Der Fengshui-Detektiv von Nury Vittachi

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel The Feng Shui Detective, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Unionsverlag.
Ort & Zeit der Handlung: Singapur, 1990 - 2009.
Folge 1 der C.F.-Wong-und-Jo-McQuinnie-Serie.

  • Hongkong: Chameleon Press, 2000 unter dem Titel The Feng Shui Detective. 256 Seiten.
  • New York: Thomas Dunne Books, 2004. 279 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 2003. Übersetzt von Ursula Ballin. ISBN: 3293202640. 256 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2007. Gesprochen von Inga Reuters & Robert Missler Bernd Stephan. ISBN: 3833712023. 4 CDs.

'Der Fengshui-Detektiv' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Nur aus Gefälligkeit nimmt der Fengshui-Meister C.F. Wong die siebzehnjährige Australierin Jo als Praktikantin in seinem Fengshui-Büro in Singapur. Aber dass Jo nicht mit ein wenig Ablage zufrieden zu stellen ist, damit hat er nicht gerechnet. Ebenso überraschend stellt sich heraus, dass bei seinen Aufträgen jeweils mehr hinter dem schlechten Fengshui steckt . Trotz aller Missverständnisse werden die vorlaute Jo und der mürrische Wong ein unschlagbares Team. Mit britischem Humor, asiatischer Philosophie und gesundem Menschenverstand wenden die beiden auch noch das schlechteste Fengshui zum Guten.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ungewohnt, exotisch, bunt und scharf« 82°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Krimi-Couch-Volltreffer September 2003

Fengshui ist Hokuspokus. Widerspricht jeglichem rationalen (westlichen) Denken. Wie sollte ein Vertreter dieser Kunst schon knifflige Rätsel und Verbrechen durch reine Logik lösen können? Und schauen Sie sich nur den Autor an – Krimis soll dieser schrille Clown schreiben? Solche, die auch noch in Südostasien spielen?

Lassen Sie sich nicht durch diese Vorurteile aufs Glatteis führen. Es sei denn, Sie finden einen besseren Zeitvertreib als die ersten neun, amüsant wie intelligenten Fälle des Fengshui-Detektivs C.F. Wong – und das wird Ihnen schwer fallen!

Der chinesische Fengshui-Experte ist ein Meister seines Fachs

C.F. Wong, im Stadtstaat Singapur ansässiger Chinese ist ein Meister seines Fachs. In Fengshui macht ihm so leicht keiner etwas vor. So gut ist er, dass er von der reinen Beurteilung von Räumen, Gebäuden und Parks nach fernöstlichen Regeln leben kann. Ganz so rosig geht es seinem Mini-Unternehmen nun dann doch nicht, als dass er umhinkommt, die 17-jährige Australierin Jo(yce) McQuinnie als Praktikantin einzustellen. Vitamin B ist auch im fernen Asien kein Fremdwort. Allem Anschein nach hat der weise Chinese sich damit aber keinen Gefallen getan.

»Ich dann also: \'Na, wie soll ich subito zu ´ner Fäng-schuh-i-Fachfrau werden oder was?\' Mein Papi dann: \'Mein Kumpel Mr. Pun hat da ´nen echten Fäng-schu-i-Meister an der Hand, bei dem kannst du drei Monate jobben.\' Ich dann wieder: \'Boh ey!\'«

Wong machte große Augen.

Der Autor der »Gesammelten Sprüche östlicher Weisheit« bekommt ein Küken ins Nest gesetzt. Und ein schrecklich buntes, das dazu noch »redete wie ein Wasserfall – doch in welcher Sprache nur?« Zugegeben: Die beiden geben ein merkwürdiges Paar ab. Der eher wortkarge, bedächtige, ruhige kleine Chinese und auf der anderen Seite das aufgedrehte Riesen-Giirlie von down under, gegen das jeder MTV-Videojockey antiquiert wirkt eine Schwarz-Weiß-Miss-Marple in einem grellen Comic. C.F. Wong und Jo McQuinnie sind mit Sicherheit das am besten unterhaltendste Detektiv-Duo seit Holmes und Watson.

