Der Keim des Verderbens von Patricia Cornwell

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Unnatural Exposure, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.
Folge 8 der Kay-Scarpetta-Serie.

  • New York: Putnam, 1997 unter dem Titel Unnatural Exposure. 338 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 1998. Übersetzt von Tina Hohl. 383 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 1999. Übersetzt von Tina Hohl. 383 Seiten.
  • München: Goldmann, 2001. Übersetzt von Tina Hohl. ISBN: 3-442-43902-7. 351 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Tina Hohl. ISBN: 3-442-45648-7. 352 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Tina Hohl. 351 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Tina Hohl. 383 Seiten.
  • Hamburg: Hoffmann & Campe, 2011 Verderben. Übersetzt von Tina Hohl. 381 Seiten.
  • München: Goldmann, 2012 Verderben. Übersetzt von Tina Hohl. 381 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 1999. Gesprochen von Judy Winter. gekürzt. ISBN: 3-455-30151-7. 3 CDs.
  • [Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 2011 Verderben. Gesprochen von Nina Petri. ISBN: 3-455-30737-X. 6 CDs.

'Der Keim des Verderbens' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

Auf einer Mülldeponie in Virginia wird eine Leiche ohne Kopf und Gliedmassen entdeckt. Es ist nicht die Erste, die man so auffindet, und die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta, gerade erst aus Irland zurückgekehrt, vermutet sogar einen Zusammenhang zu einer Mordserie, die sie auf der Grünen Insel untersucht hat. Die Medien, durch eine undichte Stelle bei der Polizei informiert, stürzen sich auf den Fall und bedrängen Scarpetta mit Spekulationen. Ein profilierungssüchtiger Polizeibeamter macht ihr zusätzlich das Leben schwer. Und dann nimmt der Täter, der sich »deadoc« nennt, per Email Kontakt zu ihr auf und schickt ihr über das Internet Fotos von der zerstückelten Leiche. Bei der Obduktion werden jedoch eindeutige Unterschiede zu den vorangegangenen Fällen offenbar. Vor allem ein mysteriöser Hautausschlag an der Leiche bereitet Scarpetta Kopfzerbrechen. Als auf einer kleinen Insel vor der Küste Virginias ein weiteres weibliches Opfer gefunden wird, bestätigt sich ihr Verdacht, dass sie es mit einem anderen Täter als dem von ihr anfangs vermuteten Serienmörder aus Irland zu tun hat. Es stellt sich heraus, dass beide Opfer mit einem tödlichen Virus infiziert waren. Ein Wettlauf mit dem Tod beginnt: Fieberhaft arbeitet Scarpetta mit den Experten von Armee und Gesundheitsbehörde zusammen, um den Erreger zu identifizieren und eine Verbreitung der Seuche zu verhindern …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Als Stand-alone-Krimi mangelhaft« 27°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Die Gerichtsmedizinierin Dr. Kay Scarpetta kommt gerade aus Irland zurück, wo sie einige Vorlesungen gehalten hat. Nebenbei nutzte sie die Reise, um eine Mordserie zu untersuchen, bei der vor zwei Jahren nur die Rümpfe von Leichen gefunden wurden. Kopf, Arme und Beine waren abgetrennt. Und nun scheint es so, als ob der gleiche Mörder in den USA weitermacht, denn auch dort wurden in letzter Zeit fünf auf diese Art und Weise verstümmelte Leichen entdeckt. Doch die sechste Leiche, die auf einer Müllkippe entdeckt wird, passt nicht zu den anderen. Hier wurden die Gliedmaßen nicht am Gelenk abgetrennt, sondern die Knochen mit einer Autopsiesäge durchtrennt.

Da erhält Dr. Scarpetta eine e-Mail: der Absender nennt sich deadoc und er schickt ein Foto der letzten gefundenen Leiche und anschließend ein weiteres Foto, das die abgetrennten Gliedmaßen zeigt. Doch welche Absichten der Täter damit verfolgt, bleibt rätselhaft.

