Dr. Watson – Ihr Krimi-Berater
Verehrter Leser, ich habe folgende Bücher für Sie gefunden:
Treffer: 11 – 20 von 27
Schauplatz: Argentinien
Zeit: ---
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Treffer 11 – 20
Im Morgengrauenvon
Dezember 2001. Argentinien kurz vor dem Staatsbankrott. Es gärt in den Städten. Tausende haben über Nacht ihr ganzes Geld verloren, sie ziehen vor die Banken, protestieren lautstark gegen die Regierung, es kommt zu Plünderungen und Razzien in den Slums. Durch einen Anruf wird der Handelsvertreter Gotán Martelli mitten ins Epizentrum dieser Staatskrise geworfen. Edmundo Cárcano, hohes Tier beim Ölkonzern CPF, fleht ihn an, sofort zu ihm zu kommen. Als Martelli bei seinem Freund eintrifft, ist dieser tot. Und seine junge Geliebte liegt kurz darauf ermordet in Gotáns Bett. Als dann auch noch Cárcanos Tochter entführt wird, ist Martellis detektivischer Spürsinn geweckt. Noch ahnt er nicht, wie viel das plötzliche Chaos mit seiner Zeit als Polizist während der Militärjunta und mit seiner großen Liebe Mireya zu tun hat. Die einzige Gewissheit, die er hat: Der Tod eilt ihm immer zwei Schritte voraus. Und dass es lebensgefährlich ist, den eigenen Schritt zu beschleunigen. Schadenfreude ist immer noch die schönste Freude. Als Deutschland im Sommer bei der WM in Südafrika den unbequemen Gegner Argentinien im Viertelfinale mit 4:0 aus dem Stadion fegte, und sämtliche Großleinwände der Republik Diego Armando Maradonas weinendes Gesicht abbildeten, konnte sich wohl selbst der fairste und objektivste Fußballfreund nicht eines kleinen spöttischen Lächelns erwehren. Nun trifft man sich im Oktober auf der Frankfurter Büchermesse, wo Argentinien diesjähriges Gastland ist, erneut, weshalb ein genauerer Blick auf die Kriminalliteratur der Heimat von Tango, Steaks und Lamas lohnt. Dort wurde in jüngster Zeit besonders Autor Guillermo Orsi als Meister des neuen lateinamerikanischen Kriminalromans gefeiert und unter anderem für sein Buch Nadie ama a un policía (= Niemand liebt einen Polizisten) mit dem "Premio Internacional de Novela Negra Ciudad de Carmona 2007" ausgezeichnet. Grund genug für den dtv-Verlag, sich die Rechte an diesem Werk zu sichern und es pünktlich zur Messe unter dem (leider sehr nichtssagenden) Titel Im Morgengrauen auf den Buchmarkt zu werfen. Man kann nur hoffen, dass es dort punktgenau landen und möglichst viele Käufer finden wird, ist doch Orsis düstere Mischung aus Hardboiled, Noir, Polit-Thriller und Roadmovie ein satter Treffer ins Schwarze, der Herz und Hirn gleichermaßen bedient, dabei aber auch immer wieder hart an die Schmerzgrenze geht. Argentinien im Winter des Jahres 2001. Das Land ist hoch verschuldet und steht kurz vor dem Staatsbankrott. Tausende haben über Nacht ihr ganzes Geld verloren. Das Volk geht auf die Straße, es kommt zu Massenprotesten, Plünderungen und bewaffnetem Aufruhr. Während Präsident Fernando de la Rúa verzweifelt versucht, die verfahrene wirtschaftliche Situation, welche sein Vorgänger hinterließ, noch zu retten, ist der Justizapparat bereits damit beschäftigt seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, und möglichen Nachfolgern um den Bart zu gehen. In dieser aufgeheizten Stimmung erhält Pablo Martelli, genannt "Gotán", kurz nach Mitternacht einen flehendlichen Anruf seines alten Freundes Edmundo Cárcano. Der Geschäftsführer des Ölkonzerns CPF bittet ihn um dringende Hilfe und sein sofortiges Kommen. Gotán, ein mittlerweile fast sechzigjähriger Handelsvertreter für Sanitärartikel, war während der Militärdiktatur Polizist bei der Policia Federal ... und der alte Bulle hat seinen Spürsinn nicht verloren. Es riecht nach Ärger. [...]