Das am besten unterhaltendste Detektiv-Duo seit Holmes und Watson

Tatsächlich ist dieser Vergleich gar nicht mal so weit hergeholt. Leider wird die Nähe des Fengshui-Meisters zum großen Meisterdetektiv in der deutschen Betitelung der Geschichten nicht gar so deutlich wie im englischsprachigen Original, wo die erste Story doch glatt »Scarlet in a study« heißt – Holmes´ erster Auftritt war in »A Study in Scarlet« (Eine Studie in Scharlachrot). Dieser Nury Vittachi ist eben ein Schelm, der sich an dem Buffet klassischer Krimis reichlich bedient und mit diesen Zutaten ein typisch asiatisches Gericht zubereitet: ungewohnt, exotisch, bunt und scharf.

Ob in der indischen Hauptstadt Delhi, in Hong Kong, im malaysischen Dschungel oder in der Redaktion eines Singapurer In-Magazins – Wong und Jo klären die ungewöhnlichsten Fälle an den ungewöhnlichsten Orten. Mal geht es um lupenreinen Immobilienbetrug, mal um das Ableben zweier Zoo-Besitzer durch – ausgerechnet – die eigenen Löwen. Was nur zu sehr nach einem gut bezahlten Auftrag für den Fengshui-Experten nebst Praktikantin aussieht, entpuppt sich bald als harte und meist auch gar nicht mal so ungefährliche Nuss. Und für beide Seiten durchaus überraschend: Der Clash of Cultures, das Aufeinanderprallen asiatischer und westlicher Mentalität jeweils in Reinstform, erweist sich sowohl für die junge Australierin, die viel zu sehen, hören und zu lernen bekommt, als auch für den introvertierten C.F. Wong als gewinnbringend. Nebenbei bemerkt: auch für den Leser. Die Missverständnisse der ungleichen Partner sind urkomisch und nicht nur dann, wenn Wong versucht, von Joyce aufgeschnappte Redewendungen anzuwenden (»Handtuch zerschmissen«).

Urkomische Missverständnisse zwischen Wong und Joyce

Schliddern der Fengshui-Meister und seine Schülerin schließlich mal nicht von selbst in einen Fall, gibt es immer noch die »Mystiker«, die die beiden auf Trapp halten. Die Mystiker, zu denen neben Wong ein Astrologe, eine Wahrsagerin und auch ein Polizist gehören, bilden eine Art illustren Stammtisch, bei dem sie gerne die neusten Fälle von Superintendent Tan besprechen. C.F. Wong beweist sich an dieser Stelle ganz im Stile eines Dr. Gideon Fell (siehe John Dickson Carr) als brillanter Kriminalist, der nichtmals am Tatort gewesen sein muss, um die Lösung seinem verdutzten Publikum zu präsentieren.

Neun abwechslungreiche Geschichten, eine interessanter als die andere, zusammengefasst zum ersten Buch über den Fengshui-Detektiv, sind erfreulicherweise wieder ein Grund, dem Unionsverlag für seine metro-Reihe zu gratulieren. Mit der Entdeckung Nury Vittachis für den deutschsprachigen Krimimarkt unterstreicht Herausgeber Thomas Wörtche eindrucksvoll, warum die metro-Romane zum innovativsten gehören, was derzeit in den Regalen auf den Leser wartet. Horizonterweiterung gepaart mit blendender Krimi-Unterhaltung – wir freuen uns auf auf weitere Fälle von C.F. Wong und Jo McQuinnie!

