Schweres Gift von Peter Oberdorfer

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2015 bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.

  • Berlin: Aufbau, 2015. ISBN: 978-3-7466-3119-6. 362 Seiten.

'Schweres Gift' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Linda Steinberg, eine junge, schöne und faszinierende Rocksängerin, ist auf dem Weg zum Erfolg. Doch bei ihrem ersten großen Konzert bricht sie auf der Bühne zusammen und stirbt. Offenbar wurde sie vergiftet. Ein spektakulärer Mordfall, eine Herausforderung für die Wiener Polizei. Ihre Bemühungen, den Täter zu finden, führen sie zu einem windigen Notar. Als dieser in Untersuchungshaft stirbt, ebenfalls durch Gift, werden die Ermittlungen eingestellt. Allein Bramböck, ein junger, ambitionierter Kommissar, ermittelt weiter – gegen alle Widerstände.

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Dieter Hämmerle zu »Peter Oberdorfer: Schweres Gift« 17.10.2015
Kalkül, Lüge, Korruption und der Tod einer Sängerin. Mit Schweres Gift legt Peter Oberdorfer einen vielschichtigen Wien-Krimi vor.
Linda Steinberg ist eine junge Frau, die sich als Singer-Songwriterin versucht. Sie ist noch unbekannt, aber auf der Bühne strahlt sie eine unaufdringliche Sicherheit aus – eine Sicherheit, die nur jemand haben kann, der auch gut ist. Steinberg, wie sich ihre Band nennt, wird wohl der nächste große Hype werden. Man sieht sich schon knapp vor dem Durchbruch, als sich die Gelegenheit ergibt, als Vorgruppe vor großem Publikum aufzutreten. Doch da versagt Linda: Sie bricht kurz nach Beginn des Gigs auf der Bühne zusammen. Der spät herbeigerufene Arzt kann nur mehr ihren Tod feststellen. Schnell wird klar, dass Linda keine Drogentote ist; sie ist vergiftet worden…
So beginnt Peter Oberdorfers neuer Kriminalroman Schweres Gift (Aufbau-Verlag, 362 Seiten). Der 1971 in Innsbruck geborene studierte Jurist lebt seit einigen Jahren als freiberuflicher Autor und Filmemacher in Thailand. 2008 erschien sein erster Kriminalroman Kreuzigers Tod.
Schweres Gift ist ein breit angelegter Krimi. Der Mord auf der Bühne stößt rasch auf Interesse. Da sind die zwei Hauptverdächtigen: Ron Razorblade, ein Rockstar, von dem man eigentlich nicht sagen kann, dass er die guten Jahre hinter sich hat, denn diese gab es nie. Er fiel eher mit seinem Privatleben als seiner Musik auf und schaffte es so, immerhin präsent zu bleiben. Und der seltsame Notar Koderhold, der dem gängigen Bild seines Berufsstands kaum entspricht, zu Schwärmereien und impulsivem Handeln neigt und wegen Gewalttätigkeit bereits mit dem Gesetz in Konflikt kam.
Über Opfer und Verdächtige wird in den Medien ausführlich berichtet, wodurch der Fall Steinberg auch in der Hierarchie der Polizei bis hinauf ins Innenministerium wahrgenommen wird. Unter diesem Druck wird der Öffentlichkeit schnell eine Lösung präsentiert, mit der sich der leitende Beamte, Otto Bramböck, nicht zufrieden geben will. Klar, würde es gut passen, wenn verschmähte Liebe der Grund für den Mord an Linda ist. Aber hier gibt es mehrere mögliche Konstellationen. Außerdem: Wenn ein Motiv klar ersichtlich ist, reichen dann auch nur schwache Indizien für eine Festnahme eines Verdächtigen aus? Und: Faktisch kann die Unschuldsvermutung leicht weiter aufgeweicht werden, wenn der Hauptverdächtige tot ist und sich nicht mehr gegen Anschuldigungen wehren kann…
Otto Bramböck, ein sympathischer Sturkopf, Parka-Träger und Fahrer eines alten Saab, will sich mit Scheinlösungen nicht zufrieden geben und treibt die Ermittlungen weiter, die sich nach und nach als Spuren oder Hohlwege herausstellen. Die Aufrollung des Lebens des Mordopfers führt zu eigenwilligen Charakteren im Künstlermilieu. Da gibt es hochgetragene Ideale, aber auch die Erkenntnis, dass sich mit toten Künstlern gut Geld verdienen lässt. Und Geld kann bekanntlich den Charakter verändern… Bramböcks Arbeit wird durch Eitelkeiten und Eigeninteressen im Polizeiapparat zunehmend erschwert.
Als Leser hat man zwar Vermutungen, aber die vielen Wendungen und Handlungsstränge sind dann doch überraschend. Kann Bramböck in diesem Wirrwarr eine Lösung für den Fall finden? Und wenn, kann ihm das gelingen, ohne sich dabei eine blutige Nase zu holen? Mit Schweres Gift ist Peter Oberdorfer ein Krimi mit Witz, Tiefgang und auch einer gewissen Bitternis gelungen. Eine Fortsetzung wäre interessant.
Dieter Hämmerle, Wien
klaumer zu »Peter Oberdorfer: Schweres Gift« 08.06.2015
Selten so ein gutes Buch gelesen. Ich mag Krimis, die nicht so nach Schema gebaut sind wie ein Feierabendkrimi. Bleibt undurchsichtig bis zum Schluss. Die Auflösung überzeugt, ist aber irgendwie auch deprimierend. Der Fall wird aufgeklärt und der Ermittler macht gleichzeitig schlapp. Interessante, originelle Kombination! Absolut empfehlenswert. Einfach anders.
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