Nachtschrei von Jeffery Deaver

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel The bodies left behind, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Wisconsin, 1990 - 2009.

  • New York: Simon & Schuster, 2008 unter dem Titel The bodies left behind. 350 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2010. Übersetzt von Thomas Haufschild . ISBN: 978-3-442-37471-7. 508 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2010. Gesprochen von Michael Hansonis. ISBN: 3837104567. 6 CDs.

'Nachtschrei' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Zwei Frauen gejagt von einem eiskalten Mörderduo In einer Polizeistation in Wisconsin geht ein unverständlicher Notruf aus einem einsam gelegenen Ferienhaus ein. Obwohl Brynn McKenzie dienstfrei hat, geht sie der Angelegenheit nach und gelangt als Erste an den Schauplatz eines grausamen Doppelmordes. Beinahe zu spät bemerkt die Polizistin, dass sich außer einer verängstigten Zeugin auch die Täter noch auf dem Grundstück befinden. Und damit beginnt für die beiden ungleichen Frauen eine atemlose Hetzjagd durch die Nacht – ein Albtraum, den sie nur gemeinsam überleben können.

Das meint Krimi-Couch.de: »Packendes mentales Fernduell« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Mörderduo jagt zwei Frauen durch die Wildnis

In einer Polizeistation in Wisconsin geht ein unverständlicher Notruf aus einem einsam in einem Nationalpark gelegenen Ferienhaus ein. Obwohl Deputy Brynn McKenzie dienstfrei hat, geht sie der Angelegenheit nach und gelangt als Erste an den Schauplatz eines grausamen Doppelmordes. Dabei gerät sie selbst in tödliche Gefahr, denn außer einer verängstigten Zeugin sind auch die Täter noch auf dem Grundstück. Die Polizistin übersteht einen Schusswechsel unverletzt, trifft im umliegenden Wald auf Michelle, eine Freundin des toten Ehepaares. Die beiden ungleichen Frauen verbünden sich, und versuchen gemeinsam zu entkommen. Ihnen ist klar, dass die beiden Killer keine Zeugen überleben lassen werden. Und so beginnt eine atemlose Hetzjagd durch die Wildnis des Nationalparks – ein nächtlicher Albtraum.

Durch Fortbildungen in Überlebenstraining und die Teilnahme an einer Bergungsaktion im Park glaubt Brynn, für die Flucht gerüstet zu sein. Statt den kürzeren Weg zum nächsten Highway einzuschlagen, entscheidet sie sich für die längere Route durch das Herz des Parks. Mehrfach wechseln die Frauen die Richtung, entscheiden sich für neue Zwischenziele. Aber Terry Hart, der intelligentere der beiden Verbrecher, hat durch den Kampf mit der Polizistin erkannt, dass er einen cleveren Gegner jagt. Und die Lage verkompliziert sich noch, als die beiden flüchtenden Frauen auf ein mobiles Drogenlabor stoßen. Es gibt weitere Tote und Verletzte – und die Nacht ist noch nicht zu Ende.

Thriller der besseren Sorte

Es ist hinlänglich bekannt, dass Jeffery Deaver handwerklich solide und hoch spannende Thriller schreiben kann. Mit Nachtschrei ist ihm wieder einer der besseren Sorte gelungen. Schon nach wenigen Seiten wird man als Leser von der Geschichte »gepackt«. Es mangelt wahrlich nicht an Action, und die komplizierte Situation zwischen den Killern und den flüchtenden Frauen trägt das ihre dazu bei. Dabei steht das »Fernduell« zwischen der Polizistin Brynn McKenzie und dem Killer Terry Hart zunächst im Vordergrund.

Brynn ist eine ehrgeizige Frau, die ihren Job gerne ausübt. Aber sie steckt auch voller privater Probleme, die parallel zu ihrer Flucht bei einem Gespräch zwischen ihrer Mutter und ihrem doppelt ahnungslosen Mann enthüllt werden. Ein geschickter dramaturgischer Schachzug des Autors, denn so wird die komplexe Persönlichkeit der Protagonistin quasi »en passant« vorgestellt. Terry denkt lange nach, bevor er etwas unternimmt – daher sein Lebensmotto: »Zweimal messen, einmal schneiden«. Er überlegt viel, versucht die Bewegungen der beiden Frauen vorherzusehen. Hier hat der Autor zwei wirklich interessante Charaktere entworfen.

