Wo Licht und Schatten ist von P.D. James

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel The Lighthouse, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Droemer.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 13 der Adam-Dalgliesh-Serie.

  • London: Faber, 2005 unter dem Titel The Lighthouse. 323 Seiten.
  • München: Droemer, 2006. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3-426-19717-2. 461 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2007. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3828987388. 461 Seiten.
  • München: Knaur, 2007. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3-426-63503-2. 461 Seiten.
  • München: Knaur, 2010. Übersetzt von Ulrike Wasel & Klaus Timmermann. ISBN: 978-3-426-50621-9. 461 Seiten.

'Wo Licht und Schatten ist' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Combe Island ist eine Oase der Ruhe und des Friedens. Hochrangige Gäste aus Kultur und Politik erholen sich hier jenseits von Großstadtstress und Medienrummel. Einer der Gäste ist der weltberühmte Bestsellerautor Nathan Oliver, der sich hierher zurückgezogen hat, um sein neues Buch zu vollenden. Doch Oliver ist nicht nur ein großer Literat – er ist auch ein streitsüchtiger Egomane, und er schafft es, sich in kürzester Zeit sämtliche Inselgäste wie auch das Personal zum Feind zu machen. Als er eines Morgens am Leuchtturm der Insel aufgeknüpft gefunden wird, werden Adam Dalgliesh und seine Crew eingeschaltet, den Fall schnell und diskret zu lösen. Und Dalgliesh stellt fest: So gut wie jeder auf Combe Island hätte einen Grund gehabt, den verhassten Nathan Oliver zu töten …

Das meint Krimi-Couch.de: »Reif für die Insel?« 69°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Der Schauplatz des Mordes in ihrem Roman ist ein Klassiker, die Autorin ist es längst und so darf sie das, was man anderen Krimiautoren vielleicht übel nehmen würde: Mord auf einer abgeschiedenen Insel mit nur einer Handvoll von Verdächtigen, wunderbar in Szene gesetzt von Altmeisterin Agatha Christie, nun neu aufgelegt von einer anderen Old Lady des britischen Kriminalromans, die ebenfalls den Titel Queen of Crime trägt – Phyllis Dorothy James.

Zehn Tote muss es auf Combe Island nicht geben, bis Commander Adam Dalgliesh auf den Plan tritt, einer reicht dafür aus. Die Insel vor der Insel nahe Cornwall (ein fiktiver Ort) soll ein Refugium sein, in das sich hochrangige Persönlichkeiten von ihrem anstrengenden Beruf in aller Abgeschiedenheit erholen können, so steht es in der Satzung der Stiftung. Außerdem ist dort verankert, dass auch diejenigen ein Besuchsrecht haben, die auf der Insel geboren wurden, was gegenwärtig nur eine Person zutrifft: auf den bekannten Schriftsteller Nathan Oliver. Dieser droht dem Verwalter Rupert Maycroft, sich fest auf Combe Island niederzulassen und beansprucht das schönste Cottage der Insel für sich, in dem die letzte Nachfahrin des Stifters Emily Holcombe lebt, womit er sich nicht gerade beliebt bei ihr macht.

Ein jeder hat ein Motiv

Doch auch bei den übrigen Bewohnern, den Angestellten und den beiden zur Zeit anwesenden Gästen ist der egozentrische Schriftsteller nicht gerade gern gesehen. Als seine Leiche am Leuchtturm hängend gefunden wird, hält sich die Trauer stark in Grenzen, selbst bei seiner Tochter Miranda, die ihn immer und überall begleitete. Commander Dalgliesh, der Mann für Sonderaufgaben, wird aufgrund der schwierigen Situation vom stellvertretenden Polizeipräsidenten gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen. Detective Inspector Kate Miskin und Detective Sergeant Francis Benton-Smith begleiten ihn. Das Trio merkt recht bald, dass es zwar nur wenige Verdächtige gibt, aber die Lösung ganz und gar nicht auf der Hand liegt.

Interessanterweise beginnt der Prolog mit der Vorstellung der drei Ermittler, was bei P.D. James recht selten ist. In ihren früheren Büchern stellte sie meist das Opfer in den Vordergrund und ließ sich um die hundert Seiten Zeit, dieses genau vorzustellen. Nach dem Prolog tut sie das dann auch hier, vielleicht nicht ganz so ausufernd wie sonst (was im Übrigen kein Schaden ist), und wir lernen Nathan Oliver noch zu Lebzeiten kennen.

Was auch immer wieder bei allen Romanen von ihr im Unterbewusstsein mitschwingt, ist etwas Antiquiertes, weniger im Stil, der ist (vielleicht auch dank Übersetzung) modern und flüssig, sondern ausgedrückt in kleinen Andeutungen, wo z.B. auf die Vierzigerjahre Bezug genommen wird. Analysemethoden wie DNA und das Alter einer Figur zeigen jedoch unmissverständlich, dass der Roman bereits im 21. Jahrhundert spielt. Nun gut, die Old Lady ist inzwischen auch nicht mehr die Jüngste und in den Vierzigern erlebte sie ihre goldene Jugend.