direkt zum Buch Guillermo Orsi: Im Morgengrauen auf deutsch erschienen: 2010
Quintett in Buenos Airesvon
Manuel Vazquez Montalban schickt seinen Meisterdetektiv auf die Suche nach einem verschwundenen Mädchen in Argentiniens Metropole. Mit gewohnt sprödem Charme und Ironie begibt sich Pepe Cavalho in das Dickicht der Großstradt und verstrickt sich in kriminelle - und gastronomische - Abenteuer. Pepe Carvalho, der resignierte Rebell aus der Feder des spanischen Autors Manuel Vazquez-Montalban, durfte wenige Jahre vor dem plötzlichen Tod seines Masterminds und Schöpfers eine Reise in die Argentinische Hauptstadt Buenos Aires unternehmen. Keine Frage, dass diese Reise weniger den Charakter eines Urlaubs hatte als vielmehr vor dem Hintergrund einer tiefgründigen Ermittlung zu sehen war. Und so fand sich Carvalho auf einer Odyssee zwischen Tango und Peron, Korruption und Mord wieder. Denk ich an Argentinien, denk ich an Tango. Ist das nur ein Klischee oder mehr als das? Für Vazquez-Montalban scheint die Antwort eindeutig, Tango ist ein Lebensgefühl, Tango ist Argentinien, Tango ist sein Roman "Quintett in Buenos Aires". Der Spanier, der sich mitunter von einer poetischen Ader treiben ließ, hat den Tanz und die Musik wortgewaltig und redegewandt in Buch- und Krimiform gebracht. [...]
direkt zum Buch Manuel Vazquez Montalban: Quintett in Buenos Aires auf deutsch erschienen: 2001
Gewaltige Höllevon
Ein Mann kommt in eine kleine Stadt irgendwo im argentinischen Niemandsland. Er bleibt eine Weile, dann verschwindet er, und mit ihm verschwindet eine schöne Frau. Gerüchte machen die Runde, von einem Verbrechen ist die Rede. Als jedoch jemand einen Fund macht, der weit schrecklicher ist als alles Vermutete, kehrt das Schweigen zurück. Haben wir das nicht alle schon selber erlebt? Jemanden, der wie in "Der Tausender" seinen Schuh auf einen Geldschein stellt, um ihn heimlich für sich zu veranschlagen? Von Spannern wie in "Eine Frage der Körperöffnungen" gehört? Selber darüber nachgedacht, ob wir nicht wie in "Das Geheimnis" ein uns bekannt gewordenes Ereignis zu unserem Nutzen einsetzen? Trotzdem mangelt es Guillermo Martínez Erzählungen an Alltäglichkeit. Sie versprühen den Esprit, mehr sein zu wollen als nur eine Beobachtung. In "Déjà-vu oder das Königreich der Horizontalen" nähert sich der Autor jenem doppelten Boden von Wirklichkeit an, der ihn, wie der Buchumschlag verspricht, als Borges Meisterschüler auszeichnet. [...]
direkt zum Buch Guillermo Martinez: Gewaltige Hölle auf deutsch erschienen: 2010
Der Rheinmann-Tauschvon
David Spaulding und Jean Cameron - er amerikanischer Geheimagent, sie eine schöne Witwe - begegnen sich in Buenos Aires, einer Stadt der Gewalt und der Intrige. Ein skrupelloses Geschäft zwischen zwei Kriegsgegnern soll auf neutralen Boden in Südamerika abgeschlossen werden... Alle Zeugen dieses ungeheuerlichen Tauschhandels müssen hinterher beseitigt werden, damit ein weltweiter Skandal verhindert wird. Erst als David und Jean erkennen, daß sie sich lieben, entdecken sie, wie monströs die Rollen sind, die sie beide in diesen gemeinen Handel spielen. [...]
