Winterkartoffelknödel von Rita Falk

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Niederkaltenkirchen, 1990 - 2009.

  • München: dtv, 2010. ISBN: 978-3423248105. 233 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: DAV, 2010. Gesprochen von Christian Tramitz. ISBN: 3898139913. 4 CDs.

'Winterkartoffelknödel' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der erste Fall für Franz Eberhofer ist ein ganz bizarrer. Da ist diese Geschichte mit den Neuhofers. Die sterben ja an den komischsten Dingen. Mutter Neuhofer: erhängt im Wald. Vater Neuhofer (Elektromeister): Stromschlag. Jetzt ist da nur noch der Hans. Und wer weiß, was dem noch bevorsteht …

Normalerweise schiebt Dorfpolizist Franz Eberhofer in Niederkaltenkirchen eine ruhige Kugel. Aber jetzt: Vierfachmord! Stress pur! Zum Glück kocht die Oma den hammermäßigsten Schweinebraten, wo gibt. Und das beste Bier gibt’s eh beim Wolfi.

Das meint Krimi-Couch.de: »Herr, lass Hirn wachsen« 86°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Franßen

Was für ein Leben könnte der Polizist Franz Eberhofer führen, wenn der Papa nicht die Beatles hören, die Oma nicht halbtaub den Sonderangeboten bei Deichmann nachjagen würde, wenn Bruder Leopold nicht die Rumänenschlampe Roxana am Hals hätte – ihres Zeichens die große Liebe und ein Busenwunder mit der Neigung, fremde Konten leer zu räumen – wenn es da nicht den Flötzinger, den Simmerl, den Schäferhund Gorbatschow gäbe?

Franz könnte jeden Abend neue Rekorde mit dem Ludwig aufstellen. Auch wenn er für eine Eins-siebzehn-Runde schon mal eins-fünfundzwanzig benötigt. Was weniger an dem Hund als am Herrchen liegt, der sich allzu leicht auf seinen Spaziergängen ablenken lässt. Nur leider bricht das Verbrechen selbst in die Idylle ein und überzieht »Niederkaltenkirchen« gleich mit einem Vierfachmord, der wie eine Anhäufung von Zufällen erscheint, so dass der Richter Moratschek nicht daran glauben mag.

Mit Rita Falks Erstling zieht der Ton Ludwig Thomas ins Genre des deutschen Kriminalromans ein. Er ist von bissigem Witz, ohne dem Zynismus zu verfallen, verzichtet auf jegliche Bloßstellung und findet eine ureigene Sprache, um von den Momenten am Rande zu erzählen, die das Leben ausmachen. Wer an ausgefeilten Plots, den perversen Abgründen der Psyche interessiert ist, ist bei Rita Falk falsch aufgehoben.

Bei dieser Autorin fühlt man sich schnell an die eigene verschrobene Familie erinnert, über deren Ticks man nie hat lachen können. Tolstois berühmter erster Satz aus Anna Karenina: »Alle glücklichen Familien ähneln einander; jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich.« wird hier ad absurdum geführt. Sieht so verschroben wie im Winterkartoffelknödel nicht das Glück aus? Wenn wir trotz allem über die Nackenschläge schmunzeln können?

Wenn der Polizist Franz Eberhofer auf den Plattenspieler des kiffenden Vaters schießt, weil er die Beatles nicht mehr hören kann, die Oma vor dem Obi Franz Wagen von innen verriegelt und darin einschläft, so dass der arme Franz anschließend Stunden um den Wagen schleicht, weil die Oma nicht wach zu bekommen ist, wenn einem Fußballspieler einfach nicht beizubringen ist, dass er nach der Halbzeitpause und vollzogenem Seitenwechsel, Eigentore erzielt, wenn er die Richtung nicht wechselt, sind das Schicksalsschläge, die das deutsche Wesen bewegen.

Dabei kann man beileibe nicht behaupten, dass Rita Falk zimperlich ist, wenn es darum geht, Menschen ins Jenseits zu befördern. Da fällt dem einen Opfer ein Container auf den Kopf, erleidet ein Familienoberhaupt ein tödlicher Stromschlag, wird eine Mutter im Wald gleich zwangsaufgehängt, stirbt eine Familie wie die Fliegen aus, weil ihre Mitglieder sich nacheinander weigern, ein Grundstück zu verkaufen. Wer dem bayrischen Wesen eines Karl Valentins zugeneigt ist, wird den leicht anarchischen Humor der Autorin als pure Unterhaltung empfinden.

Rita Falk beschreibt das Leben mit jener Nachsicht, die skurrile Charaktere erst interessant machen. Sie alle entspringen der heilen Welt der Nachbarschaft, in der jeder jeden kennt und Geheimnisse nur solange unter der Decke bleiben, wie sie nicht von allgemeinem Interesse sind. Nicht selten mündet eine solche Einstellung in dem Spruch: Wenn keiner mehr über dich spricht, bist du tot.

Auch Franz Eberhofer birgt ein Geheimnis. Nachdem er Parksünder in München mit der Waffe bedroht hat, weil er es nicht verkraftet hat , dass sein ehemaliger Partner Rudi Birkenberger glaubte, in seiner Anwesenheit via Selbstjustiz einen Sexualstraftäter kastrieren zu müssen, wird Eberhofer in die Provinz strafversetzt. Um den Verkehr zu regeln, um Schülern über die Straße zu helfen. Und ausgerechnet so einer kommt an, und will einen Vierfachmord aufklären. Was nicht ganz ohne die Hilfe seines ehemaligen Kollegen Birkenberger geht, der nach absolvierter Haft inzwischen Kaufhausdetektiv ist.

Man kann das Leben tragisch sehen. Man kann auch davon wie Rita Falk es tut, spitzbübisch, augenzwinkernd, erzählen und es als eine Ansammlung von Augenblicken betrachten, in denen man sich kneifen muss um nicht zu verzweifeln. Ein amüsanter »Provinzkrimi«, der zum Weiterlesen zwingt, auch wenn der Kriminalfall zu grob gestrickt erscheint.

Ein bissiges Vergnügen. Was selten im deutschen Krimiwesen ist.

Wolfgang Franßen, Oktober 2010

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Titania zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 01.05.2012
Wenn die Sonne der Kultur untergeht, werfen selbst Zwerge lange Schatten.

Das war das erste, was mir nach 24 Seiten lesen zu diesem Buch einfiel. Weiter bin ich leider nicht gekommen, weil mir zum einen diese Fäkalsprache der Autorin nicht gefiel. Zum anderen habe ich schon bessere Viertklassaufsätze korrigiert, als diesen Mist.

Wie kann man eine ganze Berufsgruppe so dermaßen diffamieren? Als Autor sollte die Aufgabe darin liegen, Figuren authentisch erscheinen zu lassen. Das heißt, wenn das hier der Fall sein sollte, muss ich ab sofort damit rechnen, dass jeder Polizist mit dem ich zu tun habe nur in dieser Gossensprache mit mir spricht. Ich habe da allerdings andere Erfahrungen gemacht. Wobei ich allerdings gestehen muss, dass ich nicht in Bayern wohne.
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Andi Sedlmeier zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 18.04.2012
Eine Bekannte hat mir das Buch empfohlen, und ich hab mir zuerst gedacht, das werd ich schon allein wegen des komischen Buchtitels wahrscheinlich eher nicht lesen.
Dann hab ich allerdings ein Interview der Autorin im Radio gehört, und ihr Humor, und das, was sie über ihre Bücher erzählt hat, hat mich neugieríg gemacht.
Ich kaufte mir also das Buch, und muss sagen, ich war sofort gefesselt und konnte schwer wieder aufhörn zu lesen. Nicht etwa, weil es so spannend oder anspruchsvoll gewesen wäre, sonder eher deswegen, weil man sich einfach wohl fühlt, wenn man es liest und es oft sehr komisch ist. Ich musste selten zuvor bei einem Buch einfach so, laut loslachen. :-) Und auch die Figuren, die Umgebung und die Geschichte sind sehr symphatisch.
Ich freu mich jetzt schon darauf, das zweite Buch dieser Reihe zu lesen.
Mein Fazit: Miasts auf jeden Fall lesen!
Laurenz Schmidt zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 01.04.2012
Besuch aus Deutschland hat mir das Buch mitgebracht! Erfrischend und einfach herrlich wenn man so einfach mal rauslachen kann. Vieles daß Rita Kraft da so humorvoll beschreibt ist natürlich karikativ überzogen, läßt jedoch die Charaktere doch so richtig schön durchkommen. Den Leuten denen das nicht gefällt kann ich nur empfehlen zurück zu ihren trockenen, problembeladenen und "anspruchsvollen" Büchern zu gehen. Mir sind ein paar Lacher lieber!

