Der Keim des Verderbens von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1997
unter dem Titel Unnatural Exposure,
deutsche Ausgabe erstmals 1998
bei Hoffmann & Campe.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.
Folge 8 der Kay-Scarpetta-Serie.
- New York: Putnam, 1997 unter dem Titel Unnatural Exposure. 338 Seiten.
-
Hamburg: Hoffmann & Campe, 1998.
Übersetzt von Tina Hohl.
ISBN:
3-455-01026-1. 383 Seiten. -
Augsburg: Weltbild, 1999.
Übersetzt von Tina Hohl.
ISBN:
3896045563. 383 Seiten. -
München: Goldmann, 2001.
Übersetzt von Tina Hohl.
ISBN:
3-442-43902-7. 351 Seiten. -
München: Goldmann, 2003.
Übersetzt von Tina Hohl.
ISBN:
3-442-45648-7. 352 Seiten. -
München: Goldmann, 2005.
Übersetzt von Tina Hohl.
ISBN:
3-442-05528-8. 351 Seiten. -
Augsburg: Weltbild, 2006.
Übersetzt von Tina Hohl.
ISBN:
978-3828979390. 383 Seiten.
-
[Hörbuch] Hamburg: Hoffmann & Campe, 1999.
Gesprochen von Judy Winter.
gekürzt.
ISBN:
3-455-30151-7. 3 CDs.
'Der Keim des Verderbens' ist erschienen als
![]()
![]()
In Kürze:
Auf einer Mülldeponie in Virginia wird eine Leiche ohne Kopf und Gliedmassen entdeckt. Es ist nicht die Erste, die man so auffindet, und die Gerichtsmedizinerin Dr. Kay Scarpetta, gerade erst aus Irland zurückgekehrt, vermutet sogar einen Zusammenhang zu einer Mordserie, die sie auf der Grünen Insel untersucht hat. Die Medien, durch eine undichte Stelle bei der Polizei informiert, stürzen sich auf den Fall und bedrängen Scarpetta mit Spekulationen. Ein profilierungssüchtiger Polizeibeamter macht ihr zusätzlich das Leben schwer. Und dann nimmt der Täter, der sich »deadoc« nennt, per Email Kontakt zu ihr auf und schickt ihr über das Internet Fotos von der zerstückelten Leiche. Bei der Obduktion werden jedoch eindeutige Unterschiede zu den vorangegangenen Fällen offenbar. Vor allem ein mysteriöser Hautausschlag an der Leiche bereitet Scarpetta Kopfzerbrechen. Als auf einer kleinen Insel vor der Küste Virginias ein weiteres weibliches Opfer gefunden wird, bestätigt sich ihr Verdacht, dass sie es mit einem anderen Täter als dem von ihr anfangs vermuteten Serienmörder aus Irland zu tun hat. Es stellt sich heraus, dass beide Opfer mit einem tödlichen Virus infiziert waren. Ein Wettlauf mit dem Tod beginnt: Fieberhaft arbeitet Scarpetta mit den Experten von Armee und Gesundheitsbehörde zusammen, um den Erreger zu identifizieren und eine Verbreitung der Seuche zu verhindern …
Das meint Krimi-Couch.de: »Als Stand-alone-Krimi mangelhaft«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Die Gerichtsmedizinierin Dr. Kay Scarpetta kommt gerade aus Irland zurück, wo sie einige Vorlesungen gehalten hat. Nebenbei nutzte sie die Reise, um eine Mordserie zu untersuchen, bei der vor zwei Jahren nur die Rümpfe von Leichen gefunden wurden. Kopf, Arme und Beine waren abgetrennt. Und nun scheint es so, als ob der gleiche Mörder in den USA weitermacht, denn auch dort wurden in letzter Zeit fünf auf diese Art und Weise verstümmelte Leichen entdeckt. Doch die sechste Leiche, die auf einer Müllkippe entdeckt wird, passt nicht zu den anderen. Hier wurden die Gliedmaßen nicht am Gelenk abgetrennt, sondern die Knochen mit einer Autopsiesäge durchtrennt.
Da erhält Dr. Scarpetta eine e-Mail: der Absender nennt sich deadoc und er schickt ein Foto der letzten gefundenen Leiche und anschließend ein weiteres Foto, das die abgetrennten Gliedmaßen zeigt. Doch welche Absichten der Täter damit verfolgt, bleibt rätselhaft.
Dann wird ein Kollege von Scarpetta auf eine Fischerinsel zur Leiche einer alten Frau gerufen, die am ganzen Körper entstellt war. Er stellt fest, dass es sich um einen hochgradig ansteckenden Pockenvirus handelt. Und Scarpetta findet heraus, dass der Leichenrumpf die gleiche Infektion aufwies. Nun droht sogar eine Epidemie.
