Der siebte Tod von Paul Cleave

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2006 unter dem Titel The Cleaner, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: Neuseeland / Christchurch, 1990 - 2009.
Folge 1 der Cleaner-Serie.

  • Auckland: Random House New Zealand, 2006 unter dem Titel The Cleaner. 416 Seiten.
  • München: Heyne, 2007. Übersetzt von Martin Ruf. ISBN: 978-9783453432. 416 Seiten.

'Der siebte Tod' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Joe hat sein Leben scheinbar fest im Griff – tagsüber jobbt er als Putzmann bei der Polizei, abends geht er anderen Tätigkeiten nach. Er denkt daran, seine Fische zweimal täglich zu füttern und seine Mutter mindestens einmal pro Woche zu besuchen, obwohl er ihren Kaffee ab und zu mit Rattengift verfeinert. Er stört sich kaum an den Nachrichten über den Schlächter von Christchurch, der – so wird behauptet – sieben Frauen umgebracht hat. Joe weiß, dass der Schlächter nur sechs getötet hat. Er weiß es ganz einfach. Und Joe wird diesen Nachahmer finden; er wird ihn für die eine Tat bestrafen und ihm die anderen sechs Morde anhängen. Ein perfekter Plan, denn er weiß bereits, dass er die Polizei überlisten kann. Das Einzige, was noch getan werden muss, ist, sich um all die Frauen zu kümmern, die nicht aufhören, ihm im Weg zu stehen.

Das meint Krimi-Couch.de: »Vergewaltigung und Mord. Hoppla!« 65°

Krimi-Rezension von Thorsten Sauer

Die Welt der Kriminalromane ist böse und bevölkert von Serienmördern, die zumeist außerordentlich intelligent, überdurchschnittlich gebildet und mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet sind, um alles, was dem kranken Hirn einfällt, in die Tat umzusetzen. Möchte ein Autor diesem Typus neue Aspekte abgewinnen, muss er sich schon etwas einfallen lassen, besonders dann, wenn es sich um ein Erstlingswerk handelt. Wie wäre es da mit einem Roman über einen Serienkiller aus der Ich-Perspektive, der das Dahinscheiden seines Opfers während der Vergewaltigung mit »Hoppla« kommentiert. Klingt zwar zynisch und moralisch nicht gerade korrekt, doch zumindest gab es das noch nicht.

Der nette Kerl Joe

Eine Mordserie erschüttert Neuseeland. Der sogenannte Schlächter von Christchurch hat sieben Frauen umgebracht und es ist kein Ende der grauenvollen Taten abzusehen. Doch die Angaben sind nicht ganz korrekt. Joe, der nette Kerl aus der Nachbarschaft und leicht beschränkte Putzgehilfe beim örtlichen Polizeipräsidium weiß es besser. Es dürften nur sechs Morde sein, die dem Schlächter zuzurechnen sind. Es waren zwar deutlich mehr und nicht nur Frauen aber die Polizei hat nur sechs weibliche Leichen gefunden, die auf das Konto des Serienmörders gehen. Joe weiß es deshalb so genau, weil er der Schlächter ist.

»Ich bin ein ganz gewöhnlicher Kerl. Joe, ein absoluter Durchschnittstyp. Der einfach ein Hobby hat. Ich bin kein Psychopath. Ich höre keine Stimmen. Ich töte nicht für Gott oder Satan oder den Nachbarshund. Ich bin nicht mal religiös. Ich töte für mich selbst.« (S. 55)

Es muss also einen Nachahmungstäter geben, der sich Joes perfide Fähigkeiten zunutze macht, um ungeschoren davon zu kommen. Das erzürnt den Schlächter zwar nicht übermäßig aber es stachelt seinen Ehrgeiz an und er beginnt mit den Ermittlungen, für die die Detectives im Polizeipräsidium zu unfähig sind. Die Sache kommt zunächst auch gut voran, bis Joe das vermeintlich ideale Opfer Melissa über den Weg läuft. Melissa, die mit ihrer, von Joe zugedachten Opferrolle alles andere als einverstanden ist und eine sehr eigenwillige Vorstellung vom Gebrauch von Rohrzangen hat. Von da an ist für Joe nichts mehr wie es vorher war.

