Ein unvermeidlicher Mord von Peter Robinson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1989 unter dem Titel A Necessary End, deutsche Ausgabe erstmals 2001 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: , 1970 - 1989.
Folge 3 der Inspector-Alan-Banks-Serie.

  • Markham, Ontario: Viking, 1989 unter dem Titel A Necessary End. 317 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2003. Übersetzt von Andree Hesse. ISBN: 3-548-25757-7. 431 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2006. Übersetzt von Andree Hesse. ISBN: 978-3-548-25169-1. 431 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2008. Übersetzt von Andree Hesse. ISBN: 978-3-548-26838-5. 431 Seiten.

'Ein unvermeidlicher Mord' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In das idyllische Yorkshire hat sich Inspector Banks versetzen lassen, um nicht mehr Tag für Tag mit Mord und Totschlag konfrontiert zu werden. Aber als eine zunächst friedliche Anti-Atomkraft-Demonstration außer Kontrolle gerät, liegt am Ende ein Constable erstochen am Boden. Jeder der Demonstranten könnte der Mörder sein …

Das meint Krimi-Couch.de: »Solider Krimi ohne Überraschungen« 70°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

»Ach, wie schön wäre jetzt ein netter britischer Mord auf dem Dorfe, dachte Banks, genau so einer wie in den Romanen: eine überschaubare Gruppe von fünf oder sechs Verdächtigen, ein zweifelhaftes Testament und keine Eile, um das Puzzle zusammenzusetzen. Aber so ein Glück hatte er nicht.«

...denn Inspector Banks hatte etwa hundert Verdächtige. Also kein »britischer Mord«? Man sollte sich da nicht täuschen lassen. Denn in Peter Robinsons Krimi ist wirklich alles »very british«, die Polizeibeamten, die Charaktere, die dörfliche Idylle, nur die Vorgaben sind ein wenig außergewöhnlich. Auf den ersten Blick kein »netter britischer Mord«, sondern ein Mord während einer Anti-Atomkraft-Demonstration, die aus den Fugen geraten ist. Nachdem die Polizei endlich wieder alles unter Kontrolle hat, bleibt der junge Constable Gill erstochen zurück.

Aber das Ganze entwickelt sich dann schließlich doch in eine völlig andere Richtung. Und schließlich bleibt die übliche Handvoll Verdächtiger übrig: da sind zum einen die Bewohner von Maggies Farm, eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Aussteigern – besonders auffällig dabei der junge vorbestrafte Punk Paul – sowie der Organisator der Demo, Dennis Osmond, der ausgerechnet mit einer guten Freundin des Inspektors zusammenlebt, was bereits für Konfliktpotential sorgt.

Doch die größten Konflikte lauern für Inspektor Banks aus einer ganz anderen Richtung. Zur Bearbeitung des Falles setzt man ihm Superintendent Burgess vor die Nase, wegen seiner rücksichtslosen Methoden überall verhasst und Banks leider schon bestens bekannt.

Das Miteinander und Gegeneinander der beiden Ermittler mit ihren persönlichen Auseinandersetzungen und dem gleichzeitigen Bemühen, den Fall zu lösen, bildet dann auch das Kernstück des Romans. Das Zusammenraufen der beiden bei vielen gemeinsamen Bieren ni der Dorfkneipe mit gleichzeitigem Distanzhalten wirkt fast schon ein wenig komisch, zeigt aber deutlich, dass eine gewisse Kompromissbereitschaft im Berufsleben unabdingbar ist. »Ein unvermeidlicher Mord« ist ein absolut leises Buch, dem es vor allem an Tempo mangelt. Es lebt einzig und allein von Robinsons hervorragend dargestellten Charakteren. Der Leser bekommt von jeder der einzelnen Personen ein genaues Bild und die Beziehungen untereinander sind psychologisch gut beschrieben. Die Figuren sind so treffsicher und vielschichtig beschrieben, dass sie in krassem Gegensatz zur Schwarz-Weiß-Betrachtungsweise von Superintendent Burgess stehen.

Realitätsnähe ist die Stärke des Romans, Überraschungen fehlen leider fast gänzlich. Als Whodunit gestartet gleitet das »Wer?« gegen Ende hin fast ins Nebensächliche ab und das »Warum?« gerät in den Vordergrund. Die Auflösung wird ebenso unspektakulär präsentiert wie die gesamte Handlung.

Wer einen Pageturner sucht, der ist hier falsch. »Ein unvermeidlicher Mord« ist ein solider Kriminalroman mit einem subtilen Geflecht von Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren, aber alles andere als ein Reißer.

