Allein mit deinem Mörder von Nicole Drawer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 bei Droemer Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Hamburg, 1990 - 2009.
Folge 1 der Johanna-Jensen-Serie.

  • München: Droemer Knaur, 2003. 381 Seiten.
  • München: Knaur, 2004. 382 Seiten.

'Allein mit deinem Mörder' ist erschienen als

In Kürze:

Ein Serienkiller geht um. Seine Opfer: attraktive, junge Frauen. Alarmstufe Rot bei der Hamburger SOKO, denn es gibt keine Zeugen, keine Beweise und kein Motiv für die Morde. Erst als Psychologin Johanna Jensen zu den Ermittlungen hinzugezogen wird, gibt es eine heiße Spur – bis ein Kollege spurlos verschwindet und ein makabres Lebenszeichen das Schlimmste befürchten lässt …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Bisschen zu viel des Guten« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Dr. Johanna Jensen arbeitet als Poilzeipsychologin und kümmert sich um die Probleme von Hamburgs Polizisten. Während sie auf ihren ersten großen »Einsatz« wartet, geht sie zunehmend frustierter ihrem Job nach, denn die Hilfestellung bei Alkohol-, Drogen- und Eheproblemen ist nicht das, was sie sich von ihrem Beruf erwartet hat. Schließlich war sie zwei Jahre zur Ausbildung in forensischer Psychologie beim FBI. Das sich nebenbei ihre Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Stefan aufzulösen scheint und das Verhalten ihrer Mutter ihr gegenüber zunehmend negativer wird, verbessert die Stimmungslage keineswegs.

Als eines Samstag früh morgens Markus, ein mit ihr eng befreundeter Polizist, anruft und sie bittet, dringend ins Präsidium zu kommen, ahnt sie, dass die von ihr erhoffte Chance in greifbare Nähe rückt. Ein Serienmörder, der bereits zwei Frauen umgebracht hat, hält seit kurzem die Kripo auf Trapp. Nun sind zwei weitere Morde geschehen und angesichts des mangelnden Erfolges bei den bisherigen Ermittlungen beschließt Martens, Leiter des Landeskriminalamtes, eine Psychologin in den Fall mit einzubeziehen. Dies sorgt für reichlich Konfliktpotential, denn der charismatische Leiter der Hamburger Kripo, Sven Dieckmann, hält nicht nur nichts von Psychologen sondern ist auch keineswegs begeistert, dass ihm Johanna vor die Nase gesetzt wird. Die Abneigung besteht sehr schnell auf Gegenseitigkeit, was den Fortschritt der Untersuchung naturgemäß nicht fördert.

Die Ermittlungen treten auf der Stelle: Zwischen den Frauen gab es ausser ihrem auffällig gutem Aussehen keine Gemeinsamkeiten, sieht man davon ab, dass deren Leichen alle an Orten gefunden wurden, die tagsüber stark frequentiert sind. Äußerlich sind die Frauen unversehrt, sie wurden zudem weder vergewaltigt noch beraubt. Erst langsam erkennt Johanna, dass es dem Täter gar nicht um die Frauen geht, sondern dass er die Polizei selbst herausfordern will. Offensichtlich ist in seiner Vergangenheit etwas furchtbar schief gegangen, wofür er der Polizei die Schuld gibt. Als wenig später ein ehemaliger Straftäter als Verdächtiger festgenommen wird, ist der wahre Mörder »enttäuscht« und beschließt den Einsatz zu erhöhen. Kurz darauf wird Markus entführt …

Nicole Drawer arbeitet hauptberuflich als Kriminalhauptkommissarin und so verwundert es kaum, dass sie den Polizeialltag und die Ermittlungen mit großer Detailliebe beschreibt. Ebenso werden die Hauptfiguren charakterlich hervorragend gezeichnet, wobei man bei der Figur der Johanna, die ihr eigenes Leben schon nicht in den Griff bekommt, sich fragen muss, ob eine solche Person jemals von der Polizei um Hilfe gebeten würde. Dieckmann, Markus und einige andere Personen werden ebenfalls anschaulich dargestellt und selbst der Täter kommt durch gelegentlich eingestreute Szenen »zu Wort« und gibt »erste Hinweise«.

