Ehrensache von Ian Rankin

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1992 unter dem Titel Strip Jack, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 4 der John-Rebus-Serie.

  • London: Orion, 1992 unter dem Titel Strip Jack. 381 Seiten.
  • New York: St. Martin, 1994. 381 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Ellen Schlootz. ISBN: 3-442-45014-4. 381 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Ellen Schlootz. ISBN: 978-3-442-46238-4. 381 Seiten.

'Ehrensache' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der beliebte schottische Parlamentarier Gregor Jack wird bei einer Razzia in einem Bordell Edinburghs aufgegriffen. Die Presse ist so schnell zugegen, um über den Skandal zu berichten, dass Inspector John Rebus nicht an einen Zufall glauben mag. Aus purer Neugierde beginnt er, Nachforschungen über Gregor Jack anzustellen. Und nur wenige Tage später steckt Rebus bereits mitten in einem Mordfall: In den Highlands ist die Leiche von Jacks Frau Elizabeth gefunden worden …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein kleines Häkchen vor dem netten Finale« 73°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Es kann kein Zufall sein: Ausgerechnet bei der eigentlich geheimen Operation »Hush Puppies«, der Razzia in einem Edinburgher Bordell, wird dort der populäre Abgeordnete Gregor Jack aufgefunden – und eine Heerschar von Journalisten droht mit ihrer Anwesenheit Jacks politisches Ende einzuläuten. Detective Inspector John Rebus beginnt mit seinem jungen Kollegen Brian Holmes zu ermitteln, doch warum Jack und die Medien bei Hush Puppies mitwirkten bleibt genau so unklar wie das Verbleiben Jacks Ehefrau Liz – bis Sie als Wasserleiche wiedergefunden wird.

Rebus recherchiert – in eine andere Richtung als seine Vorgesetzten sehen wollen – nach Motiven und stößt auf eine gar nicht so blütenweiße Weste des Abgeordneten. Seine Frau heiratete er nur wegen ihres Geldes und ihrer gesellschaftlichen Stellung, sie liebte einen exzentrentrischen Lebensstil mit orgiastischen Partys und seine Schwester muss sich ihren Lebensunterhalt recht unehrenhaft erarbeiten.

Und dann wäre da noch die »Meute«: die langjährigen Freunde des Ehepaars. Einer sitzt wegen Mordes in psychiatrischer Behandlung, ein anderer ist Schauspieler mit Weltruhm, einer verkauft Bücher – ein undurchschaubares Dickicht an Beziehungen und Animositäten. Einer davon muss es gewesen, doch wer?

Rankins vierter Rebus-Roman ist somit ein klassischer »Whodunit« mit einem netten Finale, das den Leser erst auf die richtige Fährte drängt, um kurz davor ein »Häkchen« zu schlagen. Darüber hinaus schildert Rankin herrlich britisch-ironische Dialoge (besonders zwischen Youngster-Seargeant Brian Holmes und Inspecor John Rebus) und lässt seinen Protagonisten sich weiterentwickeln (immer in der Zwickmühle zwischen Job, persönlicher Freiheit und seiner Beziehung) und zeichnet mit dem koffein- und alkoholsüchtigen Super Intendent »Farmer Watson« und dem sonst immer strahlendem, nach dem Mord und der Verleumdungskapagne recht abgewracktem Politiker (mehr Schein als sein?) Gregor Jack wunderbare Charaktere.

Alles in einem ein guter, durchaus gesellschaftskritischer (Polit)-Krimi mit nur einem Manko: Leider ist die Übersetzung des Titels (im Original »Strip Jack«) misslungen. Denn mit dem Titel spielt Rankin wieder einmal gekonnt mit dem Leser: »Strip Jack« ist ein Kartenspiel, das auch unter dem Namen »Bettelmann« bekannt ist. Und Gregor Jack wurde eben nicht nur mit wenig bekleideten Prostituierten erwischt, sondern wird von der »Meute« seit Jugendtagen »Beggar« (Bettler) genannt. Auch Rebus (lateinisch für Bilderrätsel) sinniert darüber, dass nicht nur Jacks Name Ähnlichkeit mit einem Kartenspiel aufweist, sondern auch der von seiner Freundin Dr. Patience Aitkin …

Lars Schafft, Juni 2002

Das meinen andere:

