Schändung von Jussi Adler-Olsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Fasandræberne, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: Dänemark / Kopenhagen, 1990 - 2009.
Folge 2 der Carl-Mørck-Dezernat-Q-Serie.

  • Kopenhagen: Politiken, 2008 unter dem Titel Fasandræberne. ISBN: 978-8756787277. 399 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Hannes Thiess. ISBN: 978-3423247870. 540 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Der Audio Verlag, 2010. Gesprochen von Wolfram Koch. ISBN: 3898139905. 6 CDs.

'Schändung' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

»Der Blutdurst der Jäger. Wie würden sie es machen? Ein einzelner Schuss? Nein. So gnädig waren die nicht, diese Teufel, so waren sie nicht ...«Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Zwei Geschwister sind brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Einer von ihnen gesteht. Zwanzig Jahre später. Nachdem Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf die verstaubte Rørvig-Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Carl und Assad ist klar, dass hier etwas zum Himmel stinkt: die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen – und sie führen ganz weit nach unten, in die Abgründe der Gesellschaft, zu einer Obdachlosen: äußerlich hart wie Granit, doch mit einer blutenden Seele.

Das meint Krimi-Couch.de: »Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

Elf Monate nach der Gründung des Sonderdezernats Q dürfen Vizekommissar Carl Mørck und sein Assistent Assad den zweiten Fall aus einer bewegten Vergangenheit auf Deutsch bearbeiten. Das Duo hat sich um die lautstarke, höchst aktive und ziemlich eigenwillige Bürokraft Rose verstärkt, die Mørck zunächst ziemlich nervt, aber wertvolle Unterstützung leistet. Die kann Mørck gut gebrauchen, denn obwohl der Erfolg des Dezernats Q im vorangegangenen Fall öffentlichkeitswirksam aufbereitet wurde, weht ein scharfer Gegenwind. Nicht ohne Grund, denn die Herrschaften, die im Focus der Ermittlung stehen, sind wohl angesehene Bürger mit Macht, Geld und Einfluss. Doch die Akten, die auf mysteriöse Weise auf Mørcks Schreibtisch auftauchen, lassen den Schluss zu, dass eine sechsköpfige Internatsclique in der Vergangenheit für mehrere Überfälle, Misshandlungen, Folter und Morde verantwortlich war. Aufhänger für die Ermittlung ist der brutale Totschlag an einem jungen Geschwisterpaar. Obwohl ein Mitglied der Clique sich zu der Tat bekannt hat und im Gefängnis sitzt, scheinen seine Freunde genauso schuldig zu sein.

Mehr als zwanzig Jahre nach dieser Tat – und dem Schulabschluss – treffen sich drei der Freunde immer noch zur Jagd – und gelegentlichen anderen Unternehmungen. Der ehemalige Kopf der Clique ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, das einzige weibliche Mitglied ist untergetaucht. Und wird von den verbliebenen Drei verzweifelt gesucht, denn es scheint, dass der ehemalige Blickfang der Gruppe zum erbitterten Gegner geworden ist und Jagd auf die Jäger macht. Mørck und Assad versuchen die Frau namens Kimmie ausfindig zu machen und gleichzeitig ihre Komplizen zu überführen. Was umso gefährlicher wird, je mehr Belastungsmaterial sie finden.

Wohlsituierte Bürger, die sich über Recht und Gesetz hinwegsetzen, denen es Herkunft und Finanzen erlauben den eigenen Willen der Welt aufzuzwingen – kein neues Sujet. Vom Fall »Leopold und Loeb«, den Alfred Hitchcock als »Cocktail für eine Leiche« verfilmte, bis zu zahlreichen Derrick-Folgen, in denen arrogante Bürschchen aus Münchener Villenvierteln den überkorrekten und schlafmützigen deutschen Paradebeamten herausforderten: dieser Kampf um moralische Wertig- und Verantwortlichkeiten wurde vielfach ausgefochten und meist von den lauteren Gesetzesvertretern gewonnen.

Jetzt hat sich Jussi Adler-Olsen des Themas angenommen und schickt seinen eigensinnigen Ermittler – den vom deutschen Derrick Welten trennen – auf die Hatz nach dem Bösen, das sich stets selbst genügt. Während Stephan Derrick den drögen Systembewahrer darstellte, der die eitrigen Pickel am Po der bundesdeutschen Gesellschaft ausdrückte; rückt Adler-Olsen das Bild in eine gänzlich andere Richtung. Etwas holzschnittartig, aber mit aller Konsequenz: Ditlev Pram, Ulrik Dybbøl Jensen und Torsten Florin stehen stellvertretend für eine Gesellschaftsform, in der Missbrauch und Vernichtung nach Lust und Laune praktiziert werden. Warum? Weil es möglich ist …

Denn die Jungs und späteren Männer haben Möglichkeiten, sich Schweigen zu erkaufen und sind gleichzeitig geschickt genug, das ein und andere Mal nahezu unsichtbar zu bleiben. Bis sich die eingesetzte Gewalt gegen sich selbst richtet und aus der anbetungswürdigen (und möglicherweise gnadenlosen Killerin) Kimmie ein schmerzerfüllter Racheengel wird, dessen Lebenssinn nur noch in der Vernichtung der eigenen Vergangenheit besteht.

Als Antipode ist Carl Mørck die beste Besetzung. Der Rebell, der sich von klein auf gegen Autoritäten auflehnte. Ihm etwas zu verbieten, sei der beste Grund ihn zu ausgeprägten Aktivitäten anzustacheln, wird mehrfach betont. Dass er mit Assad und Rose zwei ebenso aufrührerische, wenn auch anders geartete, kleine Geschwisterchen besitzt, macht das Team nicht gerade leicht berechen- und ausschaltbar. Gut für uns.

Wenn ein gewisser »Herbert« in einem Leserkommentar zu Erbarmen schreibt: »Etwas nervig, dass auch dieser Kommissar sich in die Reihe traumatisierter oder ausgebrannter, alkohol- oder sonstig –abhängiger, geschiedener oder zumindest problembehafteter Beziehungen belasteter, zerrissene , grüblerische bis depressive Charaktere skandinavischer Ermittler einreiht. Gibt’s da oben keine halbwegs normalen Kripobeamten?«, hat er etwas grundlegendes nicht verstanden. Carl Mørck ist kein ausgebrannter, zerrissener Charakter. Er wird durch seine Arbeit und seine Mitmenschen mit Problemen konfrontiert, denen er sich immer, manchmal augenrollend und widerwillig, stellt. So ist ein Hauptgrund seine Psychotherapeutin zu sehen, auch der, dass er mit ihr liebend gerne ins Bett steigen würde. Dass es – bislang – nicht geklappt hat, und Mørck in entscheidenden Momenten ernsthafte Gespräche mit Mona Ibsen sucht, zeigt doch jene »Normalität«, die sich Herbert so sehnlich wünscht. Mehr braucht es nicht …