Licht und Schatten liegen nah beieinander

Eines ist gewiss, eine Geschichte mit einem so begrenzten Kreis an Verdächtigen auszustatten und dennoch bis zum Ende offenzuhalten, wer der Täter ist, ist kein leichtes Unterfangen, doch P.D. James meistert dies auch aufgrund ihrer Erfahrung sehr gut. Sie lenkt durch einige falsche Fährten vom wahren Täter ab und gerät dabei nie so weit ins Abseits, dass sie die Aufmerksamkeit des Lesers verliert. Es ist allenfalls ein wenig weit hergeholt, dass dem Commander die Lösung in einem nahezu komatösen Zustand wie Schuppen von den Augen fällt, doch das ist verzeihlich, weil immerhin noch schlüssig.

Der Erfolg der Autorin liegt in der Psychologie, weniger in der Darstellung spannungsgeladener Szenen, die so gut wie nie in ihren Romanen vorkommen. Damit ist wohl wiederum klar, an welchen Leserkreis sich das vorliegende Buch wendet. Trotz nur kleiner Kritikpunkte ist »Wo Licht und Schatten ist« kein Meilenstein der britischen Kriminalliteratur, aber gutgemachte Unterhaltung für Fans der ruhigen Briten und für Fans von Dalgliesh sowieso.

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bücherkrümel zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 07.03.2011
Eigentlich mag ich Bücher von P.D. James, aber dieses Buch ist nicht der Hit.

Auf Seite 67 habe ich augegeben.der Schreibstil ist zwar nicht schlecht, aber die Erzählung zieht sich wie ein Kaugummi.

Irgendwann schnappe ich es mir nochmals, denn es soll ja irgendwann besser werden. Doch jetzt muss ich erstmal ein anderes lesen.
Ailis zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 28.03.2010
Die Bände der Adam-Dalgliesh-Reihe gehören für mich zu dem Besten, was das Krimigenre zu bieten hat. Die Romane von P. D. James sind für diejenigen genau richtig, die mal wieder Lust auf eine klassische Detektivgeschichte haben. Da existieren die Forensik und die DNA-Analyse eher so am Rande, die eigentliche Detektivarbeit findet noch im Kopf des Ermittlers statt, dessen Job es ist, aufmerksam zuzuhören und die richtigen Rückschlüsse zu ziehen. Auch die grausamen Details eines Mordes bleiben einem hier erspart, was der thrillergeschundenen Seele des modernen Lesers doch mal sehr gut tun kann.

