Totenbuch von Patricia Cornwell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Book of the Dead, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / South Caroline / Charleston, 1990 - 2009.
Folge 15 der Kay-Scarpetta-Serie.

  • New York: Putnam, 2007 unter dem Titel Book of the Dead. 416 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2007. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 978-3-455-01104-3. 416 Seiten.
  • München: Goldmann, 2009. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 978-3-442-46101-1. 508 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 2008. Gesprochen von Franziska Pigulla. gekürzt. ISBN: 3-455-30534-2. 6 CDs.

'Totenbuch' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Kay Scarpetta versucht einen neuen Anfang, um vor den Dämonen der Vergangenheit zu fliehen. Doch ihrem alten Todfeind kann sie auch in Charleston, South Carolina, nicht entkommen: Er sitzt in einer psychiatrischen Anstalt an der Ostküste und sorgt dafür, dass es die berühmte Pathologin bald mit einem bestialischen Mord zu tun bekommt. Am Anfang sieht es für Kay Scarpetta, ihre Nichte Lucy und Pete Marino in Charleston, South Carolina, gut aus. Ihr neu eröffnetes forensisches Labor für Pathologie floriert. Doch wie aus heiterem Himmel beschuldigt sie ein mächtiger Politiker der Profitgier. Ist dieser Mann auch für die Sabotage in ihrem Labor verantwortlich? Oder wer sonst will Kay Scarpetta aus Charleston vertreiben? Dann wird die Pathologin mit dem brutalen Mord an einer Frau in deren Luxusapartment am Strand konfrontiert. Es folgen zwei weitere Mordfälle, einer barbarischer als der andere. Und als viertes Opfer steht Kay Scarpetta auf der Todesliste.

Das meint Krimi-Couch.de: »Nur Ruhm der Vergangenheit« 61°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Der Titel des neuesten Kay-Scarpetta Romans Totenbuch bezieht sich auf das Buch in der Gerichtsmedizin, in dem die eingelieferten Fälle vermerkt werden. Die Protagonistin Kay Scarpetta ist zwar nun schon seit längerem keine amtierende Gerichtsmedizinerin mehr, aber sie ist dennoch eine Koryphäe auf diesem Gebiet. Verbunden mit einem weiteren Ortswechsel hat die anscheinend ruhelose Kay eine private forensische Praxis in Charleston, South Carolina, eröffnet. Dorthin gefolgt sind ihr Rose, ihre langjährige Sekretärin, und Pete Marino, ehemaliger Polizist, der mit ihr schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet. Auch ihre Nichte Lucy, Computerass und Allroundtalent, taucht hin und wieder bei ihrer Tante auf, während ihr Lebensgefährte Benton Wesley, EX-FBI-Agent und forensicher Psychologe, in Boston geblieben ist, um sich dort seinen Studien im McLean Hospital zu widmen.

Klingt eigentlich recht idyllisch: Kay Scarpetta ist umringt von ihren langjährigen Gefährten und könnte sich in aller Ruhe der Aufklärung von spannenden und mysteriösen Todesfällen widmen. Doch das wäre zu einfach. Stattdessen ist die Atmosphäre schwer gestört: Lucy kämpft immer noch mit ihrem Gehirntumor, Rose verheimlicht ihrer Chefin, dass sie an Krebs leidet, Marino ist vollkommen durchgeknallt und vergreift sich sexuell beinahe an Kay, während er ansonsten das Bett mit einer schon fast psychopathischen Schlampe teilt, und Benton ist schwer eifersüchtig. Da tritt der eigentliche Mordfall schon fast in den Hintergrund, für den die Expertise von Kay durch den leitenden Beamten in Rom angefordert wurde.

Die berühmte Tennisspielerin Drew Martin wurde in der Nähe der Piazza Navona in einer Badewanne tot aufgefunden. Ihre leeren Augenhöhlen wurden mit Sand aufgefüllt und die Lider mit Sekundenkleber verschlossen. Und Sand spielt auch an weiteren Tatorten in den USA eine Rolle. Die Fernsehpsychologin Dr. Marian Self erhält zur gleichen Zeit E-Mails von einem Menschen, der sich selbst Sandmann nennt. Ist er der gesuchte Mörder? Dr. Self ist Kay Scarpetta nicht gerade wohl gesonnen und torpediert ihre selbsternannte Gegnerin, wo sie nur kann.

