Schwarzer Mittwoch von Nicci French

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 unter dem Titel Waiting for Wednesday, deutsche Ausgabe erstmals 2014 bei C. Bertelsmann.
Folge 3 der Frieda-Klein-Serie.

  • London: Michael Joseph, 2013 unter dem Titel Waiting for Wednesday. 480 Seiten.
  • München: C. Bertelsmann, 2014. Übersetzt von Birgit Moosmüller. ISBN: 978-3-570-10164-3. 480 Seiten.

'Schwarzer Mittwoch' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Ruth Lennox, Mutter von drei Kindern und seit mehr als zwanzig Jahren glücklich verheiratet, wird ermordet aufgefunden. Inspektor Karlsson tappt im Dunkeln. Psychotherapeutin Frieda Klein müsste sich dringend erholen, aber sie will ihrem Freund Karlsson helfen. Ihr erscheint die Familienfassade der Lennox zu perfekt: Und sie soll recht behalten. Zur gleichen Zeit ist der Journalist Jim Fearby einer Serie von Mädchenmorden auf der Spur. Fearbys und Friedas Wege kreuzen sich. Bald lässt auch Frieda das Schicksal der jungen Frauen nicht mehr los, und sie stößt auf ein schreckliches Geheimnis …

Das meint Krimi-Couch.de: »Interlude für Frieda Klein« 60°

Krimi-Rezension von Silke Wronkowski

Ohne zu viel zu verraten: Dr. Frieda Klein überlebt den Cliffhanger am Ende von Eisiger Dienstag. Wie könnte sie auch nicht, plant das Autorenduo Nicci French schließlich titelgebend 7 Teile für ihre Serienheldin. Nicht mehr im Dienste der Polizei versucht sie zu genesen, ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können und ihre Gefühlswelt zu ordnen. So ist sie auch nicht mit von der Partie, als DCI Karlsson zum Tatort gerufen wird.

Der schöne Schein

Im Hause der Familie Lennox findet Töchterchen Dora die brutal zugerichtete Leiche ihre Mutter Ruth. Schnell ist Malcom Karlsson und seinem Team klar, dass die Idylle der fünfköpfigen Familie keine rechte war – jemand verhütet mit einer gut versteckten Antibabypille, jemand verstaut sein alkoholisches Leergut in der hintersten Ecke des Schuppens, jemand erhält verstümmelte Puppen als Warnung. Ohne Friedas Hilfe kommen sie nur mühsam hinter die Fassade aus Lügen und Geheimnissen. Dass Friedas Nichte Chloe mit dem ältesten der Lennox-Geschwister befreundet ist, soll sich noch als glückliche Fügung entpuppen.

Die Nadel im Heuhaufen

Andernorts recherchiert indes der alternde Journalist Jim Fearby verbissen in einen ungeklärten Mordfall an einem jungen Mädchen und stößt dabei auf einige weitere Vermisstenfälle, die bisher niemand in Zusammenhang gebracht hat. Frieda Klein begibt sich ebenfalls von einem ganz vagen Gefühl getrieben auf die Suche nach einem vermissten Teenager. Als die beiden sich gekünstelt zufällig über den Weg laufen und ihr Wissen austauschen, wird alles noch viel schrecklicher als sie jeder für sich hätten glauben wollen.

König Zufall

Nicci French kosten den Seriencharakter in vollen Zügen aus. Die Autoren lassen zwar nichts von ihrem leisen und einfühlsamem Stil vermissen, aber sie liefern mit Schwarzer Mittwoch doch eher eine Füllsel-Folge ab. Der Mordfall, den es aufzuklären gilt, dient einzig dazu detailreich die mitunter schleppende Polizeiarbeit aufzuzeigen, Friedas Schwermut dient als Hilfsmittel um ihre Verwand-, Freund- und Liebschaften zu vertiefen und ihr Alleingang, der abermals in Lebensgefahr gipfelt, zielt darauf ab, die Zerbrechlichkeit der Protagonistin zu unterstreichen.

Ohne die ersten Teile der Serie zu kennen, bringt Schwarzer Mittwoch nur wenig Lesefreude, will man die tieferen Zusammenhänge verstehen. Das vor Augen machen doppelt und dreifache Beschreibungen ihrer Gewohnheiten und der bereits bekannten Schauplätze wenig Sinn und wirken überflüssig. Geht man von dem reinen Fall aus, so haben die Autoren auch hier Spannenderes und Erschütternderes in den ersten beiden Bänden abgeliefert. Es scheint, dass die fast 500 Seiten einzig dazu dienen, an lose Enden zu erinnern und den auseinander driftenden Weg der beiden Hauptfiguren zu verdeutlichen. Erst im letzten Viertel vereinen sich wie von Geisterhand die Handlungsstränge, um dann doch wie zwei eigenständige Bücher in einem anzumuten.

