Ripleys Game oder Der amerikanische Freund von Patricia Highsmith

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1974 unter dem Titel Ripleys Game, deutsche Ausgabe erstmals 1976 bei Diogenes. 384 Seiten. ISBN-10: 3-257-23416-3, ISBN-13: 978-3-257-23416-9.

'Ripleys Game oder Der amerikanische Freund' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Die Mafia versucht, in Hamburg Fuß zu fassen – das soll verhindert werden. Gesucht wird also ein Mann, der gegen viel Geld zwei Menschen umbringt. Tom Ripley kennt da jemanden ...»Die amerikanische Schriftstellerin Patricia Highsmith hat mit ihrer Romanfigur Tom Ripley einen Mythos des Amoralischen geschaffen. Ripley gehört nicht nur die Sympathie der Autorin, sondern auch die unsere.« (Süddeutsche Zeitung)

»Patricia Highsmith hat mit ihrer Romanfigur Tom Ripley einen Mythos des Amoralischen geschaffen. Ripley gehört nicht nur die Sympathie der Autorin, sondern auch die unsere.« (Süddeutsche Zeitung)

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SukRam zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 14.05.2009
Die Ausgangssituation und die Frage, wie Ripley zu Jonathans Krankheit in Beziehung steht, ist tatsächlich ein wenig seltsam (was vielleicht an meiner gekürzte Buchausgabe liegt!).

Trotzdem bietet dieser Roman wundervolle neue Personen und eine spannende Geschichte! Dabei kann Highsmith gekonnt zwischen Trevanny und Ripley hin- und herspringen.
Dass dabei ein Mafiakiller nach dem nächsten aus dem Weg geräumt wird, mutet ein wenig zu simpel an, doch dies wird sofort durch die Figur von Trevannys Frau ausgeglichen: immer weiter forscht sie und man fragt sich wie die Autorin das alles wieder gerade biegen will.

Dazu noch ein sehr, sehr trauriger Schluss, ein bitterer Nachgeschmack und ein wehmütiger Ripley zwischen den Zeilen. Keine bloße Episode für Ripley, denn auch er hat sich nach diesem Spiel verändert!

Meine Wertung: 93°
Swen Piper zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 22.05.2008
Großartig konzipierter zeitloser Roman. Nahtlos spinnt Highsmith die Geschichte des Amoralisten Ripley weiter. Ripley scheint dabei phasenweise reifer, sanfter sogar stellenweise sympathisch. Falls ein Leser Zweifel hegen sollte, dass Kriminalromane durchaus auch große Literatur darstellen können, so sollte er sich die Ripley-Reihe zu Gemüte führen (unbedingt in chronologischer Reihenfolge lesen).
Torsten Janssen zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 02.09.2006
Diesen Ripley gibt es am Sonntag auf SAT mit John Malkovich in der Hauptrolle. Eine Neuverfilmung, die wohl im Zuge der erfolgreichen Verfilmung von 1999 erschien. Bin mal gespannt was der Regisseur aus diesem Stoff gemacht hat und ob Hamburg darin vorkommt. Gruß
ein begeisterter leser zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 06.11.2005
ich werde davon absehen mich speziell zu diesem der insgesamt 5 ripleyromane zu äußern,sondern werde mal ganz allgemein behaupten,daß diese reihe an romanen mit zu den besten zählen die ich je gelesen habe.
tom ripley ist ein schurke der mit seinen kriminellen machenschaften immer wieder duchkommt.
als leser galt meine ganze sympathie stets ihm, da ich mich selbst fortwährend mit ihm identifizierte denn es sind mir überraschend viele gemeinsamkeiten mit ihm aufgefallen.
wenn man mal ehrlich ist, sind wir alle mehr oder weniger kriminell oder wären es doch zumindest wenn wir uns dem entzug der strafe sicher wären.

mein tipp: alle 5 romane chronologisch lesen, absolut empfehlenswert.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jan Hendrik Potthoff zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 14.03.2005
Ich musste das Buch in der Schule lesen und ich finde es weniger gut! Die Gründe für Jonathan den Mord zu begehen sind eher schlecht. Er erfährt von dem Gerücht von Alan der es von Gauthier hat, dieser aber hat Ripley erst von der Krankheit von Jonathan in Kenntniss gesetzt. Also warum glaubt Gauthier Ripley, der ihm das Gerücht sagt und erzählt es dann noch weiter. Obwohl er weiss das Ripley Jonathan kaum kennt und Jonathan ihn auch nicht mag und bestimmt keine neuigkeiten über seine Krankheit erzählt. Aber viel mehr als das, stellt sich mir die frage warum Jonathan seinem Arzt weniger glaubt als einem Mann, den er selbst als Gauner bezeichnet. Eine andere Sache ist die unrealistische Altagsvernunft(wer schon einmal auf einer Zugtoilette war weiss bescheid) und die unterschätzung der Mafia. Ausserdem finde ich der Krimi ist zu detail verliebt und zu viele Sachen werden zu genau beschrieben. Mein ding ist es nicht
Stefan Hoffmann zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 14.03.2005
Es geht bei der Betrachtung der Figur des Tom Ripley keineswegs ausschließlich darum ein Beispiel für Kriminalität zu finden, es ist vielmehr so, dass er ein Beispiel ist für das in unserer Gesellschaft opportune Verhaltensmuster, das er aus "Gekränktheit", Opportunismus, ursprünglich Minderwertigkeitsgefühl und fehlender Identität zu manipulieren beginnt. Er entdeckt sein Talent hierzu und man beginnt hinter die Kulissen unserer Gesellschaft zu blicken. Highsmith visulaisiert so die Oberflächlichkeit unserer Existenz im Spannungsfeld fon Verstellung und Schauspielerei. Hier wird dabei der Aspekt des Spiels besonders beleuchtet, wobei sich eine Polarisation vollzieht, in der einerseits die Substanzlosigkeit von Ripley'S Person zutage gefördert wird - Wie kann ein Ego so schnell so nachhaltig beschädigt werden? - Anderseits die Aspekte und zusammenhänge menschlichen zusammenlebens zusehends dekonstruiert werden - Wie einfach ist es für ihn mit der Person des Travanny zu spielen - hat er dessen Eigenheiten ersteinaml durchschaut. Aber auch er muss lernen nicht Gott zu sein, entgleitet ihm die Situation doch zusehends. Die Normalität unseres Alltages ist dabei gleichsam nur ein dünner Schleier, der ungeahntes zu verbergen scheint.

Letztlich scheint unser Verhalten jedoch von wenigen Gesetzmäßigkeiten abzuhängen. Aus Langeweile entsteht Angst, aus Depression nur allzuleicht Aggressivität, ist der Schleier erst einmal durchbrochen. Unweigerlich fragt man sich, ob es nur Ripley ist, der sich auf so dünnem eis bewegt, was passiert mit uns, breaubt man uns erstmal der Befriedigung unserer Bedürfnisse - worin liegt dann der Sinn unserer Existenz?
Torsten Janssen zu »Patricia Highsmith: Ripleys Game oder Der amerikanische Freund« 08.02.2005
Habe das Buch jetzt nach "Ripley Under Ground" angefangen. Die eigentliche Hauptrolle in diesem Buch spielt nicht Ripley, sondern der an Leukämie erkrankte Jonathan Trevanny. Highsmith kreiert manchmal etwas komische Namen, wie z.B. Derwatt. In diesem Buch heißt einer Hildesheim, wie die Stadt. Als Hamburger erkenne natürlich meine Stadt wieder, allerdings ist die U-Bahn Station Rathaus einer sehr kleine Station. während Jungfernstieg oder Dammtor bedeutender sind. Highsmith muß also anfang der 70 er Recherche in Hamburg betrieben haben. Sonst sehr guter, schöner Krimi. Allerdings wird mir die Figur des Ripley langsam unsympathisch. Ein Mörder, Betrüger, Vermittler von Auftragsmorden sollte dieses auch sein. Auch wenn im Film die Morde als gekränktsein entstehen , im wahren Leben säße er wohl schon längst im Gefängnis. So dämlich ist die Polizei nun auch wieder nicht! Gruß
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