Diesmal dauert es etwas, bis das Dezernat Q ins Zentrum der Erzählung rückt. Zu Beginn wird der obdachlosen Kimmie viel Raum zugestanden, mehr sogar als ihren Ex-Freunden, die sich gerne noch wie die Axt im Walde benehmen. Das ist mitunter etwas klischeehaft und leicht gelangweilt verfasst (Kimmies Straßenleben, Torsten Florin und seine Jagdsklaven, Ditlev Prahms philippinische Hilfsarbeiterinnen, die er im Vorübergehen missbraucht), als würde Adler-Olsen eine Liste abhaken. Glücklicherweise fängt er sich ziemlich schnell wieder, und je weiter die Handlung voran schreitet, um so nachvollziehbarer werden Denkungsart und Aktionen seiner Protagonisten (und vor allem der Protagonistin Kimmie). Wenn auch Übertreibung eines seiner Lieblings-Stilmittel bleibt. Immerhin ist Adler-Olsen auch darin konsequent bis zum Schluss.

Abzüge gibt es für den Showdown, dessen dramaturgische Mittel seiner Entstehung zu dicht am Erstling angesiedelt sind. Aber es knallt ordentlich und eine gewisse Befriedigung niederer Gelüste kann man dem Ende nicht absprechen. Jussi Adler-Olsen weiß, wie man seine Leser da packt, wo es wehtut.

Während Sohn Jesper, Mitbewohner Morten und aufgeregte Ex-Frau Vigga diesmal ein bisschen kurz wegkommen, zeigt sich in kurzen Randbemerkungen zu Assad und in den Gesprächen Carl Mørcks mit seinem querschnittsgelähmten Freund und Ex-Kollegen Hardy, dass bereits einiges an zukünftiger Beschäftigung auf das Dezernat Q wartet. Wir freuen uns drauf.

Dass Jussi Adler-Olsen hierzulande mit Macht in die Rolle eines Stieg Larsson-Nachfolgers gedrückt werden soll, stimmt etwas betrüblich. Denn der dänische Autor hat eine eigene Stimme, eigene Themen und Betrachtungsweisen, die eine Fahrt im Windschatten des erfolgreichen schwedischen Kollegen völlig überflüssig erscheinen lassen. Aber marketingstrategisch ließ es sich wohl nicht vermeiden: nach Verblendung kommt die Schändung, nach Vergebung die Erlösung (wird gemunkelt). Nächstes Jahr.

Dabei besitzt der aktuelle Roman mit »Fasanenmörder« (Fasandræberne sinngemäß übersetzt) einen einprägsamen und originellen Titel, den man nicht hätte zu schänden brauchen. Ändert glücklicherweise nichts am Inhalt, der gelungene, spannende Unterhaltung mit Widerhaken bietet.

Jochen König, August 2010

Ihre Meinung zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung«

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herbstmeier1806 zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 21.04.2014
Auch ich muss mich hier leider anschließen: der erste Fall von Carl Morck war - was die Handlung betrifft - um Längen besser als in diesem Buch.
Das Thema "eine Gruppe, die sich für die Elite hält, macht Jagd auf Menschen" gab es ja schon in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Diese Art von Geschichten, bei denen es um eine Art Verschwörung geht, mag ich persönlich überhaupt nicht.
Trotzdem erhält das Buch von mir eine recht gute Bewertung, da ich die Erzählweise sowie die Beschreibung der Charaktere und die Nebenhandlungen (welches Geheimnis hat Assad? Wie geht es weiter mit Hardy?) sehr spannend finde.
Mein Fazit: sollte man gelesen haben
Kathi zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 06.03.2014
Ich schließe mich ebenfalls an.
Ich war von "Erbarmen" vollkommen gefesselt.
"Schändung" reichte bei Weitem nicht an das erste Werk der Reihe heran, da die Erzählweise zu diffus war und die Hintergründe der Psyche der Hauptpersonen nicht ausreichend beleuchtet wurden. Schade :(

Trotzdem habe ich mit dem dritten Teil begonnen und finde ihn derzeit zumindest genauso fesselnd wie "Erbarmen".
Hupfdidue zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 24.02.2014
Ich möchte mich mit meiner Meinung voll und ganz "Jossele" anschließen. Ich war total begeistert vom ersten Band und musste mich hier komplett zusammen reißen, das Hörbuch zu Ende zu hören. Die bösartigen Charaktere haben hoffen lassen, aber mir fehlte irgendwie der rote Faden. Hätte ich das Buch gelesen, nicht gehört, hätte ich sicherlich einige Stellen nochmals nachgelesen und dann vielleicht die fehlenden Puzzelteile zusammenfügen können, so aber fehlte einige Stücke.

Und auch mir ist die Ähnlichkeit zwischen Kimmie und Lisbeth Sallander ist mir aufgefallen...

Ich möchte diesem Band eigentlich nicht mehr als 50° geben. Eher weniger. Schade. Ich hoffe, ich traue mich nun noch an einen weiteren Teil von ihm heran.
Jossele zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 05.07.2013
Auch der zweite Band um Carl Mork ist wieder sehr spannend zu lesen. Er ist wegen der stark überzeichneten Charaktere jedoch deutlich schlechter gelungen, als der erste, in dem die Überzeichnung sehr gelungen war. Diesmal scheint es nur ein Stilmittel ohne innere Logik zu sein. Die Charaktere werden in ihrer Bösartigkeit zwar beschrieben, aber der Grund hierfür wird nur angerissen. Die Verbindung, die suggeriert wird, nämlich reich = bösartig, ist reichlich platt. Und die Ähnlichkeit zwischen Kimmie und Stieg Larssons Lisbeth Salander macht einen ein wenig stutzig. Wegen der Spannung: 60°.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
der-K zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 31.12.2012
Ein gelungener zweiter Teil aus der Reihe um Carl Mørck. Spannend, effektvoll, mitreizend.

Die Machenschaften und "Hobbys" der gehobenen Gesellschaft, wie sie in Schändung vorkommt, lässt einen nachdenklich stimmen.
"Ist so etwas vielleicht auch im realen möglich?"
Grauenhafte Vorstellung.

Gerade deshalb ist dieses Buch so schaurig schön mit Gänsehaut-Effekt zu lesen.
Weiter so.
tedesca zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 01.08.2012
Der zweite Teil der Carl-Moerk-Reihe hat mir um einiges besser gefallen als der erste, "Erbarmen". Vor allem auch deshalb, weil er bis zum Schluss spannend war. Auch wenn man im Grunde immer weiß, wer die Täter sind, ist es Adler-Olsen gut gelungen, ein paar Geheimnisse und Wendungen so lange aufzusparen, dass es immer wieder kleine Aha-Effekte gibt und man gerne weiterliest.

