Der Schatten des Schattens von Paco Ignacio Taibo II

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1986 unter dem Titel Sombra de la sombra, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei Assoz. A.
Ort & Zeit der Handlung: Mexiko, 1910 - 1929.

  • Mexiko: Fascículos Planeta, 1986 unter dem Titel Sombra de la sombra. ISBN: 9684060092. 253 Seiten.
  • Berlin; Hamburg: Assoz. A, 2010. Übersetzt von Harry Stürmer. ISBN: 978-3935936637. 228 Seiten.

'Der Schatten des Schattens' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mexiko 1922: Der Journalist Pioquinto Manterola, der Chinese Tomas Wong, der Dichter Fermin Valencia und der Anwalt Alberto Verdugo geraten durch Zufall einem Komplott von Armeegenerälen, Ölförderfirmen und US-Senatoren auf die Spur. Eine wilde Hetzjagd beginnt. Taibos Roman erweckt die frühen 1920er Jahre in Mexiko zum Leben, brodelnde Jahre des Übergangs, in denen der Geist Zapatas und Villas noch spürbar ist und streikende Arbeiter, Anarchisten und Gewerkschafter gegen korrupte Politiker, machthungrige Offiziere und Pistoleros kämpfen. Einmal mehr erweist sich der Autor als Chronist der Stadt Mexiko, jener turbulenten und chaotischen Metropole, in der sich das Reale mit dem Irrealen vermischt.

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Cthulhu zu »Paco Ignacio Taibo II: Der Schatten des Schattens« 09.08.2010
Das Buch ist atmosphärisch so dicht geschrieben, dass man sich wirklich in die Zeit Mexikos der 20er Jahre des letzten Jh. zurückversetzt fühlt. Da ist Farbe drin, Situationskomik und die Pistolen knattern nicht zu knapp aus allen Ecken. Und die vier Dominospielenden Hauptprotagonisten wachsen einem nach ein paar Seiten so ans Herz, als wären sie alte Freunde und Bekannte.

Die letzten paar Sätze als Stilprobe:

"Schade, dass ihr Freund San Vicente Domino nicht mag, er ist mir gerade sympathisch geworden", sagte Verdugo, auf dessen Steine der Schatten seiner Hutkrempe fiel.
"El ist wiedel im Untelglund untelwegs und will eine Zeitung olganisielen. Ich soll ihnen allen abel eine Umalmung von ihm auslichten", sagte Tomas Wong und legte den 2-er/3-er an. "Andels als ich hat el die Affinität zwischen Analchismus und Domino leidel noch nicht velstanden."
"Und sie, Dichter, haben sie schon das Dankesschreiben gelesen, das uns der Präsident der Republik geschickt hat? Es steckt in meiner Jackentasche, da hinten am Kleiderhaken."
"Manterola, ich drücke mich nur ungern prosaisch aus, aber der Präsident der Republik könnte mir, wenn er nicht einarmig wäre, beidhändig einen runterholen."
"Wir leben in einem gottverdammten Land, meine Herren", seufzte Manterola, wobei er sich an der hinter dem Ohr hervorkriechenden Narbe kratzte und umsichtig den Doppel-Dreier ausspielte.

Einfach herrlich, das Buch!
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