Fettsack von Rex Miller

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1987 unter dem Titel Slob, deutsche Ausgabe erstmals 1991 bei Bastei Lübbe.

  • New York: New American Library, 1987 unter dem Titel Slob. 267 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 1991 Im Namen des Todes. Übersetzt von Jürgen Martin. ISBN: 3-404-19092-0. 267 Seiten.
  • Bellheim: Edition Phantasia, 2008. Übersetzt von Joachim Körber. ISBN: 978-3937897301. 269 Seiten.

'Fettsack' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Eine unheimliche Serie brutalster Morde erschüttert Chicago. Als einer der reichsten und angesehensten Bürger der Metropole abgeschlachtet aufgefunden wird, wächst der öffentliche Druck auf die Polizei, die den Serienkiller-Spezialisten Jack Eichord hinzuzieht – und Eichord bekommt es mit dem Gegner seines Lebens zu tun, Henry »Chaingang« Bunkoswki, eine fünfhundert Pfund schwere, wahnsinnige, in Vietnam ausgebildete Killermaschine, die weder Skrupel noch Gnade kennt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Der frühe Höhepunkt eines Genres« 92°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

Daniel Edward Flowers »Chaingang« Bunkowski wiegt 469 Pfund, ist 1,98 groß, stinkt wie eine »Mischung von ungewaschenem Körper und Kloake« und ist eine in Vietnam ausgebildete Kampf- und Tötungsmaschine. Doch was ihn mit Leib und Seele zum Killer machte, liegt viel weiter zurück. Chaingang Bunkowski ist ein Beispiel dafür, wie aus Opfern Täter werden; immerhin bekommt er als Belohnung eine Ausbildung spendiert, komplettiert durch militärische Sondereinsätze, dank der er »"ein brutaler und soziopathischer Killer, so tödlich und unaufhaltbar, das er das Herz deines schlimmsten Alptraums zu einem kreischenden, leeren, blutverschmierten Loch in der Finsternis macht« wird.

Jack Eichord ist Polizist, dank seines Gespürs für Menschen und eines pragmatischen Verstandes, wird er eher unfreiwillig, aber erfolgreich zum Top-Ermittler in Sachen Serienmord. Keine Frage, dass sein Weg den von Bunkowski nahezu zwangsläufig kreuzen muss. Das er während der Ermittlungen die Witwe eines der Opfer Chaingangs kennen- und lieben lernt, ist wenigstens ein positiver Aspekt bei all den rausgeschnittenen Herzen, Blut und Gemetzel, das Daniel Bunkowski als Andenken hinterlässt. Zum Ende wird es persönlich, doch Eichord hat seine Lektionen gelernt, er weiß genau, das billige Sentimentalität tötet und nutzt das bewusst und abgeklärt aus.

Zum Zeitpunkt des Erscheinens von Slob im Jahr 1987, waren Serienkiller noch ein zartes Pflänzchen, das von wenigen Autoren gehegt und gepflegt wurde. Thomas Harris hatte zwar Roter Drache bereits Jahre zuvor veröffentlicht und durfte eine gelungene, aber nur mäßig erfolgreiche Verfilmung durch Michael Mann erleben, aber Das Schweigen der Lämmer wartete noch auf seine Publikation und Verfilmung. Erst nach Jonathan Demmes Publikums-Magnet und Oskar-Abräumer sprossen Serienkiller empor wie Pilze in einer Zuchtstation. Und ob sie James Patterson, Karin »Die-Welt-ist-eine-Schüssel-mit-Blutwurst« Slaughter oder wie auch immer hießen, an die Radikalität und analytische Konsequenz von Rex Millers Fettsack kamen (und kommen) viele Autoren nicht mal auf Sichtweite heran.

Denn Fettsack ist nicht nur ein derber, überaus brutaler Roman über einen degenerierten Serienkiller und seine Verfolger, er ist gleichzeitig auch eine Reflexion über das Wesen der Psychopathie, über die Bedingungen und Entwicklungen, die es einem Menschen gestatten, sich jenseits aller gesellschaftlicher Normen zu stellen und seine tödliche Profession mit der gleichen Leidenschaft anzugehen, wie ein engagierter Chefarzt seine erste Schicht im örtlichen Krankenhaus. Miller zeichnet dabei kein freundliches Bild von Amerika, das Kreaturen wie Daniel »Chaingang« Bunkowski formt und ausbildet, um sie als perfekte und perfide Antithese des amerikanischen Traums auf die Menschheit loszulassen.

