Staub von Patricia Cornwell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Trace, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Virginia, 1990 - 2009.
Folge 13 der Kay-Scarpetta-Serie.

  • New York: Putnam, 2004 unter dem Titel Trace. 428 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2005. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 3-455-01100-4. 428 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2005. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 3828979386. 428 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Karin Dufner. ISBN: 978-3-442-45437-2. 476 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 2005. Gesprochen von Franziska Pigulla. gekürzt. ISBN: 3-455-30383-8. 6 CDs.

'Staub' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Kay Scarpetta wird von ihrem Nachfolger in Richmond, Virginia, gebeten, bei einem rätselhaften Todesfall zu helfen. Ein vierzehnjähriges Mädchen ist scheinbar ohne erkennbare Ursache gestorben. Hat man bei der Autopsie womöglich etwas übersehen? Scarpetta ist entsetzt über die Schlamperei, die an ihrer alten Wirkungsstätte Einzug gehalten hat. Als sie eine weitere Leiche in Augenschein nimmt, entdeckt sie eine alarmierende Parallele zum Fall des toten Mädchens: feine Spuren von Knochenstaub auf dem Körper. Allem Anschein nach hat der Täter im Krematorium der Gerichtsmedizin gearbeitet …

Das meint Krimi-Couch.de: »Kay is back in town« 69°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Die frühere Chefpathologin von Virginia, Kay Scarpetta, ist wieder an ihre alte Wirkungsstätte nach Richmond zurückgekehrt, um ihrem erst kürzlich ernannten Nachfolger mit einer Expertise auf dessen Wunsch zur Seite zu stehen. Wie sich allerdings herausstellt, will er scheinbar nur keine Verantwortung für eine Diagnose übernehmen und überlässt dies nur zu gern seiner ihm verhassten Vorgängerin. Das Zusammentreffen der beiden verläuft dementsprechend nicht erfreulich, da Kay schnell spürt, dass Dr. Marcus sie nicht leiden kann und sie gar nicht erwünscht ist. Zudem schmerzt es sie zu sehen, wie sich die Zustände in der von ihr geführten Behörde entwickelt haben.

Es handelt sich bei dem Fall um den Tod der vierzehnjährigen Gilly Paulson, die während einer Grippe zuhause unter mysteriösen Umständen verstarb. Merkwürdig ist, dass am Leichnam eines Bauarbeiters, der beim Abbruch des alten gerichtsmedizinischen Instituts ums Leben kam, die gleichen Spuren wie an dem Mädchen zu finden sind: Knochenstaub! Als ihr Nachfolger Kay unterstellt, dass sie diesen selbst bei den Untersuchungen übertragen hat, startet sie ihre eigenen Ermittlungen und sieht sich dabei mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Unspektakulär

Leider ist es unvermeidlich, dass sich ein Autor an seinen anderen Werken messen lassen muss. Immerhin, so abgedreht wie die drei Vorgängerromane, die sich mit den Taten des sogenannten »Werwolfs« Chandonne beschäftigen, ist »Staub« nicht. Im Gegenteil, der Roman ist sogar ziemlich unspektakulär, so dass er meines Erachtens sicher nie die Spiegel-Bestseller-Liste erklommen hätte, wenn nicht Patricia Cornwell die Autorin wäre. Ein Buch von ihr wird aber sofort nach Erscheinen von vielen Fans und Kritikern beäugt und erhält automatisch eine gewisse Aufmerksamkeit.

Dass sich die Verfasserin nun seit einiger Zeit des Präsens bedient, ist meines Erachtens relativ unerheblich, man stolpert nur selten darüber, einfach weil es ungewohnt ist. Auch der Wechsel von der Ich-Form in ihren früheren Büchern zur Außenperspektive stellt kein Gradmesser für die Qualität des gebotenen Stoffs dar. Vielmehr ist die Geschichte insgesamt träge und wirkt auf mich wie ein Versuch, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Was wäre dazu besser geeignet, als die Protagonistin in ihren damaligen Wirkungsbereich zurückzuschicken? Dies muss sich auch Patricia Cornwell gedacht haben. Allerdings fehlt ein gewisser Spannungsaufbau und somit wird man auch Höhepunkte in der gleichförmigen Geschichte vermissen. Das Ende wirkt unfertig, das Buch hört einfach auf und einige Handlungsstränge wie z.B. die Antipathie ihres Nachfolgers werden gar nicht mehr weiterverfolgt.

