Kalt wie das Grab von Peter Robinson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Cold is the Grave, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 11 der Inspector-Alan-Banks-Serie.

  • Toronto: Viking, 2000 unter dem Titel Cold is the Grave. 479 Seiten.
  • München: Ullstein, 2002. Übersetzt von Susanne Aeckerle. ISBN: 3-550-08369-6. 479 Seiten.
  • München: Ullstein, 2003. Übersetzt von Susanne Aeckerle. ISBN: 3-548-25789-5. 479 Seiten.

'Kalt wie das Grab' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Großes Entsetzen kommt auf in der Familie von Chief Constable Riddle, als Sohn Benjamin zufällig auf einer Pornowebsite das Foto seiner älteren Schwester Emily entdeckt. Dies ist das erste Lebenszeichen, seit Emily vor sechs Monaten von zu Hause verschwunden ist. Jimmy Riddle weiß sich keinen anderen Rat, als Chief Inspector Alan Banks anzurufen, genau den Mitarbeiter, den er schon seit langem ganz besonders geringschätzt, und so ist Banks zunächst äußerst mißtrauisch, als sein mächtiger Feind und Chef Riddle ihn um Hilfe bittet.

Das meint Krimi-Couch.de: »Solider konstruierter englischer Krimi« 78°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Was soll Inspector Alan Banks davon halten? Ausgerechnet Chief Constable Jimmy Riddle, der ihm bisher das Leben ziemlich schwer gemacht hat und ihn offensichtlich nicht leiden kann, bittet ihn um einen Gefallen. Das Bild seiner sechzehnjährigen Tochter Emily, die vor einem halben Jahr ausgerissen ist, ist auf einer Pornoseite aufgetaucht und Alan Banks soll sie suchen – diskret natürlich, denn der Chief Constable will die Karriereleiter noch höher hinaufsteigen. Dafür muss Banks sogar seinen Wochenend-Trip nach Paris mit seiner Tochter Tracy absagen. Er fährt nach London und findet über die Agentur den Fotografen, von dem das Foto stammt. Craig, bei dem Emily kurze Zeit gewohnt hat, schickt ihn zu Ruth Walker, von der Banks die Information erhält, wo sich die verlorene Tochter aufhält: Sie ist bei Barry Clough untergekommen, einem Infant terrible, bei dem man nur vermuten kann, wie er seine Brötchen verdient. Abgesehen davon könnte er ihr Vater sein, versorgt sie mit Drogen und behandelt sie nicht sehr gut. Das hat Folgen, denn Emily taucht in der Nacht aufgelöst in Banks Hotel auf und will ihn bei der Gelegenheit gleich verführen, doch der gute Inspector bleibt Gentleman und liefert sie am nächsten Tag bei ihren Eltern ab.

Einige Wochen sind seitdem ins Land gegangen, als Alan Banks eines abends angerufen wird. In einer Bar hat es einen Todesfall gegeben und laut Führerschein handelt es sich bei dem Opfer um Ruth Walker, doch als Banks die Tote sieht, ist er geschockt …

Solide Unterhaltung mit melancholischem Unterton

Im Großen und Ganzen ist die Story nach dem Schema aufgebaut: Vorgeschichte – Fund des Opfers – zähe Ermittlungen – Überraschung für den Leser – Ende. Peter Robinson hat es geschafft, am Ende ein stimmiges Bild abzugeben, bei dem kein Handlungsstrang ins Leere lief. Einziger Nachteil: Leider waren die Längen im dritten Viertel des Romans unübersehbar, auch für jemanden, der ein Fan von englischen Polizeiromanen ist. Überraschend fand ich, dass die Auflösung nicht durch die harte Arbeit der Polizei ans Tageslicht gekommen ist, sondern mehr oder weniger fremdbestimmt durch die Enthüllung eines gutgehüteten Geheimnisses, was jedoch keinesfalls negativ zu sehen ist.

Wexford und Banks

Seit der Entdeckung von Peter Robinson ist die Figur von Alan Banks für mich ebenbürtig mit Ruth Rendells Inspector Wexford und dass letzterer einen ungleich höheren Bekanntheitsgrad erreicht hat, kann nur darauf zurückzuführen sein, dass Ruth Rendell schon viel mehr Bücher veröffentlicht hat. Und obwohl die beiden Protagonisten unterschiedliche Charakterzüge aufweisen, ist eine Ähnlichkeit nicht zu verleugnen, die je nach Story mehr oder weniger zum Tragen kommt. Mir scheint jedoch, Banks entwickelt sich in den späteren Büchern etwas mehr zum einsamen Wolf, der nicht mehr so sehr im Team verwurzelt ist. Er ist dennoch eine vertrauenserweckende Person, die mit all ihren Problemen sehr lebendig geschildert wird.

Wenn man von den erwähnten Längen mal absieht, hat man mit »Kalt wie das Grab« wieder einen solide konstruierten klassischen englischen Krimi vor sich, der eine gut durchdachte Story aufweist. Er komplettiert die Reihe um Inspector Alan Banks und das Ende versöhnt den Leser einmal mehr.