»Rebus ist der neueste in der langen Reihe von Trent bis Wexford britischer Top-Polizisten. knusprige, erfrischende, Prosa.« (Chicago Tribune)

»Eine klassische Detektiv-Geschichte im Stile von Holmes« (Birmingham Post)

Ihre Meinung zu »Ian Rankin: Ehrensache«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

CRI zu »Ian Rankin: Ehrensache« 23.12.2009
Wie alle Krimis von Ian Rankin, die ich bisher gelesen habe, sehr spannend. Man erfährt auch wieder einiges über Rebus persönlich, dieses Mal auch recht viel über seine Beziehung zu Patience Aitkin und über verschiedene andere Polizeibeamte. Die Geschichte kann zugegebenermaßen etwas verwirren, da die irgendwie alle etwas verbergen wollen, nicht unbedingt etwas Kriminelles, und dadurch die Überlegungen und Ermittlungen von Rebus beeinträchtigen. An nicht so brillanten Wortspielen in der deutschen Übersetzung würde ich mich nicht aufreiben - und stattdessen empfehlen, beim nächsten Mal vielleicht zu einer Originalausgabe zu greifen. Nicht immer lassen sich solche Spielereien und Bilder adäquat in eine andere Sprache übertragen. Das Thema Buchtitel von ins Deutsche übersetzten Büchern hat mich auch schon häufiger etwas genervt (vgl. bspw. die Titel der drei Bücher von Stieg Larsson - im Original ist da nichts, aber auch gar nichts Religiöses zu finden!). Das scheint an den deutschen Verlagen zu liegen...
Pazuzu zu »Ian Rankin: Ehrensache« 18.11.2009
In Ehrensache, dem vierten Rebus-Roman, kann man leicht die Orientierung verlieren. Das Buch beginnt mit einer Razzia, bei der der schottische Parlamentarier Gregor Jack in einem Bordell aufgegriffen wird. Eine Frau wird ermordet, Jacks Frau Elizabeth verschwindet spurlos aus dem Feriencottage. Einem Professor werden antiquarische Bücher gestohlen, die bei einem Freund und Geschäftspartner Jacks wieder auftauchen. Dann wird auch noch Elizabeths Leiche in einem Fluss entdeckt, hinter dem Haus einer Freundin Jacks. Chief Super Watson verdächtigt einen Obdachlosen der Morde, aber Rebus hat Zweifel. Eine wichtige Wende ergibt sich, als er herausbekommt, dass Jack im Bordell war, um seine Schwester, eine Prostituierte, zu besuchen und ein Reporter ihm von einer Affäre berichtet. Nach und nach platzen die sorgsam ausgetüftelten Alibis der Verdächtigen. Man fragt sich als Leser, wie es Rebus respektive Rankin gelingen wird, dieses Knäuel zu entwirren, aber er schafft es – wie immer.
Rolf.P zu »Ian Rankin: Ehrensache« 11.02.2009
Bei diesem Buch war es nicht die Spannung, die mich an dieses Buch gefesselt hat, sondern die Beschreibung von Rebus dem Detective Inspector. Mit einem fast unbeschreiblichen Einfühlungsvermögen schafft es Rankin die Gedanken von Rebus sympathisch rüberzubringen.
Ehrensache - ist ein Buch, das in die Abgründe schottischer Regionalpolitik führt. Was Rankin über die Schattenseiten der Devolution schreibt, ist an sich schon sehr interessant. In der Summe finde ich seine differenzierte Haltung zum schottischen Nationalismus sehr erfrischend.
Was dem Roman eine zusätzlich Dimension gibt, ist der moralische Konflikt, in dem Rebus sich im Laufe seiner Ermittlungen sieht. Der Leser wird bei den Ermittlungen das eine oder andere Mal auf eine falsche Fährte geführt, was aber immer glaubwürdig erscheint. Denn schließlich ist John Rebus alles andere als unfehlbar. Die Lösung des Falles war zumindest für mich überraschend und das gefällt mir bei einem Krimi immer am Besten.

