Mord auf Rezept von Rita Mae Brown

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Claws and Effect, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Ullstein, Berlin. 320 Seiten. ISBN-10: 3-548-25673-2, ISBN-13: 978-3-548-25673-3. Übersetzt von Margarete Längsfeld.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Virginia, 1990 - heute.

'Mord auf Rezept' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Winter herrscht in Crozet, Virginia, und jeder scheint unter der unerbittlichen Kälte zu leiden, sogar Mary Minor »Harry« Haristeen, die Postmeisterin des Städtchens. Und so freuen sich alle über jeden Klatsch, der ihnen aus dem Krankenhaus von Crozet zugetragen wird. Doch dann passiert Unfassbares: Ihre Klatschquelle wird ermordet …

Das meint Krimi-Couch.de: »Belangloses Geplauder über fast 300 Seiten« 27°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Es ist Winter im kleinen Städtchen Crozet in Virginia. Doch im Postamt, wo Mary Minor Harristeen, genannt Harry, als Posthalterin und ihre ältere Freundin Miranda Hogendobber Dienst tun und sich außerdem Harrys Katzen Mrs.Murphy und Pewter sowie ihr Hund Tucker tummeln, herrscht wie immer Klatsch und Tratsch.

Kurz vor den Bürgermeisterwahlen hat Jim Sunburn, der dieses Amt seit Jahren zur vollen Zufriedenheit der Bürger inne hat, plötzlich Konkurrenz bekommen. Seine eigene Tochter Little Mim will gegen ihn kandidieren. Im Krankenhaus gibt es Streit und Neid. Der Verwalter Sam Mahanes ist nicht besonders gut zu sprechen auf den arroganten Dr. Bruce Buxton, den bekannten Kniespezialisten. Und der technische Leiter Hank Brevard nörgelt wie gewohnt an allem herum.

Doch daß Hank ermordet werden würde, damit hat überhaupt keiner gerechnet. Mit aufgeschlitzter Kehle wurde er im Heizungskeller des Krankenhauses aufgefunden. Die Polizei hat keine Spur. Man rätselt, ob er von irgendwelchen illegalen Geschäften gewusst haben könnte. Dabei kommen Drogenhandel oder illegaler Organhandel ins Gespräch, doch kommt man damit keinen Schritt weiter.

Auf dem Rückweg von einer Kirchenversammlung sucht Harry aus Neugier den Keller des Krankenhauses durch den Hintereingang auf. Durch die langen Gänge findet sie den Heizungskeller und will sich etwas näher umsehen, da bekommt sie einen Schlag auf den Kopf und wird bewusstlos. Doch auch dieses Ereignis bringt die Ermittlungen keinen Schritt voran.

Nach einer Jagdgesellschaft auf Harrys Farm kommt dann plötzlich telefonisch die nächste Hiobsbotschaft: Larry Johnson, der beliebte ältere praktische Arzt, wurde erschossen. Kurz vorher hatte er angekündigt, dass er etwas zu sagen hätte.

Mit dieser Inhaltsangabe, die die ersten 150 von knapp 300 Seiten zusammenfasst, hatte ich schon erhebliche Mühe, denn es passiert praktisch überhaupt nichts. Ein Mord geschieht. Doch der Leser erfährt nichts von den üblichen Ermittlungen. Keinerlei Zeugenvernehmungen, keine Verdächtigen. Nein, der Leser begleitet Harry und ihre Katzen vom Postamt auf Kirchenversammlungen oder Jagdgesellschaften und quält sich durch den üblichen Small-Talk.

Das Buch beginnt mit einer dreiseitigen Auflistung der »Personen der Handlung«. Es wäre wohl etwas zynisch, wenn ich sie als die spannendsten Seiten des Buches bezeichnen würde. Mit ein bis zwei Sätzen zu jedem der Charaktere werden so die wichtigsten Personen dem Leser nahegebracht. Aufgrund der vielen vorkommenden Personen eine sehr sinnvolle Sache. Ich habe auch reichlich davon Gebrauch machen müssen, während des Lesens hier immer wieder nachzuschlagen.

»Viele Personen – wenig Handlung«, eine Eigenschaft, die man hauptsächlich dem Telefonbuch zuschreibt. Trotz sehr viel direkter Rede ist das Buch alles andere als flüssig zu lesen, da man sich immer erst bewusst machen muß, welche Personen da überhaupt in die Unterhaltung verwickelt sind. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Darstellung der Personen nicht besonders detailliert erfolgt, so daß sie für den Leser einfach nicht greifbar sind. Dies mag vielleicht anders sein, wenn man die Serie im Gegensatz zu mir von Anfang an verfolgt hat, doch sollte man Serien so schreiben, dass auch für Seiteneinsteiger selbst das neunte Werk der Reihe in sich abgeschlossen ohne Schwierigkeiten lesbar bleibt. Dies ist Rita Mae Brown hier nicht gelungen. Aus den Einwohnern der Kleinstadt, die doch überwiegend recht sympathisch wirken, hätte sich mehr machen lassen.

