Du sollst nicht sterben von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2010
unter dem Titel Dead like you,
deutsche Ausgabe erstmals 2011
bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / Brighton, 1990 - 2009.
Folge 6 der Roy-Grace-Serie.
- London: Macmillan, 2010 unter dem Titel Dead like you. 500 Seiten.
-
Frankfurt am Main: Scherz, 2011.
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg.
ISBN:
978-3-502-10198-7. 448 Seiten.
-
[Hörbuch] Berlin: Argon, 2011.
Gesprochen von Hans Jürgen Stockerl.
ISBN:
3839811090. 6 CDs.
'Du sollst nicht sterben' ist erschienen als
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In Kürze:
Das Metropol Hotel in Brighton: Nach einem ausgelassenen Silvesterfest wird eine junge Frau brutal vergewaltigt, als sie auf ihr Zimmer geht. Eine Woche später wird eine andere Frau angegriffen. Der Täter stiehlt beiden Opfern die teuren Designer-Schuhe. Das erinnert Roy Grace sehr an einen nie gelösten Fall aus dem Jahr 1997, als der, den sie damals den »Schuh-Dieb« nannten, fünf Frauen vergewaltigte und eine sechste tötete. Danach verschwand er spurlos. Ist der »Schuh-Dieb« wieder da? In seinem sechsten Fall muss Detective Superintendent Roy Grace weit in die Vergangenheit gehen, um eine neuerliche Serie von Vergewaltigungen aufzuklären.
Das meint Krimi-Couch.de: »Ungeahnte Abgründe der Perversion«
Krimi-Rezension von Andreas Kurth überspringen
Eine ausgelassene Silvesterparty in einem großen Hotel im englischen Seebad Brighton. Unter anderem feiert hier die Elite der örtlichen Polizei das neue Jahr. Kurz nach Mitternacht verlässt eine junge Frau den Saal – und wird brutal vergewaltigt. Als einige Tage später eine weitere Frau angegriffen wird, nimmt der Täter erneut ihre sündhaft teuren Schuhe mit. Detective Superintendent Roy Grace erinnert sich daraufhin an einen ungelösten Fall mit dem gleichen Muster, der viele Jahre zurück liegt. Den unbekannten Vergewaltiger nannte die Polizei damals den »Schuh-Dieb«. Nun fragen sich die Ermittler, ob der Mann nach langer Pause wieder aufgetaucht ist und erneut sein schmutziges Spiel treibt. Denn das Vorgehen des Täter ist auffallend ähnlich, er hat es stets auf Frauen abgesehen, die sich gerade Designerschuhe in teuren Läden gekauft haben. Die Details der perversen Vergewaltigungen treiben den Ermittlern den Schweiß auf die Stirn – und der öffentliche Druck nimmt immer mehr zu.
Peter James mutet den Lesern in seinem neuen Thriller einiges zu. Die unappetitlichen Einzelheiten der Vergewaltigungen machen deutlich, dass es offenbar Abgründe der Perversion gibt, die man sich lieber nicht vorstellen möchte. Dennoch ist der Thriller keineswegs blutrünstig, vielmehr läuft der Autor zu Höchstform auf und macht einmal mehr deutlich, dass er ein hervorragender Geschichtenerzähler ist. Die Vergewaltigungen sind ziemlich heftiger Stoff – aber Peter James ist als Schriftsteller wirklich kreativ.
Die neue Serie von Vergewaltigungen hält die Ermittler in Atem, aber auch den Lesern wird einiges abgefordert. Die heftigen Zeitsprünge und abrupten Ortswechsel sind nämlich nicht immer leicht nachzuvollziehen, man muss beim Lesen immens aufmerksam sein, um auch die Vielzahl an Personen richtig zuordnen zu können. Ein großer Vorteil ist, dass man die Vorgänger-Bände der Reihe nicht gelesen haben muss, sondern auch so problemlos in die Handlung hineinkommt – wenn man aufmerksam liest. Das ergibt sich jedoch von selbst, denn von der ersten Seite an baut Peter James einen enormen Spannungsbogen auf, den er bis zum rasanten Ende sogar noch steigert.
Neben dem Ermittlerteam gibt es weitere interessante Figuren. Da ist beispielsweise der skurrile Taxi-Fahrer Jak – der salopp gesagt eine reelle Klatsche hat. Alle Stunde trinkt er eine Tasse Tee, fährt und lebt nach strengen Regeln, und hat ausgefallene Vorlieben. So fragt er seine Fahrgäste, ob sie zu Hause hoch- oder tiefhängende Spülkästen haben. Die Menschen sind peinlich berührt, ahnen jedoch nicht, dass Jak zu Hause eine ganze Kollektion von Spülkasten-Ketten hat – neben einer Sammlung von hochhackigen Schuhen.
In dem äußerst komplexen Fall sind Ermittler und Leser enorm gefordert, und werden immer wieder auf falsche Fährten gelockt. Geradezu brillant führen die Spuren zu scheinbar Verdächtigen, um dann ins Leere zu laufen. Peter James geht dabei als Erzähler wirklich geschickt vor, denn er schildert das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Die relativ kurzen Erzähl-Abschnitte beschleunigen das enorme Tempo der Geschichte zusätzlich. Aber auch die starken Charaktere wirken ungemein fesselnd. So ist beispielsweise Roy Grace ein gewiefter und überaus gründlicher Ermittler, der vor allem auf die traditionellen Methoden britischer Polizei-Arbeit setzt – und damit letztlich im Zusammenspiel mit seinem engagierten Team erfolgreich ist.
Die Tiefen der menschlichen Psyche und Abgründe der Perversion, die vom Autor aufgezeigt und ausgeleuchtet werden, lassen zuweilen den Atem des Lesers stocken. Neben dem ausgezeichneten Spannungsbogen ist der Plot an sich hervorragend gelungen. Und dass der Autor im Finale nochmals richtig Gas gibt, rundet das Lese-Vergnügen ab. Die Figur Roy Grace – einschließlich seines Teams – hat nach meiner Auffassung noch reichlich Potenzial, man kann sich also auf weitere Fälle aus dem schönen Brighton freuen.
Andreas Kurth, Januar 2012
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| c-bird zu »Peter James: Du sollst nicht sterben« | 15.01.2012 |
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| subechto zu »Peter James: Du sollst nicht sterben« | 16.12.2011 |
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| Moehrchen zu »Peter James: Du sollst nicht sterben« | 08.12.2011 |