Mir hots g'foin!!
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hans-jürgen breitenstein zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 27.03.2012
warum sind diese bücher nur so kurz?wie so viele andere leser erst mal kurz angelesen und dann bis zum ende durchgelesen.ich als zugeroaßter wohne ja auch auf dem baierischem land und bin seit nunmehr 22 jahren mit den kauzigkeiten und hinterfotzigkeiten derer vom hof,feld und haus vertraut.deshalb fühlte ich mich seltsam vertraut,und wenn die dorfcharaktere über dich sagen"A Hund isser schoa";bist du angekommen in dieser welt welche rita falk beschrieben hat.und wenn jetzt diese haltlosen versprechungen aus dem 3.band(das ist jetzt wieder eine andere geschichte)nicht bald umgesetzt,d.h. geschrieben werden,na,dann warten wir halt noch a bisserl.oder begehen auch einen mord.übrigens,heute eins-fünfzehn.
Cat83 zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 17.03.2012
Ich muss mich leider den meisten hier anschließen. Warum die Bücher dieser Reihe wochenlang die Bestsellerlisten belagern frage ich mich wirklich. Der Anfang des Buches gefiel mir noch ganz gut, doch irgendwie gab es keine Steigerung und auch die Lösung hatte kein bisschen Raffinesse. Und um etwas Witziges zu lesen, muss es bei mir nicht unbedingt ein Krimi sein.
Lille zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 23.02.2012
Ich mag bayrisch schräge Komödien: Wer früher stirbt, ist länger tot...zB. Aber dieser Winterknödelkartoffelschmarrn, der war nix. Nö. Das ist mir zu angestrengt witzig, das ist mir zu bemüht trottelig, zu aufgesetzt bayrisches Kolorit. Das hat weder Charme noch ist die Geschichte interessant. Mit Regionalkrimis kann man derzeit Geld verdienen, scheints. Mich reute die Investition von 12,90 € doch gewaltig. Darfs a weng mehr sein? Aber gerne, besonders sprachlich!!
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Helmut Kohl zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 22.02.2012
Ein Buch im Stil für Leseanfänger. Es ist echt ärgerlich, dass ein Verlag für unbedrucktes Papier, bzw. Seiten mit wenig Sätzen, bzw. Zeilen mit nur wenigen Wörtern einen Preis verlangt, der in etwa genauso hoch ist, wie einmal lecker Essen gehen mit der Freundin. Die Zeit, welche man für das Essen und das Lesen des Buches benötigt, ist die gleiche.
Im zweiten Teil der Krimireihe ist ein toller Glossar angehängt, jedoch hat Frau Falk leider ein, im Bayerischen Dialekt wohl überaus wichtiges und in diesem Sprachraum wohl weitverbreitetes Wort vergessen aufzuführen, nämlich den Begriff "Neger". Ich wäre neugierig auf welche nette und zünftige Art dieses wohl beschrieben werden würde.
DieTanteTina zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 17.02.2012
Also ich fand es einfach witzig, ein gutes Buch muss nicht immer vollgepackt mit hochtrabenden Sätzen sein, es ist "leichte" Lektüre, Franz und Ludwig ein super Team, die Familie, ja was soll man da sagen, der Eine und Andere wird sich in ihr wiederfinden ;), einen Simmerl hat jeder in seinem Wohnort (egal ob Stadt oder Land!) und die Mercedes kann man sich bildlich vorstellen. Und wenn Schreibstile sich gleichen, jo mei, des is halt nunmal so ;) wir leben in einer Zeit in der es schwer ist, sich von der "Masse" abzuheben!