"Wo Licht und Schatten ist" spielt auf Combe Island, einer fiktiven Insel vor der Küste Cornwalls, die den Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst als sicherer Rückzugsort und Ort der Ruhe dienen soll. Diese Ruhe wird nun jäh gestört, als Nathan Oliver, ein bekannter Schriftsteller, erhangen am Leuchtturm der Insel aufgefunden wird. Da die Insel von außen eigentlich nicht zu erreichen ist, muss der Täter sich unter den vier Gästen oder den wenigen dauerhaften Bewohnern der Insel befinden. Commander Adam Dalgliesh, Inspector Kate Miskin und Sergeant Francis Benton-Smith werden auf die Insel entsandt, um den Mörder zu finden und dabei möglichst wenig Staub aufzuwirbeln, um den besonderen Status der Insel nicht zu verletzen.
Nathan Oliver war kein sehr beliebter Mensch und so hätten die meisten der Inselbewohner ein Motiv für diesen Mord. Das hält die Geschichte sehr spannend, denn wenn jeder es hätte sein können, fällt es dem Leser schwer, sich für nur einen Verdächtigen zu entscheiden. Und daran zeigt sich auch die Größe dieser "Queen of Crime" P. D. James, der es gelingt, eine Handlung spannend zu halten, die aus einem so kleinen Kreis an Verdächtigen besteht. Der ganze Plot erinnert sehr an Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein", doch so systematisch ist das Morden in P. D. James Roman nicht.
Dieses Buch ist etwas für Feingeister und Fans des guten alten britischen Krimis, die abseits der modernen Methoden der Ermittlungsarbeit ihr eigenes Detektivgespür einsetzen und ein wenig psychologisieren möchten - ohne Profiler, ohne Forensik, ohne hypermoderne Labore, einzig mit dem Blick in die menschliche Seele.
Und da aktuell eine Aktionsausgabe für 4,95 € beim Verlag erschienen ist, kann ich jedem nur empfehlen, sich mal auf P. D. James und ihre Art des Schreibens einzulassen!
Taennsche zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 10.05.2009
Schöner, flüssig zu lesender locked room mystery. Für Freunde des britischen, klassischen Kriminalromans durchweg zu empfehlen. Selbst wenn man die Vorgängerbücher der Serie um Dalgliesh nicht gelesen hat, kommt man gut rein ins Buch. Das Einzige was mich gestört hat waren die sehr detaillierten Beschreibungen, wie bestimmte Wohnräume ausgestattet sind. Das empfand ich als unnötiges Füllmaterial, ansonsten aber durchaus spannend und typisch für P.D.James "unblutig" ;-) Diejenigen, die ihre Romane gerne lesen, werden sicherlich nicht enttäuscht sein, denn man bekommt genau das, was man erwartet.
Stephan zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 30.11.2008
Direkt vorweg: Das Buch har mir richtig gut gefallen. Ich habe im Vorfeld die Meinungen zu diesem Buch gelesen und war etwas pessimistisch, da häufig der Begriff ´altmodisch´ benutzt wurde. Ich würde allerdings eher ´klassisch´ sagen. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und auch Beschreibung des Umfelds ist sehr gelungen. Das einzige was mich ein wenig irritiert hat war die m.E. etwas zu schnelle Lösung des Falles. Das Buch bleibt jedoch für mich uneingeschränkt empfehlenswert.
Patrick zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 04.08.2008
wie immer bei p.d.james ist mir der einstieg schwer gefallen...der stil ist und bleibt zu beginn gewöhnungsbedürftig...aber nachdem die erste hürde geschafft ist, konnte ich auch diesmal das buch kaum aus der hand legen...die autorin hält mich immer wieder gefangen in ihrer etwas antiquierten welt...
die lösung ist mir dieses mal etwas zu kurz gekommen, vielleicht weil sie gerade an dieser stelle etwas unerwartet ist und auch weil mir die art, wie sie zustande kommt, nicht unbedingt zusagt...
nicht ihr bestes werk, aber sehr viel mehr als solide...
schreiben kann sie halt, wie hier schon festgestell wurde...
Kinsey zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 26.11.2007
Eine einsame Insel, eine eng begrenzte Personenschar, ein Mord – noch eine Variation des altbekannten (ausgelutschten?) Plots aus „Ten little niggers“!? Das war mein erster Gedanke. Aber das Weiterlesen lohnt sich. P.D. James bietet hier einen wunderbar altmodischen Kriminalroman in bester Agatha-Christie-Tradition! Die sorgfältige Zeichnung der Charaktere, die ausführlichen Landschaftsbeschreibungen, der eher ruhige Fortgang der Geschichte – all das könnten auch die Zutaten eines englischen Krimis aus der 1. Hälfte des letzten Jahrhunderts sein. Nur die Erwähnung von DNS, Email und Laptop machen einem deutlich, daß der Roman durchaus in der Gegenwart spielt. Die Auflösung fand ich allerdings etwas dürftig, sowohl wegen der Art und Weise, wie sie zustandekam, wie auch wegen der mageren, nicht ganz nachvollziehbaren Begründung. Alles in allem: Nicht der beste Roman der Queen of Crime, aber durchaus solide geschrieben und unterhaltsam.
caro1966de zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 23.08.2006
Mir hat das Buch sehr gut gefallen; so wie eigentlich fast alle Bücher von P.D. James.
Interessante Figuren und ein besonderer Schauplatz.
Ich fand es sehr spannend. Allerdings stehe ich auch weniger auf Thriller und den totalen Nervenkitzel.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Shellingford zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 01.08.2006
Ein wunderbares Buch! Gekonnt erzeugt James Spannung bis zum Ende und beschreibt wie immer eine idyllische Landschaft. Der Höhepunkt ist im Gegensatz zu anderen ihrer Werke sehr gut in Szene gesetzt und rundet das Werk ab. Natürlich wäre das Buch auch ohne die endlosen Personenbefragungen ausgekommen, aber man hatte nie das Gefühl, das Buch weglegen zu müssen.
Andreas Gruber zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 05.07.2006
Ist es nur der englische Snobismus, der einen Krimi in Teekränzchen- und Altweibermanier über 400 Seiten dahindümpeln lässt?
Sollte eine Miss Marple mit diesem pikierten Stil ermitteln, wäre das amüsant, aber die Hauptfiguren sind Soko-Leute und nicht Hobby-Detektive.
An Schung und Spannung, auch Humor und Witz hat es in diesem Buch gefehlt. Einziges Highligth ist die ungewöhnliche Umgebung mit den ungewöhnlichen Menschen - aber daraus hätte mehr gemacht werden können!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
RolfWamers zu »P.D. James: Wo Licht und Schatten ist« 07.04.2006
Schreiben kann sie ohne Zweifel, die Baroness James. Die ersten und die letzten 100 Seiten des Buches zeigen das deutlich. Aber dazwischen: 250 Seiten weitgehend sinn- und inhaltsleeres Geschwätz reichlich uninteressanter Leute. Ach, wäre ich doch ihr Lektor! Ich hätte das Buch auf die Hälfte gekürzt, und heraus gekommen wäre ein sprachliches und inhaltliches Meisterwerk.
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