Das meinen andere:

»Die neueste und heißeste Krimisensation von London bis Melbourne ist das Detektivpaar C.F. Wong und Jo McQuinnie.« (Herald Sun)

Ihre Meinung zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv«

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vifu zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 04.11.2012
Schöner Lesestoff für gemütliche Abende! Eigentlich sind die einzelnen Kapitel ja Kurzgeschichten. Das schmälert das Vergnügen der Begegnung zwischen Ost und West aber überhaupt nicht. Der Geomant mit der australischen Assistentin lösen, neben Fengshui-Aufgaben, mal eben so die asiatischen Alltagskriminalfälle mit Witz und Selbstironie. Bekommt von mir 80° für die nette Unterhaltung!
Krimi-Tina zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 19.01.2010
C. F. Wong, ehrwürdiger Geomant in Singapur bekommt wider Willen eine Praktikantin aufs Auge gedrückt, die saloppe, burschikose und gänzlich unehrfürchtige Australierin Jo Queenie. Das ungleiche Duo erlebt in der Folge einige merkwürdige Dinge, die mit klassischem Feng Shui nicht immer zu tun haben.
Der Fengshui Detektiv ist kein Krimi. Es geht zwar im weiteren Sinne um die Aufdeckung von Verbrechen, aber es handelt sich um eine Sammlung einzelner Episoden, die in keinem Zusammenhang stehen. Die Methoden zur Aufklärung der Fälle sind naturgemäß ungewöhnlich, aber so erfolgreich dass selbst ein Superintendent der Singapurer Polizei sich gerne von Meister Wong und seinen Freunden (ein Astrologe und eine Wahrsagerin!) unter die Arme greifen lässt.
Die Auflösungen sind auch nicht unbedingt sehr stringent und lassen viel Fragen offen ( z. B. warum wurde den der Chefkoch nun ermordet und was passiert mit Mr. Tambi) .
Das alles macht aber überhaupt nichts. So liebevoll gezeichnet sind die Charaktere, so humorvoll ausgeführt die Episoden, so lebendig Länder und Leute (man kommt ziemlich herum im ferne Osten, nicht alles spielt in Singapur), dass man glaubt mittendrin zu stecken. Und sich einfach an den Geschichten und den ewigen Missverständnissen zwischen Mr. Wong und seiner Assistentin erfreut.
Wunderbares Buch, die Fortsetzungen müssen her. Das kann nur gutes Chi geben.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
tassieteufel zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 12.01.2010
C.F. Wong ist Fengshui-Meister in Singapure, sein geschäft läuft ganz gut, daher ist er zunächst nicht sehr begeistert, als er einem Geschäftsfreund zuliebe Joey McQuinnie als Praktikantin einstellen soll, und tatsächlich könnte der Unterschied zwischen dem alten Chinesen und der 17 jährigen Australierin kaum größer sein. Die Lebensauffassungen der Beiden könnten
unterschiedlicher kaum sein und bereits die Kommuniaktion zwischen Jo und C.F. gestaltet sich auf Grund von umgangssprachlichen Barrieren recht schwierig. Aus dieser Situation ergeben
sich allerdings diverse urkomische Szenen, die mich häufig zum Schmunzeln brachten.
In 9 kurzweiligen Geschichten geraten Jo und Meister Wong in einige verzwickte Situationen, eigentlich sind es immer Fengshui-Aufträge zu denen der Meister gerufen wird, doch im Laufe von Wongs Nachforschungen stellt sich heraus, das neben falschem Fengshiu fast immer
kriminelle Aktivitäten stecken. Bei der Lösung der Fälle kommt zu Gute, das die beiden Ermittler aus völlig unterschiedlichen Blickwinkeln an die Sache herangehen u. so letztendlich zur
Lösung kommen. Abgerundet wird das Ganze durch wirklich exotische Schauplätze, ob in Dehli einem vitnamesischen Kloster oder in Singapure, läßt man sich darauf ein, kann man als Leser in diese Orte eintauchen und das fernöstliche Flair genießen. Ganz nebenbei erhält man auch
noch Einblick in die Materie des Fengshui.