direkt zum Buch Robert Ludlum: Der Rheinmann-Tausch auf deutsch erschienen: 1981
Und der Engel spielt dein Liedvon
Im Jahr 1978, als Argentinien die Fußballweltmeisterschaft ausrichtet, beauftragt der Polaco, ein Chefmafioso mit Stilettaugen, den Negro, Drogen über die chilenische Grenze zu schaffen. Der Auftrag scheint leicht, vor allem weil der Transport von den Militärs gedeckt wird. Doch der Negro hat kein Glück, und die Mission wird zum Debakel. Die Dinge verkomplizieren sich erst recht, als Irma auftaucht, eine Frau wie ein Raubtier, durch die sich die Schicksale von Negro und Polaco auf unheilvolle Weise miteinander verknüpfen. Alle Jahre wieder im Herbst ist es dasselbe Phänomen. Pünktlich zur Buchmesse werfen die Publikumsverlage einen ganzen Schwall von Titeln des Gastlands auf den Markt, welche oft als "Entdeckung" angepriesen, in den Händen des interessierten Kunden landen, jedoch nicht immer die hohen Erwartungen erfüllen können. Wie bei den meisten anderen Büchern so gilt auch hier: Richtige Perlen sind selten. Sie müssen gesucht werden. Es sei denn, man kann sich diese Suche abnehmen lassen, was im Falle des neuesten Werks von Raúl Argemí ein wahres Vergnügen ist. Dieser gerade knapp 180 Seiten umfassende Roman verdient eine nähere und umfassendere Betrachtung. Argentinien im Jahr 1978. Während sich das gesamte Land für die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft um eine positive Außenwirkung bemüht, bekommt der junge Ganove El Negro von seinem Boss, dem Mafiosi Polaco, einen heiklen Auftrag erteilt. Er soll gemeinsam mit vier anderen Fahrern eine große Ladung Drogen über die chilenische Grenze schaffen. Eigentlich eine leichte Aufgabe, zumal das Transportunternehmen von den Führern der Militärjunta gedeckt wird. Doch El Negro ist vom Pech verfolgt. Als die Fahrer in eine mobile Straßenkontrolle der Polizei geraten, schlägt bei einem der Autos ein Drogenhund an. Ehe Negro überhaupt reagieren kann, sind zwei der Fahrer dem konzentrierten Kugelhagel mehrerer Maschinengewehre zum Opfer gefallen. Ein Debakel. Negro kann fliehen und kommt bei der wunderschönen Irma unter. Eine Femme Fatale, mit der ihn bald eine heiße Affäre verbindet. Bis zu dem Tag, an dem er verraten wird und für acht Jahre ins Gefängnis wandert. [...]
direkt zum Buch Raúl Argemí: Und der Engel spielt dein Lied auf deutsch erschienen: 2010
Der Rissvon
Seit zwanzig Jahren sitzt Pablo Simó im selben Architekturbüro und schafft den Absprung nicht. Ebenfalls zwanzig Jahre dauert seine Ehe mit Laura, mit der ihn nurmehr die Gewohnheit und die gemeinsame, pubertierende Tochter verbindet. Als unerwartet eine junge Frau ins Büro kommt und nach Nelson Jara fragt, enthüllt sich allmählich ein Geheimnis, in das Simó ebenso verwickelt ist wie sein Chef und eine Arbeitskollegin. Das aufgetauchte Mädchen bringt das prekäre Gleichgewicht von Simós Leben ins Schwanken. Und eine nach der anderen entgleiten ihm die Gewissheiten, die ihn bis zu diesem Augenblick getragen haben. Wer mal vorhat, einen Roman von Claudia Piñeiro zu lesen und die Autorin bisher nicht kennt, sollte nicht unbedingt mit dem hier vorliegenden Der Riss beginnen. Da bieten sich die anderen drei in Deutschland erschienen Romane als kostengünstigere Alternative an. Zwar besitzt jeder Roman seinen ganz individuellen Reiz, doch stilistisch und thematisch kann man schon von Ähnlichkeiten sprechen. "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" ist ihr Thema. Ihre Figuren könnten alle dem gleichnamigen Film von Luis Buñuel entsprungen sein. Beziehungskrisen und Gesellschaftskonflikte plagen das (gehobene) argentinische Bürgertum und sie sind es gewohnt, kritische Situationen zu meistern. Doch kommt es mal ganz dicke – Unfall, Tod, Selbstmord oder Mord – zeigen sich auch in ihren Fassaden ernstzunehmende Risse. Mit einem Riss, erstmal ganz physikalischer Natur beginnt auch Claudia Piñeiros im Sommer dieses Jahres erschienener Roman. Ein Riss in der Außenwand seines Wohnzimmers ist der Grund, warum Nelson Jara seit drei Jahren unter den Fundamenten eines Hochhauses begraben liegt. Eine angrenzende Baugrube schien ihm ursächlich für den Schaden in seiner Wohnung im 5.Stock. Mit dieser Theorie und einer Dokumentation über die tägliche Fortentwicklung des Risses wurde er beim zuständigen Architekten-Büro vorstellig. Schadenersatz forderte er und zwar nicht zu knapp, sonst würde er bei Gericht eine einstweilige Verfügung für einen Baustopp erwirken. Die Architekten versuchten es mit einer Verzögerungstaktik, doch Jara blieb penetrant am Ball. Dann war er tot. [...]
direkt zum Buch Claudia Piñeiro: Der Riss auf deutsch erschienen: 2011
Chamäleon Cachovon
Alles ist wie ausgelöscht, als der Journalist Manuel Carraspique nach einem schweren Verkehrsunfall aus dem Koma erwacht. Man hat ihn ins Krankenhaus eines argentinischen Provinznestes gebracht, wo er, ans Krankenbett gefesselt, vor sich hin deliriert. Bis er begreift, wer im Bett neben ihm liegt: ein bis zur Unkenntlichkeit entstellter indianischer Exorzist, der im Wahn seine Familie niedergemetzelt haben soll. Manuel wittert die Story seines Lebens und bringt seinen Bettnachbarn zum Reden. Haarsträubendes kommt ans Licht, und immer wieder fällt der Name »Cacho« - ein Priester, ein Dealer, ein während der Diktatur gefürchteter General? Ein atemberaubendes Verwirrspiel nimmt seinen Lauf, bei dem die Grenzen zwischen Erinnern und Vergessen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verwischen drohen. [...]
