnen zwei Jahren auf dem Markt sein, und der Ex-Premier soll in Sachen Krieg gegen den Terror kein Blatt vor den Mund nehmen. Ein halbes Jahr vor dem Termin passiert das Undenkbare: Am Ufer der US-amerikanischen Insel Martha’s Vineyard, wohin sich Adam Lang zum Arbeiten an seinen Erinnerungen zurückgezogen hat, wird die Leiche seines Ghostwriters angeschwemmt. War es Mord? Schnell wird ein Ersatzmann gefunden, der auf eigene Faust noch genauer als sein Vorgänger in der Vergangenheit des Machtpolitikers recherchiert. Und dabei stößt er auf Dinge, die so brisant sind, dass deren Veröffentlichung zu einem weltpolitischen Chaos führen würde.
Das meint Krimi-Couch.de: »Einmal mehr sehen die USA schlecht aus«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Großbritanniens langjähriger Premierminister Adam Lang hat sich nach dem Ausscheiden aus der Politik auf die Insel Martha’s Vineyard zurückgezogen, um dort mit Hilfe seines engen Vertrauten und Ghostwriters Michael McAra seine Memoiren zu verfassen. Ein großer Verlag hat Lang satte zehn Millionen Dollar geboten, wenn er seine Memoiren innerhalb von zwei Jahren fertig stellt und hierin auch Klartext zum Themenkomplex Krieg und Terror schreibt. McAra recherchiert intensiv, doch einen Monat vor dem Abgabetermin stürzt er auf seiner Heimfahrt zu Martha’s Vineyard von einer Fähre. Am nächsten Tag wird sein Leichnam am Ufer gefunden.
Die Zeit drängt und so wird ein neuer Ghostwriter verpflichtet. Dieser hatte mit Politik bislang gar nichts am Hut und konzentrierte sich mehr auf die Stars aus Sport und Showbusiness. Dennoch willigt er ein, denn sollte er in den verbleibenden vier Wochen die Memoiren fertig stellen, so winken ihm 250.000 Dollar Gehalt. Zusätzlich zu dem vorgegebenen Zeitdruck erhält der Auftrag noch weitere Brisanz, denn als der Ghostwriter in den Flieger nach Amerika steigt, läuft im Nachrichtensender eine Eilmeldung. Danach sollen vor ein paar Jahren vier britische Staatsbürger in Pakistan durch eine britische SAS-Einheit aufgegriffen und der CIA übergeben worden sein. Eine Person starb bei den Vernehmungen, die übrigen drei Personen wurden nach Guantanamo verlegt.
In Amerika angekommen startet der Ghostwriter umgehend mit seiner Arbeit, doch werden er und Ex-Premier Lang bald mit den neuen Gerüchten konfrontiert. Diese erhalten weitere Nahrung, nachdem der frühere britische Außenminister Rycart droht, in Den Haag weitere Beweise vorzulegen. Sollte der Internationale Gerichtshof tatsächlich ein Verfahren gegen Adam Lang einleiten? Der Verlag drängt nun darauf, den Schwerpunkt der Memoiren auf diese Thematik zu legen und erhöht nochmals den Zeitdruck. Der Ghostwriter versucht sein bestes und folgt dabei auch den letzten Arbeitstagen von Michael McAra …
Der Einfluss der USA auf befreundete Staaten
Robert Harris gilt sicher zu Recht als einer der interessantesten Autoren der Gegenwart. Ob mit »futuristisch« angehauchten Romanen wie Vaterland und Aurora oder historischen Werken wie Enigma, Pompeji und zuletzt dem ausgezeichneten Imperium, fast immer vermag der Autor im hohen Maße zu überzeugen. Dieser hohen Erwartungshaltung wird er mit seinem neuen, in der Gegenwart spielenden Politthriller Ghost leider nicht ganz gerecht. Sicher, die Thematik über den Einfluss der USA auf befreundete Staaten im Kampf gegen den internationalen Terrorismus (und darüber hinaus) ist hochaktuell und brisant zudem, doch hätte man eben von einem Autor wie Harris den berühmten Tick mehr erwarten dürfen.
Der Titel gebende Ghost ist der neue Ghostwriter des Ex-Premier und da man nur selten erfährt, wer die Werke führender Persönlichkeiten in Wirklichkeit verfasst, bleibt auch im vorliegenden Fall der Ghost anonym. Der Ich-Erzähler ohne Namen versucht die Memoiren in letzter Minute zu verfassen und muss zunächst feststellen, dass sein Vorgänger McAra zwar fleißig recherchiert, schriftstellerisch aber ein grauenvolles Werk vorbereitet hat. So versucht der neue Ghost zu retten was zu retten ist und droht dabei von den aktuellen Geschehnissen überrollt zu werden. Sollte Adam Lang wirklich Einsätze gebilligt haben, die gegen bestehendes Völkerrecht verstoßen oder handelt es sich nur um den späten Versuch eines Rachefeldzuges des von ihm entlassenen Ex-Außenministers Rycart? Doch wie starb eigentlich McAra? Stürzte er lediglich, wie allgemein angenommen wird, betrunken von der Fähre?
Von Harris darf man etwas mehr erwarten
Robert Harris führt hinsichtlich der Hauptthematik den Leser zunächst geschickt in die Irre und wartet zum Schluss mit einer Überraschung auf. Einem Aha-Effekt, den man möglicherweise vorausahnen wird, der aber dennoch als gelungen bezeichnet werden darf und zusätzlich für die Lektüre des Romans spricht. Ordentlich dargestellt werden ebenfalls die Arbeitsweise eines Ghostwriters sowie die Lebensweise eines Politikers und dessen Umfeldes, das keinen Schritt ohne Bodyguards unternehmen kann.
Allerdings werden etliche Aspekte dieses Romans auch recht oberflächlich behandelt. Bei den Themenfeldern Politik, Terrorismus und internationale Beziehungen (hier USA-GB) mag dies ja noch begrenzt nachvollziehbar sein, denn welcher Thriller-Leser will sich hiermit schon detailliert auseinander setzen? Dennoch geht manches einfach zu schnell, so beispielsweise der Tot von McAra, der lediglich »stattfindet«, ohne weiter untersucht zu werden. Auch die Figurenzeichnungen hätten etwas intensiver ausfallen dürfen, denn so erhält man einen Thriller nach typisch amerikanischem 08/15-Muster. Zu guter Letzt ist der mitunter leicht ironische Erzählstil gewöhnungsbedürftig.
Jörg Kijanski, Februar 2008
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| Grothinger zu »Robert Harris: Ghost« | 26.05.2011 |
|---|---|
| Grothinger zu »Robert Harris: Ghost« | 26.05.2011 |
| fuchsgraben97318 zu »Robert Harris: Ghost« | 26.10.2010 |
| authorhans zu »Robert Harris: Ghost« | 30.08.2010 |
| poesieblume zu »Robert Harris: Ghost« | 03.03.2010 |
| Tempe zu »Robert Harris: Ghost« | 13.02.2010 |
| Kottan zu »Robert Harris: Ghost« | 10.02.2010 |
| freigeist zu »Robert Harris: Ghost« | 06.01.2010 |
| detno zu »Robert Harris: Ghost« | 14.10.2009 |
| Conny66 zu »Robert Harris: Ghost« | 10.08.2009 |
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