Satire oder zynischer Thriller

Vieles in Paul Cleaves Roman liest sich wie eine Satire auf die großen Vorbilder von Hannibal bis Bateman. Es gibt kaum etwas einfacheres als das Begehen einer Mordserie. In Christchurch gibt es unzählige alleinstehende, weibliche Opfer, die im ungesicherten Zuhause sitzen und auf den Ehemann warten, der nie auftaucht. Dazu eine Polizei, deren Unfähigkeit nur von der Beschränktheit der einzigen Person übertroffen wird, die Joe durch Zufall auf die Schliche kommt.

Doch genau hier liegt das Problem; Cleave kann sich nicht zu einer richtigen Satire durchringen. Zu brutal und zynisch sind einige der Morde beschrieben. Außerdem schreckt er nicht vor Provokationen beispielsweise in Form der Beschreibung des Mordes an einer Rollstuhlfahrerin zurück. Dabei gibt es durchaus Passagen, die zum Schmunzeln anregen, besonders dann, wenn Joe der Serienkiller seine Umwelt kommentiert und dabei stehts zwischen dem leicht beschränkten Putzgehilfen seiner bürgerlichen Existenz und der skrupellosen, gänzlich unmoralischen Bestie seines zweiten Ichs wechselt.

»Eine junge Frau lächelt mich an – ziemlich attraktiv, hübsche Brüste, straffer Körper, nettes Gesicht, blondes, nach hinten gekämmtes Haar, perfekt aufgetragenes Make-up. Ihre Uniform ist dunkelgrün. Die Bluse ist weiß, und es ließe sich problemlos dafür sorgen, dass sie ein paar rote Spritzer abbekommt. Ich frage mich, was sie wohl sagen würde, sollte ich sie bitten, die Bluse auszuziehen.« (S. 305)

Doch die skurrile Betrachtung der Umwelt aus Joes Augen trägt nicht das gesamte Buch und für einen spannenden Thriller fehlt es der Geschichte ein wenig an Substanz. Zudem sind die Figuren holzschnittartig und daher wenig glaubwürdig, so dass sich keine rechte Beziehung zu ihnen aufbauen will. Dennoch funktioniert Cleaves Idee einen Roman aus der Sicht eines Serienkillers zu schreiben dank Joes ungewöhnliche Sicht der Welt, über weite Strecken und machen aus Der siebte Tod ein solides Erstlingswerk.

Thorsten Sauer, Mai 2007

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Leser zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 20.12.2016
Diese Spaßbremsebeurteilung kann ich nicht nachvollziehen. Ich hatte große Freude am lesen. Offensichtlich haben hier einige Bewerter n Stock im A. X x vohohhihcccicciviv vohbovo. Bbbvvbvv hoghccicicicicococovo oviguucciivviv bobohhv ohgiggudzkkgftkkgjk hgkllkhgkmnglöljzfff bghukkh hrulkdrtjlk jbhgghkkjjj
Malte zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 27.04.2013
@Kuba

Du hast das Buch überhaupt nicht verstanden glaube ich..


Zum Buch :

