Kampfhähne von Peter-Paul Zahl

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Jamaika, 1990 - 2009.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2005. ISBN: 3-596-16463-X. 160 Seiten.

'Kampfhähne' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Fraser ermittelt, wo andere Urlaub machen, er glaubt an das subversive Potential von Cleverness, Rum und Ganja (Marihuana) und hält Sex für eine Kardinaltugend. Seine Assistentin: Valerie McFarlane, Ruffnecks Lebensgefährtin und »Babymother«. Ihr Motto: »Mag sein, dass Gott die Frau aus Adams Rippe gemacht hat, aber heute sind wir das Rückgrat der Gesellschaft«.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Krimi ohne Morde« 68°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Gepflegte Krimi-Unterhaltung ohne einen einzigen Mord – ist das überhaupt möglich? Nur selten kann man sagen, dass das einem Autor gelungen ist. Peter-Paul Zahl hat das mit seiner Novelle »Kampfhähne« geschafft. Das knapp 160 Seiten dicke Büchlein entführt den Leser außerdem nach Jamaika, ein Land das bislang auf der Karte der internationalen Kriminalliteratur so gut wie nicht existierte. Allein Zahl und sein Rasta-Detektiv Aubrey »Ruffneck« Fraser bringen kriminalistisches Leben auf das Karibik-Inselchen.

Allein die Biografie des Autors hört sich spannend an. Ein paar Jahre DDR, ein paar Jahre BRD, einige Zeit West-Berlin und den Rest in deutschen Gefängnissen. Seit 1985 lebt er die meiste Zeit des Jahres jedoch auf Jamaika. Diese zwanzig Jahre haben ihm eine gute Einsicht in den nicht so ganz einfach zu durchschauenden Alltag eines Entwicklungslandes gebracht und er vermag es, die Lebensumstände in simplen Worten anschaulich und authentisch wirkend seinem Publikum zu vermitteln. Da spielt gewiss eine gehörige Portion Abenteuerromantik mit, aber auch die chaotische Realität, die zwischen den Zeilen immer wieder anklingt.

Kastrierte Mordmaschinen

Simon »Chubby« Ridgeway züchtet Geflügel. Allerdings nicht, um die Märkte der Umgebung täglich mit frischen Eiern zu beliefern oder öfters mal ein Brathähnchen vertilgen zu können, nein, er konzentriert sich auf die Aufzucht von Kampfhähnen. Wie auch in vielen anderen lateinamerikanischen Ländern gibt es auf Jamaika Kampfarenen, in denen Züchter ihren Zuchthähne gegeneinander antreten lassen, bis der Verlierer tot am Boden liegt. Chubby ist ein sehr erfolgreicher Züchter und aus seinem Stall stammt der ein oder andere Champion. Nun steht er jedoch vor dem Ruin: Irgendein Saboteur hat sämtliche Hähne seiner Zucht kastriert. Für Chubby steht fest, es muss einer seiner Konkurrenten hinter diesem arglistigen Manöver stehen – aber wer?

Fraser, der wohl einzige Rastaman unter den Privatdetektiven dieses Planeten, quartiert sich bei Chubby ein und hört bald im nahen Pub Geschichten über die zahlreichen Frauengeschichten des Geflügelbarons. Durch seinen respektlosen Umgang mit dem weiblichen Geschlecht sinkt Chubby in Frasers Ansehen deutlich und außerdem eröffnet sich dem Ermittler ein zweiter Kreis möglicher Verdächtiger: die enttäuschten, verprellten Frauenbekanntschaften der vergangenen Monate. Fraser ermittelt an beiden Fronten und begleitet den einst so hoffnungsvollen Kampfhahn »Red Rooster« bei seinem letzten Kampf, ehe er den Täter entdeckt.

Koksender Karibik-Wilsberg mit Rastazöpfen

Nicht nur die Länge des Romans, auch die systematische Vorgehensweise und die Lebenseinstellung Ruffneck Frasers erinnern ein wenig an die Romane Jürgen Kehrers über den Münsteraner Detektiv Georg Wilsberg. Angereichert mit ein wenig Exotik und Hippie-Nostalgie weiß der Autor aber auch eigene Noten zu setzen. Besonderes Lob verdient er dabei für das letzte Kapitel, womit er seinem Publikum in Erinnerung ruft, dass nicht alles auf dieser Insel in der Karibik so unbeschwert läuft, wie man auf den ersten150 Seiten den Eindruck gewinnen konnte. Auch die Lage und Bedeutung Jamaikas auf den Routen des internationalen Drogenhandels erhält eine kleine Erwähnung. Eher unterschwellig kommt seine Kritik an der massiven Intoleranz gegenüber Schwulen und der hohen Zahl unehelicher Kinder in Jamaika daher. Ruffneck Fraser führt zwar selbst eine offene Beziehung mit seiner Frau und hegt keine Eifersucht, wenn sie sich mal nach einer kurzen Beziehung mit jemand anderem sehnt. Andererseits plädiert er jedoch für einen respektvollen Umgang mit dem jeweils anderen Geschlecht in solchen Affären. Wie seine Vorstellung von einer Affäre sich von der eines Chubby Ridgeway unterscheidet, erschließt sich allerdings nicht unmittelbar.

Insgesamt ein nettes kleines Büchlein für eine längere Zugfahrt oder einen Fernflug, ohne übertriebenen Tiefgang oder ein zu hohes Anspruchsniveau. Kampfhähne bietet angenehme Krimiunterhaltung in einer manchmal vielleicht zu sehr in Slang abrutschenden Sprache. Zudem ist es ein Beweis dafür, dass ein Krimi auch mal ohne Morde auskommen kann.

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Conrad Kennedy zu »Peter-Paul Zahl: Kampfhähne« 20.07.2008
Selten habe ich eine Ignoranz und Dämlichkeit gelesen wie obige Kritik.
"Kampfhähne" ist der 6. Band der RUffneck REggae ROmane. Ein Kritiker sollte zumindest einen Blick in die 5 vorangehenden werfen. RUffneck ein " koksender Karibik-(unbekannter Autor), es sei man wohnt im Münsterland) mit Rastazöpfen.
im 3.Band, früher "Teufelsdroge Canna bis",nun"MISS MARY HUANA" beschäftigt sich der Autor ausgiebig mit Rastas, Grass, Kokain. Dort rächt sich gar ein Vater eines jungen Musikers an einem Kokainbaron, inddem er ihn umlegt,weil der seinen Sohn auf Crack gebracht hat, worauf dieser einen tödlichen Motorradunfall hat.
Im 5. Band gesellt sich Rufnneck zu diesem Vater, indem er ein Kopfgeld auf deinen höheren Bullen aussetzt, der Kokaingroß-
händler ist. Und Exotik? P.P.Zahl schildert nicht Exotisches, son-
dern ein andres Land, andre Leute mit andrer Kultur und einer anderenEthik. Und Hippie? Wo gibt es in Jamaika schwarze Hippies? Die weißen waren in den 5 60ern und 70ern im äußersten Westen der Insel, in Negril. Heute arbeiten dort
Rent-a-Dreads", männliche Prostituierte mit Dreadlocks, die weiße Frauen anbaggern und. manchmal, gar befriedigen. Also, Herr Kritiker, etwas Sachkenntnis wäre bei Ihnen vonnöten. Daran haperts. Dann sollte man aber auch keine Rezensioinen schreiben, trotz einigen Lobes für das Buch.
Wie sagte meine Oma?:" Man kann von Äpfeln keine Birne verlangen.
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