Das nahezu unbesiegbare und gewissenlose Killer wie Chaingang nicht am Ende als Sieger und Auslöscher der Menschheit dastehen, liegt letztlich daran, dass sie sich einen Rest von Menschlichkeit bewahrt haben, oder besser gesagt, ein Quäntchen jenes wehmütigen Gefühls, was Menschsein ausmachen könnte. Doch genau das ist die grausame Quintessenz des Romans und wird sich schlussendlich als Fallstrick ausweisen.

Sprachlich gibt sich Miller kalt und analytisch, Fettsack ist durchzogen von zynischen Gags und einem Slang, der in der finstersten Bar in der finstersten Stunde nach Mitternacht an den klebrigen Tresen dieser Welt kaum für Aufsehen sorgt, aber eingebunden in die Gedankengänge eines verliebten Cops, für zumindest verwirrendes Stutzen sorgt.

Fettsack ist ein Roman, der zum beständigen Zitieren einlädt. Miller hat es raus, Distanz zu seinen Figuren zu halten und trotzdem den Eindruck zu hinterlassen, als wäre er gegenwärtig. So gelingt es ihm in kurzen, aber prägnanten Einblendungen auch den Opfern Chaingangs ein Gesicht zu geben und erfahrbar zu machen, was der brutale Schlächter seinen Opfer antut, und mit welcher Bürde er die Überlebenden hinterlässt.

Das Bunkowski, allen Übertreibungen zum Trotz ein nachvollziehbarer Charakter bleibt, ist ebenfalls Millers Kunst zuzuschreiben, in einem Universum, in der der Wahnsinn herrscht, eine Schneise der Vernunft zu hinterlassen. Repräsentiert in erster Linie durch Jack Eichord und seinen möglichen Anhang Edie Lynch und Tochter Lee Anne. Der Hort der Rationalität bleibt indes blass gegenüber einer über alle Maßen ausschweifenden Figur wie Daniel »Chaingang« Bunkowski – »eine einzigartige Mischung aus offensichtlich geistig zurückgebliebenem Psychopathen und Killer mit dem IQ eines Genies«.

Fettsack ist der frühe Höhepunkt eines Genres, das mittlerweile von minderbegabten AutorInnen beinahe zu Tode geritten wurde. Gerade deshalb ist die Wiederveröffentlichung – in sehr ordentlicher Bearbeitung und kongenial gestaltet; bietet der Einband doch einen graphisch rabiaten Kommentar zur sättigenden Bösartigkeit seines selbstzufriedenen Protagonisten – so wichtig; zeigt sie doch, was Kriminalromane für nachhaltige Wirkung auslösen können, wenn ihre Verfasser nachdenklich, überbordend und mit schonungsloser Konsequenz zu Werke gehen. Jene scheinbare »Ich-scheiß\'-auf alles-Haltung«, von der man sich nicht täuschen lassen darf, da sich dahinter das Interesse und die Sorge an dem, was Menschlichkeit ausmacht, verbirgt. Wer dieses Jahr nur ein Buch lesen will, sollte den Fettsack in die engere Wahl ziehen.