Die Hauptfiguren entwickeln sich stimmig weiter und werden durch die schrullige Rose ergänzt, die perfekt ins Team passt. Dass Assad ein Geheimnis hütet, wird auch immer klarer, und auch der Mordfall, durch den Carls Kollege Harry so schwer verletzt wurde, ist noch nicht geklärt - für Teil 3 bleibt also noch einiges offen.

"Schändung" ist sicher nicht der originellste Thriller, den ich je gelesen habe, und auch er bewegt sich für mich nur im Mittelfeld, was die Gesamtqualität angeht, aber für anspruchslose Thrillerunterhaltung ist er gut und solide genug, und mehr muss es ja manchmal auch nicht sein.
tassieteufel zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 21.06.2012
Carl Mørck hat sich inzwischen ganz gut damit arrangiert, Leiter des Sonderdezernats Q zu sein, mit Assistent Assad kommt er auch leidlich zurecht, da findet er eine 20 Jahre alte Ermittlungsakte zu einem Fall auf seinem Schreibtisch, der eigentlich geklärt ist, denn der Täter wurde gefaßt und sitzt hinter Gittern. Doch irgendetwas scheint mit dem Fall nicht zu stimmen und je mehr sich Carl und Assad darin verbeißen, um so größer wird der Widerstand gegen ihre Ermittlungen, doch gerade wenn man ihn von etwas abbringen will, wird Carl Mørck nur um so hartnäckiger.

Der zweite Fall für Carl Mørck und seinen schrulligen Assistenten hat mir sogar noch einen Tick besser gefallen als der Vorgänger. Unterstützung bekommt das Team hier durch die zwangsversetzte Sekretärin Rose, die sich bei Carl nicht gerade beliebt macht. Die Konstellation dieser 3 Figuren ist recht gelungen und führt zu der ein oder anderen witzigen Begebenheit, bei der man schmunzeln muß, hin und wieder wird dadurch auch das Geschehen aufgelockert, wenn es im Krimifall zu bedrückend wird. Obwohl ja von Anfang an mehr oder weniger klar ist, wer die Täter sind, fand ich es sehr spannend was da während der Ermittlungen nach und nach zu Tage trat und welche Dimensionen der ganze Fall dann letztendlich annahm. Einmal angefangen entwickelte das Buch eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte, weil ich unbedingt wissen wollte, was da noch so alles ans Licht kommen würde. Sicher ist die Idee von den Reichen und Privilegierten, die meinen sich alles erlauben zu können nichts unbedingt neues, aber die Schilderungen aus immer wechselnder Sicht zwischen den Ermittlern, den Tätern und der unter getauchten Kimmie, hatte für mich einen besonderen Reiz und die verschiedenen Sichtweisen der Beteiligten beleuchteten den Fall aus immer anderen Blickwinkeln. Die letztendliche Auflösung und Zusammenführung aller erzählstränge fand ich logisch und in sich schlüssig.
Als Wohltuend habe ich den relativ geringen Anteil vom Privatleben der Ermittler empfunden, von Assad erfährt man ja nur sehr wenig, seine Vergangenheit bleibt doch recht nebulös und ich kann mich irgendwie nicht des Eindrucks erwehren, als würde er das ein oder andere verbergen. Hier hätte ich mir also fast ein wenig mehr an Information gewünscht! Carl Mørcks Privatleben wird in diesem 2. Fall mehr oder weniger außen vor gelassen, seine vorsichtige Annäherung an die Psychologin Mona Ibsen fand ich aber ganz nett und witzig beschrieben, da darf man wohl gespannt sein, wie es weiter geht. Auch Carls Besuche im Krankenhaus bei seinem schwer verletzten und gelähmten Kollegen fand ich sehr gelungen, denn auch wenn sie beklemmend sind, so verleihen sie der Story doch noch zusätzlich Realitätsnähe.