Auf dem Weg zu Besserung

Aber es gibt auch positives zu vermerken: Meine Bitte scheint erhört worden zu sein, dass Kay Scarpetta sich nun endlich von den Altlasten befreit und als freie Beraterin ein neues Leben beginnt, in dem auch Benton eine Rolle spielen darf. Es ist fast so, als wäre Kay nie weggewesen. Für Fans der Serie ist es nett, die vertrauten Figuren wieder einmal zu erleben. Man kann nur hoffen, dass die Autorin den nun von ihr eingeschlagenen Weg weiterverfolgt, denn in der letzten Büchern ist sie einfach zu weit abgedriftet. Das soll nicht heißen, dass sich keine Serienfigur weiterentwickeln soll, nur muss die Entwicklung nachvollziehbar bleiben. Nun muss sie nur noch an der Story arbeiten, damit ein Krimi herauskommt, der mehr als das hier vorliegende Mittelmaß darstellt. Dass sie dieses Handwerk beherrscht, hat sie bereits in der Vergangenheit bewiesen. 

Ihre Meinung zu »Patricia Cornwell: Staub«

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kathi zu »Patricia Cornwell: Staub« 19.10.2011
Habe das Buch angefangen, mich zwei Wochen gequält (normalerweise reicht ein freies Wochenende für einen guten Krimi), und dann total genervt zur Seite gelegt.
Hatte zeitweise das Gefühl, dieses Buch wurde von einer anderen Person geschrieben ( kann Fr. Cornwell sich vielleicht einen Ghostwriter leisten?)
Lucy ist mir tierisch auf die Nerven gegangen. Quotenlesbe, Flugschein, Modelmaße, Reichtum,.
Und dann noch der wieder lebendige (warum eigentlich?) Benton: gleiche Eigenschaften wie Superlucy.
Fazit: ein in die Breite geklopfter Schundroman, den ich ohne Bedenken in den Altpapiercontainer getreten habe.
George zu »Patricia Cornwell: Staub« 12.08.2011
"ziemlich unspektakulär" ist gut! Ich fand den Roman einfach langweilig. Die Erzählung im Präsens hat mich außerdem wirklich gestört.
Kay Scarpetta ist noch in Ordnung, wobei die Geschichte mit Benton nervig wird, aber Marino und Lucy werden langsam total unerträglich, so übertrieben, dass es karikaturartig wirkt.Ich bin enttäuscht...
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Patricia Cornwell: Staub« 18.08.2009
Als eine Art "Zwischenspiel" nach der auf fast 1500 Seiten (!) aufgeblähten "Werfolf-Trilogie" und dem verworrenen "Defekt" ist "Staub" fast schon eine Novelle. Gut ist, dass wieder viel Gerichtsmedizin, Kriminaltechnik und Polizeiarbeit vorkommt. Das von Conny kritisierte Ende im Waffengeschäft finde ich sehr gelungen, lakonisch wie von Raymond Chandler. Aber wirklich spannend ist die Geschichte nicht. Ganz schlecht und "an den Haaren herbeigezogen" ist für mich das Motiv des Täters. Nur bedingt empfehlenswert.
Dany zu »Patricia Cornwell: Staub« 08.03.2009
Ich höre sehr gerne die Hörbücher zur KS-Reihe und bin immer wieder begeistert gewesen...
bis jetzt.

Der Wechsel der Sichtweise und die abgerissen wirkenden Handlungsstränge welche dann irgendwann, wenn überhaupt, wieder einfallen und dann an ganz anderer stelle wieder einsetzen irritieren sehr.

Ich bin froh das ich es als Hörbuch hören konnte, denn gelesen hätte ich es mit Sicherheit nicht bekommen. Und das will was heißen.

Wobei ich auch sagen muss, dass Franziska Pigulla im gegensatz zu Judy Winter die überzeugendere Kay ist, auch wenn beide hervorragende Leserinnen sind.
Nigozreh zu »Patricia Cornwell: Staub« 27.01.2009
Ich war bisher ein riesen Fan von PC und Kay Scarpetta, ich habe alle Bände gelesen, aber dieses Buch kostet mich fast schon Überwindung!