Jochen König, August 2008

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Marv zu »Rex Miller: Fettsack« 07.09.2010
Ob Rex Millers 'Fettsack' ein Meilenstein im Genre des ‚Serienkillerromans‘ ist, mag ich nicht beurteilen, da ich das Buch nicht in einem literaturgeschichtlichen Kontext, sondern als Werk an sich gelesen habe.
Sprachlich finde ich 'Fettsack' dagegen sehr ambivalent. Teilweise endlose Satzkonstruktionen und öfters Wechsel in der Erzählperspektive (wie bspw. zwischen dritter und erster Person, oder durch Ansprache des Leser). Auf der einen Seite neutral distanziert in der Beschreibung, dann wieder durchaus ironisch/humorvoll, mal trivial, mal sprachlich anspruchsvoll. Alle verwendeten Stilmittel erscheinen dabei willkürlich gewählt, ein Zusammenhang mit der jeweiligen Szene oder beschriebene Person ist nicht erkennbar. Hinzu kommen endlose Wiederholungen (‚Finger, wie Zigarren aus Stahl‘, ‚fünfhundert Pfund schwere Killermaschine‘, ...) Der Lesefluss wird hierdurch gestört, Passagen müssen erarbeitet werden, ohne dass eine 'Belohnung' erfolgt.
Die Geschichte selbst wirkt szenisch, jeweils getrennt durch die einzelnen Kapitel. Sie ist minder spannend, dehnt sich in manchen Kapiteln endlos (Flames) und kommt dann wieder relativ abrupt im kurzen Showdown zum Ende.
Die Figur des Daniel Bunkowski wird ebenfalls nur skizziert. Ein Mastermind, ein Genie, ein Präkognat. Nur wird dies alles nur behauptet, als gegeben unterstellt. Meines Erachtens gibt es keine Szene im Buch, die den Nachweis von Genialität im Handeln von Bunkowski unterlegt. Vielmehr wirkt er wie eine traumatisierte Kampfmaschine, die letztendlich emotional getrieben handelt, instinktgetrieben, und in Phasen, in denen die Emotionen ihn nicht überfluten, durchaus planerisch akkurat.
Ähnlich wie in der Sprache bleibt auch der Gesamteindruck ambivalent. Es gab durchaus Phasen, in denen ich das Buch gerne gelesen habe. In Summe jedoch konnte mich 'Fettsack' weder stilistisch noch inhaltlich überzeugen.
Schrodo zu »Rex Miller: Fettsack« 07.01.2010
Eine Serie brutalster Morde erschüttert Chicago. Als der öffentliche Druck wächst wird der Serienkiller-Spezialist Jack Eichord, Marke Ex Alki und ausgebrannter Bulle, hinzugezogen. Sein Gegner eine 500 Pfund schwere Killermaschine Namens Daniel „Chaingang“ (was immer das heißt) Bunkowski.
Dieser fette und stinkende Killer hinterlässt eine blutige Spur heraus getrennter Herzen…
Also welcher Hype teilweise um dieses Buch gemacht wird bzw. wurde kann ich nun keineswegs nachvollziehen. Im Grunde genommen ist die Idee gut, nur die Umsetzung lässt doch sehr zu wünschen übrig. Viele ähnliche Wiederholungen der fast schon übernatürlichen Fähigkeiten des Killers. Von der groß angekündigten maximalen Brutalität ist wenig zu lesen, d.h. die einzelnen Szenen sind wenig brutal, dafür eher ekelig beschrieben.
Es dauert schon sehr lange bis die Story in Fahrt kommt. Es dümpelt mehr oder weniger so dahin und Spannung kommt erst im letzten Viertel auf. Die Figuren sind sehr gut beschrieben, bleiben in der Story aber trotzdem blass. Irgendwie fand ich nie einen Draht zu dem Buch. Der Schluss kommt plötzlich und ist wenig originell. Insgesamt total enttäuschend für mich.
Und noch was. Da rennt und kraxelt ein 250 Kilo schwerer Killer lautlos durch die Nacht. Wie geht das denn? Solche Kaliber hört man schon aus der Ferne schwer atmen und nach fünf Schritten bleiben die stehen und japsen nach Luft…reif für das Sauerstoffzelt.
Stubs zu »Rex Miller: Fettsack« 06.10.2009
Ziemlich zerrissen lässt mich "Fettsack" und der gute Rex Miller zurück. Ein durchgeknallter Serienkiller, den Miller sehr distanziert und klinisch zeichnet. Ein Protagonist, bei dem ich mir gewünscht hätte, dass Miller ihn mehr mit seinen eigenen Dämonen hätte kämpfen lassen. Eine Handlung, die mir aufgrund der zahlreichen Rückblenden zunächst wie eine Achterbahnfahrt, später wie das Dümpeln mit einem Holzfass vorkam. Mag sein, dass die immer wieder eingeschobenen Vietnam-Sequenzen wichtig waren, aber sie waren mir letztlich zu ähnlich, nach der zweiten Rückblende konnte ich nichts Neues entdecken und mir kam das wie der Aufguss immer lauer werdenden Füllmaterials vor. Die Idee, diesen psychopathischen Killer als Kampfmaschine in Vietnam loszulassen, fand ich innovativ und mächtig interessant. Leider widmet Miller diesem Handlungsstrang wenig Aufmerksamkeit. Die "Entstehungsgeschichte" von Daniel „Chaingang“ Bunkowski hat mich auch brennend interessiert, aber auch hier reißt Miller dieses Thema nur oberflächlich an. Die eingestreuten Sequenzen mit den Hundewelpen fand ich rührend. Wahrscheinlich hätte eine tiefere Auseinandersetzung mit Changangs Vergangenheit den Leser mächtig zerrissen, zu viel Verständnis oder Nachvollziehbarkeit für einen psychopathischen Serienkiller fand Miller scheinbar nicht angemessen. Schade. Sprachlich fand ich das Buch enorm gut, selbst die überwiegend dialogfreie Schreibe stört überhaupt nicht und lässt erahnen, wie talentiert Miller eine dichte Atmosphäre zeichnen kann. Gelegentlich hatte ich den Eindruck, dass ich Bunkowski riechen und schmecken konnte. Insgesamt kommt mir "Fettsack" ziemlich unfertig vor, sei es, dass es sich um den Debütroman handelt oder viel Material dem Lektorat zum Opfer gefallen ist. 200 bis 300 Seiten mehr hätten dem Buch meiner Meinung nach den Gipfel des Olymps beschert. ;-)