Ihre Meinung zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord«

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John67 zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 06.05.2011
Dies war nun mein erster Krimi aus der Inspector Banks Serie und er hat mich sicherlich nicht umgehauen.
Die Person und sein Auftreten passen natürlich in die Yorkshire Dales genauso wie ein James Herriot, aber auf so zahlreichen Seiten so wenig interessanten Inhalt zu bieten, kann auch mit der Langsamkeit der Landschaft nicht entschuldigt werden. Sicherlich werde ich es noch einmal mit Inspector Banks versuchen, allerdings muss es dann spannender einhergehen.
Krimi-Tina zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 03.08.2009
Eine Anti-Atomkraft Demonstration in Eastvale gerät aus den Fugen und am Ende gibt es einen toten Constable. Erstochen.
Und als wäre eine Ermittlung mit hundert potentiellen Tatverdächtigen und potentiell politischem Hintergrund nicht schon schwierig genug, wird Alan Banks auch noch dazu verdonnert mit Superintendent Richard Burgess aus London zusammenzuarbeiten, den Banks von früher her in keineswegs guter Erinnerung hat.
Richard Burgess stellt sich auch unmittelbar als ausgesprochenes Ekel heraus. Aber, und da zeigt sich das Können des Autors, er ist keineswegs ein schlechter Polizist. Viele der Genrekollegen Robinsons hätte der Versuchung nicht widerstanden, den Mann nicht nur als Rassist, Sexist und geifernden Kommunistenfresser darzustellen, sondern in auch unfähig korrupt und strohdumm sein lassen. Eine Vorgehensweise die mich immer ein wenig irritiert.
Basnks tut das nicht und so gelingt es ihm uns in Burgess trotz alles seiner schlechten Seiten auch den Menschen sehen zu lassen. Viel lebendiger und authentischer wirkt das sowieso.
Die anderen Hauptprotagonisten diese Buches sind die Bewohner einer alternativen Farm in der Nähe von Eastvale, ein versprengtes Häufchen alternativer, die mühsam versuchen die Reste ihrer Ideale aus den 70ern zu retten. Auch diese Leutchen mit ihren Verwirrungen Zweifeln und ihrem stellenweise ein wenig eigenartig wirkendem Lebensstil sind wunderbar getroffen.
Nicht zuletzt ist die Geschichte äußerst spannend und hat ein recht überraschendes Ende.
Rundherum gelungen
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Rolf.P zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 05.04.2009
"Ein unvermeidlicher Mord" ist der dritte Band seiner Krimiserie mit Chief Inspector Alan Banks.
Da es sich um einen Mord an einem Polizeibeamten handelt, wird Banks ein unsympathischer Polizist aus London vor die Nase gesetzt, der die Welt in schwarz-weiß aufteilt. So wird aus den harmlosen Hippies eine Splittergruppe der IRA, aus den politisch orientierten Studenten werden Kommunisten, Robinson spielt mit den Vorurteilen der Menschen und zeigt an seinem Protagonisten, dass man die Menschen nicht in Schubladen stecken darf und sich auf seinen Instinkt verlassen soll. So ermittelt er nebenbei und kommt natürlich der wahren Ursache für den Mord auf die Spur.
Robinson schafft es auch hier wieder, absolut glaubwürdige Charakter in einer spannenden Krimihandlung zu präsentieren. Allein Dicki Burgess, der unsympathische Mann von Scotland Yard (der dem Leser noch in mehreren Banks-Büchern begegnen wird) gerät ein bisschen zu stereotyp. Ansonsten leben Robinsons Romane von der Echtheit seiner Figuren und man verschlingt einen Roman der Serie nach dem nächsten, um zu erfahren, wie es mit Alan Banks und seinen Kollegen weitergehen wird. Der Krimi wird dabei fast (aber nur fast) zur Nebensache.
Das Anliegen von Robinson ist, mehr die Charaktere der handelnden Personen zu beschreiben, als sich in "hau- und stech" Schilderungen zu ergehen. Dabei lernt man den guten Inspector Banks näher kennen - und mögen. Das lohnt sich, denn dann freut man sich auf mehr!
Meine Empfehlung: weitere Bücher unbedingt chronologisch lesen.
Gian-Luca zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 14.01.2007
Mei erstes Buch von Peter Robinson,ein spannendes Buch allerdings sind die nachfolgenden um weites besser,Inspektor Banks hab ich aber schnel ins Herz geschlossen.
Anja S. zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 01.08.2004
Solide gemachter Krimi, nicht uebermaessig spannend, aber recht gut psychologisch durchdacht. Dennoch hat Robinson bedeutend bessere Buecher geschrieben wie z.B. "Wenn die Dunkelheit faellt".
Albert Schulz zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 30.06.2004
Klasse Buch. Es fiel mir durch Zufall in die Hände und war der Einstieg in die Welt des Inspectors. Jetzt fehlen mir nur noch zwei. Ich habe selten so gebannt die Bücher eines Autors verfolgt.
deaver zu »Peter Robinson: Ein unvermeidlicher Mord« 24.02.2004
nicht das beste buch von robinson. habe selten so oft einen roman vor langeweile zur seite gelegt wie diesen.
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