Katzenkrmis haben schon eine gewisse Tradition, dennoch ist dies der erste, den ich jemals gelesen habe. Es ist schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, wenn man die in kursiver Schrift gedruckte Unterhaltung der Tiere zwischen der der Menschen liest, doch ist dies mit Sicherheit nicht der Grund, warum der Roman zu keiner Zeit begeistern kann. Mit ein paar eingestreuten Vermutungen lässt sich einfach keine Spannung aufbauen. In dieser Hinsicht lässt die Autorin jegliche Grundzutaten eines guten Kriminalromans vermissen. Aufgelockert wird das Lesen einzig durch ein paar nette Illustrationen, auf denen die Tiere in verschiedenen im Text vorkommenden Situationen zu sehen sind.

Natürlich ist es abzusehen, dass die Polizei alleine keine Chance hat, den Täter zu finden. Nur mit Hilfe der klugen Tigerkatze Mrs. Murphy und ihren Kameradinnen werden die Beamten durch ihre Besitzerin Harry auf die Lösung des Falles gestossen. Nur schade, dass die Menschen die Katzensprache noch nicht verstehen können, denn sonst hätte die langweilige Handlung eeheblich abgekürzt werden können.

Man mag zu Katzenkrimis stehen, wie man will. »Mord auf Rezept« ist ein Kriminalroman, in dem zu keinem Zeitpunkt Spannung aufkommt. Bei belanglosem Geplauder über fast 300 Seiten hinweg geraten sogar die Morde zur Nebensächlichkeit. Wer dennoch neugierig ist auf die Katzenkrimis von Rita Mae Brown, sollte vielleicht vorne einsteigen und somit vielleicht besser eingeführt werden.

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Kerstin zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 18.02.2010
Na gut,über Spannung lässt sich streiten, nach der Hälfte des Buches war eigentlich alles klar. Trotzdem wars lesenswert und liebevoll erzählt. Und grad, dass sich dort nix ändert, macht Crozet so heimelig und man findet ein kleines Paradies für eine kurze Auszeit.
Ich habe auch diesmal etwas erfahren über Pferde, Jagd, Farmleben und Beziehungshin- und her. Was kann man von einem Buch mehr erwarten. Ich muss manchmal zwinkern über die Beweihräucherung der Hauptfigur, naja da sieht sich die Autorin wohl selbst in schönstem Licht. Sei´s drum.
andrea zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 25.01.2010
hallo, habe festgestellt, dass die positiven antworten von Frauen kommen .Herr kümmel hat auch noch nie eine Katzenkrimi gelesen.1.Wer einen Katzenkrimi liest, sollte mehr die Katzen als die Krimis lieben.
2.Wer nur ein Buch mit sneaky pie(die Katze)gelesen hat, fragt sich wieso Herr Kümmel die Personen nicht auseinander halten kann.Wenn das zu schwierig ist, versteht man sowieso keine Krimis.Noch deutlichere Darstellung wäre schon peinlich und das Buch hätte 1000 Seiten.
3.Wenn man nichts von den Plizeilichen ermittlungen weiß, ist man doch genau in der gleichen lage wie die Hauptdarstelllerin.Anscheinend sind nur Krimis interessant, bei denen man schon nach dem halben Buch den Täter kennnt und man nur noch auf siene Überführung wartet.
4.in den Büchern lernt man ein anderes Amerika kennen, also man wir inns Dorfleben eingeweiht.Das ist natürlich für viele langweilig- versuchen sie sich mal einen Superdedektiv in Oberammergau vorzustellen.Also man muss sich an den Standesdünkel, dass Kirchen gehen un d dass der Bürgenmeister beim Marmeladekochen mitmacht gewöhnen, dass ist halt auch typisch ami.Ich glaube,dass sich nicht in diese Gesellschaft hinnein versetzen können, macht die bücher für viele langweilig.
5.Ich bin nicht der meinung, dass man nun jedem neuling alle typischen personen auf dem Tablett serviert. Das verschwendelt Seiten für die handlung und langweilt die Stammleser.Auch Mr. Spock von der Enterprise wurde nicht mit seinem Lebenlauf eingführt.
6.Also wer keine Katzen mag, Drsteller mit Lebenslauf braucht, lieber selber den Täter errät und Kulturbanause ist, kauf Groschenromane oder schaut sich "Den Kommissar"an.
D.M. zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 27.11.2009
Ich habe mir diesen Krimi aus der Bücherei geholt und an einem verschneiten Januarnachmittag zu lesen begonnen. Super Krimi, perfekt über den Winter in Crozet zu lesen während draußen auch Schneeflocken vor dem Fenster tanzen. Ein klasse Fall der diemal in das Ärztemilleu führt und zeigt dass es dort auch schwarze Schafe gibt, klasse, weiterschreiben Rita Mae Brown
jens zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 17.09.2008
Nunja, als krimi lässt buch ein wenig spannung vermissen, aber wenn man es nicht mit den erwartungen liest, die man sonst so an einen kriminalroman stellt ist es ein schönes buch. bei dem wort kriminalroman sollte man eben geistig das kriminal durchstreichen, dann ist es ein super buch. auch die wenn die spannung fehlt kommt in dem buch eine super atmosphäre rüber.
ullala zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 16.02.2008
War das erste Buch,welches ich von ihr lesen wollte.Bin nicht mal bis zur Mitte gekommen.
Nachdem ich die durchwegs positiven Meinungen zu ihren Büchern gelesen habe,werde ich es vielleicht mal mit einem anderen Roman von ihr versuchen.
Elke zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 23.01.2007
Ich teile die Meinung vieler Fans. Diese Krimireihe ist schon ganz toll. Auch ich bin Mrs.Murphy Fan. Doch muß ich zugeben, daß dieser Teil wirklich langweilig ist. Ich habe alle bisher erschienen Teile gelesen, kann also mitreden. Nur gut, daß die Geschmäcker so verschieden sind.
Nicole zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 06.06.2006
Also ich kann mich der Beurteilung von Krimi-Couch in keiner Weise anschließen. Im Gegenteil.

