Die Launen des Todes von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002
unter dem Titel Death´s Jest-bok,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Droemer-Knaur.
656 Seiten.
ISBN-10: 3-426-19623-9, ISBN-13: 978-3-426-19623-6.
'Die Launen des Todes' ist erschienen als
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In Kürze:
Der Tod ist ein Possenspieler. Er trifft seine Wahl, wie es ihm beliebt, und verschont weder die Guten noch die Gerechten. So jedenfalls scheint es Chief Inspector Peter Pascoe. Vor Jahren hat er Franny Roote wegen Mordes hinter Gitter gebracht, doch jetzt ist der notorische Kriminelle frei und traktiert ihn mit Briefen, in denen er verschlüsselt neue Morde gesteht. Nur lassen sich ihm die Taten nicht nachweisen, obwohl Pascoe den Eindruck hat, als wären sie alle dem Schauerroman eines mysteriösen viktorianischen Dichters entlehnt. Und Roote hätte ein Motiv, sich eines solchen Kunstgriffs zu bedienen, schreibt er doch gerade an einer Arbeit über das Thema der Rache im englischen Drama. Pascoes Vermutung wird zur fixen Idee, so dass Detective Superintendent Andy Dalziel sich schon über diese Obsession lustig macht. Doch Rootes Briefe häufen sich, und zwischen den Zeilen liest Pascoe Drohungen gegen seine Familie heraus …
Franny Roote wird aus dem Knast entlassen, wohin ihn Detective Inspector Peter Pascoe wegen Mordes gebracht hat. Roote hat die Zeit gut genützt und ein Literaturstudium mit Erfolg absolviert. Jetzt kümmert er sich um den literarischen Nachlass des viktorianischen Poeten Thomas Lovell Beddoes, um den sich einige Geheimnisse zu ranken scheinen. Dazu reist er an die Orte, an denen der englische Dichter seine Stücke schrieb.
Unterwegs schickt er DI Pascoe laufend Briefe, in denen er aus seiner Zeit im Gefängnis und von seinen gegenwärtigen Unternehmungen berichtet. Peter Pascoe ist reichlich irritiert. Offensichtlich hat Franny Roote ihn als Vertrauensperson erwählt, ohne dass der Inspector dabei ein Wörtchen mitzureden hat. Pascoe misstraut dem hochintelligenten Mr. Roote, denn dieser versteht es gekonnt, alle Leute für seine Zwecke einzuspannen. Irgendetwas steckt hinter Rootes Taktik und Pascoe vermutet einen gezielten Racheakt gegen sich und seine Familie.
Über allem thront der schwergewichte Chief Andy Dalziel
Dieweil verliebt sich der junge Detective Constable Hat Bowler in eine junge Bibliothekarin, die anscheinend auch nicht ganz astrein ist. Der schwule Sergeant Wield bekommt Kontakt zu einem jungen Stricher, der ihn mit Informationen versorgt. Und über all dem thront der schwergewichtige Detective Chief Inspector Andy Dalziel, der alles hört, alles sieht, alles weiß und in seiner unmöglichen Art die Fäden der Kriminalistik in der Hand hält. Denn das Verbrechen schläft nicht und das eigenartige Team der britischen Ermittler wittert einen großen Fall.
Reginald Hill, Jahrgang 1936, ist laut »The Independent« der gegenwärtig beste Krimi-Autor der englischsprachigen Welt. Das mag vielleicht ein wenig übertrieben sein. Aber mit Sicherheit ist Reginald Hill der wortgewaltigste Schreiber unter den aktuellen Neuerscheinungen. Der Durchschnittsleser benötigt zur Bewältigung der 653 Seiten in jedem Fall ein sehr gutes Fremdwortlexikon und eine humanistische Vorbildung zur Erfassung der unzähligen Verweise darf dem Genießer dieses Werkes ans Herz gelegt werden.
Hill zelebriert einen verschnörkelten, altmodischen Stil – bis auf die Dialoge
Hill zelebriert über einen Großteil des Textes einen verschnörkelten, altmodischen Schreibstil, den er nur während der Dialoge unterbricht, um sich auch deftiger Wortfetzen zu bedienen, die den Lesestoff gekonnt auflockern. Das ist bei dieser Art Lektüre aber auch unbedingt nötig, denn sonst könnte der eine oder andere Leser auf die Idee kommen, die ersten vierhundert Seiten als langweilig zu empfinden, weil man mit Action nicht gerade verwöhnt wird.
Reginald Hill hat hier einen wahren Rätselkrimi geschaffen, bei dem der Leser tatsächlich bis kurz vor dem Ende nicht weiß, worum es eigentlich wirklich geht. Auf den letzten fünfzig Seiten dreht der Autor aber ordentlich auf und man hätte sich gewünscht, dass auch der Rest des Buches in ähnlich fulminantem Stil formuliert worden wäre. Hill zieht es aber vor, den Leser mit den unterschiedlichsten Handlungssträngen laufend in die Irre zu führen und man ahnt des Öfteren, in welche Richtung sich die Handlung bewegt, aber Hill schlägt ziemlich unerwartete Haken bis er zum Showdown bläst und dies kann er auch mit typisch britischem, schwarzem Humor.
Ein meisterlicher Kunstkrimi!?
Kann man dieses Buch nun empfehlen? Ein klares Jein. Wer Bücher aus Freude an der Sprache und der Fabulierkunst liest, der bekommt mit diesem Roman einen Leckerbissen erster Klasse geboten. Wer Krimis verschlingt, weil Handlung und Spannung im Vordergrund stehen sollen, der darf von den »Launen des Todes« getrost die Finger lassen. Hill hat einen Kunstkrimi inszeniert, der für die einen meisterlich ist und für die anderen totlangweilig.
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| Sandra zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 08.02.2010 |
|---|---|
| wolko zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 30.04.2009 |
| d.h. zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 27.11.2007 |
| Gian-Luca zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 20.01.2007 |
| Charlotte zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 10.09.2006 |
| egon zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 28.08.2006 |
| Lilith zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 18.06.2006 |
| Riri zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 17.11.2005 |
| Richter zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 07.04.2005 |
| Irmgard Smircich zu »Reginald Hill: Die Launen des Todes« | 11.03.2005 |