FaziT: ein sehr detailliert konstruierter und sozialkritischer Krimi, der durch seine Realitätsnähe besticht, die Spannung kommt hier weniger durch die Tätersuche (die sind ja mehr oder weniger von Anfang an bekannt) als viel mehr durch die nach und nach aufgedeckten Details, die Dimension des Falles und die Abgründe der Gesellschaft, die hier offenbart werden. Ein unkonventionelles Ermittlerteam und ein flüssiger Schreibstil runden das Ganze ab!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Violett zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 17.05.2012
Leider finde ich Schändung ein wenig schwächer als Erbarmen. Natürlich ist auch der zweite Fall für Carl Mørck hochspannend, doch leider - wie schon in der Rezension erwähnt wurde - kommt einem das Ende ein wenig bekannt vor...Jedoch hatte ich ein ganz anderes Problem mit dem Buch. Unser geliebtes Duo kam mir so fremd vor. Seit wann nennt Assad Carl "Chef"? Und seit wann wird Assad als ein "kleiner Mann" beschrieben? Ich wage mich zu erinnern, dass er in Erbarmen noch als eine große und stämmige Person beschrieben wurde...? Wie dem auch sei, das waren Kleinigkeiten, die mir während des Lesens aufgefallen sind. Alles in allem ist das Mal wieder ein gelungener Thriller! Hut ab, Jussi Adler-Olsen :)
sastro zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 16.04.2012
Ich war nie Fan von Skandinavienkrimis, habe aber dran gearbeitet. Nach nun wirklich zahlreichen Versuchen - zuletzt Erbarmen und Schändung - bleibt für mich nur eine einzige Frage von wirklichem Interesse, die meines Wissens noch nie untersucht wurde: was sind das für kranke Hirne, die sich sowas ausdenken? [Im Falle von "Schändung" ist das ganz einfach: Nimm einen realen Fall, der in den frühen 80ern um Chicago herum passierte und baue eine mögliche Geschichte darum. Realität reicht als grundlage gelegentlich. ich finde die Frage viel interessaneter: Warum lese ich "Schändung", wenn ich "Erbarmen" schon schlecht fand? Es gibt doch bestimmt genügend weniger zeitaufwändige Arten sich aufzuregen? jkö]
fr_putz zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 07.03.2012
Ich habe hier meine seinerzeit unter dem Kürzel "Pu" eingetragene Meinung zu Schändung nochmals unter meinem jetzigen Couichnamen hierher kopiert. Und ich bleibe auch nach über einem Jahr dabei: "Schändung" ist der beste Kriminalroman, den ich bis dato gelesen habe. Und nun zum hierher kopierten Zitat meiner damaligen Meinung, die sich nicht im geringsten bis heute geändert hat:
Ich bin ein großer Fan der skandinavischen Kriminalliteratur und ihrer Verfilmungen. "Schändung" ist meine erste Begegnung mit Jussi Adler-Olsen. Mir fehlt bisher die Vergleichsmöglichkeit mit "Erbarmen".
Bisher hat kein Kriminalroman derartig starke Reaktionen bei mir ausgelöst wie "Schändung", das bisher Beste, was ich aus diesem Genre je gelesen habe.
Ein starkes Kriminalistenteam mit Carl, Assad und Rose, von Adler-Olsen mit viel Liebe und Freude an witzigen Details in den zwischenmenschlichen Beziehungen unter Kollegen gezeichnet.
Und dann die ganz starke Hauptprotagonistin Kimmie, die bei mir einen die ganze Palette umfassenden Schwall von Gefühlen auslöste. Das reichte von Abscheu und Verachtung für ihre Gefühlslosigkeit und unbeschreibliche, mitleidlose Grausamkeit gegenüber den Opfern der Internatsclique und Unverständnis für die Hinnahme der Gewalttaten und sexuellen Übergriffe ihrer "Freunde". Das ging weiter über Anerkennung für ihre schnelle Entscheidung für das werdende Kind, bis zur Bewunderung und tiefen Anteilnahme bezüglich ihrer Rachepläne.
Eine derartigen Orkan an widersprüchlichen Gefühlen hatte bisher noch keine Figur und keine Handlung eines Kriminalromans hervorgerufen. Da ist es für mich ganz und gar verzeihlich, wenn der Autor die anderen Mitglieder der Internatsclique und auch das soziale Millieu der bürgerlichen Oberschicht, welchem sie entstammen, etwas einseitig, grob und zu wenig differenziert zeichnete.
Gut erkennbar war der Knackpunkt in Kimmies Leben. Wie bereits erwähnt, fand ich es bewundernswert, wie sie das werdende Kind sofort voll annahm und darin eine Chance sah und diese auch unbedingt realisieren wollte, ihr Leben in geordnete Bahnen zu bringen und mit der unsäglichen Vergangenheit zu brechen. Beim weiteren Lesen wurde ich wütend und traurig zugleich über die Borniertheit und Angst ihrer ehemaligen vermeintlichen Freunde Kristian, Ditlef, Torsten, Ulrik und Bjarne.
in zu Herzen gehenden Szenen kam Kimmies ganze Sehnsucht nach einem normalen Leben, nach der Möglichkeit, echte Liebe zu geben und zu empfangen und für einen anderen Menschen verantwortlich sein und für ihn sorgen zu können, zum Ausdruck. Zum Schluss empfand ich eine so große innere Übereinstimmung mit Kimmie.
Ich habe dieses Buch innerhalb einer Woche gelesen. In der folgenden Zeit musste ich aber immer wieder zu diesem Buch greifen, um bestimmte Stellen noch einmal, teilweise sogar noch mehrmals, zu lesen und damit die Handlung in ihrem vollen Umfang zu begreifen.Auf jeden Fall wird meine nächste Kriminallektüre Adler-Olsens "Erbarmen" sein. Und ich freue mich auf seine weiteren bereits angekündigten Bücher.
Alexandra zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 22.01.2012
Nach dem ersten fesselnden Buch folgte sofort das zweite Buch. Auch hier wieder Daumen hoch! Sollte man gelesen haben. Die Hauptfiguren entwickeln sich glaubhaft weiter. Die eigentlich Geschichte ist meiner Meinung nach ebenfalls sehr real. Auch dieses Buch verspricht spannende Stunden!
Mich hat das erste Buch aber doch etwas mehr mitgenommen.
Frankie zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 19.11.2011
Dies ist mein zweites Buch von Adler-Olsen und ich muss sagen es hat mich von Anfang an begeistert. Die ganze Stilart,der Aufbau,die Story und die Spannung sind sehr gut gemacht. Dieses Buch war eine Steigerung vom ersten.Bin gespannt ob es der Autor nochmals schafft,mit dem 3 Teil die Spannung erneut zu steigern.
Dieter_55 zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 27.09.2011
Nicht ganz so gut wie der erste Band, aber vielleichtdeshalb, weil mit jenem die Messlatte schon recht hoch gelegt wurde. Aber auch die so ehrenwerten Herren der Gesellschaft scheinen mir durch ihre durchweg negative Darstellung zu schablonenhaft gezeichnet. Dies im Gegensatz zu Kimmie, in deren Gefühlsleben der Leser sich im Laufe des Buches gut hineinversetzen kann. Ansonsten bietet das Buch Spannung, aber auch wie im ersten Teil hintergründigen Humor, meist durch Assad bzw. Rose ins Spiel gebracht. Der Schluss ist nicht so mitreißend wie im ersten Band, hat aber durchaus Tempo.
Simone Hutt zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 19.09.2011
Ich bin ein großer Fan von skandinavischen Krimis, vorallem von Mankell, aber auch helene tursten und einigen anderen. Habe alle Mankell Krimis gelesen und habe nun das erstemal Adler Olsen gelesen und bin von diesem Krimi begeistert. Er ist von Anfang bis Ende sehr spannend geschrieben ohne großen Lücken in denen man gerne das Buch zur Seite legen würde, bis sich wieder Spannung aufbaut. Auch das ist mir bei Mankell Bücher schon passiert, die Langatmigkeit. Bei diesem Buch ist mir das nicht ein einziges Mal in den Sinn gekommen. Werde sicher die beiden anderen Bücher auch noch lesen!
dottie62 zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 13.09.2011
Nachdem mich Jussi Adler-Olsens "Erbarmen" absolut überzeugt und begeistert hat, war ich natürlich unheimlich gespannt auf den zweiten Band seiner Reihe um den knurrigen Sonderermittler Carl Morck und seinen amüsanten Assistenten Assad. Und wieder war ich absolut gefesselt aber auch schockiert, berührt und aufgewühlt.
Schockierend und aufwühlend ist der neue bzw. alte Fall, in dem das Sonderdezernat Q dieses Mal ermittelt. Eine Gruppe von privilegierten Schülern vergisst jeden Ansatz von Moral und Menschlichkeit, prügelt, erniedrigt und tötet mit perversem Vergnügen. Auch vor dem einzigen Mädchen ihrer Clique machen sie nicht Halt.
Zwar weiß man sehr früh, dass diese grausame Schüler-Clique tatsächlich hinter den Gewalttaten steckt, doch die Jagd auf sie ist einfach nur spannend.
erwin zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 09.09.2011
"Schändung ist mein erstes Buch von Adler-Olsen und wird auch mein letztes sein. Es ist vom Aufbau, vom Stil, von der Wortwahl primitiv und grottenschlecht. Ihn mit Stieg Larsson oder Mankell vergleichen zu wollen ist eine Beleidigung für Beide.Wie kann man dieses Buch auch nur ansatzweise positiv bewerten?
Elisabeth zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 31.08.2011
Ich will mich der Meinung von Karen vom 28.03.2011 gerne anschließen.
Nach dem ersten Fall mit Mörk ist dieses Buch für mich eine große Enttäuschung. Es fällt mir schwer bis zum Ende weiterzulesen und ich bedauere heute, dass ich schon das 3. Buch hier liegen habe.
Aber... wer weiß... vielleicht ist das ja wieder ein guter Krimi
Cive zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 30.08.2011
Die Charaktere Mörk und Assad: Nicht so wichtig wie im ersten Band, dafür vertraut und unterhaltsam.
Die Geschichte: Sehr gut aufgebaut.
Die weiteren Protagonisten: Besonders der Charakter Kimmie ist fesselnd. Ein ambivalenter Charakter, dessen Handlungen abstoßen, dessen lebensgeschichte aber zugleich Mitleid weckt. Herrlich ambivalent. Opfer und Täterin zugleich.
Spannung: Der Spannungsbogen ist diesmal - im Unterschied zu Erbarmen und Erlösung - dauerhaft vorhanden. Besonders der häufige Perspektivwechsel ist gelungen.
Showdown: Die einzige Enttäuschung in diesem großartigen Thriller.
Bewertung: Fünf von fünf Sternen.
marbacher zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 23.06.2011
Mein erstes Adler-Olsen Buch. Hatte lange überlegt es zu kaufen da ich dachte es wir wieder ne Serie und davon gibt es eigentlich genug. Einige schrieben auch, dass der zweite Teil nicht so spannend wie der erste ist.
Der Ausgang der Geschichte steht ziemlich zeitig fest. Trotzdem kann man es nicht aus der Hand legen da ich sehen wollte wie die Spannung hier bis zum Schluss noch aufrecht erhalten wird. Das Team um Morck ist wohl immer noch auf der Findung und Anpassung. Hier ist also auch für die Zukunft noch viel Spielraum.
Mein Fazit: Ich kaufe mit trotzdem den dritten Teil.
Anchsunamun zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 10.04.2011
Trotz einiger Vorbehalte nach dem lesen anderer Meinungen habe ich mich nun an "Schändung" gewagt - Zum Glück!Nach Stieg Larsson hat es wieder ein skandinavischer Autor geschafft mich zu fesseln. Die trockene Art mit der Adler-Olsen die Morbidität und Skrupellosigkeit seiner Figuren beschreibt spricht mich bei weitem mehr an als schwülstige und langatmige Erläuterungen. Kein sinnloses Gemetzle über mehrere Seiten in denen jeder Blutspritzer detailliert betrachtet wird - einfach nur eine klare Feststellug der Fakten und Ereignisse.Nicht das Beste was ich gelesen habe - aber definitiv Lohnenswert 80/100
JaneM. zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 07.04.2011
Selten gelingt einem Autor nach einem so begeistert aufgenommenen Erstlingswerk wie "Erbarmen" auf gleichem Niveau anzuknüpfen. Werden schon in "Erbarmen" menschliche Abgründe und kaum zu ertragendes Leid höchst spannend geschildert, übertrifft Adler- Olsen aus meiner Sicht sich mit "Schändung" selbst. Gefühlskälte und Sadismus als Kick der Upper Class- zugegebenermaßen teilweise an der Grenze des Erträglichen. Inhaltlich kann die Handlung nicht mehr ausführlicher erzählt werden, ohne zu viel zu verraten.
Als neue vielversprechende Figur kommt die zunächst etwas nervige Sekretärin Rose hinzu. Mir gefällt die Figur Carl Morcks sehr gut- um bei Jochen Königs Metapher zu bleiben: Morck ist nicht Derrick, sondern ein dänischer Schimanski. 95°
Milva_CH zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 28.03.2011
Dieses Buch ist kein typischer Krimi, man beschäftigt sich beim Lesen nicht mit dem Grübeln nach der Identität des Täters. Die Täter sind bei diesem Buch nämlich von anfang an bekannt und das Buch rollt eher die Frage nach dem "warum tun sie was sie tun, warum werden sie für ihre Taten nicht bestraft" auf.