Vergleichsweise störend fand ich die sich entwickelnde Beziehung zwischen dem Ermittler Jack Eichord und der Witwe Edie. Erstaunlich, was frau mit Nylonstrümpfen so alles anstellen kann. Aber ich muss zugeben, dass Miller sich hier nicht mal ansatzweise in die Gefahr begibt, kitschig zu werden. Auch hier wahrt er ein gewisse Distanz, widmet sich diesem Thema trotzdem mit einer gewissen Detailverliebtheit, die ich an anderen Stellen im Buch schmerzlich vermisst habe.
Das Ende mutet mir ziemlich überhastet an. Die Bikergang wird auf ner halben Seite niedergemacht, der Showdown wirkt lieblos, wenn auch genial durchgeführt, aber für die Lieferung von Fettsacks Versteck an die Gang verschwendet Miller seitenweise Material. Insgesamt stimmen seine und meine Schwerpunktsetzungen eben nicht überein. Schade, Millers Schreibe liegt mir und das Thema Serienkiller sowieso. Das übernächste Buch wird "Im Blutrausch" werden, ich bin gespannt. Aber vielleicht hat es ja einen Grund, dass Miller sich überwiegend an Kurzgeschichten versucht hat? Insgesamt 70 Punkte, wobei da mindestens 5 Sympathiepunkte für das Thema und 10 Sympathiepunkte für die handwerklich gut gestaltete Schreibe drin sind. Ich empfinde das Werk als orientierungslos und weit hinter seinen Möglichkeiten bleibend.
JoHe zu »Rex Miller: Fettsack« 29.11.2008
Ich habe mich mich durch die Rezension und die 92 Punkte zur Lektüre verleiten lassen und muss sagen: verschenkte Zeit! Wenn das der "Höhepunkt" eines Genres ist, wie schlecht ist dann erst der Rest?
Dass das Buch auch noch in einer miserablen Aufmachung (Cover!) daherkommt und der Verlag nicht einmal einen Übersetzer nennt, was mich bei der Sprache auch nicht wundert, rundet das Bild nur ab.
1 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Janko zu »Rex Miller: Fettsack« 05.09.2008
Brutal und schonungslos führt uns der, bereits 2004 verstorbenen Autor Rex Miller, durch seinen Debut Roman. In dem bereits 1987 erschienenen und im amerikanischen Original mit dem Titel „Slob“ (was man hier auch durchaus mit Drecksack übersetzen könnte) betitelten Roman, wird dem geneigten Leser eine gnadenlos morbide Figur vorgestellt, wie sie skrupelloser wohl kaum sein könnte. Die Story, die in Chicago spielt, handelt hauptsächlich von den verschrobenen, kranken Vorstellungen, Träumen und abartigen Taten von Daniel „Chaingang“ Bunkowski. Diese 500 Pfund schwere und fast zwei Meter große Killermaschine ist ein zum Töten ausgebildeter Vietnamveteran und der fleischgewordene Albtraum des Serienkiller-Spezialisten und Ex-Alkoholikers Jack Eichord. Ohne die jeweiligen Sachverhalte zu beschönigen, begeben sich beide Protagonisten des öfteren in eine gedankliche Vergangenheits-, wie Gegenwartsbewältigung, die bei Chaingang hauptsächlich aus Missbrauch in frühester Kindheit, daraus resultierender Gewalt, Hinterhältigkeit, perversen sexuellen Phantasien und Taten, sowie ekelerregenden Szenerien aus Mord und Totschlag in Vietnam, wie auch im Hier und Jetzt, bestehen. Er ist der Präkognat. Ausgestattet mit einer parapsychologischen Zukunftswahrnehmung, die ihm bereits das ein oder andere Mal das Leben gerettet hat. Jack Eichord’s Gedankenwelt hingegen kreist des öfteren um seinen damaligen Alkoholmissbrauch, um seine Liebe zu Eddie, den Sex mit ihr, Sentimentalität, sowie um die Frage nach Richtig oder Falsch. Nachdem Bunkowski, der so genannte Einsame-Herzen-Mörder wieder und wieder zuschlägt, wächst der Druck der Öffentlichkeit auf die Chicagoer Polizei ins Unermessliche und Jack Eichord wird mit einer Gewissensfrage konfrontiert, die ungeahnte Folgen für ihn und sein momentanes Leben hat. Mit seiner, zwar eingängigen, rasanten Schreibweise, die den ein oder anderen Lacher bereithält und dem zugleich ansprechenden, wie auch abstoßenden Cover, ist das 269-seitige „Fettsack“ sicherlich nichts für schwache Nerven.
Meine Wertung: 75°
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Magellan zu »Rex Miller: Fettsack« 20.08.2008
Ich kann mich im wesentlichen der vorangegangenen Rezi nur anschließen. Fettsack muss zweifellos als Prototyp des Serienkillerthrillers (gibts das Wort überhaupt?) gelten, allerdings ist es mehr als schade, dass dieses Buch im Jahr 1991 bei seiner deutschen Erstveröffentlichung so untergegangen ist. Es mag am Verlag gelegen haben, der beileibe keine so wohlbekannte Stellung hat wie z.B. Heyne oder Random House.
Fakt ist , dass "Chaingang" Bunkowski mich beim Lesen etwas an Patrick Bateman aus American Psycho erinnert hat, wahrscheinlich aufgrund der derben und brutalen Art des Vorgehens und bei Jack Eichord hatte ich immer das Gesicht von Al Pacino in "Heat" vor mir, denn er wirkt trotz seiner wirklich schön geschilderten Beziehung zu Edie und deren Tochter Lee immer etwas desillusioniert und traurig, wie ein Beagle, der im entscheidenden Moment (keine Angst, ich verrate nichts! :-)) allerdings das Blthundgebiss einsetzt
Anyway, diese Buch hat es verdient, für den Krimi Preis 2008 nominiert zu werden. Ob es für die "Pole" reichen wird, wage ich zu bezweifeln (was schade ist!), dafür ist die Werbetrommel zu wenig gerührt worden. Aber was nicht ist, kann ja noch werden:-)
5 von 5 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Cthulhu zu »Rex Miller: Fettsack« 18.08.2008
Was soll man dazu sagen?

