Das Quadrat der Rache von Pieter Aspe

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel Het vierkant van de wraak, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 1 der Pieter-Van-In-&-Hannelore-Martens-Serie.

  • Antwerpen; Amsterdam: Manteau, 1995 unter dem Titel Het vierkant van de wraak. 301 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2005. Übersetzt von Stefanie Schäfer. 312 Seiten.

'Das Quadrat der Rache' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ludovic Degroof, einer der mächtigsten Männer in Brügge und Besitzer eines imposanten Juweliergeschäftes, wird bestohlen. Die Einbrecher hinterlassen ein geheimnisvolles Zeichen, das als ›Templerquadrat‹ aus dem Mittelalter bekannt ist. Degroof kennt die Täter, aber er schweigt. Muss er etwas vertuschen?

Das meint Krimi-Couch.de: »Der ur-gemütliche Commissaris und die flotte Staatsanwältin« 76°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Brügge an sich ist ein verschlafenes, im Grunde stinklangweiliges Provinznest, in dem es sich gut leben lässt. Zumindest aus Sicht der dortigen Polizei. Viel passiert nicht, die Arbeit besteht vor allem aus Knöllchen-Schreiben und dem Auflösen von Staus. Da kommt dem Adjunct-Commissaris Pieter Van In dieser eigenartige Einbruch beim Juwelier Degroof gerade Recht, kann er doch endlich unter Beweis stellen, dass die Ermittler eben nicht nur die Deppen vom Dienst, sondern auch scharfsinnige Kriminologen sein können.

Ja, dieser Einbruch erweckt Aufsehen. Gestohlen wurde nämlich gar nichts – dennoch ist der materielle Schaden immens: Den kompletten Schmuck im Millionwert haben die Einbrecher noch im Laden selbst in Säure aufgelöst. Den Safe sprengten sie auf, doch auch dahinter scheint sich wenig Sinn zu verbergen. Und auch dieser kleine Zettel, den die Täter am Tatort zurückgelassen haben, macht Van In einen dicken Kopf:

R O T A S
O P E R A
T E N E T
A R E P O
S A T O R

Eine geheime Botschaft, ein Hinweis an Juwelier Degroof? Wahrscheinlich, steckte der Zettel doch in einem mit »Für dich, elender Schuft« beschriebenen Umschlag. Sicher ist sich Van In im Gegensatz zur stellvertretenden Staatsanwältin Hannelore Martens, die an ihrem ersten richtigen Fall arbeiten darf, nicht:

»Ich gehe mal davon aus, dass Mijnheer Degroof nicht in Latein korrespondiert«, bemerkte sie giftig.
Diese verdammten Intellektuellen, fluchte Van In im Stillen.

Es ist aber nicht nur der Fall, der Van In reizt. Auch Hannelore Martens verschlägt ihm im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache. Doch der Commissaris wird von oberster Stelle zurückgepfiffen. Der Vater des Juweliers, ein gewisser Ludovic Degroof ist ein überaus hohes Tier in Brügge mit Seilschaften bis in die Politik – und dieser wünscht kein Aufsehen und sähe die Ermittlungen am liebsten schnellstmöglich abgeschlossen. Auch ohne Ergebnis.

Eingefleischte Krimi-Leser werden es an dieser Stelle bereits ahnen: Der Commissaris ist alles andere als obrigkeitshörig und schnüffelt munter weiter. Unterstützung bekommt er überraschenderweise von Hannelore Martens. Und so stößt das ungleiche Paar schnell auf die ein oder andere Unklarheit im Leben des reichen Degroofs. Was damit nun aber der Templer-Orden zu tun haben soll, bleibt beiden weiterhin schleierhaft. Erst recht, als die Familie Degroof ein weiteres Mal an einer empfindlichen Stelle getroffen wird …

Pieter Aspe, der meistgelesenste belgische Krimi-Autor der Gegenwart, hat mit seinem Erstling Das Quadrat der Rache einen kniffligen und komplett unaufgeregten Plot gezimmert. Wer Templer hört und nun direkt an Verschwörungsthriller denkt, ist folglich auch schief gewickelt. Gewalt oder geschweige denn eine Leiche sucht der Leser vergebens, was dem Roman allerdings keinen Abbruch tut.

Das Quadrat der Rache lebt nicht vom Thrill, sondern von einer entspannten Atmosphäre und vor allem den Charakteren, an vorderster Stelle natürlich vom ur-gemütlichen Commissaris Pieter Van In. Innovativ kann man diese Figur mit Sicherheit nicht nennen, den ermittelnden Genussmenschen (hin und wieder ein »Duvel« auch während der Arbeitszeit erleichtert den Job) mit gescheiterter Ehe und Beziehungsproblemen kennt man aus zig anderen Krimi-Reihen. Das Salz in der Suppe ist Hannelore Martens, ein intelligenter, scharfer Feger, der nicht nur Van In den Kopf verdreht. Zwischen diesen beiden fliegen nicht nur manchmal die Fetzen sondern auch die Funken, was Das Quadrat der Rache zu einem rundum unterhaltsamen Roman macht.

Van Inn und Martens sind ein buntes Team, das in die Landschaft grau-depressiver, farbloser Ermittler einen vergnüglichen Farbklecks setzt. Den Namen Pieter Aspe werden sich Krimi-Leser merken.

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Gudrun Wiedemann zu »Pieter Aspe: Das Quadrat der Rache« 27.08.2009
Commissaris Van Inn ist der Größte! Typisch wie die Menschen löst er die Fällle mit Hilfe seines schwulen Kollegen Versavel. Wer Brügge kennt, findet sich in seinen Krimis und wer Brügge noch nicht kennt, will unbedingt hin. Einfach SUPER!!!Seine Frau Hannelore, die Staatsanwältin und Vorgesetzte und Mutter seiner Zwillinge Simon und Sarah spielt die klugen Frau und liebenswerten weiblichen Hauptrolle.
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