Tote essen keinen Döner von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2008 bei dtv.
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München: dtv, 2008.
ISBN:
978-3423210546. 240 Seiten.
'Tote essen keinen Döner' ist erschienen als
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In Kürze:
Die Engins ziehen in die sehr günstige Wohnung eines Kollegen, der diese verlässt, weil er seinen Nachbarn, einen faschistischen Skinhead, nicht länger ertragen kann. Doch schon am Umzugstag erleben die Engins eine böse Überraschung: besagter Nachbar liegt ermordet im Keller. Osman hat sofort seinen linksradikalen Sohn Mehmet im Verdacht, doch der hat ein Alibi. Nun ist Mördersuche auf Osman´sche Art angesagt.
Osman Engin, 1960 in der Türkei geboren, seit 1973 in Deutschland, gilt mittlerweile als einer der interessantesten Satiriker hierzulande, Kritiker nennen ihn einen deutsch-türkischen Kishon. Über »Don Osman«, türkischer Familienvater mit ganz alltäglichen Problemen mit seinen aufmüpfigen Kindern, seiner diktatorischen Frau und den deutschen »Eingeborenen«, hat Engin bereits einige Romane und Geschichten verfasst. In Tote essen keinen Döner wird sein eigentümlicher Held erstmals zu einem osmanischen Sherlock Holmes, der mit geballtem Krimiwissen aus Derrick und »Colambo« – Engin umgeht mit konsequenter Eindeutschung jeden Anglizismus – seinen ersten Fall zu lösen hat. Direkt vor neuen Haustür.
Der Einzug geht gründlichst schief. Erst verwechseln die Engins eine Urne mit einem Pfefferstreuer – statt Asche aufs Haupt rieselt Asche aufs Brötchen -, dann entdecken sie in ihrem Keller die Leiche des Nachbarn, ein Skinhead, den Don Osmans linker Sohn Mehmet schon lange auf dem Kieker hatte. Der Name des Toten: passenderweise Adolf. Und schon stecken die Engins mitten drin im Schlamassel, wie Mehment treffend zusammenfasst:
»Das fängt ja gut an, es sieht so aus, als hätte die neue Wohnung uns gute Nachbarn beschert. Den einen haben wir gerade gemütlich vernascht, und der zweite liegt gleich neben der Tiefkühltruhe. Ich glaube, so schnell werden wir nicht verhungern.«
Um unangenehmen Befragungen durch die Polizei zu entgehen (»die stecken uns in die Folterkammer«, befürchtet Don Osmans Frau Eminanim), macht sich der ehrwürdige Familienvater selbst auf die Suche nach Motiv und Mörder – und benutzt dabei sein gesammeltes Wissen aus diversen Krimi-Fernsehserien und Kriminalromanen, die er bisher gelesen hat. Was folgt, ist eine putzmuntere Verkettung ungewöhnlichster Aufeinandertreffen mit teils absurdester Situationskomik:
»Bitte, bitt, bring mich nicht um!«, flehe ich ihn an und werfe mich zu seinen Füßen.
Igitt, ein Transvestit! Der Killer ist ein Transvestit! Er läuft mit schäbigen Frauenschuhen herum.
»Ich habe mit der ganzen Geschichte nichts zu tun! Lassen Sie mich gehen! Ich wollte hier nur ein paar Pornohefte angucken. Ich bin nämlich schon seit fünfundzwanzig Jahren verheiratet, wissen Sie?«
»Du ekelhaftes, perverses Schwein!«
»Das mag ja sein, aber bitte, bitte, bringen Sie mich nicht um!« [...]
»Osman, steh doch endlich au, du Idiot!«, kreischt der Transvestit, der aussieht, wie Eminanim. Es gibt Transen, die haben Marlene Dietrich zum Vorbild, andere Märilyn Monro oder Zarah Leander. Aber Eminanim als Vorbild? Nein – das ist wirklich Eminamim!
Tote essen keinen Döner ist natürlich kein bierernst zu nehmender Kriminalroman, vielmehr eine Zeitbombe für leicht peinliche Lesesituationen. Ein Lacher pro Seite ist garantiert, zählt man die politisch unkorrekten und die bösartigen Pointen dazu, werden´s schnell zwei bis drei. Wenn Sie also nicht davor zuschrecken, in Bus oder Bahn lauthals in Lachen auszubrechen, ist der erste Fall für Don Osman genau das richtige für Sie. Flott geschrieben, kluge Dialoge und das alles für uns »Eingeborene« aus einer ein wenig fremdartigen, dennoch ungemein liebenswerten Perspektive. Mehr davon – mit alles!
Lars Schafft, Januar 2008
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| morus64 zu »Osman Engin: Tote essen keinen Döner« | 22.03.2010 |
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| martina lieberg zu »Osman Engin: Tote essen keinen Döner« | 07.02.2008 |
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