Würdest du aus Langeweile andern grundlos Gewalt antun? Bist du käuflich, bei welchem Geldbetrag würdest du auf immer schweigen? Halten Cliquenfreundschaften und Interntatskodex auch nach 20 Jahren noch?

Meines Erachtens ein super Buch. Man nehme dafür:

Drei reiche, nach Erfolg strebende Männer, die ihre inneren Triebe mittels ausgefallener Jagd befriedigen. Eine obdachlose, klauende Frau, deren Seele von der Vergangenheit mit Narben übersäät ist, eine fleissige Sachbearbeiterin, die ihrem Chef mal die Stange hält und natürlich das schlaue Ermittlerduo Monck + Assad.
Karen zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 28.03.2011
Nach dem ERBARMEN habe ich mich sehr auf SCHÄNDUNG gefreut. Leider hat das Buch mit sehr enttäuscht. Total überzeichnete Figuren und viel zu platt. Herrn Olsen sind die Ideen ausgegangen und er hat wohl in kürzester Zeit einen neuen Krimi schreiben müssen. Absolut einfallslos und das einzig Positive ist Morck mit seinem Team.
Henning Staats zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 02.03.2011
Ich hatte mich nach dem Erstlingswerk "Erbarmen", welches die Situation der gefangengehaltenen Frau bereits arg ausgereizt hatte, aber höchst spannend war, sehr auf den Folgeband gefreut.
Im Ergebnis war ich enttäuscht. Klar, das Team Morck, Assad und auch Rose macht wieder Spaß und die Idee, der Geschichte einige fehlentwickelte Jugendliche und ihren weiteren, ebenso schiefgelaufenen Lebensweg zugrunde zu legen, hat ihren Reiz, zumal es sich um Mitglieder der oberen Schichten handelt, die sich in ihrer Hybris verirren.
Dann wird aber so hemmungslos, fast lieblos drastisch, überzogen - frei nach dem Motto, viel hilft viel -, dass die Spannung den Bach herunter geht und ich froh war, als ich das fast pflichtgemäß dargestellte Showdown am Schluss, wo natürlich kein Auge trocken bleiben durfte, überstánden hatte. Schade !
Torsten zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 23.02.2011
Ist das überhaupt ein Krimi, wo doch die Täter von Anfang an feststehen?
Egal wie man es nennt, interessant und flüssig zu lesen ist der Roman allemal.
So nahe, wie es der ein oder andere Kommentar beschreibt, geht er allerdings wirklich nicht, dazu ist die Geschichte doch arg überzogen und damit auch nicht gerade sehr realistisch, bzw. glaubwürdig.
Ohne größere Überraschungen steuert die Geschichte auf ein vorhersehbares Ende zu, am Ende ein wenig plötzlich und nicht gerade zwingend - Carl und Assad hätten gut und gerne noch weitere 100 oder 300 Seiten weiter ermitteln können bevor sie zum Schowdown schreiten.
Trotzdem liest sich Adler-Olsen stets flüssig und interessant und die Ausarbeitung der Figuren wird immer besser. Ich werde den dritten Roman der Reihe jedenfalls auch lesen.
koepper zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 01.02.2011
Längst nicht so gut wie "Erbarmen", dennoch ein lesenswerter Krimi. Adler Olsen siedelt seine Geschichte im Milieu der Reichen, Erfolgrechen, Skrupellosen an, die ehemals als Internatszögliche eine Clique bildeten, die Spass daran fand, Wildfremden Gewalt an zu tun. Die Ermittler des Sonderdezernats Q, Carl Mørck und sein Assistent Assad, bekommen in ihrem zweiten Fall Verstärkung durch eine junge Frau namens Rose, und müssen Widerstände überwinden um überhaupt ermitteln zu können. So weit reicht der Einfluss der Internatszögliche, die inzwischen zu Geld und Einfluss gekommen sind.
Adler Olsen beschriebt die Arbeit der drei ungewöhnlichen Ermittler präzise und ausführlich. Leider blitzt der Humor, den Adler Olsen zweifellos besitzt nur sehr selten auf. auch der Ausgang der Geschichte ist nicht wirklich überraschend, sondern vorhersehbar. Gute Unterhaltung, aber kein Krimihighlight.
Anaela zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 23.01.2011
Vorneweg: Eine Grossleistung! Nach Erbarmen war meine Erwartungshaltung an die Fortsetzung gewaltig.

