Keltengrab von Patrick Dunne

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel A Carol for the Dead, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Limes.
Ort & Zeit der Handlung: Irland, 1990 - 2009.
Folge 1 der Illaun-Bowe-Serie.

  • Dublin: Tivoli, 2005 unter dem Titel A Carol for the Dead. 416 Seiten.
  • München: Limes, 2005. Übersetzt von Fred Kinzel. ISBN: 3-8090-2473-2. 416 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2007. Übersetzt von Fred Kinzel. ISBN: 978-3-442-36635-4. 415 Seiten.

'Keltengrab' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Kurz vor Weihnachten wird ein kleines irisches Dörfchen von einer Reihe mysteriöser Ritualmorde erschüttert. Als nahe der sagenumwobenen neolithischen Grabstätte Newgrange eine Moorleiche mit einem toten Säugling in den Armen gefunden wird, wittert Archäologin Illaun Bowe zunächst einen steinzeitlichen Sensationsfund – bis an der Grabungsstätte die rituell hingerichtete Leiche eines örtlichen Bauunternehmers gefunden wird. Die Spur führt Ermittler Matt Gallagher und Illaun zum Nonnenkloster Grange Abbey, dessen alte Mauern düstere Geheimnisse verbergen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine lesenswerte Kombination aus Krimi, irischer Geschichte und Religion« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Die Keltennadel, Patrick Dunnes Romandebüt, beginnt mit einem rituellen Opfermord. Zurück aus Mexiko (Mayaritual) legt der Autor nun mit »Keltengrab« seinen dritten Roman vor, dessen Titelähnlichkeit zum Debüt bereits erahnen lässt, dass er wieder auf Altbewährtes zurückgreift. In einer sumpfigen Wiese wird die Leiche einer verstümmelten Frau gefunden, vermutlich ein rituelles Opfer …

Newgrange ist eines von mehreren Ganggräbern der 5000 Jahre alten Nekropolis Bru na Boinne, einem Weltkulturerbe. Als auf der gegenüberliegenden Flussseite in Monashee der einflussreiche Geschäftsmann Frank Traynor den Morast abtragen lassen will, um hier einem Hotelkomplex zu errichten, stößt sein Baggerfahrer Seamus Crean auf eine geschwärzte weibliche Leiche. Aufgrund der Nähe zu der Ausgrabungsstätte informiert Crean zunächst das dortige Besucherzentrum und verliert daraufhin seinen Job.

Illaun Bowe, Archäologin und Mitarbeiterin der Wetland Unit, zuständig in Irland für die Überwachung und Dokumentation archäologischen Materials, untersucht die Leiche an der Fundstelle und entdeckt, dass noch ein zweites Lebewesen neben der Toten liegt. In der Hoffnung, einen bedeutsamen prähistorischen Fund entdeckt zu haben, will Bowe die gesamte Wiese sperren lassen und gerät dadurch heftigst mit Traynor aneinander, der seine Pläne plötzlich gefährdet sieht. Traynor drängt Bowe ihre Untersuchung umgehend einzustellen, da sie nicht wisse, worauf sie sich einlasse. Recherchen Bowes ergeben, dass Traynor mehrere Grundstücke dem Nonnenorden Grange Abbey abgekauft hat. Dieser genießt uralte Rechte aus der Zeit Heinrich II., wonach der Orden mit dem Land machen kann was er will. Der unmittelbare Fundort wird zwar auf Gerichtsanweisung gesperrt, doch bereits am nächsten Morgen setzen die Bagger ihre Arbeit auf der restlichen Wiese fort, wobei Traynor nicht nur vom Tourismusminister persönlich, sondern auch von Muriel Blunden, der Grabungsleiterin des Nationalmuseums, unterstützt wird.

Zeitgleich erkundigt sich Bowe bei dem Pathologen Malcolm Sherry über das Ergebnis der Autopsie. Die Frau wurde kurz vor ihrem Tod brutal misshandelt und anschließend stranguliert. Bei der Strangulation wurde ihr zudem die Kehle durchgeschnitten, was auf ein uraltes Ritual hindeutet. Bei dem zweiten Lebewesen, dass Bowe zunächst für ein Tier gehalten hatte, handelt es sich um einen stark missgebildeten Säugling. Das Gespräch zwischen Bowe und Sherry wird durch einen Polizeianruf unterbrochen. Sherry soll sofort nach Monashee kommen, da dort ein Mann ermordet aufgefunden wurde – Frank Traynor. Er wurde exakt so getötet wie vor Jahrhunderten die weibliche Moorleiche.

Wer die ersten beiden Bücher von Patrick Dunne gelesen hat, der wird (unabhängig von der individuellen Bewertung der Romane) insbesondere die jeweils überzogenen Finalszenen in Erinnerung behalten haben. Dieselbe Schwachstelle findet sich leider auch im vorliegenden Buch wieder. Es wird eine Lösung präsentiert, die unter dem Aspekt »Realitätsnähe« dem Leser – sagen wir – ein gewisses Maß an Fantasie abverlangt.

Davon abgesehen liefert Dunne einen klassisch aufgebauten Krimi, der mich nachdrücklich an Minette Walters erinnert hat; Nichts ist so, wie es zu sein scheint! So werden in dem oben skizzierten Inhalt der ersten rund 100 Seiten viele falsche Fährten gelegt, die sich nach und nach in diesem atmosphärisch sehr dichten Roman in einem ganz anderen Licht präsentieren. Hohes Tempo ist Dunnes Sache dabei nicht. Vielmehr legt er hohen Wert auf die »Ausarbeitung« seiner Protagonistin, der Archäologin Illaun Bowe, die von mehreren Nebendarstellern und einem eher farblos-unfähigen Polizisten flankiert wird sowie auf ausgiebige Details in Raum- und Landschaftsdarstellungen. Dies alles wird durch vertiefende Ausflüge in die Vergangenheit ergänzt.

Vieles kommt einem aus seinen bisherigen Werken zwar bekannt vor, aber dessen ungeachtet ist Dunne mit »Keltengrab« ein durchaus lesenswerter Plot gelungen. Wer sich für die Kombination aus Geschichte und Religion interessiert, kann ohne Bedenken zugreifen und wird an der Frage, wer denn nun aus welchem Motiv heraus der Täter ist, einiges zu knabbern haben.