Seit langen mal wider eine Geschichte die einen fesselt und wo man nicht aufhören kann zu lesen, kann es wirklich nur empfelen!
Normalerweise lese ich solche Geschichten gar nicht da es sich so nach Standart anhört, aber der Schriftsteller hat mir des öfteren ein lächeln aufs Gesicht gezaubert mit seinem schwarzen Humor;)
kuba1971 zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 18.02.2013
Mir wurde dieser Roman mehrfach empfohlen und die Online - Rezensionen (z.B. bei Amazon.de) sind sogar überragend. Ich habe jetzt allerdings ein Problem: Ich weiß nicht so recht warum. Die Handlung hat m.E. nur wenig Substanz und der Autor gibt sich kaum Mühe die Protagonisten mit Tiefgang darzustellen. Außerdem fehlt es der Story an Glaubwürdigkeit. Beispiel: Der Täter bringt an ein und demselben Tatort mehrere Frauen nacheinander um, zündet anschließend das Haus an, klaut jeden Tag ein anderes Auto und die Polizei legt die Hände in den Schoß. Zugegeben: Die Erzählung der Geschichte aus Sicht des Täters ist stellenweise sehr unterhaltsam. Auch der schwarze Humor und die Dialoge zwischen Hauptfigur und seiner Mutter wissen zu gefallen. Die Spannung hingegen hält sich jedoch im Großen und Ganzen in Grenzen. Außerdem möchte mir nicht so richtig einleuchten, welchem Genre ich diesen Roman zuordnen soll. Ist das ein Thriller bzw. Krimi oder vielleicht doch eher Satire ? Unmittelbar vor diesem Buch habe ich einen Roman von Jo Nesbø gelesen. Vielleicht war genau DAS mein Fehler, denn das "Qualitätsgefälle" ist einfach nicht zu übersehen.

kuba1971
tilli zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 23.01.2013
Mir hat das Buch super gefallern, auch wenn es nicht so mitreißend war, wie ich es von anderen Romanen gewohnt bin. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Morde an den Frauen zwar brutal sind, aber nur sehr knapp und sehr sachlich von Joe beschrieben werden, was zeigt, dass seine Handlungsweisen pathologisch sind. Er hat kein Einfühlungsvermögen und besitzt keinerlei Mitleid mit Menschen. Dies wird auch deutlich, als er die Rollstuhlöfahrerin umbringt, so nebenbei. Dafür fühlt er sich aber auf eine merkwürdige Art zu Tieren hingezogen. Zu seinen Fischen sieht er sich als Gott und allmächtiger Herrscher, zu dem Kater scheint er eine Freundschaft aufzubauen. Die Rolle der Melissa war zwar zunächst irritierend, empfand ich aber später als sehr gelungen. Wähend der heftig-brutalen Szene im Park, am Abend, an dem er Melissa kennenlernt, wird klar, dass Joe doch irgendwie in einer sehr ichbezogenen Blase lebt. Ein toll beschriebener Misantrop und gleichermaßen Egozentriker. Herrlich!!! Die Dialoge zwischen Joe und seiner Mutter: genial! Zwischendurch hatte ich echt Lust, ihr das Maul für immer zu stopfen. Erstaunlich, dass Joe trotz allem so geduldig mit ihr ist und auch sagt, dass er sich niemals vorstellen könnte, ihr etwas anzutun. Irgendwo bleibt er doch der kleine Junge, der nur geliebt werden möchte.
NiQ zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 16.06.2012
Der siebte Tod ist eifach der hammer! Ein grandioses Buch, welches jeder Krimi-/Thrillerfan einmal gelesen haben muss.
Die Mischung aus völlig krank und irgendwie verständlich bringen den Leser dazu Joe als Freund zu sehen..

Das Buch ist voll mit schwarzem Humor, was mir persöhnlich sehr gut gefallen hat.

Ich vermute , dass Paul Cleave seinen Erfolg noch sehr lange geniessen kann
OmaInge zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 13.05.2012
Ich musste lange überlegen, welche Gradzahl ich diesem Buch gebe. Einerseits ist es mir zu brutal, andererseits aber mit soviel schwarzen Humor gewürzt, das es doch wieder gut ist. Und es liest sich sehr flüssig.

Die nervige Mutter von Joe und die anhängliche Sally haben mir gut gefallen.Melissa dagen deutlich weniger.

Insgesamt ein gutes Debüt von Cleave, allerdings sei das Buch nur nervenstarken Lesern empfohlen. Magenfreundlich ist es nicht gerade.

