Sakristei des Todes von Paul Harding

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1993 unter dem Titel Murder most Holy, deutsche Ausgabe erstmals 1994 bei Eichborn.
Ort & Zeit der Handlung: , 700 - 1500 (Mittelalter).

  • London: Headline, 1993 unter dem Titel Murder most Holy. 243 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Eichborn, 1994. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-8218-0214-6. 298 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 1997. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-426-63044-3. 284 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2004. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-426-62626-8. 283 Seiten.

'Sakristei des Todes' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Heiligenverehrung, Ablaßhandels und Inquisition« 80°

Krimi-Rezension von Markus Traud

Das hier besprochenen Buch »Sakristei des Todes« ist der 3.Teil einer lockeren Reihe von Krimis, die im 14. Jahrhundert in London spielen und von den beiden immer gleichen Hauptpersonen getragen werden: John Cranston, Untersuchungsrichter des Königs für London, verfressen, versoffen, manchmal ein wenig tranig wirkend, aber trotzdem blitzgescheit und hellwach, wenn es um die Lösung der ihm aufgetragenen Fälle geht und der ihm zwangsweise als Schreiber zugewiesene Mönch Athelstan, eher nachdenklich und ruhig, sehr an den aufkommenden Wissenschaften interessiert, mit einer etwas dunklen Vergangenheit mit Kriegserfahrungen.

In diesem Buch müssen sie sich gleich um drei Fälle kümmern: Zum einen wird der Richter vom Regenten von England bei einem großen Bankett in eine Wette mit einem italenischen Adligen gelockt, bei der er eine von diesem erzählte Mordgeschichte innerhalb einer Woche lösen muß. Wenn er dies nicht kann, verschuldet er sich entweder bis zum Äußersten oder er wird vom Regenten abhängig. Zum anderen wird bei Renovierungsarbeiten in der von Athelstan betreuten Kirche ein Skelett unter dem Altar gefunden. Als dann auch noch ein »Wunder« am aufgebahrten Sarg mit diesem Skelett geschieht, wittert seine umtriebige Gemeinde ein Geschäft mit der vermeindlichen Heiligen. Und zu allem Überfluß geschieht im Kloster Blackfriars, aus dem Athelstan stammt, auch noch ein Mord, und ein Klosterbruder verschwindet, während dort ein Versammlung zur Überprüfung einer neuen theologischen Schrift stattfindet. Somit eilen unsere »Helden« zwischen den Schauplätzen hin und her, um alle Rätsel zu lösen.

Wie schon bei den beiden Vorgänger-Werken zeigt sich, dass es Paul Harding gelingt, sein Wissen als studierter Historiker mit Fachgebiet England im Mittelalter (es wird behauptet, sein Latein sei fast besser als sein Englisch) und sein Talent für spannendes und flüssiges Schreiben zu vereinen. Alles Personen sind glaubwürdig und vielschichtig beschrieben, so daß man deren Handeln nachvollziehen kann. Und so ganz nebenbei gibt es wieder jede Menge historische Informationen; dieses mal, nicht weiter verwunderlich, wenn zwei der drei Fälle mit Kirche und Kloster zu tun haben, besonders viele Fakten über die Praktiken der Heiligenverehrung, des Ablaßhandels und der Inquisition. Auch über das historische London gibt es wieder einige interessante Schmankerl. Und wieder wird sehr eingehend die Lebensweise der »normalen« Bevölkerung in der damaligen Zeit beschreiben.

In diesem Buch sind die beiden Hauptfiguren direkter als in den beiden vorherigen Romanen in die eigentliche Krimihandlung involviert, sie kommen nicht nur als Ermittler hinzu. Somit wird naturgemäß auch ihr Umfeld etwas mehr miteinbezogen. Aus diesem Grund wäre es zwar ganz gut, die beiden ersten Romane zu kennen, weil viele Personen auch dort schon auftauchen (Athelstans Gemeinde, insbesondere Benedicta, die Frau des Richters etc.). Aber da Harding dieses Wissen nicht als Voraussetzung nimmt und immer noch genügend Infos zu den Personen im vorliegenden Buch gibt, kann man es auch mit Genuß lesen, wenn man die Vorgänger nicht kennt.

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mylo zu »Paul Harding: Sakristei des Todes« 20.04.2012
Ein guter Krimi aus dem Mittelalter im doch sehr düsteren London des 14. Jahrhunderts. Der Plot ist interessant geschrieben, die Atmosphäre der Zeit wird hervorragend vermittelt und es werden gleich zwei Fälle nein sogar drei geklärt, ein interessantes Rätsel, die Morde im Kloster und das Skelett in der Kirche. Sehr interessant ist die Person des Untersuchungsrichters Cranston.

Da geb ich doch 75 Punkte für die Kurzweilige Lektüre.
felinette zu »Paul Harding: Sakristei des Todes« 31.05.2008
Das ist doch mal ein Mittelalter-Krimi, der den Namen verdient. Da werden die düsteren Gassen lebendig, die riecht, fühlt und schmeckt man das pralle Leben (und freut sich doch, dass einem beim feinen Futtern nicht irgendeine fette Ratte über den Tisch laufen kann)! Wunderbare Charaktere, feiner Plot, feiner Humor – ich kann nur sagen: Mehr davon! Da werde ich demnächst mal beim Buchhändler des Vertrauens wühlen…
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
josie5994 zu »Paul Harding: Sakristei des Todes« 12.09.2007
das buch war total spannend. es war auch total fesseld geschrieben. das buch könnte ich nochmal lesen. paul harding ist echt ein Meister seines handwerkes
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
schimnic zu »Paul Harding: Sakristei des Todes« 04.11.2006
Leider hat auch dieses Buch ein Ende ! Ewig könnte es weitergehen mit dieser Reise durch das saftige London. Cranston und Athelstan sind auch hier wieder ein unvergleichliches Duo: komisch, kantig, feinsinnig und herrlich "unvollkommen".
Bis zum Schluß kann geneigter Leser mit beiden erspüren, wie sich die Rätsel lösen lassen.


Einfach wunderbar, daß Harding diese beiden erfunden hat: nach spätestens dem zweiten Buch mag man Cranston und Athelstan zu seinen "imaginären" Freunden zählen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Leseliese zu »Paul Harding: Sakristei des Todes« 06.03.2005
Habe eben mit Bedauern die "Sakristei" weggelegt. Mal wieder ein toller mittelalterlicher Krimi mit Athelstan und Sir John. Mit den Beschreibungen des mittelalterlichen London und seinen beiden herzensguten und gewitzten (Anti)Helden ist es immer wieder ein Genuß und man hat das Gefühl, einem guten Freund für längere Zeit auf Wiedersehen zu sagen, wenn man einen Band ausgelesen hat. Ich kann die Reihe um den Dominikaner und den Coroner nur empfehlen.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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