Dann wird ein Kollege von Scarpetta auf eine Fischerinsel zur Leiche einer alten Frau gerufen, die am ganzen Körper entstellt war. Er stellt fest, dass es sich um einen hochgradig ansteckenden Pockenvirus handelt. Und Scarpetta findet heraus, dass der Leichenrumpf die gleiche Infektion aufwies. Nun droht sogar eine Epidemie.

Serienkrimis gibt es vielleicht schon mehr als in sich abgeschlossene Krimis und sie werden zunehmend beliebter. Die Kunst, einen guten Serienkrimi zu schreiben, besteht einerseits darin, Charaktere zu entwerfen, mit denen sich der Leser identifizieren kann, diese Charaktere ständig weiter zu entwickeln und in vertraute Umgebungen neue Ideen einzubringen. Auf der anderen Seite aber sollte der Serienautor auch darauf achten, dass jeder Band ebenso gut als Stand-alone-Krimi gelesen werden kann. Und in diesem Punkt hat Patricia Cornwell hier eindeutig versagt.

Zwar gelingt es ihr noch einigermaßen, die den Stammlesern schon vertrauten Figuren auch dem Neuleser nahe zu bringen, doch enden viele Handlungsstränge, die vielleicht noch in weiteren Bänden aufgearbeitet werden sollen, einfach im Nichts.

»Der Keim des Verderbens« wirkt von Anfang an routiniert geschrieben. Die Charaktere werden dem Leser kurz und schmerzlos beschrieben, was bei einem Serienkrimi nicht als Kritik zu sehen ist. Doch das Stammpersonal bleibt flach und leblos und viel zu viele Figuren werden sehr einfallslos in eine Schublade gezwängt: ganz deutlich der karrieregeile Polizist, der sich mit viel zu plumpen Mitteln zu profilieren versucht. Der unbedeutende schüchterene homosexuelle Angestellte mit der hilfsbedürftigen Mutter kommt sogar gleich in doppelter Ausführung vor. Überhaupt reitet die Autorin viel zu viel auf dem Thema Homosexualität herum, ohne eine klare Aussage machen zu können.

Angenehm zu lesen Einschübe, die für die Handlung nicht zwingend notwendig sind, wie der Besuch der Elvis-Fans in Graceland und gelegentlich humorvolle Dialoge. Daß die Protagonistin von Anfang bis Ende gestresst und später auch krank ist, teilweise sogar einen exzentrischen Eindruck macht, wirkt dagegen auf den Leser eher nervend. Ebenso störend die allzu häufige Erwähnung von AOL (ein Sponsor der Autorin?) und die nichtssagenden Abkürzungen der verschiedenen vorkommenden Behörden.

Mit ihrer einfachen Schreibweise sorgt die Autorin für ein sehr gut lesbares Buch. Daß sie eine routinierte Schreiberin ist und etwas davon versteht, einen Plot zu entwicken und für einen guten Spannungsaufbau zu sorgen, hat sie bereits mehrfach bewiesen.

So wird man auch über 300 zügig zu lesende Seiten hinweg ansprechend unterhalten, doch was sich Patricia Cornwell auf den letzen 50 Seiten leistet, ist »einer der berühmtesten Thrillerautorinnen der Welt« unwürdig. Da wird eine hingeschluderte halbherzige Teilauflösung präsentiert, die weder logisch hergeleitet noch motiviert begründet ist. Personen, auf deren weiteres Schicksal man gespannt wartet, tauchen einfach nicht mehr auf. Mehrere Seitenhandlungsstränge werden schlichtweg vergessen. Auf diese Art für den Folgeband Werbung machen zu wollen, – falls dies überhaupt beabsichtigt war – ist schlichtweg eine unzumutbare Art und Weise.

Man möchte der Autorin das Buch gerne zurückschicken und sagen: »Die ersten 300 Seiten sind soweit einigermaßen in Ordnung, die letzten 50 Seiten wegschmeißen und neu schreiben. Da bleibt noch mindestens für 200 Seiten Stoff aufzuarbeiten.«

Dann hätte man einen routiniert geschriebenen ordentlichen Standardkrimi ohne besondere Höhepunkte.

