Venezianische Verlobung von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2006
bei Kindler.
Ort & Zeit der Handlung: Venedig, 1800 - 1869.
Folge 2 der Commissario-Tron-Serie.
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Reinbek bei Hamburg: Kindler, 2006.
ISBN:
978-3-463-40472-1. 352 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007.
ISBN:
978-3-499-23933-5. 383 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2008.
Großdruck.
ISBN:
978-3-499-33259-3. 605 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009.
ISBN:
978-3-499-25300-3. 383 Seiten.
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[Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2006.
Gesprochen von Karl Menrad.
ISBN:
3833715464. 4 CDs.
'Venezianische Verlobung' ist erschienen als
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In Kürze:
Venedig, im Oktober 1863: Commissario Tron ist vollauf damit beschäftigt, die Eheschließung mit seiner Verlobten, der schönen Principessa di Montalcino, voranzutreiben. Da kommt ihm der Fund einer Frauenleiche höchst ungelegen. Zumal sich die junge Frau als die Geliebte von Erzherzog Maximilian herausstellt, des jüngeren Bruders des Kaisers. Tron schwant nichts Gutes. Ob private Katastrophe oder politische Affäre – der Tod der Frau wird nicht ohne Konsequenzen bleiben. Erzherzog Maximilian hat sich nämlich bereit erklärt, Kaiser von Mexiko zu werden. Als weitere Morde folgen, wird deutlich, dass es Menschen gibt, die diesen Plan vereiteln möchten. Abseits der Welt der Mächtigen behält allein ein Waisenmädchen den Überblick.
Soviel ist wahr: Erzherzog Maximilian von Österreich, der Bruder des Regenten Franz Joseph I, lebt mit seiner Frau Charlotte auf Schloß Miramare bei Triest. Wir schreiben das Jahr 1863 und es gibt Pläne, dass Maximilian Kaiser von Mexiko werden soll, das derzeit vom Präsidenten Benito Juarez geführt wird, dessen Politik den konservativen katholischen Strömungen ein Dorn im Auge ist. Wir wissen, dass Maximilian 1864 tatsächlich nach Mexiko aufbricht, um dort eine Monarchie zu begründen, doch mit Sicherheit ist die von Nicolas Remin geschilderte Episode, die ihn davor noch in Venedig in eine prekären Situation zeigt, reine Fiktion. Doch möglich ist alles. Schließlich ist Sisi, Kaiserin und Schwägerin von Maximilian, auch nicht so gewesen, wie sie in den beliebten Filmen von Ernst Marischka alle Jahre wieder gezeigt wird.
Ein Commissario stochert im Nebel, der in Venedig nur allzu oft herrscht
Diese Sisi spielte im Übrigen eine Nebenrolle im ersten Band von Nicolas Remins Krimiserie, die bisher leider nur zwei Bände umfasst. Doch man darf hoffen, dass diese noch ausgebaut wird, ist doch Commissario Tron, der dem alten Adel Venedigs entstammt, eine Figur mit Potenzial. Der Palast, in dem er mit seiner Mutter lebt und der zum Teil auch untervermietet ist, wird immer baufälliger, da kein Geld für die notwendigen Reparaturen vorhanden ist. Seine Bekanntschaft mit der Principessa di Montalcino, einer erfolgreichen Geschäftsfrau und Witwe, hat sich soweit intensiviert, dass seine Mutter die eventuell herannahende Hochzeit zur Rettung der Palastruine nutzen möchte. Doch die Principessa hat ein Problem: Ihr verstorbener Mann hat in Staatsanleihen von Mexiko investiert, deren Kurse unter der Herrschaft Juarez’ im Keller sind. Eine Regentschaft Maximilians würde zumindest kurzfristig Abhilfe schaffen, so dass sie ihre Position liquidieren könnte.
Aber es gibt auch Gegner Maximilians. Stecken diese etwa hinter dem Plan, den Erzherzog in Verruf zu bringen? Commissario Tron muss sich damit befassen, als er zur Klärung eines Mordfalls herangezogen wird. Das Opfer ist eine junge Frau, die anscheinend die Geliebte Maximilans war. Tron vermutet zunächst, dass dieser als Drahtzieher hinter dem Mord steckt, doch bald darauf schwenkt er um: Neue Verdächtige sind im Spiel. Remin schickt den Leser hierhin und dorthin, so überzeugend, dass man immer glaubt, Tron hätte die Lösung nun endlich gefunden.
Gekonnte Mischung aus Fiktion und Realität
Mit einer Leichtigkeit präsentiert der Autor die historischen Details und die komplizierten politischen Verwicklungen, so dass man von großen Lesegenuss sprechen kann. Geschichte und Politik verwebt er gekonnt mit Spannung, Leidenschaft und Atmosphäre und bleibt doch weit entfernt vom Kitsch, den man vielleicht bei diesen Themen erwarten würde. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. So kann man sich auch immer wieder über das Geplänkel amüsieren, das der verarmte Adlige mit der neureichen und »neuadligen« Principessa führt. Im Vergleich zum Vorgängerband Schnee in Venedig fällt der Kriminalfall vielleicht ein wenig ab, doch die Stärken des Autors, die Figurenzeichnung und die Schilderung der Atmosphäre kommen auch hier voll zum Tragen. Fast meint man, man sei dort, in Venedig im Oktober 1863, und erlebt hautnah, was passiert, so intensiv nimmt man während des Lesens teil. Man kann gespannt sein, auf welche historische Figur der sympathische Commissario als nächstes trifft. Denn eines ist sicher: Fortsetzung ist eindeutig erwünscht, denn nach der Verlobung folgt hoffentlich die Hochzeit …
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| tassieteufel zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 09.09.2009 |
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| tedesca zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 10.08.2009 |
| anath zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 18.10.2008 |
| Larna zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 03.03.2008 |
| detno zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 28.01.2008 |
| Torsten Janssen zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 26.01.2007 |
| Fandorin zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 14.10.2006 |
| Verena zu »Nicolas Remin: Venezianische Verlobung« | 22.04.2006 |




