Der Schrei der Sirenen von Philip Le Roy

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel La dernière arme, deutsche Ausgabe erstmals 2012 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 1990 - 2009.

  • Vauvert: Au diable Vauvert, 2007 unter dem Titel La dernière arme. 602 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2012. Übersetzt von Michaele von Killisch-Horn. 640 Seiten.

'Der Schrei der Sirenen' ist erschienen als

In Kürze:

In Paris wird die heimliche Geliebte des Präsidenten entführt. In den darauffolgenden Tagen verschwinden weitere junge Frauen auf allen Kontinenten. Profiler Nathan Love begibt sich auf die Suche und stößt auf eine heiße Spur: Alle hatten die Herzen mächtiger Männer erobert – Präsidenten, Bankdirektoren oder Minister – und so Einfluss auf sie ausgeübt. Wer sind diese Frauen ohne erkennbare Vergangenheit oder soziale Kontakte? Loves Ermittlungen führen ihn in die Schaltzentralen der Macht, doch seine unbequemen Fragen stören, und er wird zur Zielscheibe aller …

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Krimitante zu »Philip Le Roy: Der Schrei der Sirenen« 10.09.2012
nach zwei drittel und der -ungelogen!- 198 sten verfolgungsjagdt, habe ich völlig genervt, aufgegeben. was ganz unterhaltsam, allerdings mit einer immer weniger glaubwürdigen story,beginnt, eskaliert in handlungsarmut und unlogik.als zen-weisheiten "getarnte" völlig sinnentleerte, dumme sprüche, sex, drogen und jede menge -sorry...- verfolgungsjagdten machen noch keine gute geschichte. fazit: das geschreibsel kommt noch nicht mal zu oxfam, sondern gleich in das altpapier!
K zu »Philip Le Roy: Der Schrei der Sirenen« 04.09.2012
Rasanter Actionthriller.

Nicht immer plausibel, aber dafür gelegentlich humorvoll. Vor allem gibt es hier aber jede Menge blei- und bluthaltige Szenen. Ehrlich gesagt habe ich mich mit der Bewertung etwas schwergetan. Beim ersten Lesedurchlauf habe ich mich nur gefragt, was um alles in der Welt dies sein soll. Der Held (Nathan Love) stapft in James Bond-Manier durch die Gegend. Tausende von Kilometer legt er zurück. Es geht quer durch fast alle Kontinente. Nathan Love muss sich mit Waffenhändlern, Bullen, Killern, Spionen herumschlagen. Ja sogar aus einem angeschossenen Flugzeug abspringen. In brenzligen Situationen (und die gibt es en masse) helfen Nathan zwar keine technischen Gimmicks, dafür ist er ein begnadeter Kampfsportler, der jederzeit den passenden Zen-Spruch auf Lager hat. Und dann der Name! Love! Wie passend, dass es hier um gut aussehende Damen geht. Aber was schreibe ich, blendend schauen diese jungen Sirenen aus, die den Mächtigen der Welt den Kopf verdreht haben, und die jetzt eine nach der anderen verschwinden. Nicht irgendwie verschwinden. Eine hat geduscht und ward nicht mehr gesehen. Den einzigen Zugang hat sie dabei nicht benutzt. Eine andere verschwindet in einer Umkleidekabine während sie mit ihrem Herrn und Meister telefoniert. Eine dritte löst sich in einer afrikanischen Hütte in Luft auf. Unerklärbare Dinge ereignen sich.

Ebenso mysteriös sind die jungen Damen, die allesamt mehrere Sprachen sprechen, gut ausgebildet sind, eine Regenphobie haben und sehr friedliebend sind. So nach und nach werden Zusammenhänge sichtbar. Wer hinter diesen Attentaten und Entführungen steckt, ist nach ca. 2/3 des Buches geklärt. Danach geht es nur noch darum, das Leben der Sirenen zu retten. Natürlich wieder im gesetzlosen Ausland. Natürlich wieder mit viel Blei und Blut verbunden. In einem Nebenstrang taucht übrigens eine frühere Geliebte von Nathan Love auf: Carla. Dass sie sich zusammen mit ihrer Tochter Lea in einer abseits gelegenen, nur von Seeseite aus erreichbaren Bucht vor ihrem früheren Liebhaber, der jetzt dank Nathan im Rollstuhl sitzt, versteckt hat, hat ihr nicht geholfen. Man macht sie ausfindig und verschleppt auch diese beiden Frauen. Aber keine Sorge, es gibt ja unseren kampfsporterfahrenen Helden.

Das Beste an dieser Geschichte sind manche (leider nicht alle der Dialoge). Das klingt dann so:
"Gotteslästerliche Bemerkungen aus deinem Mund?"
"Buddha ist kein Gott. Töte den Buddha, das ist der erste Schritt zur Freiheit. Töte deine Erwartungen, deine Glaubensgewissheiten und deine Vorurteile."
"Ich kann dir nicht folgen."
"Die Freude ist in allem, man muss sie nur entdecken."
"Das sagt sich leicht."
"Man muss das alltägliche Leben feiern. Keine alltägliche Handlung darf vernachlässigt werden. Einem Freund Kaffee einschenken, einen Strauß betrachten, eine Einkaufsliste schreiben, eine Schale hochheben, sein Kind zur Schule bringen ... Die Wiederholung der einfachen Dinge erlaubt dem Geist, sich von den Schimären der Vergangenheit und der Zukunft zu befreien."
usw. usf.
Gefunden auf Seite 399 und ich wette jetzt einfach mal, dass jeder sofort den Zen-Anhänger Nathan in diesem Dialog identifizieren kann. Manchmal freilich übertreibt er es gnadenlos mit seinen Weisheiten. Zum Beispiel wenn ihm wieder einmal im Kampfgetümmel Strategeme einfallen.

Das Schlechteste sind neben den überzogenen Kampfsport- und Überlebungskünsten unseres Helden die logischen Fehler und Ungereimtheiten. Zum Beispiel, wenn auf einmal Vertreter der Mädchen-jagdenden Seite redselig werden. Darunter ein hoher Kopf. Einerseits werden alle, die irgendwie beteiligt sind, eliminiert. Andererseits sind es die reinsten Plaudertaschen, sobald Nathan sie ausfragt. Aber Halt ... bei James Bond fragt ja auch niemand nach der Logik. Vielleicht sollte man hier also dieselbe Perspektive anwenden.

Kurz und gut:
Dieser Thriller ist sicher nicht für jeden geeignet. Gelegentlich durchaus unterhaltsam, dann wieder übertrieben. Bei der Suche nach noch nicht entführten Sirenen verliert sich der Autor des Öfteren in ausschweifenden Beschreibungen. Aufgrund der Vielzahl der Figuren, bleiben die meisten Charakterisierungen oberflächlich. Actionfans kommen hingegen auf ihre Kosten. Ausserdem sollte man keine Abneigung gegenüber Zen-Weisheiten haben.

Und ganz zuletzt:
Wer sich über den deutschen Titel wundert (im Französischen: La dernière arme) der sollte vielleicht Seite 443 aufschlagen. Dort wird ganz unten in der letzten Zeile ein Beitrag aus dem Radio erwähnt: Waiting for the Siren's Call. Ob das hinter dem SCHREI DER SIRENEN steckt?
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