Für den entspannten Lesegenuss sehr empfehlenswert.
Andrea zu »Ian Rankin: Ehrensache« 28.12.2008
"Ehrensache" war mein erstes Buch von Rankin. Begeistert war ich nicht, obwohl Lokalkolorit und Story einigermaßen gut waren. Die Figuren bleiben blass, ich kann mir weder rebus noch irgend jemand anderen bildlich vorstellen. Die typisch englischen Wortspiele sind schlecht übersetzt, (z.B. das Wortspiel mit dem Namen des verdächtigen Glass), die Ermittlung stolpert mehr schlecht als recht vor sich hin und am Ende kommt halt zufällig ein Mörder zu Tage. Da ich noch einen "Rebus" im Schrank liegen hatte, den ich danach lesen wollte, dazu nur so viel: es geht auch besser als in "Ehrensache".
Stefan83 zu »Ian Rankin: Ehrensache« 26.10.2008
Lange hat es in Deutschland gedauert bis der schottische Autor Ian Rankin seinen Weg aus dem Schatten der populären Schwedenkrimis gefunden hat. Mittlerweile ist er als fester Bestandteil in den Krimiabteilungen der gut sortierten Buchhandlungen wohl nicht mehr wegzudenken. Und selten hat der Spruch „Qualität setzt sich durch“ so gut gepasst, wie bei Rankins langlebiger Serie um den kauzigen Detective Inspector John Rebus. Wem Mankell zu düster ist, Indridason zu trist und Vargas zu speziell, der greift zu Ian Rankin. Und wird nicht enttäuscht sein, denn wie kein anderer vermag es dieser Autor einen spannenden Plot zu inszenieren und dabei trockenen Humor, literarischen Anspruch und logischen Handlungsaufbau in einem perfekten Gefüge zu vereinen. Dabei ist Rankin zudem auch stets höchst aktuell und er greift nicht selten auf Ereignisse der realen Welt zurück, um seinem Krimi einen authentischen Klang zu verleihen. So auch im vierten Fall der Rebus-Reihe, der nach einigen düsteren Ritualmord- und Serienkillerplots in den drei Vorgängern, um einiges actionarmer daherkommt und in gewissem Sinne einen Spagat zwischen klassischem Krimi und Politthriller vollzieht. Nach der kurzen, aber eher fruchtlosen Beziehung mit einer Londoner Psychologin kämpft der miesepetrige Einzelkämpfer und Workaholic Rebus nun mit einem weiteren Problem. Soll er bei seiner neuen Lebensgefährtin Patience einziehen? Geistig schließt er mit sich selbst den Pakt, dass dies nur der Fall sein wird, wenn die alte Polizeistation Great London Road erhalten bleibt und renoviert wird. (Die letzte Seite des Buchs gibt hier die witzige Auflösung). Neben diesen Beziehungsgeschichten, die wie immer bei Rankin angenehme und charmant erzählte Randerscheinung bleiben, beschäftigt Rebus nun ein neuer Fall. Gregor Jack, ein bei vielen populärer Abgeordneter, wird bei einer Razzia in einem Bordell erwischt. Und die Presse ist erstaunlich schnell da. Zu erstaunlich schnell für Rebus, der eigene Ermittlungen anstellt. Als dann einige Tage später Jacks Frau tot und eindeutig ermordet an einem Flussufer gefunden wird, scheint sich mal wieder das Misstrauen des DIs bestätigt zu haben. Gemeinsam mit Brian Holmes, dem gerade beförderten Detective Sergeant, der scheinbar als einziger den Menschenfeind Rebus längerer Zeit zu ertragen vermag, wühlt er in Jacks Vergangenheit und findet dort schon bald einige interessante Verbindungen. Um es kurz machen: „Ehrensache“ liest sich wie seine Vorgänger durchaus amüsant und stets unterhaltend, ist aber diesmal erschreckend spannungsarm. Die Fahndung zieht sich träge dahin und selbst Krimigelegenheitsleser werden den Mörder wohl schon nach ein paar Seiten erraten haben. Dass ein weiterer Mord bis zum Schluss nicht aufgeklärt wird, trübt zudem das Gesamtbild. Der sehr spannungsgeladene Showdown gegen Ende vermag dann nicht ganz zum moderaten Erzählton zuvor passen und wirkt dadurch arg künstlich. Insgesamt ist „Ehrensache“ ein schwächerer Teil der Reihe, bei dem ich das Edinburgh-Flair der Vorgänger vermisst habe, der aber über weite Strecken immerhin so gut unterhält, dass nie Langeweile aufkommt. Ein verzeihlicher Ausrutscher in einer Reihe, die mehr als ein Dutzend großartiger Krimis hervorgebracht hat.
