Das Blut der Rosen von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2002
unter dem Titel Les sang des Roses,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: Pakistan, 1990 - 2009.
- Paris: A. Michel, 2002 unter dem Titel Les sang des Roses. 278 Seiten.
-
München: Blanvalet, 2005.
Übersetzt von Michael von Killisch-Horn.
ISBN:
3-442-36286-5. 320 Seiten.
'Das Blut der Rosen' ist erschienen als
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In Kürze:
Der Teppichhändler Maximilian Reiner will sich bald in seinem Schloss an der Loire zur Ruhe setzen. Doch dieser Traum wird jäh zerstört, als er erfährt, dass in der letzten Fracht die Leiche eines Jungen gefunden wurde. Reiner bricht sofort nach Pakistan auf, um den Fall zu klären. In einer Fabrik, in der Kinder Teppiche knüpfen, begegnet er Ram. Der indische Junge kannte das Opfer. Unter Lebensgefahr machen sie sich gemeinsam auf die Suche nach dem Mörder – durch die Wüste, über eisige Pässe des Himalaja und in abgelegene Dörfer. Bis sie schließlich auf den Täter – und eine grausame Wahrheit stoßen …
Das meint Krimi-Couch.de: »Spannung und Exotik abseits ausgetretene Thrillerpfade«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Ram ist neun Jahre alt. Doch schon seit Jahren arbeitet er, wie ein Sklave, in der Teppichknüpferei, an die ihn seine Eltern verkauft haben. Er und viele andere Jungen und Mädchen landen hier schon in einem Alter, in dem bei uns die Kinder langsam ins schulpflichtige Alter kommen. Diese Kinder verdienen ihren Lebensunterhalt, in dem sie Stunde für Stunde und Tag für Tag für ein kärgliches Mahl Teppiche für den Export knüpfen. Lesen und Schreiben kann hier niemand und die Arbeit ist immer noch besser, als in den Bergen Pakistans Steine zu klopfen oder in der Ziegelbrennerei zu landen. In wenigen Jahren haben sie alle kaputte Hände und sind für die feine Arbeit nicht mehr zu gebrauchen. So wie Sawendi, den sie in die Stadt geschickt haben. Doch er flüchtet wieder zurück und die Kinder finden seine misshandelte Leiche. Und diese muss weg! Eingewickelt in einen Teppich wird er auf das Schiff »Chandra« geschmuggelt und dort entdeckt.
Die »Chandra« gehört Maximilian Reiner. Er ist der Vertreter des Konsortiums, welches den internationalen Teppichhandel unter sich ausmacht. Reiner drückt das Gewissen, ob der Zustände, die in Pakistan an der Tagesordnung sind, nicht. Den Kindern ginge es womöglich weitaus schlechter, wenn sie diese Gelegenheit zur Arbeit nicht hätten. Aber Reiner, der mit seiner Frau in einem herrlichen Anwesen an der Loire wohnt, kann nicht zulassen, dass Vorkommnisse dieser Art die Geschäfte beeinträchtigen könnten. Und deshalb begibt er sich schnurstracks nach Pakistan, um nach dem Rechten zu sehen. Ram, der nicht nur das Herz am rechten Fleck hat, sondern auch ein Mundwerk erster Klasse, fällt Reiner auf und er befreit ihn aus der Tretmühle der Teppichfabrik, um mit ihm gemeinsam auf die Suche nach der Ursache des mysteriösen Todesfalls von Rams Freund Sawendi zu gehen. Doch schon bald wird auf Reiner und Ram ein Anschlag verübt, der gerade noch glimpflich ausgeht …
Pakistan als Kulisse
»Le sang des roses« von Patrick Cauvin ist endlich in deutscher Sprache als »Das Blut der Rosen« beim Verlag blanvalet erschienen. Die fremdländische Kulisse Pakistans diente dem Franzosen dazu einen Krimi rund um das kontroverse Thema der Kinderarbeit zu schreiben, ohne dabei gleich mit dem erhobenen Zeigefinger den Moralisten zu spielen.
Die packende Erzählung, die von Karatschi durch die Wüste und über eisbedeckte Bergpässe führt, punktet durch wortgewaltige atmosphärische Dichte, die Land und Leute gleichermaßen intensiv beschreibt. Dazu kommt noch die zwiespaltige Aufgabe, neben dem von Anfang an sympathischen Kind Ram, denjenigen zu einer sympathischen Figur zu machen, der eigentlich am Leid der pakistanischen Kinder am schuldigsten ist. Auch hier trifft Cauvin fast augenblicklich den richtigen Ton und der Leser kann mit dem ungleichen Duo, das im weiteren Verlauf durch Reiners Frau Agnès verstärkt wird, unentwegt mitzittern. Und dies bis zu einem überraschenden Ende, das diesen Thriller zu einem für die Franzosen typischen Vertreter des »schwarzen« Romans macht.
»Das Blut der Rosen« ist für den Krimifreund, der abseits der ausgetretenen Thrillerpfade nach Lesenahrung sucht. Spannung und Exotik sind von der ersten Seite an gegenwärtig und dieses Buch kann man einfach nicht aus der Hand legen, bis man die Klärung der teilweise beklemmenden Situation nach über 300 Seiten erfährt.
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| Anja S. zu »Patrick Cauvin: Das Blut der Rosen« | 29.07.2005 |
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