direkt zum Buch Raúl Argemí: Chamäleon Cacho auf deutsch erschienen: 2008
Unter dieser furchterregenden Sonnevon
Cetarti versinkt im Nichts. Ohne Arbeit und Plan verbringt er seine Tage kiffend vor dem Fernseher und schaut mit Vorliebe Tierfilme über kannibalische Riesenkraken und militärhistorische Dokumentationen im Discovery Channel. Der Anruf eines Unbekannten reißt ihn jäh aus seiner Lethargie. Seine Mutter und sein Bruder seien erschossen worden, er solle sich um die Leichen kümmern. Eher unwillig und mit genügend Dope in der Tasche macht er sich in das abgelegene Provinzdorf im Chaco auf. Lapachito ist ein finsterer Ort, wo die Häuser immer tiefer im Schlamm versinken und eine grelle, furchterregende Sonne die Menschen in den Wahnsinn treibt. Für Cetarti – und den Leser – beginnt ein halluzinogener Horrortrip in eine surreale Welt, in der es von giftigen Insekten wimmelt und die Menschen sich wie Raubtiere verhalten. Entführungen, Erpressungen und Erniedrigungen sind hier so selbstverständlich wie das Basteln an Modellen von Langstreckenbombern, Fastfood und Kabelfernsehen. Obwohl der Roman mit einem Zweifachmord plus Suizid des Täters beginnt, Entführungen, Versicherungsbetrug, Drogen- und Kindesmissbrauch (zumindest in Andeutungen) vorkommen, kann man Unter dieser furchterregenden Sonne kaum als Kriminalroman, geschweige denn Thriller bezeichnen. Eine fiebrige Studie in wahrhafter Trostlosigkeit trifft es eher. Javier Certati verbringt seine Tage (und Nächte?) Marihuana rauchend vorm Fernseher. Sein größtes Faible sind Dokumentationen über Riesenkraken. Eines Tages werden sein Bruder und seine Mutter von deren Lebensgefährten erschossen, der daraufhin Selbstmord begeht. Certati reist nach Lapachito, jenem Ort an dem einem der "Geruch von Scheiße" ins Gesicht schlägt, sobald man ihn erreicht. Er identifiziert die Toten, lernt den zwielichtigen Duarte kennen, mit dem er die Versicherung um die ausstehende Lebensversicherung betrügt. Könnte zumindest so sein, denn wirklich kümmert es Certati nicht, ob ein Betrug vorliegt, oder ob er selbst der einzige Betrogene ist, dem Duarte einen Großteil des Geldes vor der Nase wegschnappt. [...]
direkt zum Buch Carlos Busqued: Unter dieser furchterregenden Sonne auf deutsch erschienen: 2010
Kamtschatkavon
Buenos Aires, kurz nach dem Militärputsch 1976. Ein regimekritischer Anwalt muss mit seiner Familie untertauchen. Was für die Eltern lebensgefährliche Notwendigkeit ist, wird für die beiden Söhne zum grandiosen Abenteuer. Bedrohung und Spiel, Familie und Diktatur bestimmen die Welt der Jungen. Nicht der blutige Putsch steht im Mittelpunkt des Romans, sondern die Veränderungen, die sich für die Familie in der Diktatur ergeben. Ein Strategiespiel wird für den Jungen und seinen Vater zum Sinnbild der eigenen Lage - wenn das kleine Land Kamtschatka sich erfolgreich gegen die Übermacht seiner Feinde verteidigt. [...]
direkt zum Buch Marcelo Figueras: Kamtschatka auf deutsch erschienen: 2006
Das Lied von Leben und Todvon
Argentinien, 1984. Pat Finnegan versteckt sich mit ihrer kleinen Tochter Miranda in einem Dorf in Patagonien vor einer mysteriösen Gefahr. Durch Zufall treffen die beiden auf Teo, einen Sprengmeister aus Buenos Aires, der sich unsterblich in Pat verliebt. Die beiden werden ein Paar, doch allmählich beginnt Teo an Pats Geschichte zu zweifeln. Ist Mirandas Vater wirklich tot, wie sie behauptet? Wovor genau ist Pat auf der Flucht? [...]
direkt zum Buch Marcelo Figueras: Das Lied von Leben und Tod auf deutsch erschienen: 2008
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