8 von 10 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Angelo zu »Ian Rankin: Ehrensache« 03.12.2006
Der 4. Rebus und eine klare Steigerung. Der beste Rebus bis hier und auf der Couch unterbewertet. Nicht nur spannend (ein klassischer "Wer wars?"), viel Interessantes aus der Politikerszene, Ironisches aus der Hierarchie im Polizeiumfeld, dazu Beziehungskiste und Männerbefindlichkeit, und dichte Highlands-Atmosphäre.
Ein perfektes Buch für neblige Tage, beste Unterhaltung mit Tiefgang. Und Achtung: man bekommt Lust, dazu einen Whisky zu schlürfen!
Peter Hain zu »Ian Rankin: Ehrensache« 21.10.2006
Ich lese die Kommentare der Leser auf dieser Seite gern um zusätzliche Informationen (außer den Verlagskurztexten) über bestimmte Bücher bzw. Autoren zu bekommen. Was mich bekümmert ist, dass bei den wenigen guten Autoren kaum Kommentare abgegeben werden und bei wirklich schlimmen jede Menge.
Rankin ist ein echter Erzähler und weiss am Ende des Buches noch wie er angefangen hat. Seine Geschichten sind nicht besonders positiv, aber ehrlich erzählt und ergehen sich nicht in der endlosen Beschreibung Gerichtmedizinischer Techniken und Details oder völlig haltloser Verschwörungstheorien mit der viele Autoren ihre Bücher aufblähen. Jeder, auch Herr Rullkötter hat das Recht auf eine eigene Meinung, so kurios sie auch sein mag.
Heinrich zu »Ian Rankin: Ehrensache« 09.10.2006
Ich finde den Roman unterbewertet - für mich war dieser 4. der beste Rebus bisher. Er war humorvoller und außer an der merkwürdigen Übersetzung des Titels (anscheinend ein deutsches Verlagsproblem) habe ich nichts zu meckern. Ansonsten muß man die eleganten Übersetzungen von Frau Schlootz auch mal lobend erwähnen...
Matze zu »Ian Rankin: Ehrensache« 31.08.2004
Mein erster Rankin. Konnte nicht mehr aufhören zu lesen und war total begeistert! Plot und alle handelnden Personen sind super beschrieben.Allerdings nicht ganz so spitze wie "Puppenspiel". Trotzdem als Einstieg absolut empfehlenswert.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
William zu »Ian Rankin: Ehrensache« 15.06.2004
Für mich ein absolutes Highlight. Der beste Rankin für mich bis jetzt, die Story ist super konstruiert und beschrieben, die Diaolge sind ein Vergnügen zu lesen.
Ein Buch für die einsame Insel.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Hahne Zdravka zu »Ian Rankin: Ehrensache« 31.07.2003
Mir scheint obige Kritik von einem mir unbekannten Stern aus beobachtet.
Es wäre dann nur noch zu fragen was Herr Rullkotter unter einem guten Krimi versteht ?
Besonders seine Lieblingsautoren wären intressant.
Mir erscheint eher Herr Rullkotter kennt die Bücher von Rankin nicht! Nicht die Kritiker.
Oder ist er auch einer dieser typischen deutschen oder österreichischen Bildungsbürger die eine sehr eingleisige Lesewelt haben ?
Zum Schluss ein Hoch auf den "Ernst" des Lesens. Nur kein Lesevergnügen das ist anrüchig



0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bernd Rullkötter zu »Ian Rankin: Ehrensache« 04.08.2002
Das einzige Charakterisierungsmerkmal: Rebus ist Pessimist. Das war's. Alle übrigen Gestalten sind blass, die Handlung ist lachhaft - Rebus ermittelt überhaupt nicht, sondern stolpert von einem zufälligen Hinweis zum anderen. Lahmer geht's kaum. Und die "typisch britischen Wortspiele"? Bemüht, an den Haaren herbeigezogen und peinlich. So spricht kein Mensch. Man kann nur die armen Übersetzer bedauern, die sich mit solchem überflüssigen Schrott herumschlagen müssen. Die internationale Reputation des Autors beruht wohl mal wieder auf den Meinungen von Leuten, die seine Bücher gar nicht erst lesen.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Ehrensache

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: