Wer lügt gewinnt von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1998
unter dem Titel Elogio da mentira,
deutsche Ausgabe erstmals 1999
bei Klett-Cotta.
Ort & Zeit der Handlung: Brasilien, 1990 - 2009.
- São Paulo: Companhia das Letras, 1998 unter dem Titel Elogio da mentira. 217 Seiten.
-
Stuttgart: Klett-Cotta, 1999.
Übersetzt von Barbara Mesquita.
ISBN:
3-608-93522-3. 217 Seiten. -
München: Knaur, 2003.
Übersetzt von Barbara Mesquita.
ISBN:
3-426-62086-3. 252 Seiten. -
München: Knaur, 2007.
Übersetzt von Barbara Mesquita.
ISBN:
978-3-426-63754-8. 252 Seiten.
'Wer lügt gewinnt' ist erschienen als
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In Kürze:
Fulvia ist Schlangenzüchterin und sonst sehr nett. Das jedenfalls findet Guber, ein ambitionierter, wenn auch mäßig erfolgreicher Krimiautor, als er Fulvia im Schlangeninstitut besucht. Er recherchiert gerade Gifte für einen Mord. Es sollte etwas möglichst Originelles sein. Denn sein Verleger ist in letzter Zeit ziemlich unzufrieden mit den Manuskripten. Was Guber schon deshalb kränkt, weil er seine Krimis neuerdings von den großen Meistern abschreibt: Edgar Allan Poe, Chesterton, Patricia Highsmith, Agatha Christie, Chandler – alles nicht blutrünstig genug. Deshalb der Besuch bei den Schlangen. Fulvias Charme und eine sich wie von selbst entwickelnde Liebesgeschichte sind, wie sich allmählich herausstellt, nicht völlig selbstlos. Fulvia nämlich interessiert sich für Kriminalfälle, weil sie selbst ein kleines Problem hat: Sie versucht seit einiger Zeit, bisher erfolglos, ihren Mann Ronald umzubringen. Ein Kriminalschriftsteller sollte eigentlich für dergleichen der perfekte Partner sein.
Das meint Krimi-Couch.de: »Tempo- und giftreicher Latinokrimi«
Krimi-Rezension von Thomas Kürten überspringen
Es gibt manche Romane, die eine halbe Ewigkeit darauf warten müssen, gelesen zu werden. Melos Wer lügt, gewinnt ist so ein Fall. Die 2003er Auflage lag vier Jahre nahezu unberührt in meinem Regal und es ist wohl nur der Neuauflage des Romans im September 2007 zu verdanken, dass ich das Buch nun endlich gelesen habe. Und nun ärgere ich mich, weshalb ich diesen Roman solange erfolgreich ignoriert habe, denn Wer lügt, gewinnt ist gut, überraschend gut sogar und für einen südamerikanischen Krimi ungewohnt temporeich und erfrischend.
Frei Schnauze erzählt
Spätestens an dieser Stelle hat der Leser erkannt, dass sich bis dahin alle auftretenden Figuren angelogen haben. Guber reicht Exposes ein, die von berühmten Kriminalromanen abgekupfert sind. Sein Verleger, bezieht sich auf van Dines »Goldene Regeln für den Kriminalroman«, um einen Vorwand für Gubers Rausschmiss zu haben. Fulvia erzählt Guber, dass ihr Mann sie schlage und sie ihn deshalb umbringen müsse. Hinzu kommen noch einige andere große und kleine Lügner. Wer hier also letztlich gewinnt, wird sich erst noch herausstellen müssen.
Melo erzählt diesen Roman beinahe ohne Wort und Komma. Sie reiht Halbsätze, Gedanken und Ausrufe gnadenlos aneinander und erreicht dadurch ein galoppierendes Tempo in ihrer Erzählung. Das Ergebnis ist beeindruckend: Wer lügt, gewinnt ist ein sehr modern wirkender, südamerikanischer Roman.
Spannend bis zum Schluß
Der zunächst etwas plump wirkende Titel ergänzt sich dabei ganz hervorragend mit der Spannungskurve. Bis kurz vor Schluss ist wirklich unklar, wer letztlich den Kopf aus der Schlinge ziehen kann, wer am besten lügt. Und leidet man in den ersten Kapiteln noch mit dem hoffnungslosen Looser Jose Guber, so macht dieser bis zum Ende eine erstaunliche Wandlung und verspielt sämtliche Sympathien.
Die Autorin beweist mit diesem Roman ihren Lesern, wie sehr die moderne Gesellschaft im Alltag betrogen wird. Sie verbindet dies eindrucksvoll mit der These, dass die Gesellschaft selbst betrogen werden will. Leichtgläubigkeit und Kritiklosigkeit eröffnen Betrügern und Scharlatanen Tor und Tür. Beeindruckend, wie auch der deutsche Verlag von Patricia Melo diese Aspekte aufgegriffen hat und auf das Cover Deutscher Krimipreis druckt. Den hat die Autorin allerdings gar nicht für diesen Roman erhalten, sondern für den Vorgänger O Matador. Wer lügt, gewinnt eben …
Thomas Kürten, November 2007
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| Heaven23 zu »Patrícia Melo: Wer lügt gewinnt« | 07.03.2008 |
|---|---|
| xwillaxwonkax zu »Patrícia Melo: Wer lügt gewinnt« | 27.12.2007 |
| ulla zu »Patrícia Melo: Wer lügt gewinnt« | 12.01.2007 |
| Dr.Sanati zu »Patrícia Melo: Wer lügt gewinnt« | 12.02.2005 |
| morus64 zu »Patrícia Melo: Wer lügt gewinnt« | 28.01.2005 |
| kokoni zu »Patrícia Melo: Wer lügt gewinnt« | 30.05.2003 |