Als Krimi seh ich Winterkartoffelknödel allerdings nicht wirklich, es ist (wie oben schon gesagt) einfach lustig! Wer was zum schmunzeln will, kann dieses Buch getrost lesen...
Schnagg zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 01.02.2012
Ok - im Buchhandel hatte ich es kurz angelesen, dann zurückgelegt. Dann wieder in Händen. Fand den Schreibstil irgendwie blöde. Zurückgelegt dann doch gekauft. Da ich einen Gutschein hatte dacht ich och nimmst Dampfnudelblues auch noch mit, wird schon werden.
Als ich dann das Lesen anfing dacht mir noch: Ojei u. jetzt haste auch noch 2 Bücher von - sowas von Fehlkauf. Kapitel 1 ... bereits zu anfangs war ich nicht der Fan. Der Erzählstil nicht mein Ding. Dacht mir aber ... ne, da liest jetzt x weiter. Tatsache, Kapitel 2 wurde schon besser u. als es endlich ans Ermitteln ging war es interessant. Amüsanter u. witziger wurde es allemal. Ist ein amüsanter einfach gestrickter Mordfall aber so nett erzählt, dass man am Schmunzeln nicht vorbeikam. Und manches kommt einen gar so bekannt vor von "zuhaus". Man konnte sich mit jedem Kapitel mehr daran erfreuen. Obwohl nur 233 Seiten liest man doch "länger" daran da man langsam liest um sich den gesamten Witz zu Gemüte führen zu können. Manche Sätze hab ich gar 2-3x gelesen weil ich sie einfach klasse fand. Also - entweder man mag das Buch (spätestens ab Kapitel 2) oder nicht. Ein Zwischending gibt´s da denk ich nicht. Ich hab mich verzaubern lassen u. kann nur raten sich nicht gleich in´s Bockshorn jagen zu lassen nach den ersten paar Seiten. Fazit: Gewöhnungsbedürftiger Schreib/Lesestil der jedoch überzeugt & mit Witz/Charme durch die Lektüre führt. Und ... ich freu mich nun auf den 2. Fall vom Franz Eberhofer u. zwar Dampfnudelblues und hab mir heute sorgar noch den 3. Fall Schweinskopf al dente gekauft. Hätte ich bis vor einigen Tagen (als ich noch am Kapitel 1 hing) NIEMALS gedacht :-) Schö isses !
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Stahlgewitter zu »Rita Falk: Winterkartoffelknödel« 23.01.2012
Ich habe bisher "Winterkartoffelknödel" und "Dampfnudelblues" gelesen. Den ersten Teil fand ich wirklich witzig. Ich hatte ihn innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Der zweite Teil kam meiner Meinung nach nicht mehr ganz an den Ersten heran. Vielleicht auch, weil der Schreibstil dann schon bekannt ist.
Wer ein literarisch hochwertiges Buch oder einen spannenden Krimi möchte ist mit den Büchern von Frau Falk sicherlich falsch beraten. Wer allerdings unterhaltende, leichte Kost zum Zeitvertreib sucht, dem seien die Bücher wärmstens empfohlen.

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