Serienkrimis gibt es vielleicht schon mehr als in sich abgeschlossene Krimis und sie werden zunehmend beliebter. Die Kunst, einen guten Serienkrimi zu schreiben, besteht einerseits darin, Charaktere zu entwerfen, mit denen sich der Leser identifizieren kann, diese Charaktere ständig weiter zu entwickeln und in vertraute Umgebungen neue Ideen einzubringen. Auf der anderen Seite aber sollte der Serienautor auch darauf achten, dass jeder Band ebenso gut als Stand-alone-Krimi gelesen werden kann. Und in diesem Punkt hat Patricia Cornwell hier eindeutig versagt.
Zwar gelingt es ihr noch einigermaßen, die den Stammlesern schon vertrauten Figuren auch dem Neuleser nahe zu bringen, doch enden viele Handlungsstränge, die vielleicht noch in weiteren Bänden aufgearbeitet werden sollen, einfach im Nichts.
»Der Keim des Verderbens« wirkt von Anfang an routiniert geschrieben. Die Charaktere werden dem Leser kurz und schmerzlos beschrieben, was bei einem Serienkrimi nicht als Kritik zu sehen ist. Doch das Stammpersonal bleibt flach und leblos und viel zu viele Figuren werden sehr einfallslos in eine Schublade gezwängt: ganz deutlich der karrieregeile Polizist, der sich mit viel zu plumpen Mitteln zu profilieren versucht. Der unbedeutende schüchterene homosexuelle Angestellte mit der hilfsbedürftigen Mutter kommt sogar gleich in doppelter Ausführung vor. Überhaupt reitet die Autorin viel zu viel auf dem Thema Homosexualität herum, ohne eine klare Aussage machen zu können.
Angenehm zu lesen Einschübe, die für die Handlung nicht zwingend notwendig sind, wie der Besuch der Elvis-Fans in Graceland und gelegentlich humorvolle Dialoge. Daß die Protagonistin von Anfang bis Ende gestresst und später auch krank ist, teilweise sogar einen exzentrischen Eindruck macht, wirkt dagegen auf den Leser eher nervend. Ebenso störend die allzu häufige Erwähnung von AOL (ein Sponsor der Autorin?) und die nichtssagenden Abkürzungen der verschiedenen vorkommenden Behörden.
Mit ihrer einfachen Schreibweise sorgt die Autorin für ein sehr gut lesbares Buch. Daß sie eine routinierte Schreiberin ist und etwas davon versteht, einen Plot zu entwicken und für einen guten Spannungsaufbau zu sorgen, hat sie bereits mehrfach bewiesen.
So wird man auch über 300 zügig zu lesende Seiten hinweg ansprechend unterhalten, doch was sich Patricia Cornwell auf den letzen 50 Seiten leistet, ist »einer der berühmtesten Thrillerautorinnen der Welt« unwürdig. Da wird eine hingeschluderte halbherzige Teilauflösung präsentiert, die weder logisch hergeleitet noch motiviert begründet ist. Personen, auf deren weiteres Schicksal man gespannt wartet, tauchen einfach nicht mehr auf. Mehrere Seitenhandlungsstränge werden schlichtweg vergessen. Auf diese Art für den Folgeband Werbung machen zu wollen, – falls dies überhaupt beabsichtigt war – ist schlichtweg eine unzumutbare Art und Weise.
Man möchte der Autorin das Buch gerne zurückschicken und sagen: »Die ersten 300 Seiten sind soweit einigermaßen in Ordnung, die letzten 50 Seiten wegschmeißen und neu schreiben. Da bleibt noch mindestens für 200 Seiten Stoff aufzuarbeiten.«
Dann hätte man einen routiniert geschriebenen ordentlichen Standardkrimi ohne besondere Höhepunkte.
Ihre Meinung zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens«
Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!
| Dr.Dieter Rohnfelder zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 24.08.2009 |
|---|---|
| Katara zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 05.12.2008 |
| Kerstin zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 21.04.2008 |
| MilkyBoy zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 12.10.2007 |
| chrissi zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 23.08.2007 |
| Vicky zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 06.10.2006 |
| Siri zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 15.09.2006 |
| Ina zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 15.09.2006 |
| silke zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 07.09.2004 |
| Cludia zu »Patricia Cornwell: Der Keim des Verderbens« | 27.07.2004 |
Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 21.
» alle Kommentare anzeigen