In einer Arbeitswoche ist der Mittwoch das Bergfest, bleibt also zu hoffen, dass die Frenches ihres nun auch erfolgreich hinter sich gebracht haben und auf ein fulminantes Wochenende zusteuern.

Silke Wronkowski, Februar 2014

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Renate zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 11.11.2016
Frida Klein ist eine Fiktion, die uns Frauen fasziniert, weil sie so ist, wie wir gerne wären. Gut aussehend, verschlossen, von allen geliebt. Schlank, da sie komischerweise selten Hunger hat. Die Männer - egal welchen Alters - liegen ihr zu Füßen und sie steigt über sie hinweg. Sie hat die besten Freunde, die man sich nur wünschen kann, obwohl sie dafür nichts tut. Sie ist nicht freundlich und sie läßt auch niemanden an sich ran. Sie stellt nie die Fragen, die man erwartet und ist im höchsten Maße asozial. Logik ist ihr unbekannt und oft befindet sie sich auf Irrwegen, nicht nur nachts in den Straßen von London. Trotzdem kann man die Bücher nicht weglegen. Vielleicht deshalb, weil es unbegreiflich ist, dass man eine Frau so unsympathisch und gleichzeitig so anziehend und faszinierend finden kann.
Henriette H. zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 30.09.2016
Die Geschichte ist reichlich konstruiert, mit verschiedenen Handlungssträngen überfrachtet und oft sehr unrealistisch. Das Unwahrscheinlichste sind allerdings Frieda Kleins engelhafte Güte und Barmherzigkeit gegen alle, die da mühselig und beladen sind. Dauernd ist ihr Haus von Leuten überfüllt, die Obdach, Nahrung und Trost verlangen und auch erhalten, während Frieda selbst noch lange nicht von einer schweren Verletzung genesen ist, die sie im vorherigen Buch erlitten hat. Mutter Theresa würde ob soviel Heiligkeit vor Neid erblassen.
Dennoch habe ich das Buch gern gelesen, es ist spannend, flott geschrieben, und die (guten) Protagonisten sind sehr sympathisch, man gewinnt sie von Buch zu Buch aus der "Frieda Klein-Reihe" lieber.
Jetzt bin ich gespannt, wie es im nächsten Buch weitergeht, auch mit dem mysteriösen Dean Reeve, Friedas dunklem Schatten.
Cinda Rella zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 31.08.2014
Hat mir von der Reihe bisher am Besten gefallen. Frieda und ihre Freunde sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen, sodass mir ihre verqueren Gedanken langsam ganz logisch erscheinen. Ich würde das ganze zwar nicht so wie der Verlag als Thriller deklarieren, sondern als Krimi. Für einen Thriller fehlt meiner Meinung nach die Rasanz, sodass wirkliche Thriller-Liebhaber beim Lesen vermutlich enttäuscht sind. Die Frieda-Klein-Reihe provitiert eher von den Charakteren als von der großen Story. Ist mal was solides leichtes für Zwischendurch. 90%
Ray zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 05.07.2014
Der Kritik meiner Vorposterin kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Ich hab mich vom ersten Band an in die Krimireihe und vor allem deren Hauptprotagonistin verliebt und freu mich unbändig und sehnsüchtig auf den "Donnerstag". Die Charaktere von Frieda Klein, ihre private Beziehungsstory und all die anderen nahestehenden Personen sind sowas von herzerfrischend aufbereitet und die Spaziergänge durch good old London faszinieren mich. Eine tolle Krimireihe und jeden der bisherigen drei Bände finde ich auf seine Weise hervorragend ohne da irgendwelche Abstufungen machen zu können, die ganze Reihe ist bisher eigentlich ein einziges durchgehendes Thrillervergnügen.
Margot zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 31.05.2014
Nach dem "Mittwoch" werde ich mir den "Donnerstag" ersparen - es soll ja einer kommen. Die Protagonistin ist in diesem Band noch nerviger als in den ersten beiden - von symphatisch oder liebenswert keine Spur. Die Zufälle häufen sich . Auch Logik sucht man vergebens. Die Londoner Polizei ist so unfähig, dass sie sogar nach dem spektakulären showDown Frida klein unbefragt. Nach Hause gehen lässt (unzählige Seiten eines x-Ten London-Sparierganges).
Und die Engländer mögen vielleicht keine Putzteufel sein, aber die Beschreibung unzähliger "verdreckter" Wohnungen ist einfach aberwitzig. Das Buch ist grottenschlecht
Falcon zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 21.04.2014
„Schwarzer Mittwoch“., Nicci French

Frida Klein wandert wieder durch London.