Das Buch fesselt und überrascht, schockiert und macht nachdenklich. Amüsiert und verstört.

Beim Lesen gab es Momente, in denen ich den Tränen nahe war und Momente in denen ich fast Tränen lachen musste. Eine gelungene Kombination, die in die gewaltätige und eigentlich sehr triste Stimmung des Buches, immer wieder für etwas Abwechslung sorgt.

Skeptisch war ich anfang, als die neue Bürokraft zum Dezernat Q dazukommen sollte, wie sich im Verlauf der Geschichte jedoch Zeit ist die neue im Dezernat die perfekte Ergänzung und bringt noch etwas Schwung in die Ermittlungsgeschichte.

Jussi Adler Olsen hat ein dickes Lob für ein so gutes Buch und vorallem eine derart gute Fortsetzung verdient - 459 Seiten Meisterleistung. Für mich neben Erbarmen der bisher beste Thriller, den ich gelesen habe. Freue mich bereits auf die Fortsetzung.
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gudi zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 14.01.2011
Habe mich jetzt endlich durch dieses Buch durchgekämpft und die letzten 100 Seiten hab ich nur noch quergelesen, damit ich das Ened doch noch verstehen kann.
Kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen: "Ein solider Thriller, aber halt auch nicht mehr."
Mich hat "Schändung" überhaupt nicht gefesselt, stellenweise bin ich nach dem Lesen von 10 Seiten eingeschlafen. Langatmig, verworrene Verhältnisse (gut, vielleicht hab ich auch nur zu wenig Überblick durch die viele Schlaferei gehabt!), Spannung nur ansatzweise.
Von mir erhält dieses Buch nur 40 von 100 Punkten.
rolandreis zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 14.01.2011
Auch wie beim ersten Buch von Adler-Olsen fiel mir der Einstieg schwer und als ich die Geschichte durch hatte war wieder der gleiche Gedanke. Ein solider Thriller, aber halt auch nicht mehr. Nichts das mich wirklich fesselte. Vielleicht sind mir aber auch in letzter Zeit die skandinavischen Bücher einfach zu depressiv angehaucht. Stieg Larsson war da auch zuletzt eine Enttäuschung für mich. Dieses Buch kriegt von mir 70 von 100 Punkte.
Pu zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 14.01.2011
Ich bin ein großer Fan der skandinavischen Kriminalliteratur und ihrer Verfilmungen. "Schändung" ist meine erste Begegnung mit Jussi Adler-Olsen. Mir fehlt bisher die Vergleichsmöglichkeit mit "Erbarmen".
Bisher hat kein Kriminalroman derartig starke Reaktionen bei mir ausgelöst wie "Schändung", das bisher Beste, was ich aus diesem Genre je gelesen habe.
Ein starkes Kriminalistenteam mit Carl, Assad und Rose, von Adler-Olsen mit viel Liebe und Freude an witzigen Details in den zwischenmenschlichen Beziehungen unter Kollegen gezeichnet.
Und dann die ganz starke Hauptprotagonistin Kimmie, die bei mir einen die ganze Palette umfassenden Schwall von Gefühlen auslöste. Das reichte von Abscheu und Verachtung für ihre Gefühlslosigkeit und unbeschreibliche, mitleidlose Grausamkeit gegenüber den Opfern der Internatsclique und Unverständnis für die Hinnahme der Gewalttaten und sexuellen Übergriffe ihrer "Freunde". Das ging weiter über Anerkennung für ihre schnelle Entscheidung für das werdende Kind, bis zur Bewunderung und tiefen Anteilnahme bezüglich ihrer Rachepläne.
Eine derartigen Orkan an widersprüchlichen Gefühlen hatte bisher noch keine Figur und keine Handlung eines Kriminalromans hervorgerufen. Da ist es für mich ganz und gar verzeihlich, wenn der Autor die anderen Mitglieder der Internatsclique und auch das soziale Millieu der bürgerlichen Oberschicht, welchem sie entstammen, etwas einseitig, grob und zu wenig differenziert zeichnete.
Gut erkennbar war der Knackpunkt in Kimmies Leben. Wie bereits erwähnt, fand ich es bewundernswert, wie sie das werdende Kind sofort voll annahm und darin eine Chance sah und diese auch unbedingt realisieren wollte, ihr Leben in geordnete Bahnen zu bringen und mit der unsäglichen Vergangenheit zu brechen. Beim weiteren Lesen wurde ich wütend und traurig zugleich über die Borniertheit und Angst ihrer ehemaligen vermeintlichen Freunde Kristian, Ditlef, Torsten, Ulrik und Bjarne.
in zu Herzen gehenden Szenen kam Kimmies ganze Sehnsucht nach einem normalen Leben, nach der Möglichkeit, echte Liebe zu geben und zu empfangen und für einen anderen Menschen verantwortlich sein und für ihn sorgen zu können, zum Ausdruck. Zum Schluss empfand ich eine so große innere Übereinstimmung mit Kimmie.
Ich habe dieses Buch innerhalb einer Woche gelesen. In der folgenden Zeit musste ich aber immer wieder zu diesem Buch greifen, um bestimmte Stellen noch einmal, teilweise sogar noch mehrmals, zu lesen und damit die Handlung in ihrem vollen Umfang zu begreifen.Auf jeden Fall wird meine nächste Kriminallektüre Adler-Olsens "Erbarmen" sein. Und ich freue mich auf seine weiteren bereits angekündigten Bücher.
Thierrys-Liebste zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 04.01.2011
Nach dem ersten Buch Erbarmen von Jussi Adler-Olsen waren meine Erwartungen hoch.
Doch das ich mich durch dieses Werk von ihm so durchkämpfen musste, hatte ich nicht erwartet.
Für mich baute sich der Spannungsbogen erst nach zwei Drittel des Buches auf und auch das Ende war okay aber nicht gerade das was ich mir erhofft hatte.
Die Hauptakeure waren wieder sympathisch mit Witz und Charme und auch die neue Sekretärin Rose lässt den Leser schmunzeln, dennoch hat mich dieses Buch einfach nicht gepackt, einfach nicht beschäftigt und wird wohl sehr bald in Vergessenheit geraten.
Immerhin noch 65°C Krimicouchwertung von mir.
Addicted-to-read zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 19.12.2010
Ich muss leider gestehen, dass mich der zweite Teil um das Sonderdezernat Q nicht annähernd so gefesselt hat, wie es Teil eins vermochte.