Kay Scarpetta ist nicht mehr zu retten

Im vorliegenden Band muss abermals Dr. Marion Self, die verrückte Psychologin herhalten, um der Gerichtsmedizinerin das Leben schwer zu machen. Dieses Muster wiederholt sich, war es zuvor die Polizeichefin Diane Bray in ´Blinder Passagier’, die als Sand im Getriebe fungierte.

Es ist interessant zu beobachten, dass Patricia Cornwells Bücher immer noch die Bestsellerlisten erklimmen und sie danach in weiten Teilen stark kritisiert werden. Unermüdliche Leser greifen anscheinend immer wieder zu den Büchern ihres Thriller-Idols, um sie dann enttäuscht wieder wegzulegen. Das war früher anders. Die grandiosen Anfänge der Serie, wo sich zugegebenermaßen noch nicht so viele Pathologen auf dem Büchermarkt tummelten, sind jedoch leider nicht mehr zurückzuholen.

Die Figur Kay Scarpetta ist überholt und ausgepowert, die Mitwirkenden sind nur noch Karikaturen ihrer selbst. Dreh- und Angelpunkt sind die Probleme der Figuren, die leider kaum mehr nachvollziehbar sind. Die Einsamkeit, in der die Autorin Kay, Benton, Lucy, Rose und vor allem Marino zeigt, greift auf den Leser über und erzeugt kein Zusammengehörigkeitsgefühl mehr, das früher den Gegenpol zu den Grausamkeiten jenseits dieser bisweilen verschworenen Gemeinschaft bildete. Im Gegenteil, die Atmosphäre ist in diesem Fall auch außerhalb der Mordermittlung kalt.

Leider wieder nur mittelmäßig!

Auch wenn der Beginn noch einigermaßen frisch und interessant wirkt, naht die Enttäuschung unaufhaltsam. Zwar arbeiten zur Abwechslung alle am gleichen Fall, doch selbst das wirkt äußerst konfus. Der Handlungsablauf hinterlässt im Mittelteil einen lückenhaften Eindruck, die Auflösung ist wieder einmal an den Haaren herbeigezogen und wenig originell angelegt. Patricia Cornwell kann in Sachen Spannung und Plot leider nicht an die alten Zeiten anknüpfen und das ist sehr schade. Neue Leser wird sie mit dem problembehafteten Miteinander kaum finden und auch die langjährigen Leser wenden sich mit der Zeit ab.