Zum besonderen Reiz des Buches trägt auch bei, dass wiederum die beiden Paare – Verfolger und Verfolgte – so unterschiedlich sind. Brynn ist pragmatisch, auf dem Lande aufgewachsen, ein Tatmensch. Ihre Begleiterin Michelle ist bei auftretenden Problemen zunächst weinerlich, eine typische Großstadtbewohnerin und wäre alleine in der nächtlichen Wildnis kaum überlebensfähig – so scheint es jedenfalls. Der klügere Killer, Terry Hart, ist kühl und abwägend. Er denkt lange über die möglichen Züge des Gegners nach, antizipiert mehrfach die Ablenkungsmanöver der jungen Polizistin. Neben der erfrischenden Action ist dieses mentale Duell ein echter Leckerbissen. Comp, der zweite Verbrecher ist dagegen eher einfach gestrickt. Er braucht lange, um Terry als Führungsperson anzuerkennen.

Eine Verfolgungsjagd durch den nächtlichen Wald scheint auf den ersten Blick kein umfassender Plot für einen Thriller zu sein, aber Deaver baut derart viele Hindernisse, Überraschungen und vor allem neue »Mitspieler« ein, dass man als Leser zwar nicht den Überblick verliert, aber stets auf neue Überraschungen gefasst sein muss. Zum letzten Drittel des Buches darf ich zwar nichts verraten – aber da kommt es noch ziemlich »dicke«, der Leser erlebt weitere Überraschungen. Vor allem das Finale verblüfft – und es bleiben keine Wünsche offen.