Ihre Meinung zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab«

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Rolf.P zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 28.02.2009
Peter Robinsons Krimireihe um Inspektor Alan Banks ist für mich mit das Beste, was die aktuelle englische Krimiszene zu bieten hat.
Oft büßen Serien, die sich über mehr als zehn Bände erstrecken, von ihrer Qualität ein. Entweder gehen dem Autor die Ideen für Krimigeschichten aus, sodass unbedeutende Nebenhandlungen so aufgebläht werden, dass sie einen Großteil der Seiten abdecken. Oder der private Status quo der Protagonisten wird so breitgetreten, dass seine Entwicklung noch ein paar Bände füllen kann, bis man sich als Leser irgendwann fragt, ob man einen Krimi oder einen Beziehungsroman liest.
Nichts von alledem ist bei Robinsons elftem Band der Alan Banks-Serie zu spüren. In gewohnt ruhigem Ton erzählt Peter Robinson seinen elften Inspector-Banks-Fall. Schon nach wenigen Seiten taucht man ein in die Welt von Banks, einem gestandenen Polizisten im ländlichen Yorkshire, der mit seiner privaten wie seiner beruflichen Entwicklung zu kämpfen hat. Robinson verknüpft beide Aspekte - die nicht alltägliche Polizeiarbeit und die häuslichen Herausforderungen - gelungen.
Beides steht immer in Bezug zueinander, was den Roman anschaulich und lebendig werden lässt. Auf billige Effekthascherei oder brutale Mordschilderungen kann der Autor getrost verzichten - denn er hat eine gute Geschichte zu erzählen.
Raffiniert spinnt Robinson seine Dramaturgie: Nachdem Banks Emily gefunden hat, und kurz darauf ein grässlicher Mord an einem Nachtwächter mit krimineller Vergangenheit geschieht, scheinen beide Fälle nicht in Verbindung zu stehen. Doch Robinson flechtet beide Erzählstränge fast unmerklich zusammen und erhöht so nach und nach die Spannung.

"Kalt wie das Grab" ist einer der Höhepunkte der Serie. Neben der bis zum überraschenden Schluss hochspannende Handlung erzählt es vor allem viel über das Vorleben von Inspektor Banks.
Bettina zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 19.06.2008
Dieses Buch war mein erstes von Robinson, mir hat es nicht gefallen. Für meinen Geschmack war es zu langweilig, die Spannung zu schleichend und nicht wirklich fesselnd. Schade eigentlich, über diesen Autor hört man sonst nur gutes. Nur leider nicht mein Geschmack.
Roman B. zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 21.08.2007
ich finde,dass dieses Buch eifach Spaß macht .ES liest sich sehr leicht und man kann sich sehr gut in die einzelnen Personen hineinversetzten und bekommt einen sehr guten Überblick.Seit ich dieses Buch gelesen habe ,gehört Peter Robinson zu meinen Favoriten.Ich habe bereits ,,in einem heißen Sommer`` gelesen und dieses Buch hat mich sehr bewegt und nachdenklich gemacht.Es is sehr empfehlenswert.
nouri zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 21.07.2007
"Einziger Nachteil: Leider waren die Längen im dritten Viertel des Romans unübersehbar, auch für jemanden, der ein Fan von englischen Polizeiromanen ist."
Dem kann ich mich uneingeschränkt anschließen, obwohlich eine Vorliebe für die sogenannte "langsame Gangart" habe, wurd e ich dann im letzten Drittel etwas ungeduldig.
Trotzdem ist Peter Robinson einer der wenigen Autoren, die das Privatleben ihrer Protagonisten ebenso liebevoll ausgestalten wie die Krimihandlung, das war gut lesbar, nur der Fall an sich schleppte sich doch sehr hier.
evachen89 zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 15.04.2006
Dieser Krimi ist auf keinen Fall das beste Werk von Robinson. Dennoch ist es ein gut gelungenes Buch. Ich selbst habe es sehr gern gelesen und würde es sicherlich weiterempfehlen. Sicherlich hätte er sich einige Zeilen und Seiten sparen können, aber meiner Meinung nach passiert das allzu vielen Autoren. 89°
dino zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 14.02.2006
Es ist auf jeden Fall sehr spannend geschrieben und liest sich locker hintereinander weg. Manche Passagen sind evtl. etwas langatmig, aber es geht noch.
Das Ende ist mal wieder etwas überraschend und von zu vielen Zufällen bestimmt, aber trotz allem würde ich dieses Buch für Krimifans auf jeden Fall empfehlen.
Frank zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 15.04.2005
Kein herausragender, aber sicher sehr empfehlenswerter Krimi. Die Krimicouch-Rezension kann ich voll unterschreiben (wenngleich mir die angesprochenen Längen nicht so bewusst geworden sind)
Ich halte die Balance zwischen Privatleben (nicht nur von Kommissar Banks, sondern auch seiner Freundin und Mitarbeiterin) für sehr gelungen.
Nachdem ich jetzt häufiger komplexe Krimis (wie zB Der Blinde von Sevilla) oder auch übertrieben reisserische (zB der Vogelmann) gelesen habe, war das endlich mal wieder einfach nur sehr gute Unterhaltung.
Für mich 87°.
Lina B. zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 13.05.2004
Für mich etwas zu langatmig! In dem Roman ist ein zweiter Handlungsstrang, dem ausführlich nachgegangen wurde und der für mich schlichtweg langweilig war. Fazit: Habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich nicht Euro 22,-- in den Papierklorb werfen wollte.
Anja S. zu »Peter Robinson: Kalt wie das Grab« 26.04.2004
leider etwas droege und etwas zu sehr konstruierte Handlung, "Aftermath" zB oder "Wednesday's Child" sind viel besser.
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