Sabine Reiss, Juni 2008

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Silvia Vetter zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 13.08.2011
Ich habe schon lange kein Buch mehr über Kay gelesen und bin jetzt beim Totenbuch. Als Seifenopernjunkie liebe ich auch bei Büchern die Serien. Das gibt der Autorin Zeit die Figuren feiner auszuarbeiten. Aber das macht die Sache viel schwieriger. Es muss alles passen, die Personen müssen sich logisch weiterentwickeln und vorallem chronologisch.
Trotzdem, ich werde Kay Scarpetta treu bleiben und in lockeren Abständen weiterlesen.
retnueg zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 29.12.2010
ich finde, in punkto mittelmass oder schlechter wird von den rezensenten wirklich übertrieben, auch wenn die alten stories sicher besser waren, ich bin und bleibe treuer scarpetta-leser, auch wenn dieses buch die eine oder andre schwäche hat, so ist es trotz allem dennoch gut genug, um die reihe fortzuführen und mich-zumindest zwischenzeitlich-zufesseln
KP zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 22.08.2010
Das war mein erstes und zugleich letztes Buch von Patricia Cornwell.
So lange hab ich noch nie für ein Buch gebraucht, oft muss man viele Seiten zurückgehen, weil man denkt, etwas überlesen zu haben.
Dann stellt man fest, dass dies nicht der Fall war, denn es ist einfach nur ein grosses, heilloses Durcheinander, ohne Punkt und Komma.
Ich ärger mich total über diese Fehlinvestition.
Julia zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 15.03.2010
Vielleicht lässt Patricia Cornwell ja wirklich nur noch für sich Schreiben. Deswegen sind vielleicht auch manche Fehler zu erklären...ich weiß es nicht..aber seht mal die Frau hat das erste Buch 1990 rausgebracht jetzt haben wir 2010 da ist doch klar das sie was neues Versucht und nicht mehr so shcreibt wie sie es früher vor 10 Jahren gemacht hat. Ich finde die Bücher alle klasse es ist ja auch reine Geschmackssache wie man es jetzt findet. Deswegen kann ich nur Empfehlen, achtet nicht darauf was die Leute hier Empfehlen sondern lest es selber und findet es für euch selber raus was ihr von haltet.
Margitta zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 30.01.2010
Heute habe ich das Buch beendet.
Auch ich bin der Meinung,daß es eher eine Familienärgernisgeschichte ist.Es wurde kaum Spannung aufgebaut.Am meisten ärgert mich die Rolle die Marino zu spielen hat.Und auch wo ist er?
Ich mag gar nicht, wenn am Ende etwas offen bleibt.Da vermute ich wird schon ein bischen Spannung auf das nächste Buch aufgebaut.
Also Totenbuch ist sicher nicht eines Ihrer guten Bücher.
Mo_Re zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 30.01.2010
Auch ich habe aller Kay Scarpetta Romane gelesen.
Auch ich bin der Meinung die Qualität gesunken ist, allerdings ist es natürlich auch extrem schwer das Anfangsniveau zu halten.
Zu sagen die Schiksale der Charaktere interessiert uns nicht, finde ich eine schwierige aussage immerhin lesen wir die Bücher genau wegen den immergleichen Handlungsträgern.
Was mich ja auch wirklich brennend interessieren würde ist die Sache mit Rudy, wo ist er geblieben?
Mit der Reihe aufzuhören ist sicher auch eine nicht ganz einfache Sache.
Also weiter lesen und auf ein gutes Ende hoffen. ;)
Lg
icke zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 01.01.2010
habe heute erst angefangen das buch totenbuch zu lesen. (obwohl ich schon das buch nr. 16 habe skarpetta.
ich bin der meinung sie soll in rente gehen.
sie kommt einfach nicht mehr an ihren alten bücher ran. marino ist mitte 50??
im buch staub ist er schon 60 jahre!!!rose ist 73 in den dämonen ist sie 67jahre
alzheimer oder was?
ich muss mich aber überwinden es fertig zu lesen. kann ja nur noch schlechter werden
Scarpetta zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 31.12.2009
Naja bin es gerade am lesen. Also spannend finde ich es im Moment noch nicht. Ich hoffe mal das da mal endlich ein paar Hinweise kommen, die richtung mörder führen. Den das privatleben von kay Scarpetta interessiert mich recht wenig. Mir erscheint das Buch bis jetzt eher wie eine Familientragödie. Hoffentlich passiert endlich mal wasw, verdammt
leser zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 27.12.2009
Ich bin immer noch dabei mich durchzukämpfen… totales Durcheinander, ich blicke nicht durch. Charaktere die allesamt in psychologische Behandlung müssten. Dazu immer wiederkehrende Litaneien. Keiner kommt zum Punkt. Die Morde sind Nebensache. Sehr schlechte Handlung. Wo sind die Bücher der Vergangenheit.
Für mich kein Buch von Patricia Cornwell mehr.
Nina zu »Patricia Cornwell: Totenbuch« 07.12.2009
Ich denke nicht, dass es das schlechteste Buch von Patricia Cornwell ist (den Platz hat bei mir "Die Dämonen ruhen nicht" gepachtet). Mich stört der ständige Wechsel der Orte, der manchmal nicht wirklich nachvollziehbar erscheint. Nur aufgrund eine Hurrikans wurden alle Zelte in Florida abgebrochen, der nächste Band spielt schon wieder in New York. Genauso störend ist, dass einige Charaktere einfach sang- und klanglos verschwinden, wie z.B. Rudy. Es wäre schön, wenn man wenigstens in einem Nebensatz etwas darüber erfahren könnte. Ich sehe einen Bruch nach "Das letzte Revier", das eigentlich ganz positiv endete. Warum Scarpetta letztendlich gefeuert wurde, ist mir bis heute nicht ganz klar. Ich habe das gefühl, dass Patricia Cornwell zwanghaft versucht, Abwechslung in die Story zu bringen, indem sie die Orte und Charaktere ständig wechselt. So lässt sie in "Totenbuch" Rose erkranken und Marino spurlos verschwinden. Das ist etwas nervig. ich finde das Buch jetzt nicht sooo schlimm, aber irgendwie ist die Serie nicht mehr so gut wie früher.

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