Andreas Kurth, November 2011

Ihre Meinung zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei«

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Franz Stellmacher zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 02.09.2017
Ja, man muss schon ein ausgesprochener Deaver Fan sein, um diesen Roman voll und ganz zu mögen. Die Aktionen einer Nacht in einem derart wilden Waldgebiet mit etwa dreihundert Seiten zu füllen, und dazu noch einigermaßen wahrscheinlich zu bleiben, ist wohl eine Kunst, die nur sehr wenige Autoren beherrschen. Ob es Deaver gelungen ist? Dieses Urteil mag dem geneigten Leser überlassen sein.Aber alle Achtung, diese komplizierten Motive und Verhältnisse der Täter und Opfer untereinander aufzubauen und den Leser durch das Auftauchen und Verschwinden von Nebenpersonen in die Irre zu führen ist, doch meisterhaft gelungen.
Ich bin immer noch ein Fan von Jeffery!
Artemisio zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 04.10.2015
Ist das wirklich ein echter Deaver? Oder stand Deaver unter Verlags-Druck und musste schnell etwas liefern? Anders kann ich mir dieses hanebüchene Werk nicht erklären. Unglaubhafte Wildnis-Widerstandskräfte (z.B. Nachtsicht), unglaubhafte Entwicklung der Personen (Michelle), hohles Ende. Zum ersten Mal hat mich Deaver nicht gepackt, viele Beschreibungen erschienen mir wie Füllmaterial, es gibt viele kleine Höhepunkte, aber keine richtigen und schon gar kein thrilliges Ende. Schade. Die Hauptrezension kann ich definitiv nicht nachempfinden.
Bernhard Helbling zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 15.08.2012
Eines der langweiligsten Bücher von Deaver. Die ersten 80-100 Seiten noch relativ spannend, dann 300 (!) Seiten eine öde Flucht-Geschichte durch einen Wald und erst auf den letzten 100 Seiten nochmals etwas Spannung mit einer mehr oder weniger intelligenten Auflösung! Habe schon lange nicht mehr ein sooo langweiliges Buch gelesen. Eines "Deavers" absolut nicht würdig. Wer etwas anderes denkt sollte vielleicht mal sein Spektrum erweitern (Andreas Kurth).
JaneM. zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 09.02.2012
Zunächst war ich skeptisch: Deaver ist ein Großmeister des Thrillers, aber kann eine Verfolgungsjagd einen Roman fast gänzlich mit Spannung füllen? Sie kann! Wie von Andreas Kurth bereits beschrieben, wartet Deaver mit spannenden Wendungen auf. Neben der Parallelhandlung der privaten Situation der Polizistin, wird in wechselnden Kapiteln die rastlose Suche von Sheriff Dahl, Brynns Chef, nach einem Motiv für den Mord im Ferienhaus und damit nach Hinweisen auf die Auftraggeber beschrieben. War Emma Feldman, die ermordete Frau, als Anwältin einem Skandal auf der Spur? Und auch Brynns Ehemann, der brave Gärtner Graham, macht sich schließlich auf die Suche nach seiner Frau. Unübertroffen aber die Charaktere der beiden Frauen und ihrer Jäger. Neben Brynn sticht der Profikiller Hart heraus. Ein intelligenter Mann, der den Job macht, weil es ihm gefällt. Einziges Manko für mich, war seine Rolle zum Ende der Ereignisse. das hätte noch etwas mehr hergegeben.
11Thrill11 zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 19.06.2011
Nachtschrei war mein erstes Buch von Jeffery Deaver und vermutlich auch mein letztes. Ich bin ein sehr großer Thrillerfan, habe mich aber noch nie so überwinden müssen ein Buch zu ende zu lesen. Die Eigenschaften der Charaktere sind fern ab jeglicher Realität, die Handlung zieht sich über hunderte von Seiten ohne jedoch so richtig spannend zu werden und beim Ende muss ich joga1310 zum Teil zustimmen (das Ende ist alles andere als überraschend, da solche Wendungen zum Standardhandwerk eines Thrillerautors gehören).
Von mir gibts daher ausdrücklich KEINE Leseempfehlung. Höchstens für Deaver-Fans interessant.
Die Wertung von 90 Grad ist für mich daher völlig ungerechtfertigt.
HeJe zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 17.06.2011
Lesenswert ist dieses Buch alle Male. Wie andere vor mir schon geschrieben haben, erinnerten mich einige Charaktere ebenfalls an McGyver. Fast schon frustrierend, wie übermenschlich die Jäger dargestellt wurden.

Irgendwie wurde die Hetzjagd auch zunächst nicht langweilig, man las mit Interesse und wollte wissen, wie es weiter geht. Aber nach 3/4 des Buches erwischte ich mich beim Gähnen. Die Wandlung am Ende ist irgendwie nicht überraschend, aber doch verblüffend.

Gute 80 Grad.
joga1310 zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 09.06.2011
Schade, ich hatte mir mehr versprochen von dem Buch.
Hier scheinen Übermenschen am Werk zu sein, die in einer kalten und auch immer wieder verdeckten Mondnacht 200-300 Meter weit schauen können - und das in einem Wald - und auch noch Menschen erkennen.
Auch erkennen die Darsteller auf einem Waldboden in der Dunkelheit Fussspuren und abgebrochene Äste.

Von der Thematik ist das Buch gut, aber man hätte mehr draus machen können und sich nicht immer wieder in Details verlieren müssen. Ich muss zugeben, das dies mein erster Deaver Roman war. Ich musste mich immer wieder motivieren das Buch zuende zu lesen. Schade :-(
Kom_Ombo zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 28.01.2011
Spannend war es - gar keine Frage und auch, dass Deaver mit dem Leser spielt, hat mir gefallen ... aber ... stellenweise hat mich das Buch an 'McGyver' erinnert. Aus was und vor allem wie die immer was zurechtgebastelt haben ... *Kopfschüttel* ... da hat wohl jemand zu viel von dieser Serie gesehen. :)

