Der Pfad des Mörders von Nick Wilgus

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Mindfulness and Murder, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Thailand / Bangkok, 1990 - 2009.
Folge 1 der Pater-Ananda-Serie.

  • Chiang Mai: Silkworm, 2003 unter dem Titel Mindfulness and Murder. 314 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2007. Übersetzt von Miriam Gries. 314 Seiten.

'Der Pfad des Mörders' ist erschienen als

In Kürze:

Ananda war Polizeioffizier in Bangkok, bis seine Familie aus Rache grausam abgeschlachtet wurde. Nun versucht er als Mönch, seine Seelenruhe wiederzufinden. Doch die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Als auf dem Gelände des Klosters ein Junge tot aufgefunden wird, bittet der Abt Ananda, die Polizei bei ihren Ermittlungen zu unterstützen. Was Ananda herausfindet, droht das Kloster in seinen Grundfesten zu erschüttern.

Das meint Krimi-Couch.de: »Nur die Wege des Herrn sind unergründbar« 62°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Nick Wilgus war einmal Franziskanermönch. Wann und wie lange und warum jetzt nicht mehr, darüber lässt sich seine Biographie nicht aus. Jetzt lebt er mit Familie in Bangkok und das schon seit über zehn Jahren. Für eine große Tageszeitung schreibt er dort seine Artikel, Reportagen, Kolumnen. Irgendwie ist ihm neben den Kolumnen dann auch noch die Zeit geblieben, mal einen Roman zu schreiben. Hauptfigur: ein buddhistischer Mönch in Bangkok, denn die sind dort im Alltag stets präsent.

Ananda ist ein Mittvierziger, der seit acht Jahren bereits das gelbe Mönchsgewand trägt. Damit gehört er schon zu den älteren Mitgliedern des Klosters Wat Mahanat, denn bei den Buddhisten ist es durchaus üblich, dass viele Männer mal für ein Jahr oder auch nur ein paar Monate sich einem Kloster anschließen. Ananda war jedoch vor seinem Mönchsleben einmal ein Polizist, was ihn für Ermittlungen im Kloster prädestiniert, als in einem abgelegenen Waschraum ein toter Junge gefunden wird. Die Polizei selber nämlich ist in Thailand chronisch unterbesetzt und kann sich um das frühzeitige Ableben von mittellosen Straßenkindern nicht auch noch kümmern.

Falsche Mönche

Und so schleicht Ananda clever und behände durch die Tempel und Gärten des Klosters, schnüffelt in den Unterkünften und Akten der Mönche und als ganz nebenbei ein Mönch mit dem passenden Namen Banditto vermisst wird, scheint schnell ein Verantwortlicher für den Mord gefunden. Doch Pustekuchen! Es tauchen andere Indizien auf, die allesamt nicht auf Banditto weisen. Ein ranghoher Polizist sponsert offenbar das Hilfsprogramm für obdachlose Jungen, in dem auch der Tote war. Dieser Polizist hat vier falsche Mönche in das Kloster gebracht, um den Gerüchten nachzugehen, im Umfeld des Klosters werde mit Drogen gehandelt. Und je weiter der Mönch bohrt, desto mehr verdichten sich die Anzeichen dafür. Aber wer ist der Drahtzieher? Mindestens ein Mönch spielt hier ein falsches Spiel.

Der Pfad des Mörders ist ein solider Whodunit. Er ist sehr geradlinig erzählt und bietet bei wenigen Wendungen auch nur wenig Überraschungen. Was diese Erzählung jedoch sehr liebenswürdig macht, sind die guten und treffsicheren Beobachtungen aus dem Alltag der Mönche in Thailand. Besonders zu gefallen weiß die Stelle, an der Ananda zugunsten einer jungen Mutter mit Kind auf einen für Mönche reservierten Sitz im Bus verzichten will. Aber auch sonst ist das Aufeinandertreffen frommer Traditionen und hektischer Moderne immer wieder ein Pluspunkt für einen ansonsten recht farblosen Roman.

Mit einer Hauptfigur, die mal fromm und weise, mal aber auch impulsiv und jähzornig ist, tut sich der Autor zunächst offenbar schwer, einen in allen Situationen überzeugenden Charakter zu zeichnen. Erst als er gegen Ende ein von Ananda gut gehütetes Geheimnis verrät, gelingt ihm ein stimmiger Bogen. Ein Vergleich zu anderen ermittelnden Mönchen darf nicht gezogen werden. So ist beispielsweise Chestertons Father Brown zu cozy, Ecos William von Baskerville lebte im Mittelalter und Eliot Pattisons Shan, der immerhin mit Buddhisten durch Tibet zieht, setzt auf Mystik und das Panorama des abgelegenen Hochgebirges. Ananda ist ein Mönch, fest verankert in der Gegenwart, in einem Klosteralltag der mit moderner Büroführung kämpft und dessen Regeln sich technischen Neuerungen anpassen müssen. Allein durch den stellenweise aufkommenden, spitzbübischen Humor verdienen Autor und Roman beachtet zu werden.

Thomas Kürten, Januar 2008

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NickSch zu »Nick Wilgus: Der Pfad des Mörders« 20.05.2008
Das es ein Muttertagsgeschenk meiner Kinder war habe ich mich bis zum Ende regelrecht gequält. Es kam mir vor als würde ich mich im Kreise drehen denn ich kam einfach nicht wirklich weiter.
Die Namen der Mönche hörten sich eher wie Zungenbrecher an. Der Plot spielte ausschließlich in einem Kloster. Und richtig Spannung wurde auch keine aufgebaut da das ganze recht simpel gestrickt war.
Ein Junger Obdachloser wird Tod im Kloster aufgefunden. Die Jungen gehörten zu einem Jugendprogramm das von einem Angeblichen Polizeiinspektor finanziell unterstützt wurde. Dann verschwand auch noch zeitgleich ein Mönch der allerdings im laufe des Geschehens immer mehr in Vergessenheit geriet. Und so wunderte ich mich auch nicht das eines Tages die Leiche zum Vorschein kam.
Dann wurden auf einmal aus Mönchen "Nicht Mönche" das war schon irritierend. Und diese Thailändischen Begriffe auf die der Autor nicht näher einging ,trugen auch nicht wirklich zur Leselust bei.
Endlich kam im hinteren Drittel etwas Bewegung in die Geschichte , die allerdings nach 30 Seiten schon wieder abflachte. Am Ende fiel der Plot wieder in den gewohnten langatmigen Trott.
Wer bei diesem Buch Spannung oder aber Psychologische Raffinesse sucht der sucht vergebens.
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