Ihre Meinung zu »Patrick Dunne: Keltengrab«

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Naela zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 26.06.2009
Nette Hauptfiguren, schöne Beschreibungen (Landschaft, Geschichte, etc.) und eingehende Geschichte. Die Mischung aus Geschichtlichem, Fachwissen und der Handlung an sich, gefällt mir gut. Das Buch ist spannend und trotzdem nicht zu aufreibend. Hat mir sehr gut gefallen, ist zu empfehlen! War gespannt auf den Folgeband.
ABaum71 zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 26.10.2008
Sorry, das Buch hinterlässt bei mir gemischte Gefühle: Auf der einen Seite ein interessanter Plot, der auch durchaus als spannend geschrieben bezeichnet werden kann. Auf der anderen Seite von allem ein bischen zuviel; Patrick Dunne verfällt in allzu detaillierte Landschaftsbeschreibungen, die andere wahrscheinlich als " dicht beschrieben" bezeichnen würden, ein bißchen zuviel diverses Fachwissen, dass einem abverlangt wird, und ein etwas zu konstruiertes Ende tun ihr weiteres dazu.
Als Positiv würde ich noch die Beschreibung der Protagonisten erwähnen, für die man nach kürzester Zeit Sympathien zu empfinden beginnt.
Auch wenn es mich nicht direkt vom Hocker gerissen hat, so hat es das Keltengrab doch geschafft mich einige Tage angenehm zu unterhalten.
Deshalb würde ich es als durchaus lesenswert bezeichnen, aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden.
frankphilipp zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 10.08.2008
Wenn man Informationen zum Thema Kelten, Irland (wahrscheinlich sind Irlands Wurzeln alles andere als keltisch im Gegensatz zu uns Germanen) und vor allem zu Newgrange haben will ist man bei Wikipedia besser aufgehoben. Ich habe in Irland gelebt und kann behaupten dass uns hier ein kruder Mix aus Esoterik und Schundroman vorliegt. Was der Autor gut beschreibt ist die Korruption die in Irland auf allen Ebenen vorherrscht, aber ich glaube, dass wollte er gar nicht. Ich liebe gut geschriebene Krimis/Thriller... dieses hier ist keins.
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H. Zechmeister zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 09.07.2008
Ich habe das Buch im Weltbild Katalog als Weltbild Hardcover gesehen und gekauft. Ich war sehr positiv überrascht, da das mein erstes Buch von P. Dunne war. Das Buch war gut zu lesen mit viel geschichtlichen und archaeologischen Hintergrund Irlands und einer spannenden Story, in die man sich gut hineinversetzen kann.
Jenny H. zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 28.02.2008
ich fand das keltengrab einfach nur spannend und unglaublich fesselnd.
seine art zu schreiben könnte mich direkt ins geschehen hineinversetzten.
ich finde keltengrab ist eines der besten werke die ich je gelesen hab
Henriette zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 25.02.2008
Ich bin begeistert. Es war mal wieder ein gutes Buch. Die Geschichte war nach einem etwas schwierigem Start wirklich gut zu lesen mit Spannung und einem Touch ins Unheimliche, so das ich Schwierigkeiten hatten, das Buch aus der Hand zu legen. Die Protagonistin Illaun war interessant und sympathisch dargestellt. Mit historischen Infos wurde man nicht erschlagen, die irischen Namen relativ einfach. Für mich bedeutet es, daß ich den Autor auf jeden Fall für mich entdeckt habe.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Kim Schäfer zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 06.10.2007
Keltengrab war mein erstes Buch von Patrick Dunne und ich muss sagen, ich habe es wahrlich verschlungen. Teilweise habe ich bis in die späten Nachstunden gelesen, weil ich das Buch nicht weglegen konnte.
Ich musste mich zwar erst etwas an die "Ego-Perspektive" gewöhnen, doch das ging Recht schnell.
Ich werde mir auf jeden Fall auch die beiden anderen Bücher von Patrick Dunne zulegen.
lucie zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 29.09.2007
Ich habe alle drei Bücher gelesen und fand sie alle sehr spannend. Ich würde mir mehr Bücher von Ihm wünschen. Hoffe das noch mehr so tolle geschichten rauskommen. Werde sie auf jedenfall weiterempfehlen.

Weiter so.
Lisa zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 06.03.2007
Wie "Keltennadel" auch, ein sehr spannendes Buch. Die geographischen Daten sind sehr detailgetreu aufgeschrieben, die Handlung interessant, und der Schreibstil packend.
Würde ich jedem empfehlen der sich auch nur das Geringste bisschen für Krimi, Glaubensgeschichten, oder auch nur Irland erwärmen kann!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sadako zu »Patrick Dunne: Keltengrab« 23.11.2005
Bisher habe ich alle drei Bücher gelesen, bzw. bin derzeit dabei das "Keltengrab" zuende zu lesen! Alle haben mir besher gut gefallen, da sie relativ schnell lesbar sind! Und immer gleich Tote auf der 1.Seite, das schreit nach mehr! Die Infos bzgl. historischer und grafischer Dinge sind auch nicht schlecht, haben zumindes meine fast erloschenes Interesse für Irland wieder erwekt! Im großen und ganzen auch sehr spannend.
Ich hoffe doch auf weitere Werke des "Patrick Dunne" da mir die Art des Schreibens genau meinen Geschmack getroffen hat.

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