Stimmt ich bin ein absoluter Mrs. Murphy Fan aber gerade dieser Roman fand ich mit einen der spannendsten, darum muß ich hier auch meinen 'Senf' dazugeben (-:

Rita Mae versteht es dem Krimigeschehen eine ganz eigene Note aufzudrücken. Gerade wie in ihrem letzten Roman, in dem sie die Menschen einfach die wahre Tat nicht lösen läst, sonder den Straftatbestand verschleiert und der Leser nur durch die Tiere auf die richtige Fährte gelotst wird ist einfach genial.

Im übrigen finde ich es gerade bezeichnend für Rita Mae, daß Ihre Roman nicht alle gleich sind sondern jeder für sich auf eine andere Art und Weise spannend ist.
myrin zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 09.08.2005
Ich kann mich mit der Meinung, die Peter Kümmel in seinem Statement vertritt nur schwerlich anfreunden. Sein 'Zynismus', der eher als eine offene Ablehung zu verstehen ist und nichts mit zynischer Darlegung eines Sachverhalten zu tun hat, ist platt und unnötig. Folgt man der Geschichte unvoreingenommen, ist es auch absolut nicht notwendig, immer wieder vorne nachzuschlagen, worauf sich der Autor ja beruft.
Ich finde es gerade spannend, einen Krimi zu lesen, in dem es nicht darum geht, dass der Leser selbst, gemeinsam mit den Hauptfiguren herauszufinden versucht, wer der Täter ist, sondern eher als Zuschauer den 'Ermittlungen' der Tiere und den etwas hilflosen Versuchen der Menschen beiwohnt; beide kommen jedoch ans Ziel. Nur schade, dass manche Menschen eine gemütliche, leichte Lektüre immer schnell als schlecht oder trivial abstempeln. Das Buch ist, wie auch die anderen der Serie 100% lesenswert und spannend geschrieben.
Mrs. K zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 11.06.2004
Nun, es gibt ja verschiedenen Krimistile. Rita Mae Brown lässt die Kriminalhandlung mehr so nebenher laufen, fast aus Versehen... Trotz Mord und Totschlag "geht das Leben weiter", der Alltag nimmt seinen gewohnten Gang. Und das muss wohl auch so sein, in einem so kleinen Ort mit einer so hohen Mordrate!
Der Beschreibung der gesellschftlichen Mechanismen einer Südstaatenkleinstadt steht die der Parallelwelt von Katze, Hund, Pferd, Eule, Opossum und Kollegen jedes Mal gegenüber. Gerade deren Schilderung finde ich gelungen, z.B. wenn Mrs. Murphy "brüllt" oder Pewter die Racheschwüre der beiden anderen mit der Ankündigung toppen will, dem Übeltäter "draufzukotzen". (Vielleicht muss man aber selber auch Katzen haben, um sich darüber amüsieren zu können.)
Für mich sind die Mrs. Murphy Krimis richtige Urlaubslektüre, leichtes Futter, nicht belastend, aber mit viel Unterhaltung.
Christin zu »Rita Mae Brown: Mord auf Rezept« 09.09.2003
Dies war das erste Buch was ich aus der Reihe gelesen habe! Ich als Seiteneinsteiger habe die Handlung sehr wohl verstanden und fand das Buch sehr amüsant, woraufhin ich mir drei andere Bücher aus der Reihe gekauft habe. Dieses Buch ist meiner Meinung nach nicht das langeiligste (wenn man die Bücher überhaupt als langweilig bezeichnen kann), sondern eher "Herzdame sticht". Also ich finde alle Mrs. Murphy Fälle spannend und lustig geschrieben!

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