Was hier allerdings atmosphärisch dicht und mit diversen »Nebenkriegsschauplätzen« (Freund Stefan, Differenzen zwischen Johanna und Dieckmann, neuer Freund? etc.) angereichert wird, ist letztendlich für meinen Geschmack ein bißchen zu viel des Guten, da somit die eigentliche Story auf den ersten 200 Seiten nur schleppend an Fahrt gewinnt. Wünschenswert wäre gewesen genauer aufzuzeigen, wie der Fall selber gelöst wird. Die Ermittlungen verlaufen viel zu lange ins Nichts und nur die Hinweise des Täters selber führen langsam aber sicher dazu, dass Johanna die Beweggründe versteht und damit die Identität der gesuchten Person entschlüsselt. Was dem Leser dann aber nach gut 350 durchaus kurzweilig geschriebenen Seiten als Auflösung des Falles präsentiert wird verdirbt einem nachträglich den zunächst positiven Eindruck. Kann man das Motiv als solches noch nachvollziehen, so ist die daraus resultierende Handlungsweise des Täters (der Mord an den vier Frauen) aus meiner Sicht schlichtweg absurd, zumindest aber sehr unstimmig. Und über den (»Sudden-Death«-) Showdown hüllen wir an dieser Stelle lieber gleich den Mantel des Schweigens …

Wem die Zeichnung der Charaktere und deren zwischenmenschliche Probleme sowie die detailliert beschriebene Polizeiarbeit wichtiger ist als ein bis zum letzten Detail durchdachter Plot, kann hier durchaus zugreifen. Alle anderen Leser warten auf das zweite Buch der Autorin »Das Zeichen auf der Stirn«, in dem sich die Schwachstellen des hier vorgestellten Buches hoffentlich nicht wiederfinden.