1. Die Präsens-Form finde ich fürchterlich.
2. Was soll der Käse, dass Benton plötzlich wieder da ist? Der ist doch gestorben?
3. Die Handlung ist reichlich verworren und irgendwie unglaubwürdig, das Gehabe um Lucy ist echt maßlos übertrieben...
Fazit: Schade um (wieder mal) eine richtig gute Reihe. Ähnlich enttäuscht hat mich bisher nur Elizabeth George mit ihren Inspector-Lynley-Büchern, die ähnlich durcheinander strukturiert waren.
euridike zu »Patricia Cornwell: Staub« 27.09.2008
Ich bin einfach kein Scarpetta-Fan und habedie bücher bisher nur gelesen wenn ich nichts anderes hatte; wobei ich einige Figuren, wie z.B. lucy oder Marino sehr schön beschrieben fand.
Aber ihreBücher waren immer eine gute Unterhaltung für mich und das reicht ja manchmal.

Allerdings mir ging schon immer ihre "Waffenverliebtheit" auf den Geist...
Diesen Wechsel zum Präsens finde ich wirklich störend.
Ich finde sie hat, verglichen mit ihren ersten Büchern sehr nachgelassen!

Ja und die Handlungsstränge, da muss ich einem meiner Vorschreiber recht geben wurden plötzlich einfach unterbrochen, es wirkt, als hätte sie einige Personen beim Schreiben vergessen...

Aber es war nicht der schlechteste Krimi...
tedesca zu »Patricia Cornwell: Staub« 12.06.2008
Für mich bedeutet "Staub" das eindeutige Ende der guten Serie. Ab hier ist es nur noch lanweilig und die Personen driften in Tiefen ab, die sie nicht mehr lebendig und lebensnah erscheinen lassen. Schade! Ich war immer ein großer Fan der Kay-Scarpetta-Reihe - nun nun an geht's bergab.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bluemchen zu »Patricia Cornwell: Staub« 02.02.2008
Obwohl ich ein großer Fan von PC bin muß ich leider einräumen das dies mit das schlechteste Buch von ihr ist.Ich mußte mich sehr zwingen es überhaupt zu Ende zu lesen.Bleibt zu hoffen das sie wieder zu ihrer alten Form zurückfindet denn ansonsten werde ich wohl kein Geld mehr für ihre Bücher ausgeben.
JaneM. zu »Patricia Cornwell: Staub« 28.01.2008
Als wohl leider ehemaliger PC- Fan habe ich gedacht, dass das ja wohl nicht PCs Ernst sein kann! Konstruierte, unlogische und langweilige Story. Dann Charaktere, die für mich unsympathischer werden: der völlig abstruse Lucy-Charakter, Kay und Benton merkwürdig farblos und fast depressiv, einzig der früher grobschlächtige Pete Marino (der mir sowieso immer am sympathischten war) ist noch erträglich..
Das war's wirklich nicht.
snoozer zu »Patricia Cornwell: Staub« 14.10.2007
Vorweg: Ich bin kein PC-Fan und kenne mit diesem hier nur 2 KS-Romane.

Trotzdem habe ich mich wahnsinnig über die vertane Zeit mit diesem Buch geärgert.
Ich habe tatsächlich 8 Wochen gebraucht, um es durchzulesen, ganz einfach weil das Buch überhaupt keine Motivation bietet weiterzulesen.

Der Schreibstil ist einfach grauenhaft kompliziert und langweilt und nervt schon nach kurzer Zeit, wenn es nicht schon die schwache Story tut.
Ich habe jedenfalls nicht kapiert, wieso KS überhaupt nach Richmond gerufen wurde, um eine Leiche zu untersuchen, an dessen Untersuchung eigentlich kaum einer Interesse hat.

Dazu kommen diese Figuren, die allesamt dermassen überzeichnet sind, dass sie wie Karikaturen wirken.
Allen voran Super-Lucy, die wohl eine Züchtung aus Pippi Langstrumpf und Albert Einstein zu sein scheint.
Kann alles, weiss alles, hat alles und das gleich mehrfach, ist superreich und gutaussehend sowieso. Zu guter letzt natürlich lesbisch.

Dann diese überaus langweiligen Sequenzen bei Benton (ach, lebt der wieder??) in Colorado, die keinen weiterbringen und nur anöden.

Ich hab mich echt durchgequält, weil ich immer dachte, dass da doch noch was kommen muss, weil die Frau Cromwell soviele Fans hat, aber es kam absolut überhaupt nichts.

Ich verstehe nicht, wie das Buch hier trotzdem mit immerhin durchschnittlich 62° (momentan) bewertet wird. Soviel verdient es garantiert nicht.

Jedem sollte davon abgeraten werden, sich mit diesem Käse die Freizeit zu verderben.
Ich muss aufhören hierüber zu schreiben, ich bekomme Aggressionen.

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