Um es voweg zu nehmen, das Buch ist ausgezeichnet geschrieben und kommt, daran muss man sich vielleicht gewöhnen, fast ohne Dialoge aus. Und die spärlichen Dialoge, wenn sie dann erscheinen, sind derart umwerfend, dass es einem aus der Hose haut. Man denke nur an die saublöden Polizistenwitze oder die Gespräche der "Flames".
Und "Chaingang" Bunkowski...so einen irren und durchgedrehten Killer gibts meiner Meinung in der ganzen Kriminalliteratur nicht. Schon seine Träume, die sich ausschliesslich mit Gräueltaten von seinem Vietnam-Aufenthalt befassen, sind verstörend. Und überhaupt...selber lesen, sag' ich.
Und zusätzlich kommt noch dazu: Es ist ein Buch, indem die Liebesbeziehung zwischen Jack Eichord und seiner Edie in einer Art geschildert wird, die absolut neuartig und grossartig ist...und das sage ich, der Liebesgesülze oder Drecksex à la Laymon kaum ertragen kann.
Kurzum, das ist ein Krimi...das ist DER Krimi des Jahres 2008...wage ich mal zu behaupten.
Ich bin begeistert! Das muss ich jetzt einfach mal rauslassen, trotzdem ich ein jämmerlicher Rezensent bin.
16 von 16 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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