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barbarella zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 09.08.2012
nicht nur, dass das "Gerüst" des Krimis sehr konstruiert wirkt - der Verlauf ist zu durchschaubar und daher spannungslos, schade! Da zerreiben sich seitenlang die 2 Protagonisten ( eine Polizeipsychologin, die ganz offensichtlich beim FBI das "profiling" nicht gelernt hat, und ein verantwortlicher Ermittler, der nicht weiterkommt und sich ausgebremst fühlt) in aufgebauschten Machtkämpfen... dazu finden sich immer wieder sinnentstellende Satzbaufehler (gab es da kein Lektorat?, und auch die Logik der Vorgehensweise bei den Ermittlungen erschließt sich nicht wirklich. Da gibt es aber reichlich Krimis in wesentlich höherer Qualität - auch deutsche!Fazit: nicht empfehlenswert.
Anja zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 16.04.2012
Ich fand das Buch am Anfang sehr gut ... Doch mittendrin hatte ich teilweise das Gefühl mich "verblättert" zu haben als ob ich die Seite schon kannte aber wenn man weiter liest merkt man schnell das hier nur öfters die gleiche Satzstellung verwendet wird. Ich fand die Geschichte im großen und ganzen gut doch wenn man das Buch gelesen hat und noch einen Moment darüber nachdenkt kommen viele Fragen auf. Die Geschichte wurde am Anfang sehr detailliert angefangen und wie ich fide am Ende sehr lieblos abgebrochen. Zb. Was passiert mit Stefan? Kommen Jo und Johanna zusammen? Hat sie den Kontakt zur Mutter für immer abgebrochen? Oder warum beschreibt die Autorin nicht wie Markus und Flo sich wieder sehen? Das richtige Ende fehlt mir! Sonst ist das Buch flüssig zu lesen.
Gertrud Roell zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 12.10.2011
Ich kann nur sagen,SUPER, auch ich lese sehr viel und nur Krimis oder Thriller.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen habe es auf dem Flohmarkt gefunden und hoffe, dass ich ganz schnell die anderen Bücher bekomme in der Hoffnug, dass Johanna und Sven zusammen kommen.
Ich finde es gut wenn in einem Krimi auch etwas Spannung in Sachen ,,,Liebe,, dabei ist..
Das Buch hat mich etwas erinnert an meinen Lieblingsautor ,,Andreas Franz,, der leider viel zu früh verstorben ist...
Anne zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 25.08.2009
also ich muss leider sagen, dass ich das buch überhaupt nicht gut fand. ich lese unheimlich viel und vorallem krimis aber die geschichte war einfach nur schlecht geschrieben. voller klischeès und einfach langweilig geschrieben. mit unglaublich viellen wiederholungen. das buch ist nicht nur sehr autobiographisch man kommt auch in den verdacht das sie unglaubliche probleme mit sich selbst hat. ich habe dieses buch nur zu ende gelesen weil ich jedes buch zu ende lese. auf jeden fall ist es das schlechteste buch was ich je gelesen habe. wenn ich ein gutes buch empfehlen kann dann "Der Tempel" von Matthew Reilly.
antoenchen123 zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 30.08.2008
Mit diesem Buch beweist die Autorin, das es nicht nur den amerikanischen Kollegen vorbehalten ist super spannende Bücher zu schreiben. Die Spannung wird bis zum Schluß aufrecht erhalten, man erfährt erst auf den letzten Seiten wer der Mörder ist. Toll, ich werde mehr von der Autorin lesen ! Freue mich auf ihre anderen Bücher !
silke zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 30.03.2008
Mir hat das Buch sehr gut gefallen.Gut geschrieben,flüssig zu lesen und auch viel Spannung.Die Personen waren nicht alle sympatisch,aber das will ich ja auch gar nicht haben.Nun freue ich mich auf das nächste Buch von ihr.
Bernd B. zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 09.11.2007
Bisher war ich von all ihren Büchern begeistert, und ich bin sicher, dass
die nächsten ebenfalls so gut werden.
Ich möchte hier aber auch festhalten, dass ich den Kritikern nicht folgen kann, die der Autorin vorwerfen, sie schweife teilweise zu sehr ab. Ist es nicht genau das, was ihre Bücher so lesenswert und interessant macht?
Ich meine, wer lieber ein simples Krimischema wünscht, sollte Jerry Cotton lesen.
Die Leser, die Nici etwas besser oder näher kennen, verstehen gerade die gescholtenen "Abschweifungen" (oder, Natalie?)

Alles Gute, Nici
steffi zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 02.07.2007
muss man gelsen haben!!! ich hatte anfangs vorurteile gegenüber hamburg. ich bin u.a. t. gerittsen, p. cornwell u. j. hoffmann gewöhnt, gewalt und horror in amerika, viel cooler als von nebenan, dachte ich. falsch gedacht. die charaktere sind sehr sympatisch, man kann sich wunderbar in deren gefühlswelt hineinversetzen; die story bleibt trotz der detaillierten erzählweise spannend, obwohl ich manchmal gefragt habe, ob ich immer wieder zum buch greifen musste wegen der spannung oder wegen der charaktere dessen leben man einfach weiter verfolgen oder mitleben musste.
wer es nicht mag hat wohl falsche erwartungen (siehe coverbeschreibung). viel sadismus, horror oder blut kommt nämlich nicht vor. aber das brauch dieses buch auch nicht um zu fesseln.
Kirsten zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 04.03.2007
Ich habe dieses Buch und auch das zweite jeweils an einem Tag durchgelesen. Ich konnte es nicht mehr weglegen und empfehle es so an alle weiter, die gerne Krimis lesen. Ich mag an diesen Büchern, dass man viel von ihrer Arbeit mitbekommt, ihr Privatleben jedoch auch nicht zu kurz kommt.
Ich hoffe sehr, dass Nicole Drawer noch weitere Bücher über Johanna Jensen schreiben wird!!!
keno zu »Nicole Drawer: Allein mit deinem Mörder« 11.04.2006
Ich bin positiv überrascht gewesen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Es war sehr spannend.
Die Protagonistin war sympathisch und menschlich. Man konnte sich gut in sie hineinversetzen. Ich hoffe, es kommen noch weitere Bücher.

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