Meine Bewertung: 85 Grad
Marco Frisch zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 05.01.2012
Na ja.Zuerst hatte ich den Eindruck eine "Kopie" des Dexter Morgan Stoffes zu lesen, aber der Hauptakteur in dieser Story kommt -... und hier muß ich meinen Vorgängern widersprechen...- nicht wirklich symphatisch rüber.Für einen "TRIEB"- täter ist der charakter zu pragmatisch, seine Handlungen zu geordnet und damit nicht nachvollziehbar.Es fehlt die "animalische" Komponente.Man hat keinen Schimmer, warum der Mörder seinen Trieb (der praktisch nicht erkennbar ist, oder Frust, Verzweiflung, Fehlprägung...) auslebt. Er meuchelt/vögelt sich in Buchhaltermanier, eher gelangweilt durch die Nachbarschaft.Der Plot mit der "Mutter" ist auch nicht wirklich neu, kommt Stereotyp daher.Ein mässiges Erstlingswerk.
Daniel85 zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 23.12.2011
Ich würde es nie wagen zu behaupten ein Buch sei schlecht! Im Endeffekt kommt es doch immer auf die subjektiven Sichtweise an...
Meinen Geschmack trifft "Der siebte Tod" aber leider gar nicht. Ich kann mich kaum erinnern wann ich zum letzten Mal ein Buch nicht zu Ende gelesen habe. Hier war es mal wieder soweit. Nach einem guten Drittel konnte ich einfach nicht mehr.
Was soll dieses Buch sein? Meiner Meinung nach nicht Fisch und nicht Fleisch.Nicht lustig, nicht spannend und auch sprachlich nicht mein Fall.
Lexi1001 zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 29.04.2011
Eigentlich fand ich das Buch wirklich gut. Mal was anderes wenn man aus der Sicht des Serientäters liest. Obwohl der Killer von sich selber behauptet nicht krank zu sein und nur zum Spass zu töten. Also ganz anders als bei den anderen Serienmördern. Paul Cleave lässt aber sehr gut durchblicken, dass er schon der psychisch gestörte Serienkiller ist. (Bei solch einer Mutter). Auch sein Vater wird reingebracht, den er sehr liebte aber vielleicht doch getötet hat?

Das einzige was mich an diesem Buch sehr gestört hat, ist ---Melissa---. Diese Frau hätte man nun wirklich weglassen können. Sie macht das Buch irgendwie- wie soll ich sagen - kaputt? oder besser gesagt sie bringt zu viel Chaos rein und ist eigentlich nicht wirklich wichtig für die Geschichte. Zumindest in meinen Augen.

Daher, dank Melissa, nur 81°
Thierrys-Liebste zu »Paul Cleave: Der siebte Tod« 31.01.2011
Was dieses Buch angeht, bin ich sehr geteilter Meinung.

Einerseits fand die Idee, die Story aus der Sichtweise eines Serienkillers zu schreiben wirklich gelungen.
Joe ist schlau, zynisch, läßt den Leser schmunzeln und macht den Eindruck, als hätte er nichts zu verlieren. Besonders die Szenen mit seiner Mutter fand ich wirklich amüsant und konnte mich an diesen Stellen wirklich reinversetzten, warum Joe zum Mörder wurde.

Andererseits, lief bei diesem Krimi einiges verkehrt herum, eigentlich sollte die Spannung steigen und nicht hochinteressant anfangen und dann nach und nach nachlassen.
Genau das war jedoch in meinen Augen der Fall.

Der Beginn - ein Mord, an einer Frau, der wirklich auf mein Interesse stieß.

Der Mörder - ein Typ, zynisch, selbstbewusst und ohne Angst.

Die Polizei - die sich an der Nase herumführen lässt.

Soweit so gut, doch als die Nebenfigur Melissa auftauchte wurde mir die ganze Geschichte ein wenig zu skuril.

Cleaves eindrucksvolle, detaillierte Beschreibungen von sexuellen Trieben und Bluttaten, erinnerten mich immerwieder an den Schreibstil von Richard Laymon.

Zu gut um es vorab abzubrechen und zu schlecht um es anderen weiter zu empfehlen.
Von mir nur schwache 50°KC Bewertung.

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