Die Weiterentwicklung von Morck und Assad ist durchaus gut gelungen und auch die Einführung der schlagfertigen und scharfsinnigen Rose in dieses Team führt zu guten Dialogen und gibt Reibungspunkte in diesem Dreiergespann.

Dass die Täter von Anfang an bekannt sind, empfand ich nicht als störend und ich glaube durchaus, dass es Menschen gibt, die sich an der Qual und dem unsagbaren Leid anderer Lebewesen ergötzen und ihre Befriedigung daraus ziehen. Nur wurden die Charaktere für meine Begriffe sehr oberflächlich und eindimensional dargestellt.
Einzig Kimmie wurde mit viel Hingabe herausgearbeitet. Nach außen hart wie Stahl, doch innerlich zerbrochen und auf der Suche nach Zuneigung und Verständnis.

Die Geschichte plätscherte im Vergleich zu Teil eins nur leise vor sich hin und es kam bei mir nicht wirklich Spannung auf. Der Showdown war fast zu vorhersehbar, etwas zu einfach und passte meiner Meinung nach nicht zur Erzählung.

Mal sehen, ob Herr Adler-Olsen die Kurve beim nächsten Buch wieder kriegt.
Aenna zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 08.12.2010
Der zweite Fall für das Sonderdezernat "Q", dem neben Vizepolizeikommissar Carl Morck und seinem Gehilfen Assad jetzt auch die schrullige Rose angehören.
Ein Geschwisterpaar wird brutal ermordet. Das ist 20 Jahre her, und der vermeintliche Täter sitzt
geständig hinter Gittern. Er war Mitglied einer sechsköpfigen Clique von Internatsschülern, die schon mehrfach ihren Hunger nach Gewalt exzessiv ausgelebt haben, ohne je dafür bestraft worden zu sein. Die anderen Mitglieder dieser Gruppe sind heute sowohl angesehene als auch schwerreiche Persönlichkeiten der Oberschicht. Bis auf Kimmie, die auf der Strasse lebt...

Carl Morck bekommt die Akte dieses doch vermeintlich abgeschlossenen Falles auf seinen Schreibtisch.
Als seine Ermittlungen von oberster Stelle boykottiert werden, ist ihm klar, dass er einem Geheimnis auf der Spur ist.

Das zweite Buch der Reihe um das Sonderdezernat "Q" ist flüssig geschrieben und gut zu lesen, allerdings ist es dem Autor nicht gelungen, den Spannungsbogen wie in Band 1 über die gesamte Story aufrecht zu erhalten. Diese atemlose Spannung habe ich erst zum Ende von "Schändung" verspürt, als die Auflösung nahte.
Ausserdem habe ich mich während des Lesens gefragt, ob soviel geballter Blutdurst und Gier nach Brutalität wirklich der Realität entsprechen kann.
Bei der Übersetzung wurden mehrfach Ausdrücke verwendet, die ich erstmal im Duden nachschlagen musste, ob es sie überhaupt gibt :o)
Trotz alledem ist "Schändung" ein Thriller, der mich gut unterhalten hat, so dass ich auch den dritten Teil mit Vorfreude erwarte und lesen werde!
Uli Dewam zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 18.11.2010
Carl (erinnert mich an Rankin), Assad - das Geheimnis ist noch immer offen - und jetzt Rose, liebevoll gezeichnet : Supergut gezeichnetes Team, spannend und witzig. Wollte das Buch nicht aus der Hand geben. Das zweite Buch darf immer das Schlechteste sein, erinnert mich im Lesefluss an Larsson , so spannend wars für mich. Freu mich auf das nächste!
Ulrich Leive zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 16.11.2010
"Schändung" ist zwar ein spannender Thriller, aber leider sind die "Bösewichte" mit'm ganz dicken Strich gezeichnet. Ver-zeichnet!
Ich glaube nicht, daß Leute im Arbeitsleben sehr erfolreich funktionieren, die sich schon als Internatsschüler wie Psycho/Sozio-Pathen darstellen. Weil die Elternhäuser "kalt" waren... - herrje! Wieviel Elend haben Millionen von Menschen erlebt und sind unauffällige und anständige Leute geworden. -
Ich glaube inzwischen, die Thriller-Literatur ist überkandidelt und ausgelaugt, sie hat sich selber ausgeblutet. Wahnwitz und Abartigkeiten zwischen Buchdeckeln.
Nee, ich lese jetzt erstmal wieder was anderes! ;-)
Dieter Niehoff zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 11.11.2010
Kann es sein, dass der Autor doch keine wirklich gelungenen "Bösewichter" schaffen kann? Die Typen sind derartig schablonenhaft und unglaubwürdig dargestellt ., das kann doch nur als Satire gedacht sein, oder?
Spannende Unterhaltung ist gegeben, aber bitte bloß nicht über den Plot und die Charaktere nachdenken. Mich hat das Buch völiig kalt gelassen und es hat mich zutiefst enttäuscht.
Herbert zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 18.10.2010
Jussi Adler-Olsens "Erbarmen" hat mich absolut überzeugt und begeistert , so war ich natürlich gespannt auf den zweiten Band und auch dies ist ein Thriller, den man erst nach der letzten Seite aus der Hand legt.
Einziges Manko diesmal ist, dass von Beginn an eigentlich alles erkennbar , offen und vorhersehbar ist. Keinerlei Zweifel über die Identität der Täter und auch nicht, wer sich rächen will und warum.
Beängstigend ist die Grausamkeit und Arroganz der Oberschicht, die sich für unantastbar hält.