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Dr.Dieter Rohnfelder zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 24.08.2009
Der Schluss ist ungewohnt schwach, und das Motiv sehr, sehr unglaubwürdig. Zum "Mörder-Raten" eignen sich die Krimis von Patricia Cornwell aber ohnehin nicht. Die Story selbst ist recht gut und auch spannend erzählt. Die Kritik von Krimi-Couch.de finde ich viel zu hart. 55 Grad sollten es schon sein - also lesen!
Katara zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 05.12.2008
Im großen und ganzen ein gelungenes Werk. Wie aber an fast jedem Buch gibt es auch hier was zu bemängeln. Ich fand das Ende ein bisschen zu kurz und wie oben auch schon gesagt wurde, wird der Mörder vor Aufklärung garnicht erwähnt. Schade. Aber ansonsten ein richtig guter Plot. Ich habe nur 2 Tage gebraucht um das Buch zu lesen...
Kerstin zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 21.04.2008
Es beginnt harmlos eklig, aber der ganze Fall mutiert im Zuge der Ermittlungen zu einer schrecklichen Beinaheepidemie, die es zu verhindern gilt. Im Brennpunkt steht wie immer Scarpetta, die sich mit einem Wahnsinnigen und einem tödlichen Virus konfrontiert sieht!
MilkyBoy zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 12.10.2007
Ich fand das Buch sehr interessant. Vor allem mit dem Thema Gentechnologie ist das Buch sehr aktuell. Ich hab mir schon früh gedacht, dass der Mörder Scarpetta gut kennt. Aber blöd ist dann, dass der Mörder jemand ist der vorher gar nicht erwähnt wird.
chrissi zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 23.08.2007
Es war ein tolles buch mit einem traurigen verlust...
das ende fand ich auch eher seltsam, aber erklärt war es natürlich schon!
aber ich habe mich schon gewundert, ich hatte nur noch zirka zehn seiten zu lesen, und es war noch kein einziges Anzeichen, wer der Mörder sein könnte.
da dachte ich schon, dass es vielleicht ungeklärt bleiben würde...
Vicky zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 06.10.2006
Ich habe jetzt 2 KS-Romane gelesen und freue mich schon auf die nächsten.
Was mich jedoch echt enttäuscht hat, war das Ende dieses Buches...wirklich viel zu kurz und garnich den vorhergehenden Seiten angepasst.
Siri zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 15.09.2006
Ich fand das Buch von Patricia Cornwell sehr spannend.
Vor Allem da das Thema Epidemie behandelt wurde.
Das Ende fand ich allerdings auch eher entäuschend, da es keine genauere Erklärung für die Auflösung des Falls gab.
Ina zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 15.09.2006
Die Meinung von Krimi-couch.de ist schon richtig. Am Ende kam mir alles sehr weit hergeholt vor. Und es bleibt einfach zu viel ungeklärt.

Note: mangelhaft!

(Es gibt bessere Bücher von Patricia Cornwell!)
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
silke zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 07.09.2004
Silkes Meinung
habe auch schon einige Scarpetta Romane
gelesen und muß auch sagen "total spannend". Habe es mir auch zu eigenen gemacht, sie nach der Reihenfolge zu lesen um Verständigungsprobleme (zurück greifen auf alte Falle oder Ereignisse) auszuschließen. Toll ist das Fachliche Infos stimmen. Wenn man alle Bücher gelesen hat fängt man vielleicht auch eine Ausbildung als Medical Examiner an.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Cludia zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« 27.07.2004
Auch dieser KS-Roman war ein Knaller. Habe bis auf 2 Stück alle gelesen. Es ist von Vorteil, wenn man mit dem ersten beginnt, da man dann besser "durchsteigt". Jedenfalls sind die Bücher der Kracher und uneingeschränkt empfehlenswert. freue mich schon auf die nächsten.

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