Sieh mir beim Sterben zu von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2010
unter dem Titel Shoot to Thrill ,
deutsche Ausgabe erstmals 2010
bei Rowohlt.
Folge 5 der Leo-Magozzi-und-Gino-Rolseth-Serie.
- New York: Putnam, 2010 unter dem Titel Shoot to Thrill . 320 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010.
Übersetzt von Tanja Handels.
ISBN:
978-3805208598. 384 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012.
Übersetzt von Tanja Handels.
ISBN:
978-3-499-24784-2. 384 Seiten.
'Sieh mir beim Sterben zu' ist erschienen als
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In Kürze:
Eine Braut wird ertränkt. Live. Zuerst halten alle den kurzen Film für eine Inszenierung. Doch dann werden Leo Magozzi und Gino Rolseth von der Minnesota Police zu einem Tatort gerufen. Ein Mann ist ertrunken. Er trägt ein Brautkleid. Leo und Gino sind ratlos. Das FBI auch. Sie holen die Monkeewrench-Crew ins Boot. Was Grace Mac Bride und ihre Freunde im Netz entdecken, ist schlimm er als alles, was sie bisher gesehen haben. Denn der Kurzfilm ist nur einer von vielen.
Das meint Krimi-Couch.de: »Nähert sich ein bewährtes Konzept der Halbwertzeit?«
Krimi-Rezension von Eva Bergschneider überspringen
Sieh mir beim Sterben zu ist nun der fünfte Krimi aus der Reihe des Mutter/ Tochter Autorenduos P.J. und Traci Lambrecht mit den Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth vom Minneapolis Police Departement. Von Beginn an mischt in der Reihe eine kuriose Truppe Computerfreaks, das Monkeewrench Team bei der Verbrechensbekämpfung mit. Und dieses mal sind ihre intimen Kenntnisse im Bereich des World Wide Web gefragt.
Snuff-Videos und Botschaften im Netz
Zunächst hält die Polizei den fatalen Sturz eines Schneewanderers in die Eisklippen am Lake Superior und das Ertrinken einer betrunkenen und als Braut verkleideten Drag-Queen im Mississippi in Minneapolis für Unfälle. Doch dann tauchen Videos im Netz auf, die den Tod dieser Männer zeigen, zwei unter vielen anderen Snuff-Filmen bei YouTube und Myspace, die Sterbeszenen nachstellen. Das FBI bittet die Firma Monkeewrench eine Software zu entwickeln, die falsche von echten Mordszenen unterscheiden kann. Doch zunächst entdeckt das Team eine andere heiße Spur; die Morde wurden in verschlüsselten Botschaften angekündigt.
Die Detectives Magozzi und Rolseth ermittelnden in dem Mord an den Transvestiten. Einziger Zeuge vor Ort ist der Ex-Richter Jim Bukowski, der sich häufig am Flussufer herum treibt. Angeblich kann sich der exzessive Trinker an nichts erinnern und dennoch bietet »Wild Jim« der Polizei seine Unterstützung an.
Tötet hier ein Serienkiller? Oder setzen sich mehrere Einzeltäter nach einem im Netz abgestimmten Schema in Szene? Als eine aktuelle Ankündigung keinem Mordvideo zugeordnet werden kann, beginnt ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit.
Zeit für Erneuerungen
Wer die Magozzi/Rolseth Serie kennt, weiß was ihn erwartet und wird auch in Sieh mir beim Sterben zu nicht enttäuscht. P. J. Tracy stehen für spannende und von leichter Hand erzählte Krimi-Unterhaltung, die heiße Eisen thematisiert.
Das die Detectives sich gegenseitig nicht so ganz ernst nehmen und ungehemmt Sprüche klopfen, kennt und liebt der Kenner dieser Serie ebenfalls. Der Vorgängerband ließ es in dieser Hinsicht allerdings etwas zurückhaltender angehen. Die Dialoge kamen einen Tick ernsthafter herüber – was dem Krimi Memento gut zu Gesicht stand. Anscheinend waren die Autorinnen anderer Meinung. In Sieh mir beim Sterben zu lassen ihre Protagonisten wieder keine Gelegenheit für einen flapsigen Scherz verstreichen, was meistens gut unterhält, mitunter aber auch fehlplatziert wirkt.
Schade ist, das bezüglich der Charaktere, die eigentlich viel Entwicklungspotential haben, alles beim Alten bleibt. Man fragt sich, wie lange Magozzi und Grace einander noch umkreisen wollen, ohne sich in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Man vermisst, das jemand aus dem eingeschworenen Mikrokosmos Monkeewrench ausbricht, sich in der Konstellation der Personen zueinander irgend etwas ändert. Hier besteht für die kommenden Bände der Serie dringender Auffrischungsbedarf, denn auch skurriler Charme nutzt sich durch ständige Wiederholung ab.
Das angefasste »heiße Eisen« ist hier die Form von Computerkriminalität, die Mörder ihre Taten im Internet präsentieren lässt.
Ganz neu ist dieser Ansatz mit verfilmten Gewalttaten in der Kriminalliteratur zwar nicht, aber die Autorinnen stellen das Thema im Rampenlicht aktueller gesellschaftlicher Trends dar. Im Zeitalter von »Social«- Netzwerken wie YouTube. Facebook und ihrer Ableger haben auch Mörder die Möglichkeit, einem übersteigerten Geltungsbedürfnis zu frönen und sich publikumswirksam darzustellen,. P. J. Tracy legen dabei den Finger in die tiefste Stelle der Wunde der Bekämpfung von Internetkriminalität. Trotz abgefahrenster Technik und nicht immer legaler Mittel, kann auch Monkeywrench nicht nachvollziehen, wer für das, was im Netz passiert, wirklich die Verantwortung trägt. Im blitzschnellen Informationsaustausch rund um den Globus ziehen Verbrecher zahlreiche Trittbrettfahrer nach sich – und tarnen den tatsächlichen Verursacher. Diese Authentizität macht den Roman, der weitgehend ohne Gewaltdarstellung auskommt, mehr als spannend, sie erzeugt ein Gefühl der Ohnmacht. Und so beschließen die Autorinnen die Mordfälle in Sieh mir beim Sterben zu mit einer so faszinierenden wie folgerichtigen Auflösung, die den Leser überrascht und mit Fragen zurücklässt.
Eva Bergschneider, Januar 2011
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| anyways zu »P.J. Tracy: Sieh mir beim Sterben zu« | 09.03.2011 |
|---|---|
| Moehrchen zu »P.J. Tracy: Sieh mir beim Sterben zu« | 12.02.2011 |
| subechto zu »P.J. Tracy: Sieh mir beim Sterben zu« | 10.01.2011 |