Die Neugier um die Geschehnisse der Vergangenheit , sowie der gelungene Erzählstil halten einen jedoch bei der Stange
Alles in allem empfehlenswert
mo zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 05.10.2010
Das war mein erstes Buch von diesem Autor und es wird wohl nicht sobald eines folgen. Die Story ist völlig an den Haaren herbeigezogen. Dazu hat man den Eindruck, dass durch unnötig detaillierte Schilderung von Gewalt eine gewisse Gruppe von Lesern auch noch auf ihre Kosten komme soll. Die Welt der "Schönen und Reichen" wird dermaßen überzogen geschildert, dass man glauben könnte alle aus dieser Gesellschaft zumindestens in Dänemark sind Monster. Was mir an diesem Buch gefallen hat, ist die Beziehung von Carl zu seinen Assistenten, das ist teilweise recht komisch und auch herzlich beschrieben. Das Ende ist dann wirklich mehr als voraussehbar - Showdown mit allen nur erdenklichen Grauslichkeiten - völlig unglaubwürdig.
Gerhard Eisele zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 30.09.2010
Jussi Adler-Olsen, "Schändung"Die alte Gerichtsakte kann spannend werden. Mit Begeisterung und Spannung habe ich den Thriller gelesen. Eine gut überlegte Szene wird in Gang gesetzt. Ob "Kimmi" sich zuviel hat gefallen lassen ist schon merkwürdig, aber Lust und Gewalt sind immer im Einklang. Ihre Reaktion ist gut zu verstehen. Daß die damaligen Internatsschüler zu solchen Taten bereit sind, zeigt die wahre Situation einer gesellschaftlichen Entwicklung. Mit Geld und Macht wird Recht und Gerechtigkeit untergraben.
manni zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 27.09.2010
Sehr spannend, sehr vielschichtig, es darf aber auch manchmal herzhaft gelacht werden. Den zweiten Band um Carl , Assad u. Rose fand ich noch beklemmender als "Erbarmen". Ich bin mal gespannt wie lange
das Niveau gehalten wird, also runde 90 Punkte von mir, aber mit dem ersten Teil unbedingt beginnen, wäre sonst schade.
Schrodo zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 20.09.2010
Ein Leichenfund in einem Sommerhaus. Zwei Geschwister sind brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Einer von ihnen gesteht und wandert in den Knast.
Zwanzig Jahre später. Nachdem Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf diese verstaubte Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Carl und Assad ist klar, daß hier etwas zum Himmel stinkt: Die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen – und sie führen ganz weit nach unten, zu Kimmie, einer Obdachlosen: äußerlich hart wie Granit, doch mit einer blutenden Seele.
In seinem zweiten Buch hat Herr Jussi die Täter schon zu Beginn der Story geoutet, so daß von Anfang an klar war, wer die bösen Buben sind. Leider kommt dadurch wenig Spannung auf. Die Handlung erscheint glaubwürdig und manche Szenen sind unmenschlich und brutal. Man wird mit Grausamkeiten konfrontiert, die durch ihre Sinnlosigkeit schon beängstigend sein können. Insgesamt ist das Buch flüssig zu lesen und es kommt keine Langeweile auf. Allerdings erschien mir das Ende, mit seinem irgendwie nicht dazu passenden Show down, dann aber doch etwas zu einfach.
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geo zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 17.09.2010
Wie schon in dem ersten Buch ist die Story an den Haaren herbeigezogen. Was aber im ersten Krimi durch das Thema: "Wie viel kann ein Mensch ertragen und wie geht er damit um?" noch Sinn machte. Denn an diesen überzogenen Geschichten konnte der Schriftsteller Lösungen dieses Themas aufzeigen. In dem jetzigen Buch fehlt ein über dem Krimi hinausgehendes Thema, oder sollte das Thema eine Highsociety Kritik sein? Sie machen was sie wollen und haben merkwürdige Hobbys. Das ist mir zu wenig und unglaubwürdig, bleibt die Lust des Autors an sadistischen Quälereien, aber spannend geschrieben und dadurch 64 % von mir.
Nomadenseele zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 15.09.2010
Eine herbe Enttäuschung nach *Erbarmen*.
Im Erstling habe ich mit gefiebert, im zweiten Buch war ich gelangweilt. In dem Krimi ist noch nicht einmal ein richtiger Mord geschehen, da die beiden Polizisten eine alte Akte bearbeiten. Ich habe immer auf den Thriller gewartet, der andere Verbrechen behandelt, wie z.B. Erpressung oder die Aufklärung eines Raubüberfalls. Aber in diesem Buch ist das Verbrechen soweit in der Vergangenheit, dass es mich nicht mehr berührt.
Zudem sind alle Charaktere furchtbar extrem, sei es Kimmie, die ihren Schuldirektor erpresst, reichlich Geld hat und seit 20 Jahren auf der Straße lebt oder eine Gruppe Jäger, die, immer auf der Suche nach der nächsten Perversion, Füchse mit Tollwut infizieren, damit die Jagd interessanter wird.
Einzig Assad konnte mein Interesse wecken, ob sein Geheimnis weiter aufgedeckt wird, kann ich nach 260 Seiten nicht sagen.

Fazit:
Extreme, unglaubwürdige Charaktere verbunden mit einer sehr mäßigen Geschichte.
Eliot Bolivar zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 27.08.2010
Was mir bei "Erbarmen" so gut gefallen hat, die Beschreibung der Figuren, insb. der Umgang zwischen Mørck und Assad, finde ich in diesem Buch, "Schändung" leider nicht ganz so gut herausgearbeitet. Zu dem Zweierteam im ersten Buch gesellt sich Rose hinzu. Sie soll die Sekretariatsarbeit erledigen. Mørck hat seine liebe Mühe mit Rose, Assad hingegen schließt sie gleich ins Herz. Ich als Leser weiß eine Lange Zeit über nicht, was ich von ihr und Mørcks Verhalten ihr gegenüber halten soll. Gegen Ende scheinen sich alle gefunden zu haben und mir scheint, ich habe die Zwischentöne nicht ganz erfasst.
Die Geschichte liest sich leicht und flüßig, ist spannend und gut geschrieben, nur ein paar Gedanken von Mørck mißfallen mir ein wenig, sind zu chauvinistisch, wirken zuweilen frauen- (oder menschen-?)feindlich ("c'est le ton, qui fait la musique"). Das fiel mir nur auf, weil diese Art von Gedanken sehr selten beschrieben werden und seine anderen, mir nachvollziehbaren Gedanken, einheitlicher wirken, eine klarere Figur zeichnen. Andererseit hat jeder Mensch verschiedene Eigenarten.
Ich bin gespannt, wie sich das Trio entwickelt. Soviel ich weiß, ist ein weiteres Buch mit Mørck geplant. Ich werde es sicher lesen. Das Buch hat mir, trotz Kritik, sehr gut gefallen. Das Barometer zeigte 83° an.
Viel Spaß beim Lesen.
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