Die überall beliebte Sozialarbeiterin und Hausfrau Ruth Lennox wird erschlagen in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie scheint von einem Einbrecher überrascht und getötet worden zu sein. Malcom Karlsson übernimmt den vordergründig einfachen Fall. Bald ist auch ein Schuldiger gefunden. Doch dann zeigt sich, dass der Fall wesentlich komplizierter ist als gedacht.


Frida Klein, die ehemalige Polizeipsychologin, erholt sich nur langsam von ihren Verletzungen, welche sie bei den Ermittlungen im Fall Michelle Doyce zugezogen hatte. Da drängt sich ihre 17-jährige Nichte Cloe in ihr Leben. Nebst dem Stress, welchen Cloe mit ihrer Mutter hat, bekümmert sie auch der Tod von Ruth Lennox. Denn Ruths Sohn Ted, ist ein Freund von ihr. So wird Frida unfreiwillig in den Fall verwickelt.

Parallel dazu ermittelt der Enthüllungsjournalist Jim Fearby an einem Fall eines verschwundenen Mädchens. Ein Zufall führt ihn mit Frida zusammen. Sie kommen dabei dem wahren Mörder auf die Spur und es sehr gefährlich für beiden.


Frida Klein ist also wieder unterwegs. Sie ist die Hauptfigur in der siebenteiligen Serie von Nicci French, welche nach den Wochentagen benannt ist. Erschienen ist nun Band drei und somit sind wir beim Mittwoch.

In diesem Roman, mit der etwas speziellen Psychoanalytikerin, sind es zwei Erzählstränge denen wir folgen dürfen. Beinahe könnte man meinen, dass Erzählpaar Nicci French hätte, jeder für sich, seine eigene Geschichte geschrieben. Ob dem so ist, entzieht sich jedoch unseren Kenntnissen. Es dauert eine Weile, bis die beiden Erzählstränge zusammen finden. Dabei steht der Lennox-Fall im Vordergrund. Die Geheimnisse und Verwirrungen, welche sich dabei offenbaren, hätten beinahe für einen eigenen Roman gereicht.

Das ist wohl die Krux dieses dritten Teils der Serie. Gerade im Mittelabschnitt wird die Geschichte etwas langatmig. Dafür ist das Finale jedoch durchaus gelungen.

Wiederum sind es die sympathischen Figuren um Frida denen man gerne wieder begegnet. Ihre Freunde Joseph, Suzi, Reuben u.a. tragen viel zur Geschichte und Stimmung bei.


Noch ein Wort zu Erstlesern der Serie. Man kann mit diesem Band in die Serie einsteigen, die Geschichte steht für sich. Es empfiehlt sich jedoch mit „Blauer Montag“ zu beginnen, zumal „Schwarzer Mittwoch“ bis anhin das schwächste Buch der Serie ist.

Gespannt warten wir auf „Dunkler Donnerstag“.
A. Tobias Schönberg zu »Nicci French: Schwarzer Mittwoch« 21.01.2014
Wer einen gut geschriebenen Krimi lesen, dabei London aus neuer Perspektive kennen lernen und eine Psychiaterin im Zentrum des Geschehens erleben will, der lese ... Blue Monday von Nicci French. Und danach Tuesday's Gone vom gleichen Autorenduo.

Wer den Mittwoch liest, ohne Montag und Dienstag zu kennen, wird sich immer wieder über halbseitenlange Erklärungen der Vorgeschichte wundern. Und dann auch nicht so tief eintauchen wie es Frieda-Klein-Fans in der dritten Geschichte mit ihr können.

Wer eine gewöhnliche Hausfrau und Mutter brutal erschlägt, muss emotional außer sich gewesen sein. Oder war Ruth Lennox gar nicht so gewöhnlich? Kommissar Karlsson hat so seine Schwierigkeiten, an den Ehemann und die drei Kinder heranzukommen, deren Welt plötzlich zusammengebrochen ist. Oder war der Zusammenbruch ein längerer Prozess?

Nicht das beste Buch der Reihe bisher.
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