Fazit: amüsant und unterhaltsam, macht neugierig auf den Rest der Reihe, allerdings kein Krimi wie man ihn gemeinhin erwartet.
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K.-G. Beck-Ewe zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 12.08.2009
Ein wunderbarer Einstieg in die Reihe in dem man wesentlich mehr über die Grundlagen des Fengshui erfährt, als dies in den neueren Werken der Fall ist – wobei der Autor wohl davon ausgeht, dass sein Publikum fleißig selbst lernt. ;-) Die Charaktere – auch die, die nur in einzelnen Geschichten auftauchen – sind glaubwürdig und plastisch dargestellt und der global wirkende Humor macht das Lesen insgesamt zu einer wahren Freude, wobei es allerdings aus der Sicht der Übersetzung und Edition dringend einen Bedarf an Fußnoten gibt – die vorhandenen Endnoten sind eher unzureichend und nicht immer notwendig. Dafür sind die Wortwitze auf der Grundlage von englischen und chinesischen Begriffen in einer deutschen Übersetzung nur den Leserinnen und Lesern nachvollziehbar, die ein wenig Chinesisch und Englisch verstehen (z.B. „young“ – „Yang“). Hier sollte man bei einer Neuauflage eventuell noch einmal nachbessern.
wampy zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 25.12.2008
Der Fengshui-Detektiv ist eine gelungene Sammlung von Kurzgeschichten, die durch ihren Wortwitz überzeugen. Das Aufeinandertreffen des Meisters mit dem australischen Teenie führt auch zu einer Reihe von Ereignissen voller Situationskomik. Die Fälle als solche sind eher nebensächlich. Trotzdem ein gelungenes Buch.
Marion zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 14.05.2007
Herr Vittachi trifft mit seinen kurzgeschichten humortechnisch ganz genau meine linie (grosse plus natürlich an die übersetzerin, die hier sicherlich keinen leichten, aber erstklassigen job geleistet hat). natürlich: die "krimis" sind vernachlässigbar ... da ist ja nicht wirklich was dahinter, aber dieser WORTWITZ!!! freue mich schon auf die weiteren bände und sprachtechnischen verwirrungen von wong und jo.
Anja S. zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 19.05.2006
Das hier sind recht nette, amuesante Kriminalgeschichtchen mit einem ungewoehnlichen Ermittlerduo, aber sie haben mich nicht vom Hocker gehauen. Kann man lesen, muss man aber nicht.
Pascal zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 28.11.2005
Leider trafen diese Geschichten überhaupt nicht meine Erwartungen. Für mich gehört in eine solche Geschichte reichlich mehr Wortwitz. Auch hätte ich mir mehr "asiatisches" gewünscht.

Der Vergleich mit dem Duo Holmes und Watson ist sehr gut getroffen. Zum einen was die Auflösung der Fälle, als auch die nüchterne Beziehung der Beiden betrifft.
irsel zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 17.05.2005
Vielfältige asiatische Prägung - das hat mir gut gefallen, ebenso die Idee, das Feng-Shui zur Lösung von Kriminalfällen heranzuziehen.Das führt auch zu verblüffenden Falllösungen. Aber dann doch manchmal auch enttäuschend, weil die Fälle mich im letzten nicht fesselten. Auch hatte ich mehr "Lokalkolorit" versprochen. Manchmal ganz witzig durch die Konfrontation von Jugendsprache der Assistentin mit dem traditionsorientierten Meister des Feng-Shui.
kue zu »Nury Vittachi: Der Fengshui-Detektiv« 04.12.2004
Herrliche kleine Geschichtchen um ein Ermittlerduo, wie ich vorher noch keines kennen gelernt habe. Die Kombination östlicher Weisheit mit Girlie-Power hat etwas sehr reizendes... Gerade durch den Gebrauch der Sprache in einem kulturellen Melting Pot wie Singapur zeichnet sich diese Sammlung von Kurzgeschichten aus. Dabei sind einige Fälle sehr raffiniert, andere hingegen ziemlich einfach aufgebaut. Durch Feng Shui oder irgendwelchen Hokuspokus werden die Fälle dabei auf gar keinen Fall gelöst. Meine Wertung liegt ein wenig unter der KC-Wertung...
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