Nichtsdestotrotz kann ich dieses Buch weiterempfehlen. Wenn man eine gute Unterhaltung will, wird man mit 'Nachtschrei' ausreichend bedient.
alvarezcampos zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 08.01.2011
also: dieser Krimi hat mich ungemein gefesselt: aus einer eigentlich simplen Tatsache eine so spannende Krimi zu machen: wirklich toll gelungen, einer der besten Krimis von Jeffery Deaver. Super spannen die unvermuteten wendungen in der Geschichte, super Schreibstil. Nur das Ende wirkt etwas konsruiert, bzw. wirr und nicht ganz logisch bzw. nicht passend. Schade, ein gelungerer Schluss hätte bei mir absolute TRAUMNOTE VON 100° erreicht. TROTZDEM KLASSE; SUPER SPANNEND UND SEHR GUT LESBAR
koepper zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 23.11.2010
Eine Polizistin und die Zeugin eines Doppelmordes werden von zwei Verbrechern gejagt. Das ist der Ausgangspunkt von „Nachtschrei“. Die Jagd findet in einem unbelebten Nationalpark statt, zwei ungleichen Frauen auf der einen Seite, Deputy Brynn McKenzie, eine kluge, erfahrene Polizistin und Michelle, eine verwöhnte, versnobte Stadtfrau, Freundin des ermordeten Ehepaars. Auf der anderen Seite, der clevere , besonnene Profi Terry Hart und Comp, der etwas einfältig daher kommt. Der größte Teil des Buches handelt von der Verfolgung der beiden Frauen. Das ist tatsächlich sehr spannend, weil Deaver – so wie wir es gewöhnt sind – immer wieder überraschende Wendungen findet. Er stellt dem Leser Fallen und Finten, die den Leser immer auf´s Neue überraschen. Auch die Beziehungen der vier Hauptprotagonisten, die Wandlungen, sie sie im Fortgang der Geschichte vollziehen sind interessant zu lesen. Deaver gelingt es, die Spannung vom Anfang bis zum Ende hoch zu halten. Die wahren Motive für den Doppelmord am Anfang der Handlung bleiben lange im Dunkeln, man kann nur mutmaßen und letztendlich ist es doch wieder ganz anders als erwartet.
Endlich wieder mal ein besserer Deaver. Eine spannende, interessante Geschichte, die nicht mit Überraschungen spart und wirklich gut zu lesen ist.
Banon zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 02.11.2010
Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sei gewarnt: Es geht gleich los! Die Spannung baut sich auf den ersten Seiten auf und bleibt verläßlich erhalten. Da vergisst man schnell alles andere.

Den Großteil des Buches nimmt eine nächtliche Verfolgungsjagd ein. Durch den laufenden Wechsel der Erzählperspektive zwischen Verfolgten und Verfolgern wird der Leser immer wieder mit neuen Details konfrontiert.
Jeffery Deaver legt dabei ein enormes Tempo vor. Das verliert nur in den Kapiteln, in denen es um das Privatleben der Hauptheldin geht.
Das Buch hat, was es haben soll: Einen Plot den man nicht gleich durchschaut; und wenn man glaubt, eine Vorstellung von den kommenden Ereignissen zu haben, schafft Deaver erstmal neue Tatsachen. Das ist sehr gut gemacht, höchst unterhaltsam und immer schlüssig und nicht übertrieben. Das Ende scheint dann vorhersehbar, doch der Leser darf sich auch hier nocht nicht sicher sein.

"Nachtschrei" ist ein hochspannender Thriller, der durch seine ständig wechselnden Perspektiven und die unvorhersehbaren Wendungen im Handlungsverlauf absolut überzeugt.
Ein Buch, wie geschaffen als Vorlage für einen Blockbuster.
leserattePB zu »Jeffery Deaver: Nachtschrei« 26.10.2010
Er schafft es immer wieder mich hunderte von Seiten zu verwirren und schickt mich in irgendwelche Sackgassen um zum Schluß mit Auflösungen um die Ecke zu kommen mit denen ich niemals gerechnet hätte. Deaver ist nicht umsonst der Meister des guten Thrillers, hier beweist er es wieder ganz deutlich. Unbedingt lesen!!!
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