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Ausgabe 09.2016

Schnellübersicht der aktuellen Krimi-Couch

Krimi-Volltreffer des Monats September: Triptychon

Triptychon von Thomas Beckstedt

    Der niederländische Maler Hieronymus Bosch hat drei bedeutende Triptychen gemalt. Das bekannteste und berühmteste dürfte wohl »Der Garten der Lüste« sein. Auch Thomas Beckstedt konnte sich nicht der Faszination dieses Gemäldes entziehen und hat die Anziehungskraft des Triptychons auf seinen Romanhelden John Gallagher übertragen, dessen Begeisterung so weit geht, dass er sich das dreiteilige Bild von einem mit ihm befreundeten Maler kopieren ließ. Nach Einschätzung des Rezensenten durchaus ein Kandidat für den Titel »Thriller des Jahres«, denn hier kommen Sprachgewalt, Intellekt, Virtuosität und Hochspannung zusammen.

    Volltreffer vor 5: Kettenacker

    Volltreffer vor 5: Kettenacker

    Still geworden ist es um Rainer Gross. 2008 erhielt er für den ersten Teil seiner Hermann-Mauser-Reihe noch den Friedrich-Glauser-Preis und auch der zweite Teil konnte unseren Rezensenten Jochen König begeistern. Doch einen dritten gab es leider nicht.

    Weitere besprochenene Kriminalromane im September auf der Krimi-Couch:

    Wolfsspinne von Horst Eckert Treffer

    Krimi: Wolfsspinne (Horst Eckert)

    Melli Franck wird in ihrem Düsseldorfer Restaurant vergewaltigt und ermordet. Die Spur führt Vincent Veih und seine Kollegen in das Drogenmilieu der Rhein-Metropole. Dort trifft der Kommissar zufällig auf seinen entfernten Verwandten Ronny Vogt. Als Undercover-Ermittler wurde Vogt in die rechtsextreme Szene eingeschleust, und drang sogar bis in den Dunstkreis des Nationalsozialistischen Untergrunds vor. Ein Roman als Anklageschrift gegen die fragwürdige Rolle der »Schlapphüte« in der rechtsextremen Szene ist schon ungewöhnlich genug. Wenn das Buch dann noch so komplex und spannend ist wie Wolfsspinne, sollte man das Werk mehrfach lesen, um alle Nuancen zu erfassen. Von Andreas Kurth

    Wolfsbeute von Bernard Minier Treffer

    Krimi: Wolfsbeute (Bernard Minier)

    Heimlich, still und leise – so könnte man die unaufgeregte Herangehensweise bezeichnen, mit der Commandant Martin Servaz von der Mordkommission Toulouse seine Fälle angeht und löst. Der melancholische Ermittler mit der Vorliebe zum Werk Gustav Mahlers und zu alt-lateinischen Klassikern steht erneut vor einem kniffligen Fall, in dem es um den Selbstmord einer Künstlerin geht. Die meisten Kriminalromane beginnen mit einem Mord, dessen Aufklärung dann im Mittelpunkt steht. Autor Bernard Minier geht einen anderen Weg und eröffnet mit einem perfiden Spiel aus Mobbing und Stalking. Das ist allerfeinster Suspense! Von Jürgen Priester

    Cottoncrest von Michael H. Rubin Treffer

    Krimi: Cottoncrest (Michael H. Rubin)

    1893. Louisana. Südstaaten. Auf Cottoncrest hat der Plantagenbesitzer Colonel Judge Chastaine seiner Frau die Kehle durchgeschnitten und sich anschließend erschossen. Schnell ist von einem Fluch die Rede, denn seit Vater wählte den gleichen Freitod. Sheriff Raifer kommen Zweifel. Erzählt wird die Geschichte aus immer wieder wechselnden Perspektiven, so dass diese sehr kurzweilig gehalten ist. Dabei spannt der Autor thematisch einen weiten Bogen und erzählt über das Leben, Arbeiten und vor allem Denken der Menschen in den Südstaaten im ausgehenden 20. Jahrhundert. Wohin blinder Hass führen und welche grotesken Folgen dieser haben kann, zeigt sich bitterböse auf den letzten Seiten, die es fürwahr in sich haben. Von Jörg Kijanski

    Power Play von Mike Nicol Treffer

    Krimi: Power Play (Mike Nicol)

    Der Held der Rache-Trilogie war ein gewisser Mace Bishop. Nach dem tragischen Tod seiner Frau fiel Mace das Leben in Kapstadt immer schwerer. In Absprache mit seinem Partner Pylon übergab er die Geschäfte in die Hände seiner Tochter Christa und setzte sich auf den Caymans zur Ruhe. Mit der Übernahme des Unternehmens und auch, um unter ihrer Jugendzeit einen Strich zu ziehen, schreibt Krista ihren Vornamen fortan mit hartem »K«, das für Kraft, Kompetenz und Koolness stehen soll. Ihr zur Seite steht Tami Mogale, die smarte Bürokraft, die schon zu Maces Zeiten alle Fäden in der Hand hatte. Spannend und sprachlich up to date kann Nicols neue Generation deutliche Akzente setzen. Von Jürgen Priester

    Außerdem neu rezensiert im September:

    Eine Krimi-Couch-Ausgabe verpasst?

    Kein Problem. Sie finden hier die Ausgaben der letzten acht Monate: